Kumm mei kläinr Buu, mr welle zum Himmelvadr bääde

Komm mein kleines Bübchen wir wollen zum Himmelvater beten.“

Das alte Ehebett mit den hohen Brüstungen vor Kopf und am Fußende. Dicke Federbetten
zusätzlich noch eine Wolldecke auf jedem Bett, darüber.
Grossmutter Christine hatte schon vor einer Stunde die Heizdecke angeschaltet.
Die Bettlaken aus Bieberbettwäsche, wollig aufgeraut, weich warm und anschmiegsam.
Ein kleiner Holzofen gleich links neben der Schlafzimmertüre brannte noch, war jedoch schon am verlöschen. Trotzdem war noch ein sanftes knistern zu vernehmen. Es roch undeutlich nach frisch verbranntem Holz und Asche.
Der große Kleiderschrank unmittelbar gegenüber des Ehebettes ragte hoch bis fast unter die Zimmerdecke.
Er zeigte ein dunkles graues braun auf seiner Oberfläche. Am oberen Ende, befand sich ein kleiner durchgehender Sims im Stile des Neobiedermeier.

Es war im Dezember, an einem Freitagnachmittag, so eine Woche vor Weihnachten. Die Winterferien hatten mit diesem Tage begonnen. Schon am Morgen hatten dicke Schneeflocken die Dächer und Felder bedeckt.

Die Dorfschlehrerin, Frau Wollmantel hatte Ihre Zöglinge mit den Worten: „Ein gesegnetes Weihnachtsfest mein Völkchen“ in die Weihnachtsferien entlassen.

Zuvor in der letzten Schulstunde war das Fach Religion, wie üblich, an der Reihe.
Alle Schüler, von der ersten bis zur dritten Schulklasse, saßen im größten Klassenraum zusammen. Sie sangen zu Beginn, das schöne Weihnachtslied, Ihr Kinderlein kommen, oh kommet doch bald…… .

Frau Wollmantel begleitete dabei mit einem schwarzlackierten Musikinstrument aus Plastik, welches ein Mittelding von Ziehharmonika, und Harmonium darstellte.
Dieses Instrument wimmerte erbärmlich, zwischendurch asthmatisch pfeifend. Die Kinder störte das nicht, hatten sie doch keine musikalischen Vergleichsmöglichkeiten. Im Gegenteil, sie sangen mit Inbrunst, gefühlvoll das kommende Weihnachtsfest freudig erwartend.

Ihre Lehrerin erzählte die biblische Weihnachtsgeschichte so, daß die Kinder sie gut verstehen konnten. Sie erzählte sehr schön mit ruhigem Ton und weicher Stimme, die schon andeutungsweise, ein sanftes Tremolo zeigte. Ein Umstand der viele weibliche Sopranstimmen betrifft, die allmählich das Klimakterium erreichen.

Als die Stelle mit der Verkündigung der Engel über die Geburt des Jesuskindes gekommen war, erreichten Ihre erzählerischen Qualitäten einen Höhepunkt.

Die Engel erschienen prachtvoller, ihr Erscheinen spektakulärer.
Auch den Stall zu Bethlehem, als Geburtsort des Jesuskindes schilderte Sie bildhaft und verständlich.

Im Zentrum Maria sitzend mit dem Kinde in der Futterkrippe, liebevoll mütterlich saß Sie dort. Ihr Blick strahlte Freude, aber auch Wehmut, Schmerz und Trauer aus. Als ob Sie schon ahnen könne, welchen Weg Ihr Sohn bis hin zum Kreuz auf Golgatha gehen würde.

Ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer mag an diese Stelle passen, ohne den Erzählstrom wesentlich zu unterbrechen:

„Allein weil Gott ein armer, elender, unbekannter, erfolgloser Mensch wurde, und weil Gott sich von nun an allein in dieser Armut, im Kreuz, finden lassen will, darum kommen wir von dem Menschen und von der Welt nicht los, darum lieben wir die Brüder. Wer fromm ist muß auch politisch sein.“

Gleich daneben rechts, Joseph. Groß, würdig, mehr Hirte als Zimmermann, ein schwerer Umhang und der unvermeidliche Hirtenstab. Alle drei beisammen die heilige Familie.

Die Krippe umlagernd, sitzend halb liegend aufgestützt, drei Hirten. Sie blicken staunend und zugleich erfreut auf das Jesuskind.

„Sind wir es, die ärmsten der Armen, wir die wir am Rand des Gesellschaft leben wirklich die ersten, die das Wunder der Geburt Christi erleben dürfen? Sie wir es, die als Erste dabei sein dürfen, von himmlischen Heerscharen, gerufen, wenn Gott als hilfloses kleines Baby auf die Erde kommt?“

Dabei der Ochse, der Esel und 3 Schafe. Die Körper der Tiere sind hinter einer Bretterwand verborgen. Lediglich die Köpfe sind zu sehen. Ihre Köpfe sind größer als gewohnt, die Augen staunend groß, blicken sie bewundernd und fröhlich auf die Szene.
Fast wie Kinder, die Ihre Weihnachtsgeschenke erhalten haben.

Die 3 Waisen aus dem Morgenlande mit den Gaben, Gold,Weihrauch und Myrhe.
Nun, die fehlen noch. Sind vielleicht noch nicht angekommen.

