Für Ihn begannen die Raunächte am 22. Dezember.
Großmutter Friedelinde beging Ihren Geburtstag. Dieses Wiegenfest wurde, wie üblich im Klippdachsland, groß gefeiert. Die Verwandtschaft erschien vollzählig, nahe Freundinnen und Freunde waren ebenfalls geladen.
Nicht persönlich, jeder wusste um diese Feier und kam wie selbstverständlich vorbei.
Die einen zum Nachmittagskaffee, andere wiederum zum Abendessen.
Er selbst froh, der Schule für 3 Wochen entronnen zu sein.
Die Feier am Abend war gesellig, laut und verqualmt.


Wilhelm Weiß Inhaber eines alteingesessenen Unternehmens saß qualmend am Kopf der Geburtstagstafel, und beklagte jammernd die sinkende Nachfrage und sah sich kurz vor der Insolvenz.
Die übrigen Gäste waren davon unbeeindruckt, wusste doch jeder um dieses alljährliche Lamento.
Zur Insolvenz kam es nie, eher im Gegenteil.


Ein pensionierter Bahnbeamter in Begleitung seine zweiten Frau erkundigte sich bei Onkel Theodor:
Sei er nun in die nächsthöhere Gehaltsstufe aufgestiegen „Theo, Theo, Theo!
A11, A12, A13?
„Bäsd doch Schuleer die wönn doch gudd bezoold onn hoo die halwe Zeid Feerie.“
(Du bist doch Gymnasiallehrer.
(Die verdienen doch gut und haben die meiste Zeit Ferien.)
Theo nahm es gelassen.
Er hörte zu, nickte, machte die eine oder andere launige Bemerkung, rauchte dabei seine Reval ohne Filter.
Im Übrigen war er noch einer wichtigen Aufgabe gewärtig.
Er, Hoobs Henner war leidenschaftlicher Zigarillo Raucher der Marke „de Zetjes“.
Entsprechend war seine Stimme rauchig, laut und durch Räuspern und Husten unterbrochen. Trotzdem wirkte er auf seine raue Art, freundlich und humorvoll.


Die besondere Aufgabe für Onkel Theodor bestand nun darin, den Gemeindepfarrer, nachdem dieser gratulierend die Segenswünsche der Kirchengemeinde überbracht hatte, für angemessene Konversation mit dem Geistlichen zu sorgen.
Er tat dies nur äußerst ungern, wohl um seiner Mutter Friedelinde einen Gefallen zu tun.
Der Geistliche blieb zum Abendessen, delektierte sich reichlich an Kartoffelsalat, Nudelsalat, heißer Fleischwurst und deftigen Bratwürsten.
Ging dann bald wieder, verabschiedete sich kurz, satt zufrieden in der Gewissheit wieder einmal etwas Gutes für seine Schäfchen getan zu haben.



Die Familienfeier fand selbstredend in der guten Stube statt.
Die war Ende Dezember, vorher unbeheizt, eiskalt.
Schon am frühen Vormittag ward Opa Gregorius beauftragt den Ölofen anzuzünden.
Es war ein großer Ofen, ein Doppelbrenner.
Zwei Öfen gekoppelt, zwei Brennkammern, ein großer Öltank, dies alles mit braunem Emailblech verkleidet.
Opa Gregorius machte sich ans Werk begab sich mit einer Heizölkanne in die Scheune wo sich ein Öltank aus Stahlblech orange mit Bleimennige zwecks Korrosionsschutz gestrichen ganz hinten rechts in der Ecke befand.
Der Tank war rechteckig, stand auf vier Füßen, die ihn etwas achtzig Zentimeter vom Boden erhob.
Ganz unten in der Mitte des Tankbodens befand sich ein Kipp Hahn, goldglänzend aus Messing.
Der Kipphebel war rot lackiert, um zu verdeutlichen, dass man dort drücken musste, um Heizöl zu zapfen.
Dieses Tank war und blieb ein stetiges Ärgernis.
Man konnte, selbst beim Walten lassen größter Vorsicht nicht verhindern, dass der eine oder andere Tropfen nicht in der Kanne landete, sondern seinen unheilvollen Weg auf der Innenseite der Kanne suchte und sogleich diesen typischen Heizölgeruch verbreitete.
Dieser „Heizölduft“ begleitete ihn während seiner gesamten Kindheit.
Ein Tribut an die Moderne, als Holz und Kohle mit ihrer wärmenden Kraft allmählich abgelöst, dem Heizöl weichen musste.


