In großer Sorge um die Lebenshilfe NRW

In großer Sorge:

https://www.broeltal.de/nachrichten/artikel/haus-broeltal-vor-dem-aus-lebenshilfe-meldet-insolvenz-an.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter [19.7., 18:57]

Zu dieser beunruhigenden Pressemeldung ist mir vor Tagen folgendes eingefallen:

Ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Thema Inklusion in einer etwas anderer Weise als gewohnt.

Sozial- philosophischen Fragestellungen interessieren mich dabei besonders.
Um nicht nur auf meine eigenes Nachdenken angewiesen zu sein, habe ich an der Uni in Marburg ein sog. Studium Universale im Rentner Modus begonnen.

Meine weiterhin guten Kontakte zu Fachleuten an der Uni Siegen sind mir dabei ebenfalls wichtig.

Konkret würde gerne folgende Fragestellung diskutieren:

Ist es nicht eine verbandspolitische, strategische und auch weitreichend sozialpolitische Fehlentscheidung der Lebenshilfe NRW gewesen, sich so stark, und auch NRW weit, im operativen Bereich zu betätigen?

Je länger ich darüber nachdenke um so mehr entdecke ich hierin einen Grundwiederspruch der operativen Arbeit der Lebenshilfe NRW der letzten 20 Jahre, der sich kaum auflösen lässt.

Die Lebenshilfe hat sich, als Vereinigung für die Belange von Menschen mit Lernschwierigkeiten der Zielvorgabe #Inklusion in besonderer Weise verpflichtet.

Diese Aufgabe will sie gemeinsam mit den Menschen mit Lernschwierigkeiten erfüllen.

Dafür gibt es konkrete hoffnungsvolle Ansätze.

Ich erinnere beispielsweise an die vielfältigen Aktivitäten der Lebenshilfe Möglichkeitsdenker die seit dem Jahre 2011 einen breiten praktikablen Weg in Richtung Inklusion aufzeigen.

Die Möglichkeitsdenker sind unter anderem auch im Kontext der Erwachsenenbildungsarbeit der Lebenshilfe Bildung NRW konzipiert und auf Praxisrelevanz hin erprobt worden.

Gerade diese Arbeit darf keinesfalls durch den Konkurs der Lebenshilfe Bildung gefährdet werden.

Die Arbeit der Lebenshilfe muss von öffentlichem Interesse sein.

Würde Sie sich doch ansonsten vollkommen von einem bürgerrechtlich emanzipatorischen Ansatz ihrer Arbeit verabschieden?

Dezidierte Kommentare und Meinungsäußerungen hierzu, würden mich sehr interessieren und hier auch einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt

Mit dieser Vorgehensweise will ich den heutigen Akteuren der Lebenshilfe NRW auf keinen Fall zu nahe treten.

Meine aber, das vor allem die Geschäftsführung der Lebenshilfe NRW sich einem Diskurs über diese Fragestellung stellen muss.

Jetzt ist es „amtlich“:

Haus Bröltal wird zum 01.09.2017 geschlossen. Die MitarbeiterInnen sind entlassen worden.

Ein schwerer Schlag für die Bestrebungen der Lebenshilfe NRW in Richtung #Inklusion. Sehr schade und nur schwer wieder gut zu machen.

01.09.2018 Armin Herzberger

Die existenzielle Krise der Lebenshilfe NRW. Lösungsmöglichkeiten

Im Nachgang zu der Reise von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Aktivisten zur  Lebenshilfe Graz, paar Gedanken:

Die Lebenshilfe Graz, dass haben wir gesehen, ist schon vielerorts, fest in den jeweiligen Quartieren, mit fest eingerichteten, robusten Projekten, verortet. 

Das quartiersbezogene Gemeinwesenarbeit im wesentlichen die traditionelle fürsorge- und defizitorientierte Behindertenarbeit abgelöst hat, wurde sehr deutlich. 

Graz ist eine Grossstadt, und bietet dafür eine Menge Möglichkeiten. Die Frage ist nun: 

Lässt sich ein solcher Ansatz auch in Lüdenscheid realisieren? Ich denke ja: 

Lüdenscheid hat einen hohen Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund. 

M.E. damit eine ideale Grundlage für quartiersbezogene Gemeinwesenarbeit. 

Daß solche zukünftigen Arbeitsgebiete auch betriebswirtschaftlich erfolgreich geführt werden können steht außer Frage. Dafür ist der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Lüdenscheid Garant. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Projekte ein für jeden verständliches konkretes Narrativ dringend benötigen. 

Einen sinnstiftenden Zusammenhang, eine konkrete Aufgabe, die jeder Bürger sofort, verstehen kan, sofort mitarbeiten und sofort mitgestalten kann. 

Ich schlage daher vor umgehend mit den Vorbereitungen für das Projekt: 

Lüdenscheider Tisch – Tafel zu beginnen. Am besten gemeinsam mit anderen Initiativen, die im Gemeinwesen bereits verortet sind. 

Hier könnten gleichzeitig mehrere, gesellschaftlich dringend notwendige Aufgaben angegangen werden: 

Konkrete Unterstützung von Menschen in präkären Lebenssituationen. 

Unkomplizierte Begegnung und Zusammenarbeit von Bürgern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen.

Ganz praktische Resourcen Schonung vor dem Hintergrund von Achtsamkeit gegenüber unseren ökologischen Lebensgrundlagen.

Unmittelbare praktische Mitarbeit an kommunalpolitsch relevanten Themen.

Dies scheint mir besonders notwendig vor dem Hintergrund von rechtspopulistischen Tendenzen zu sein, die nicht nur kommunalpolitsch sondern auch Deuschland- und Europaweit Einzug halten.

Wir würden dabei durchgängig inklusiv handeln und als Solches auch wahrgenommen werden.

N.n.

Insgesamt sollten wir Abschied von einem altväterlich paternalistischen Ansatz unserer Arbeit. Abschied nehmen ist er doch längst nicht mehr zeitgemäß.

In Graz haben wir dafür viele Beispiele sehen können.

M. E. hat die inhaltliche Krise der Lebenshilfe auch damit zu tun, dass wir diesen Weg eines gemeinwesenorientierten quartiersbezogenen Ansatzes, einer bürgerrechtsbezogenen Arbeit, bis dato nur ansatzweise gegangen sind.

Dies kann nur gelingen wenn wir einen engen Bezug zu den Wünschen unserer Kunden herstellen. 

Die Stärkung der Miteinscheidungsrechte der Selbstvertreter, die barrierefreie Öffnung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements sind dabei unerlässlich.

Soweit erst einmal…. .

21.09.2018 Armin Herzberger


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