Zum Ende dann noch: Oh du fröhliche oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit…….
Die letzte Strophe dann hymnisch, laut und voller Inbrunst gesungen: …….freue dihich freue dich oh Christenheit !!!

Die Kinder liebten Ihre Geschichten, vor allem dann wenn nach dem letzten Schultage die Ferien begannen.

Zuweilen gingen nicht nur Ihren Schülern, sondern auch Ihr selbst die Geschichten so nahe, daß Ihr die Augen feucht wurden und Sie leise zu weinen begann. Sie erzählte dann von Krieg, Not und Tod, von Flucht und Vertreibung ihrer Familie, von Ihrer Geige die auf der Flucht mitgenommen, plötzlich beim einem Zusammenstoß der Pferdewagen in tausend Teile zerschellte …… .

Ja, Sie war ein Schöngeist im besten Sinne, eine kluge musikalisch begabte empfindsame Seele, wie geschaffen bei uns Kindern die Neugier zu wecken, die Phantasie und die Kreativität.
Wir Kinder wussten das nicht, aber, sie fühlten es.

Gegen 21:00 Uhr.
Die Oma hatte Ihn schon zu Bett gebracht.
Er war ziemlich müde, fühlte sich ein wenig abgeschlagen.
Ein paar Minuten erschien Sie dann, in ihrem blassrosa Unterrock, welchen er gut kannte, diente er Ihr doch als Nachthemd.

Opa, war wie üblich noch aufgeblieben um fern zu sehen. Opa war ein leidenschaftlicher Fernsehgucker. Am liebsten: Die Tagesschau, Ein Platz für Tiere, Eiskunstlauf, Skispringen und am liebsten Spiel ohne Grenzen, aber auch Krimis: Tatort und Edgar Wallace.
Gewöhnlich schaute man gemeinsam fern. Eine Zeit für das Zubettgehen für Kinder gab es nicht.
Oft schauten Oma, Opa und Kinder bis zum Sendeschluss. Dann erklang immer die Nationalhymne, dann erschien das Testbild, danach erst ging’s zu Bett.

Seinen Eltern wurde davon nichts gesagt. Es war unser Geheimnis, welches auch nie gelüftet würde.

Oma schlug die Bettdecke zurück. Er lag schon im selben Bette, was schon, Dank einer Heizdecke, wohlig warm war.
Oma legte sich dazu, strich Ihm sanft über den Kopf.
Sie roch immer, ganz im Hintergrund, ganz zurückhaltend nach Vanille. Es war Ihr ureigenen Geruch, den er liebte.

Die Heizdecke wurde ausgeschaltet.
Oma griff nun zu einem silbrig blassvioletten Kordel welches senkrecht von der Wand hinter dem Bette baumelte und den kopfseitigen berührte. Es war an dessen Ende mit einem ebenfalls blassvioletten Bommel versehen, der an seiner Unterseite mit lustigen herabhängenden kleinen Fäden versehen war.
Dieser Kordel nun hing über dem unvermeidlichen Heilandsbild. Eine erhabene, milde, verständnisvoll und gütig blickende Jesusfigur, mit Vollbart und langem gewellten Haupthaar, den Hirtenstab in der Hand. Vor Ihm in der mondbeschienenen hügeligen Landschaft, die an den Allgäu erinnerte, seine Schafherde.

Das Kordel baumelte, zwangsläufig, keck direkt über die Nase von Jesus.
Dieser schien sich daran nicht zu stören, im Gegenteil, er nahm er hin und schien durchaus belustigt.
Oma zog an dem besagten Bommel. Ein lautes Klack erklang, da Deckenlicht verlosch sogleich.

Sie nahm seine Hand und sagte:

„Kumm kläinr Buu. Mer welle noch zum Himmelvaddr bääde.“

Nun ja, es sei nochmals erwähnt:
„Oma und Opa waren fleißig, lebten sparsam, tat Ihre Pflicht, und waren durchaus gottesfürchtig. Aber nicht auf diese ausgrenzende verhärtete, kalte Art und Weise wie sie im Klippdachsland zu beobachten war.“
Ihm tat das immer sehr gut. Es hat sein bisheriges Leben entscheidend geprägt.
Die Oma und auch der Opa haben immer noch ein festen Platz in seinem Herzen.“

Nachdem das Licht verloschen war, erzählte Oma wie so oft von der alten donauschwäbischen Heimat. Von Opas Stellmacher Werkstatt, von eigenen Weinberg, vom Maulbeerbaum am Strassenrand und dessen süßen, köstlichen Früchten. Von der schweren Arbeit im Felde auf einem fruchtbaren Boden. Von der Kukerutzernte (Maisernte) .
Bald wurden beide müde, ihre Augenlieder wurden immer schwerer und fielen schließlich zu.