Das Entzünden dieser Ölöfen war eine Kunst für sich.
Opa Gregorius war in der Regel für diese verantwortungsvolle Aufgaben zuständig.
Ein Streichholz ummantelt von einem Streifen rotem Paraffinpapier musste angezündet werden.
Brannte es, galt es das brennende Zündholz alsbald in den schwarzen Schlund des Brenners zu werfen.
Mit ein wenig Glück landete das Streichholz auf den Boden des Schlundes, hoffend, dass es dort eine kleine Pfütze Heizöl vorfand, um es zu entzünden.
Das gelang beim ersten Versuch höchst selten.
Opa Gregorius, ein geduldiger ruhiger in sich ruhender Mann, nahm sich Zeit für diese Prozedur.
Sie gelang beim dritten Anlauf.
Vorher allerdings musste er der Regler des Ofens auf Anzünden stellen.
Wartete man zu lange, lief Zuviel Öl in den Schlund, hatte sich da keine Pfütze, sondern kleiner See gebildet. Zündete man dann, drohte ein Unglück.
Das Öl begann zu brennen, der Ofen wurde warm und wärmer, ein wahres Höllenfeuer entstand.
Sogleich war Gefahr im Verzug. Der Ofen begann zu grummeln und zu rumpeln. Kam es nun noch heftiger, explodierte das Öl-Gemisch mit einem lauten Rumms, der schwere Stahldeckel flog in die Höhe, ein stinkendes Gemisch aus Ruß und Öl Dunst schoss heraus.
Ein Chaos. Die Tapete über dem Öfen schwärzte sich, der Gestank war noch tagelang zu riechen.
Noch schlimmer konnte es kommen, wenn das Höllenfeuer so schlimm wütete, dass sich das Ofenrohr rot verfärbte und zu glühen begann.
Zimmerbrand Gefahr lag in der Luft.
Beruhigte sich der Ofen nicht, blieb eigentlich nur noch eines.
Die Feuerwehr musste anrücken.


Oma Friedelinde stand seit jeher mit dem Ölofen in der guten Stube, auf Kriegsfuß und sagte dann:
„Vadder gug doch nomoo i der Wohnstowwe.
S wööd onn wödd ned woorm. Jedes Joohr dosselwe. Der oole Trampelbock.


Äich pagge mern noch onn schmäisen fädd.“
(Du Vater, sei so gut und schaue nochmal nach dem Ofen in der guten Stube. Ich befürchte es wird nicht warm bis unsere Gäste kommen.
Der Ofen ist ein alter Trampelbock {In dem Falle: ein Gegenstand, der nur träge funktioniert, nachlässig hergestellt ist, zum Gebrauch nicht mehr viel taugt und bald entsorgt werden müsste.})



Sehr ähnlich ging es den Stühlen am großen Tisch im Wohnzimmer. Auch die wurden nur bei Familienfeiern benutzt. Standen ansonsten ordentlich aufgereiht am Wohnzimmertisch und harrten geduldig auf deren eigentliche Funktion.
Der Stil dieser Sitzmöbel, ziemlich eindeutig.
Art Deco

Quälholz


Klare horizontale und vertikale Linienführung, die Form folgte eindeutig der Funktion eine Stuhles. Nämlich sitzen.
Oma Friedelinde war allerdings vom Sitzkomfort und der Bequemlichkeit dieser Sitzmöbel keinesfalls überzeugt.
„Die oole Kweelhelzer. Äss ned droff ze sedez“
(Diese alten Quäl Hölzer. Man kann darauf sehr schlecht sitzen.)