Mitten in der Nacht erwachte er mit heftigen stechenden Schmerzen im rechten Ohr. Er erinnerte sich an einen Alptraum:

Ihm träumte, daß er mit hohem Fieber im Bett lag, schweißnass und mit heftigen Schmerzen an ganzen Körper. Er war nass geschwitzt, der Kopf glühte förmlich und hatte rasende Kopfschmerzen. Er litt grossen Durst, die Zunge klebte Ihm am Gaumen.
Wirre Gestalten gnomenhafte Gesichter legten sich auf seine Brust, das stmen wurde ihm immer schwerer.
Ein besonderes niederträchtiger Gnom mit bösem hinterhältigen grinsen stach ihm mit einer langen Strick-Nadel ins Ohr.
Dann schien alles zu verschwimmen, graue Schwärze verdunkelten seinen Blick. Er schien zu schweben.
Dann ganz plötzlich wandelte sich die Szenerie.
Er befand sich nun in einem großen langestreckten Raum. Die Wände, hellgrün gekachelt. Bei einigen Kachel schien die hellgrüne Glasur abgeplatzt zu sein.
Der Boden ebenfalls gekachelt. Kleine rechteckige Fliesen mir kleinen grauen und schwarzen Punkten. Der lange Raum war mit einem recht lauten ratterden Geräusch erfüllt. Nicht unangenehm, eher mechanisch gleichmäßig, verlässlich, fast beruhigend.
Es waren 2 altertümliche Kompressoren, die freistehend, surrend und nagelnd seit Jahrzehnten ihren treuen Dienst, Tag und Nacht jeden Tag des Jahres ohne zu murren, versahen.
Diese Kompressoren dienten zur Kühlung dieses riesigen Gefrierschrankes. Man nannte diese ganze Anlagen somit Gefrieranlage, welche einem einzigen Zweck diente, nämlich allen Bewohnern des Dorfes unabhängig von Stand und Bildung eine Gefriermöglichkeit, zu einer verschwindend geringen Miete zu gewährleisten.
Genau in der Mitte des Saales befand sich ein rechteckiger großer Quader, nämlich der besagte riesige Gefrierschrank.
Der hatte die gleiche Farbe als die Fliesen, nämlich hellgrün.
So um die 3 Meter breit und mindestens 10 Meter lang, genau in der Mitte des langestreckten Saales,
sodas sich links und rechts Gänge befanden, die bequem zu begehen waren.
Von rechts wurde der Saal lichtdurchflutet.
Dort befand sich eine lange Fensterfront, die, vor allem im Sommer viel Licht spendete.
Nun, der Quader hatte links und rechts, auf 3 Ebenen 10 kleine weiße Türchen, lustig anzuschauen und von cremeweisser Farbe.
Jedes Türchen hatte ein Schloss, in Chrom, ebenso possierlich anzuschauen.
Wie gesagt, immer noch fiebrig, krank und vollkommen verschwitzt schwebte er in diesen Saal.
Alles war vertraut.
Schon an der Eingangstüre sah er links in der obersten Reihe jenes Türchen auf dem sich ein rotes Schildchen klebte.
Darauf stand: Vorfroster.
Ein Stehleiterchen ganz in der Nähe, diente dazu die dritte Reihe der Fensterchen bequem zu erreichen. Er schob es zurecht. Laut schleifend, kratzend, als ob es sich nicht bewegen wolle. Durch die gekachelte Halle, vielfach im Geräusche gebrochen, hallend ergab die eine infernalische Kakophonie, die ihn in Mark und Bein erschütterte.
Der kleine Schlüssel baumelte vom verchromten Schloß des Türchens.
Er stieg eine Stufe empor drehte ohne Mühe am Schlüssel, zog nur wenig am Schloß und schon öffnete sich das weiße Türchen.
Ein eisig kalter Windhauch kam ihm sogleich entgegen, er fühlte sich augenblicklich erfrischt.
Das innere dieses Vorfrosters war ganz aus Buchenholzlatten gefertigt. Zwischen den Latten war immer genügend Platz gelassen worden.
Aus diesen Zwischenräumen wehte ein kontinuierlichen eiskalter Windhauch. Auch am Boden fanden sich jene Latten aus Holz.
Dort befanden sich einige wenige Flecken aus Blut, nein nicht eckelerregend, nicht abstoßend, sondern wie selbstverständlich dorthingehörend. Es war Schweineblut.
Er öffnete das Türchen noch ein Stück weiter, sodass mehr Tageslicht von Außen hineindran. Was er nun sah entzückte ihn so sehr, daß er beinahe das Gleichgewicht auf dem Leiterchen verlor.
Ganz hinten links, im hölzernen Gefrierfach, stand ein Glasflasche im Jugendstil. Unten etwas breiter, sich dann elegant verjüngend, um sich danach wieder zu verbreitern, so elegant und anziehend wirkte wie eine schöne Frau im knöchelangem Kleide dessen Faltenwurf, Figur und Taille vorteilhaft umspielte.
Die Flasche, an sich schon in ihrem jugendstilarigen Ausehen faszinierend und von einer nachgerade erotischen Anziehungskraft steigerte sein Verlangen zu trinken. Umso mehr als sie von der Kälte mit winzigen Wassertröpfchen beschlagen war, die sich ab und an zu größeren Wassertropfen vereinigten und langsam den Flaschenhals hinunterrannen. Mit unwiderstehlichem Durst, die Zunge am Gaumen klebend, stieg er nun vollends in das kühle Fach und sah, das jene Flasche bereits geöffnet war. Ihr runder Kronkorken lag, gleich neben ihr. Die zwei Ränder ihrer runden Gestalt waren ein wenig nach oben gebogen. Er hob die Flasche an. Wie kühl sie sich anfühlte. Er betrachtete sie nochmals und trank, gierig und voller Wonne, von dem köstlichen dunkelbraunen Naß……… .

Dann erwachte er, fühlte sogleich diesen stechenden bohrenden Schmerz im rechten Ohr, als ob ihm jemand mit einer glühenden Stricknadel in den Gehörgang stach. Vor Schmerz begann er leise zu weinen. Oma erwachte, tastete nach ihm, fand im Finstern seinen glühenden Kopf.

„Mei Buu, warum duuscht dann greine uffd Nacht?
(Mein kleiner Bub, warum weinst du denn mitten in der Nacht?)
„Ganz schlimme Ohrenschmerzen“ tat er mit weinerlicher Stimme kund.
„Duu nedd greine mei Buu, ich weck drr Oba, däär werd drr helfe kenne,“ flüsterte sie und streckte Ihren Arm zu Opa aus.

Er aber war schon wach geworden und sagte leise: „Was iss dann Christschinn? (Christine?)“ „Drr Buu hodd Ohreschmerze, kannscht helfe?“
Opa fasste Ihn bei der Hand, zog am Schlafzimmerleuchtenbommel.

Das Deckenlicht leutete auf.
Er kniff die Augen zusammen.
„Kumm mit Buulä. I will drr helfe.“
Opa zog seine Hauschuhe mir dem rechten Fuss unter dem Bettgestell hervor und schlüpfte hinein.

Er fasste ihn bei der rechten Hand, öffnete die Schlafzimmertüre. Sie schlurften durch den dunklen kalten Flur, dann gleich links durch die Türe in die Küche.

Opa schaltete auch hier das Licht an. Hell und ohne Erbarmen durchflutete es die Küche.
„Setz di mei Gulbass.“(liebevolle Umschreibung für einen schalkhaften kleinen Buben)
„I kann dr helfe.“

Opa schlurfte ins gegenüberliegende Wohnzimmer und öffnete die linke Schranktüre. Er kam wieder zurück und hatte ein kleines Schnapsglas in der Hand welches er bedächtig auf den Küchentisch stellte.

„Woort noch e bische. I geh gschwind in die Speis (Speisekammer) und hol was. Des helft mei Buuleh.“ (ebenfalls eine liebevolle Umschreibung für einen kleinen Buben) Opa verlies die Küche gleich links in Richtung Schlafzimmer, dann wieder links in die Speisekammer.
Er hörte ein zurechtrückendes leises Gläserklingen.

Als Grossvater zurückkam hatte er eine Ölflasche in der Hand, die er ebenso bedächtig auf den Küchentisch neben des Schnapsglässchen stellte.
Dann öffnete er die Ölflasche ing goss einen winzigen Schluck Öl in des bereitstehende Gläschen. Er so auf dem Küchenstuhl, am Tisch, gleich unter der Küchenleuchte, nur bekleidet mit seinem Schlafanzug. Er begann zu frösteln, ja sich ein wenig zu fürchten. Was mochte nun mit Ihm geschehen?

Grossvater trat zu Ihm hin, strich Ihm über den Kopf, beugte selbigen ein wenig auf die linke Körperseite des Knaben.

Er nahm das Schnapsglässchen und goss einen kleinen Tropfen des Öles in sein rechtes schmerzendes Ohr und sagte:

„Buulä des wärd helfe, kannschsts gloowe.“ ….. .

Die Kluge

Die Kluge und der Klotz

So klug, so sachlich, reflektiert
So kühl so gebremst, so kalt Sie wirkt.

Ironisch fein, der Spott rinnt durch
Zynismus gar?
Das glaubt Er eher nicht.

Sein Kopf kann so was nicht;
versteht’ s auch nicht.
Bei Ihm regiert der Bauch.

Das macht Ihn schwankend,
neidvoll zugeknöpft.
Ausgeliefert fühlt er sich, machtlos, hilflos dann.

Jetzt steigt die Wut in Ihm,
genährt von eigner Angst.

Schlägt drauf dann, wie ein grober Klotz
und schämt sich dann.

So dumpf, so grob, so ohne Feinheit
steh Er da

Ist ganz verzagt und brütet dann.

Frühlingserwachen?

Der Frühling kommt

Der Frühling kommt was bringt er dir
Sonne die Du meidest

Helligkeit die Unruh schafft
Weil außen bunt und innen grau und fad und alt

Licht das den Schmutz der Ecken lüftet
Es zeigt den Restedreck aus all den Jahren

Der angesammelt sich als Lebenskehricht

Vogelzwitschern laut und schrill

Farbe deren Pracht so schnell
verschwindt und Wärme die zur Schwüle neigt

Aufbruch die Gewohnheit raubt
doch eigentlich sich alles immer gleicht

Seelenschmerz weil Neues trügt

Alle lieben diese Zeit von Anbeginn
Er nicht, ist wohl ein rechter Sonderling

Bunte Runde

Bunte Runde laut und schrill
Leiber duftend Haare schillernd

Augen voller Anmut strahlen
Münder von Verlockung künden

Reden denkend ständig
Künden süß fast nur Banales
Du fällst drauf rein und hörst‘s voll Lust

Doch steckt dahinter oft Berechnung.
Hör näher hin lass dich nicht blenden
Auch Gift und Galle sind oft süß

Merk auf mein Freund,
schmeckst nur Glasur;
und innen wird es bitter.