Oma und Opa hatten Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts geheiratet. Omas Aussteuer musste noch mit Mobiliar ergänzt werden.
Daher die 4 Stühle aus massivem Buchenholz, mit dem Malerpinsel gemasert, wie damals üblich und anschließend fast schwarz lasiert.



So gegen halb zehn Abend, die Feier war im vollen Gange, ertönte plötzlich, draußen vom Hof ein kräftiges „Jeep“.
Alle horchten auf, wunderten sich aber nicht.
„Doss aß dä Emmerich!“
(Das ist der Emmerich!)
Auch er war nicht verwundert, wartet schon darauf, dass sich sein Freund, der so viele Jahre älter war als er, bemerkbar machte.
Er sprang auf, ging behände zum Vorraum des Kuhstalls, öffnete den oberen Teil der Stalltüre und rief: „Ich komme grood.“ (Einen Augenblick, ich bin gleich so weit!)

„Läss dä Zeit.“ (Keine Eile, wir haben Zeit.) sprach Emmerich und malte im frisch gefallenen Schnee einen Kreis. Sein bester Freund, Martinus R.I.P, war selbstredend auch dabei.
Er zog den gefütterten Parka, mit dem blauen Aufnäher auf dem ein stilisierter Weißstorch und das Kürzel DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz), gestickt war über seinen Rollkragenpullover zog den Reißverschluss bis oben hin zu.
Rodelmütze nach Art der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf das Haupt. Emmerich war gekleidete wie immer, nur der kalten Witterung angemessen.
Graue Knickerbockerhosen aus dickem Drillichstoff dunkler Rollkragenpullover ein fast schwarzer Wollmantel.
Auf dem Haupt eine graue Pudelmütze.
Wollhandschuhe steht’s dabei auch der unvermeidliche Spazierstock mundartlich (Kreggestägge) genannt.
Los ging’s.
Inzwischen hatte es aufgehört zu schneien.
Der Himmel klarte auf, Sterne begannen zu funkeln, das blasse Band der Milchstraße zog sich über den klaren Himmel.
Ein Halbmond, gerade aufgegangen, verbreitete ein weißes zurückhaltendes Licht.
Schneekristalle glitzerten.
Unser Ziel.
Der „Palm Weg“ so bezeichnet, weil er mitten durch eine Fichtenschonung verlief.
Links und rechts entlang des Weges breiteten sich Fichtenzweige, ähnlich wie Palmwedeln aus und verbreiteten ein betörenden Duft nach Wald, Fichtennadelharz und Holz.
In dieser klaren kalten Winternacht ein wahrhaft magischer Ort.
Eine gute Gelegenheit gelassen zu denken, zum Träumen und zum Phantasieren.


Emmerich erzählte von seinen Erlebnissen im Krieg.
Martinus und er lauschten aufmerksam.
Emmerich erzählte von seinen Erlebnissen im Kriege. Martinus und er lauschten aufmerksam es war immer wieder interessant ihm zu lauschen. Erzählte anschaulich voller persönlicher Eindrücke aus dieser schrecklichen Zeit oft anekdotisch launisch und fantasiebegabt.
Freilich so wie die meisten Menschen aus dieser Generation die Schrecken die Verbrechen die persönliche Not die erlebten Traumata, die nie verarbeitet werden konnten, die Verkrüppelung der Seelen bei Opfern und Tätern weitgehend verschweigend weil Not und schuld immer noch quälten.


Zielstrebig voran, ganz am Ende dieses verwunschenen Palmweges bemerkte Emmerich lapidar:
„Hald er Jonnge mehr säi doo.“
(Haltet ein meine jungen Freunde wir haben unser Ziel erreicht.)
Sie verließen den Weg der tiefe Radspuren zeigte. Spuren vor allem vom Traktor des Jagd Aufsehers namens Eduscho. Der eilfertig Winterfutter für das Reh und Rotwild in dafür vorgesehene kleine Hütten verbrachte, die mit Heuraufen versehen waren um den Hunger des jagdbaren Wildes zu stillen.
Aber auch die Radspuren vom Jeep des Jagdherrn, der auf die Pirsch ging, oft begleitet von Jagdgästen die vor allem auf Trophäen aus Waldwege befahren durften um auf Hochständen Hochsitzen frierend ihre Ansitze vollführten mit Jagdflinten bewaffnet.


Eine mit Verlaub zweifelhafte Form der Jäger und Jäger.
Bedingt durch die intensive Winter Förderung des Rio droht Wildes ergab sich zwangsläufig eine deutliche Steigerung dieses Jagdbaren Wildes mit der Folge, dass Schäden an Verbiss des Jungen nach nachwachsenden Baumbestandes deutlich überhandnahmen. Wann musst du ständig einzäunen und unbegrenzt nachpflanzen. Überwiegend mit Fichtenbäumchen eng bepflanzt. Wollte man doch möglichst bald ausgewachsenes Fichtenholz ernten und daraus Erträge und Gewinn zu erwirtschaften.
Wie fasste diese Art von Waldwirtschaft der Revierförster Roderich Brei beim Feierabendbier der Kneipe des klugen Wirtes Jakob Rip zusammen:
„ich bin ein Wirtschaftsmann. Der Wald muss Geld bringen.“
Die Folgen dieser katastrophalen auf rein wirtschaftliche Gesichtspunkte beruhende Weltwirtschaft des 60er bis 70er Jahre im vergangenen Jahrhundert sind nun für jeden der sehenden Auges durch Wald und Flur des Klippdachs Landes wandert wandelt sichtbar.

Die in dieser Zeit massenhaft gepflanzten Fichten Monokulturen sind ein Zeugnis des fortschreitenden Klimawandels. Nun in diesem neuen Jahrhundert sind die erschreckenden Ergebnisse zu betrachten. Wer dies nicht sieht, nicht bemerken will, sollte diese Bemerkung sei erlaubt, doch noch einmal darüber nachdenken aus welchen Quellen er diese Informationen erhält.

Dem fiel auch der Palm Weg, dieser verwunschene Pfad mitten durch einen dichten Fichtenforst, dem globalen Klimawandel zum Opfer. Baumleichen kahl und vertrocknet, die meisten bereits abgesägt und abtransportiert. Was übrig blieb war, bot einen traurigen Anblick.

Ein kahler vertrockneter Berghang leblos im Sommer schutzlos der brennenden Sonne ausgesetzt.
Aber dann schon nach einem Jahr kam Hoffnung auf. Ganz zart keimten kleine hellgrüne Pflänzchen auf, ein neuer grüner Hoffnungsschimmer entstand. Erst verhalten im zweiten Jahr schon deutlich mutiger. Was dort keimte war das, was im Klippdachsland schon vor der künstlichen Fichteninvasion heimisch war.
Ein Niederwald aus Birken, Ginster, Ebereschen kleinen Buchensämlingen kleine Eichen, Brombeere, Himbeere, Haselnuss, Esche, Erle. Noch viele andere Pioniergewächse, die schon nach einigen Jahren einen robusten Niederwald bildeten, artenreich für Flora und Fauna und wunderschön anzuschauen.

Martinus, wie immer in weißer Vorrausicht, hatte einen grauen Leinenbeutel dabei.
Darin befand sich ein kleines Beil. Grüne Klinge, hölzerner Schaft. Handlich und leicht.
Martinus verfügte schon zu jener Zeit über ein beachtliche Anzahl von Handwerkszeug.