Duften, lockend
Augen strahlend.
Haut wie Alabaster schimmert
Münder schwellen sanft
Merk auf mein Freund
Halt dich zurück
Denn manchmal wird es bitter
Merk auf meine Freund:
Du bist es selbst.
Gib acht.

Eine kleine Vogelkunde

Die Krähe

Einsamkeit wer bist du denn? Bist du wie eine Krähe, die an einem grauen Abend im November das Gebüsch verlässt,auf den sie spähend ruhte und nur noch Leere hinterlässt?


Der Bussard

Freiheit wer bist Du denn?

Bist du der Bussard der
auf hohem Ansitz ruht,
reglos sitzt und lugt.

Im nächsten Augenblicke
schwingst du dich auf,
du stürzt herab,
breitest deine Schwingen aus,
der Wind der fängt dich auf.

Und scheinbar ohne Mühe gleitetst du ein Stück, schraubst dich langsam hoch
in einen Himmel der nichts ist
als blaues helles Strahlen.

Dort ohne Mühe bist du frei.

Von allem frei und weißt dich doch geborgen.
In diesem Ozean der Lüfte.

Die wiegen sanft
und dennoch heben sie
dich hoch und immer höher.

Was eine wahre Lust zu leben.

Herbstgedanken

Du guter Herbst
Du kühlst.
Du ziehst in deinen Bann mit Gold und Rot und all dem dazwischen.
Du gibst eine Ruhe zurück.
Du weist den Weg nach innen, nimmst den Drang sich zu zeigen.

Guter Herbst

Du später Herbst
Lichtdunst der kühlt.
Dämmrung die ruht.
Honigträchtger Kerzenduft.
Fettköstliche Gans.
Dunkelstarker Gerstensaft.
Sauerstarkes Kappeskraut.
Nachtsüße Schokoladenlust.
Das ist der späte Herbst.

Später Herbst

Zum Geburtstag

An meine geliebte Frau

So klein und fein Sie ist ganz zart und warm und weich

Ich sag es euch

Meine Frau ist stark
Stark im Leben erdgebunden

Stark im Glauben Gott verbunden

Ich sag es euch

Meine Frau ist stark

Stark und fest kurz angebunden

Große Worte nimmt Sie nicht

Ich sag es euch

Meine Frau ist stark
So die Angst mich peinigt Sie ist stark

So der Mut mir sinkt Sie ist stark und richtet auf

Ich sag es euch

Meine Frau ist stark
Die Stärke die man Ihr geschenkt

Die nutzt Sie nie um mich zu schrecken

Das dank ich Ihr

Ich sag es euch

Gott sei Dank

Meine Frau ist stark

A.H.

Auch die kleine Lina und Anna gratuliert ganz herzlich!

Bin 62 bald und sag es Euch: Das war’s noch nicht!

Ein paar metaphorische Zeilen

Bald schon alt?
Meine Jahre gehn dahin
Hab viel erlebt
Das sag ich Euch
Hab manches doch erreicht
Das könnt Ihr glauben
Die Familie war‘s die Halt und Kraft mir dazu gab
Vor allem meine liebe Frau

Den Menschen denen ich begegnet
Behindert werden sie genannt
Die haben mir so viel gegeben
Von denen hab ich viel gelernt
Wahrheit Echtheit Herzenswärme
Klugheit der besondren Art
Die Kraft und Stärke dieser Menschen
Bescheidenheit und Demut
Ein Vorbild für mein eigenes Leben
Das Dank ich Ihnen

Das was ich immer wollte war
Die Würde wieder herzustellen
Die Ihnen oft genommen ist

Menschenrechte Bürgerrechte zu erstreiten
Das wollte ich
Ich glaub das ist mir manchmal auch gelungen
Trotz vieler Kämpfe mein ich hat sich das gelohnt
Kein Wunder ist‘ s
Hab dabei viel gelitten
Bekämpft verlacht belogen hat man mich
Versucht davon zu jagen wie einen alten Hund vom Hof
Das aber ist zum Glück dann nicht gelungen

Warum frag ich
Aus Neid aus Ignoranz Gedankenlosigkeit und Dummheit
Aus Hochmut oder falschem Stolz
Aus Machtgelüsten die erblinden lassen

Ich sag es frank und frei
Ich weiße es nicht
Ich weiß nur eins
Ich bin so wie ich bin
Bin wohl ein rechter Sonderling

Karriere machen war mir nicht so wichtig
Ich hab um Recht gekämpft geklagt und auch gewonnen

Manchmal treibt mich noch der Hass
Meine Wut dann bitter
Sie rast und bohrt
Ist Kopfgewitter
Mächtig und erfüllt mich ganz
Seh dann nichts als schieren roten Hass
Grenzenlose Wut mich bannt

Wird sie gespeist von Eitelkeit
Ist’s Angst die Zorn entbrennen lässt
Ist’s dumpfe Dummheit die als Prahlerei sich tarnt

Und Unrecht ist mir echt verhasst
Und Prahlerei der Kern und Inhalt fehlen lässt

Mancher denkt vielleicht
Der ist perdü
Aber nein noch lebe ich
Ganz langsam kehrt die Kraft zurück

All jenen die das dachten sage ich

Das war’s noch nicht!

Langsam alt ja das kann sein.
Ich sage Euch
Ich nehm es hin
Jawohl ich freu mich drauf

Der Kampf für Freiheit Gleichheit Solidarität
Auch mit mir nun weiter geht

Auf ihr Brüder auf Genossen
Lasst uns weiter streiten
Für eine bessere Welt

Die erreichen wir durch Kleinigkeiten
Bescheidenheit ist dabei wichtig
Damit wir uns den klaren Blick nicht nehmen lassen
Für das was wirklich wichtig ist

Langsam alt ja das kann sein
Ich sage Euch
Ich nehm es hin
Jawohl ich freu mich drauf

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Auch Großvater sein daß muss man lernen.

Aber nun ich sag es Euch:

Großvater ist das schönste Amt der Welt

Das bin ich nun und das ist einfach wunderbar

„Mama wo ist denn der Jaaht?“

Eine etwas andere Hochzeitsrede
Veröffentlicht zum 1. Hochzeitstag von Sara und Carsten.
Der kleinen Lina gewidmet die, seit Ihrer Geburt am 16.04.2016, unser aller größtes Glück bedeutet.

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Liebe Sara, lieber Carsten, liebe Gäste.
Wenn man sich vornimmt, als Brautvater, eine Rede für das Hochzeitsfest seiner Tochter zu schreiben kommt man doch recht schnell an seine Grenzen.
Mir ging es jedenfalls so.

Man erinnert sich, man denkt an die Zeit zurück die doch so schnell vergangen ist.
An die Zeit mit unserer Sara, die so angefüllt ist mit schönen Erinnerungen und wunderbaren Erlebnissen die Eltern haben, wenn sie ein Kind großgezogen haben.
Da bekomme ich schon mal den berühmten Kloß in den Hals, vor Freude vor Dankbarkeit und vor Rührung.
Dieser Kloß im Hals ist ganz normal, er stört aber beim Reden.
Deswegen lasst mich weitermachen und ebenso dankbar nach vorne schauen.

Ich erinnerte mich an die Zeit mit der Sara und mit meiner Doris:

An Ihre Geburt:
An die Lahn. An die rote Wanne. Und an die rote Elefantendecke.
Aber, das sagt den meisten von Euch nichts.
Und, ich will euch ja nicht langweilen.
Aber ihr könnt die Sara Fragen, die weiß Bescheid.

An Ihre Zeit, als Sie sprechen lernte:
An die vielen Oktavhefte, die meine Doris mit Aussprüchen von der Sara füllte.
Sara sprach sehr schnell sehr gut und verwendete kaum Kindersprache.
Ich umso mehr.

An unsere gemeinsame Zeit, der sprechenden Nutella Gläser, der Streichelmaschinen, die einmal eingeschaltet, sehr schlecht zu stoppen waren.
Sara musste dann den Not-Aus Knopf drücken um eben diese Streichelmaschine zum Stillstand zu bringen.
Und nicht zu vergessen der Schedelbums!

An die vielen verzauberten Wesen, die nach und nach das Sara Universum füllten:
Da war der Jaaht, der Maschulik, der Mogalogeisch, die alle in einer gemütlichen Höhle lebten zu der nur wir drei Zutritt hatten.
Wir hatten aber auch viele willkommene Gäste in unserer gemütlichen Höhlenwohnung:
Die richtige Oma, den Opa Heiisch, die Rudi Oma, den Rudi Opa, den Rucksack… .
Aber, das sagt den meisten von Euch nichts.
Und, ich will euch ja nicht langweilen.
Aber ihr könnt die Sara Fragen, die weiß Bescheid.

An die Zeit, als Sie erst in den Kindergarten und später zur Grundschule ging:
Dann fuhren die Sara und Ihre Mama in den Kindergarten nach Breidenbach.
Sara hängte sich dann ihr Kindergartentäschchen ins Gesicht und beide fuhren in den Kindergarten.

An Ihre Zeit in der Grundschule:
Da war ihre erste Lehrerin, die Frau Pfeiffer.
Sara liebte sie. Die Frau war riesengroß. So groß, dass sie in Gönnern direkt neben den Feuerwehrgerätehaus wohnte. Dort stand auch noch ein Turm, in dem die Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufgehängt wurden. Da wohnte die Frau Pfeiffer, weil sie so groß war, und schaute oben aus dem Fenster heraus.

Und dann der Herr K. , damals Schulleiter, und der Breidenbacher Bürgermeister, die beide immer gut auf die Sara aufpassten und ihr dauernd Komplimente machten.
Aber, das sagt den meisten von Euch nichts.
Und, ich will euch ja nicht langweilen.
Aber ihr könnt die Sara Fragen, die weiß Bescheid.

An die Zeit, als sie zum Gymnasium nach Biedenkopf ging:
Der Weg mit dem Bus war ziemlich weit. Und der Bus war immer so voll. Da habe ich sie oft mit dem Auto nach Biedenkopf gefahren.
Die Sara und ihre beiden Freundinnen. Ausstiegspunkt war bei der Bäckerei Schäfer.
Da roch es immer stark nach frischen Backwaren. Eigentlich ein Wohlgeruch.
Nicht für die Sara. Da musste oft richtig würgen. Und manchmal kam Ihr Frühstück dann wieder zu Tage.
Dann hat Sie mir leidgetan.
Sara wuchs heran zu einem bildhübschen jungen Mädchen. Und, Sie hat diese Zeit aus gekostet.