Sein Vater R.i.p ein ruhiger besonnener Mann immer das Positive im Leben hervorhebend war zu jener Zeit Nebenerwerbsbauer Gemeindediener und nebenberuflich Haus Schlachter.
Er fungiert auch als verantwortungsvoller Vorsteher der Nebenzweigstelle der örtlichen Sparkasse. Vor allem hier aber auch Jahre zuvor als Gemeinderechner.
Dieses Amt hatte er von seinem Vater übernommen der sich ebenso wie ist dein Sohn als begnadeter Kopfrechner erwies.

So besaß sein Vater neben Schaufel, Kreuzhacke auch eine Bügelsäge mit geschärfter „Wolfzahnung“ des Sägeblattes. Martinus durfte sich dieses Handwerkszeuges bedienen.
Wusste sein Vater doch um die Umsichtigkeit seines Sohnes im Gebrauch seiner Werkzeuge. Aus diesem Fundus rührte auch dieses kleine handliche Beil.

Am Ende des winterlichen Palmweges befand sich rechts eine Fichten Schonung. „Mer säi doo eer Jonnge.“ (Wir sind am Ziel angekommen meine lieben jungen Freunde.) bemerkte Emmerich beifällig.

Glitzernder Pulverschnee reichte ihnen nun nahezu bis an die Stiefelschäfte.
Trotz des Halbmondes, letzte Wölkchen waren vorbeigezogen, reflektiert durch den weißen magisch glitzernden Schnee, erschienen die winterliche Landschaft in einem hellen grau blauen Schimmer der es zuließ die kleinen Fichtenbäumchen klar zu erkennen.

„Hi örre!“ (Dort ist er!) sprach Emmerich fröhlich und mit Genugtuung.
„Doss äss inser Kräsboom.“ (Das ist unser Weihnachtsbäumchen.)

Vorsorglich wie es seine Art war hatte Emmerich bereits im Herbst einen roten Wollfaden an einem markant hervorstehenden Ast des Bäumchens gebunden.
Nun, es war an der Zeit und Martinus ging fachkundig ans Werk.
Behende schüttelte er das Bäumchen um es von vom Schnee zu befreien, daẞ gelang verbunden mit einer Wolke von Schneekristallen welche durch die Nacht stoben und funkelnd zu Boden schwebten.
Sodann scharte er mit seinem rechten Stiefelabsatz den verbliebenen Schnee zur Seite.

Es war ein stattlicher Weihnachtsbaum fast 3 Meter in der Höhe und der Boden gut 1,5 Meter breit. Aufrecht gewachsen eine gleichmäßige Pyramide aus Ästen und Zweigen ebenmäßig gewachsen.

Drei bis vier Axthiebe am Stamm des Baumes und schon neigte er sich sacht zu Boden.
Dabei stieg Ihnen ein typischer unnachahmlicher Duft in die Nase Fichtenharz Duft und der Geruch von frisch geschlagenem Nadelholz ganz verbunden mit dem erdigen Duft von frischem Waldboden ein Duftkonzert ein olfaktorisches Gesamterlebnis welches geeignet ist sich tief in die Erinnerung einzuprägen Grüße aber auch Geschmack sind elementare urtümliche Sinneswahrnehmungen die nicht trüben können weil sie elementar erlebt werden Punkt das menschliche Stammhirn und dessen Funktion werden hier angeregt Punkt ganz dicht dort wo Emotionen und Gefühle ihren ihre Heimat haben. Kluge Menschen, Wissenschaftler von Rang und Namen postulieren. Die ersten postnatalen Sinneseindrücke des Menschen Komma des Säuglings sind wahrgenommene Gerüchte und Geschmäcker, vertraute Geräusche der Mutter die geboren hat. Diese elementaren Sinneseindrücke tief verankert bleiben für immer. Sie prägen den Menschen sein Leben lang, sie vermitteln im besten Falle das Gefühl von Nähe, Vertrautheit und Geborgenheit.