Sie wurde zu einer echten Partygängerin:
U 20 Party, Ü 20 Party, Never ending Party und so weiter.
Ich habe Sie dann oft zu später Stunde zusammen mit Ihren Freundinnen abgeholt.
An den unmöglichsten Stellen, zu jeder nächtlichen Stunde.
Und wisst Ihr was?
Es hat mir Spaß gemacht.

Oder, auf die Frage. Wann kommst Du denn nach Hause sagte Sie oft:
„Spätestens morgen um 6. Wenn`s später wird mail ich!“
Sara war nie unpünktlich. Sie kam dann oft viel früher und immer rechtzeitig.
Oder sie mailte.
Dann hörte ich das Schloss der Haustür: Klack!
Dann ein vernehmliches Bum, Bum, Bum. Und schon war Sie zu Hause.
Das war wirklich eine schöne Zeit.
Eins zwei drei im Sauseschritt, läuft die Zeit….. !

Sara machte Ihr Abitur:
Keine 3 Monate später zog Sie aus.
Nach Marburg.
In die erste eigene kleine Wohnung.
Das war nicht leicht für uns.
Ihre Mama nahm das wesentlich sachlicher als ich.
An dieser Stelle möchte ich von Barak Obama berichten:
In einem Interview berichtete er über den anstehenden Auszug seiner ältesten Tochter,
die bald aus dem Weißen Haus ausziehen wolle um in einer anderen Stadt zu studieren:
„Er könne es sich nicht erklären, aber er müsse im Verlauf seines Arbeitstages plötzlich und grundlos weinen.  Er habe mit seiner Frau darüber gesprochen, die das wesentlich gelassener sehe. Er vermute jetzt, dass dies mit dem anstehenden Auszug seiner ältesten Tochter zusammenhänge.“
Ich sage euch: Der Mann hat recht.
Mir ist es ganz genau so gegangen.

Ich glaube das sagt vielen von euch jetzt was.
Ihr wisst sicher Bescheid.

Dann nach FSJ ein kurzer Ausflug an die Uni und schon hatte unsere Sara Ihren beruflichen Weg gefunden:
Sie ist Krankenschwester geworden. Und das mit Leib und Seele. Und zwar eine sehr, sehr gute wie ich mir habe sagen lassen.
Die Ausbildung zur Fachkrankenschwester für Intensivmedizin folgte auf den Fuß. Auch das mit besten Noten und mit Bravour.
Das hat uns sehr stolz gemacht.

Nun jedoch kam das Allerbeste:
Die Sara hat Ihren Carsten kennen gelernt. Oder der Carsten die Sara. Oder beide haben sich gleichzeitig kennengelernt. Keine Ahnung. Ist auch vollkommen egal.
Wir haben sofort gespürt:
Die beiden lieben sich. Diese beiden Menschen gehören zusammen. Diese beiden Menschen sind füreinander gemacht und füreinander bestimmt.
Auch das hat uns sehr dankbar und stolz gemacht.
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Das ist der Grund weswegen wir heute Ihr dieses wunderschöne Hochzeitsfest feiern zu dem wir alle von den beiden eingeladen worden sind.
Im Jahre 2010 habe ich einige Vers für die Sara geschrieben.
Der passt für heute so gut, dass ich ihn nun vortragen möchte:

Meiner Tochter
Du bist wie ich und doch ganz anders
Das wundert mich
So lieb ich Dich
Deiner Mutter Liebreiz der erscheint in Deinen Augen.
Bist kecker nur und noch so jung
So lieb ich Dich
Du bist so stark und doch oft sanft zu mir
Das dank ich Dir
So lieb ich Dich
Die Zukunft die ist Dein
Du nimmst Sie Dir ganz ohne Arg
So lieb ich Dich
Du suchst das Gute find’ st es auch
Such und find es immer
So lieb ich Dich
Mein Glück Du bist
so wie’s auch Deine Mutter ist.
So jung, so frisch, so anmutsvoll natürlich echt.
So lieb ich Dich
Gott segne Dich

Und nun zu unserm Carsten:
Lieber Carsten.
Lange habe ich überlegt was ich zu Dir sagen soll.
Aber dann am 12. April 2015, also vor ein paar Wochen und brandaktuell, hast Du einen bemerkenswerten Artikel auf Facebook geschrieben.
Du schreibst dort zum Thema Flüchtlinge, deren Situation in Deutschland:
Das war so gut und aus unserer Sicht so wichtig und richtig, so wegweisend für uns alle, dass ich daraus auch heute zitieren möchte.

Dadurch wird, meine Hochzeitsrede nun auch zu einer politischen Proklamation zu einem öffentlichen Aufruf:

Gegen Rassismus, gegen Neofaschismus, gegen Gedankenlosigkeit und Dummheit.

Zu einem entschiedenen Plädoyer für christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz, und Hilfsbereitschaft

Das mein lieber Schwiegersohn Carsten macht mich sehr froh und sehr stolz.

Das was du dort sagst ist so wichtig und so bedeutsam für unser aller Zukunft, dass ich mir erlaube daraus zu zitieren.
Ich weiß, das ist eine recht ungewöhnliche Passage für eine Hochzeitsrede.
Aber ich meine es paßt genau zum Carsten und auch zur Sara, zu dem wie sie denken und zu dem wie sie beruflich und persönlich handeln.

Ich zitiere:
„Ich kann diese ganzen populistischen, volksverhetzenden und erlogenen Artikel bzgl. der Flüchtlingssituation nicht mehr sehen und hören.

Vielleicht sollte sich jeder mal selbst ein Bild von der Lage machen und eigene Eindrücke gewinnen in dem sie nach Gießen fahren und sich da umgucken.
Für die meisten aus meiner „Freundesliste“ ist es ja nicht weit.

Die Flüchtlinge, welche all ihr Hab und Gut zurück lassen mussten, werden doch von vorneherein abgestempelt und mit Vorurteilen belegt.
Und solche dummen Artikel wie der aus der „Netzwelt“ verstärken dieses Phänomen nur noch.

Aber anstatt diese Leute auszugrenzen und gegen die Nichtanpassung zu hetzen sollte man doch lieber die Hand ausstrecken und den Flüchtlingen helfen sich zu integrieren und unsere Kultur kennen zu lernen.

Anstatt gegen die Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren sollte man ihnen mit christlichen Werten wie Nächstenliebe, Toleranz, Hilfsbereitschaft zur Seite stehen um ihnen zu helfen sich zu Recht zu finden.

Aber lieber gibt man sich solchen „Todsünden“ wie Neid, Missgunst, Völlerei in Bezug auf weltliche Güter wie große Fernseher, Handys, Autos, usw. hin.

Es ist ja auch der deutlich einfachere und gemütlichere Weg anstatt selbst die Initiative zu ergreifen und einfach mal vorzuleben wie sich wer angeblich zu benehmen hat.

Leider hat die Politik es hier verfehlt die Flüchtlinge in kleinen Gruppen in bestehende Ortsgemeinschaften unterzubringen anstatt durch eine Ghettoisierung dafür zu sorgen in diesen „Armenvierteln“ Verbrechen und Extremismus einen guten Nährboden finden.

Aber nein, stattdessen wird jedwede Möglichkeit, sei es durch die Medien oder „soziale“ Plattformen wie Facebook, genutzt um ein neues Feindbild zu schaffen.

Diese Flüchtlinge sind nicht schuld daran das es die soziale Schieflage gibt und manche Menschen dazu bringt Zweitjobs annehmen zu müssen.
Das wahre „Feindbild“ müsste die Politik, die Kapitalverbände und Lobbyisten sein,
welche dafür Sorge tragen
das nur das Kapital geschützt und gestärkt wird.

Aber diese Leute Sorgen ja dafür dass wir mit immer neueren, größeren und tolleren Luxusgütern versorgt werden
die deutlich weniger lange funktionieren als früher.

Denn nur Neuware schafft Umsatz, und Umsatz bedeutet Wachstum, und Wachstum bedeutet mehr Geld.

Oder wie ist es zu erklären das bei Gewinnen der großen Firmen an der Börse Menschen im großen Stil entlassen werden
nur weil der Gewinn nicht groß genug ist?

Oder warum die Gesundheit plötzlich zum Geschäft wird.
Und es nicht um den Patienten geht
sondern nur um den Gewinn.
Den man durch ihn erwirtschaften kann?

Denkt mal drüber nach wer in der heutigen Zeit wirklich der Feind ist
und welche Menschen es zu unterstützen gilt.
Wer wird das wohl sein?
Derjenige der wirklich etwas an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen ändern kann
oder derjenige welcher,
egal ob in seinem Heimatland oder seinem zukünftigen Wohnsitz,
nur gejagt und vertrieben wird
bzw. werden soll?“

Zitat Ende

Carsten erhielt für seinen Artikel umgehend sehr viel und sehr breit eine positive Resonanz und bedankt sich entsprechend.

Zitat:
Vielen Dank für die positive Resonanz.
Das konnte ich so nicht erwarten.
Eigentlich habe ich damit gerechnet das ein Sturm der Entrüstung über mich herein bricht.
Da ja gegen Ignoranz, geschürter Angst und Hass durch populistische Parolen
kein Argument der Welt ankommt… .

Es ist echt Schade wie sich die Gesellschaft vom Kapitalismus treiben und verführen lässt.

Und alle Werte des Zusammenlebens vergisst.
Nur um dem Tand der Kapitalisten zu frönen.

Und dabei merkt mal wieder niemand dass sich die Gesellschaft ihr eigenes Grab gräbt… .
In diesem Sinne:
Friede den Hütten, Krieg den Palästen.
WACHT AUF VERDAMMTE DIESER ERDE!!!“

Zitat Ende.
Von Diesem alten Kampflied der Arbeiterklasse hören wir jetzt die 1 Strophe:

Wacht auf, verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger,
alles zu werden, strömt zuhauf.
Völker, hört die Signale! Auf, zum letzten Gefecht!
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!

Lieber Carsten liebe Sara:
„Eure Herzen schlagen links
und das ist gut so!“

Wir sind froh und dankbar dass ihr Beiden nun unsere engsten Verwandten seid.
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Wir wünschen Euch durch Gottes Segen, eine glückliche und erfüllte Partnerschaft und viele gesunde Kinder.

Herzlichen Dank.

22.05.2015
Armin Herzberger