Martinus und Erfassten das Bäumchen nachdem sie es auf dem Waldweg bugsiert hatten, Martinus vorne Komma da wo der Stamm gefällt war er hinten an der Naumspitze. So wanderten sie den Weg zurück Emmerich vorneweg gemächlich sich Zeit lassend um sich zu unterhalten zu können. Was nun im Verlauf der Unterhaltung folgte war ein bereits mehrfach geführt das Systemvergleich zwischen Deutschland Ost und Deutschland West diesmal mit der Gegenüberstellung der jeweiligen Fahrzeugtypen.

VW Käfer landläufig Buckel Porsche gegen Trabant landläufig Rennpappe genannt. Im Ergebnis schlug der Buckel Porsche die Rennpappe in allen Punkten. Ihm selbst, aber auch Emmerich bin dabei nicht von ihren politischen Grundüberzeugungen ab.


Dabei gilt es zu berücksichtigen und zu bedenken. Zu jener Zeit war Deutschland in 2 Teile getrennt. Westdeutschland unter der Ägide einer kapitalistischen Weltordnung mit der Schutzmacht Amerika ausgestattet.

Westdeutschland unter einer kommunistischen Weltordnung mit der Schutzmacht Sowjetrussland. Mitten durch das Land zog sich der Eiserne Vorhang streng von Osten her bewacht nur unter Lebensgefahr überwindbar, und mit drakonischen Strafen belegt.

Ein Eiserner Vorhang West gegen einen antifaschistischen Schutzwall Ost.
Dies führte auf beiden Seiten zu erbitterten polarisierten Auseinandersetzungen.

Dazu sei gesagt es war wohl besser die rhetorischen Klingen zu kreuzen als aufeinander zu schießen zu zerbomben oder die ganze Welt in ein Höllenfeuer des Atompilzes zu verwandeln.

Dass er Kommunist sei und wenn der Russe kommen werde, er unmittelbar zum Bürgermeister ernannt werden würde, erfüllte ihn mit einem gewissen Stolz.

Diese Diskurse zwischen ihm und seinem um Jahrzehnte älteren Freund trug man deutlich ja zuweilen heftig aus. Zu keiner Zeit aber persönlich beleidigend schon gar nicht nachtragend.


Es wurde im Laufe der Jahre zu einer Art Ritual von beiden gemocht, die Freundschaft in gewisser Hinsicht sogar belebend und festigend. So auch in dieser eiskalten sternenfunkelnden Winternacht.

Zu Hause angekommen war es fast Mitternacht geworden, legten legten sie das Bäumchen in die Waschküche des Hauses von Emmerich ab. Es müsse nun langsam auftauen, bemerkte Emmerich. Sonst würde es dann prunkvoll mit Lametta, Weihnachtskugeln und Kerzen geschmückt, innerhalb von 3 Tagen die Nadeln verlieren. Das. wollte niemand in Kauf nehmen.

Emmerich bedankte sich herzlich und erbot sich „noo Krässdoog“ (nach Weihnachten) die gute Hilfe mit heißer Fleischwurst und Brötchen zu vergelten.


Die beiden Freunde nahmen diese bevorstehende deftige Leckerei dankbar und freudig nickend gerne an.
Emmerich klopfte ihnen noch freundschaftlich auf die Schultern und verschwand über die Waschküche in die warme Koch Küche wo ihm seine Gattin bestimmt schon erwartete Martinus und er gingen noch einige Meter bergan dann gleich links dort befand sich sein Elternhaus Punkt die Wohnstube war noch hell erleuchtet man hörte Stimmen, Lachen, Geschirr klappern. Es roch nach Zigarrenduft deftig nach gesottenem Schweinefleisch, nach Bier und Wein nach Mayonnaise und sauren Gurken.


Martinus muss noch ein paar Schritte nach links bergan gehen um zu Hause anzukommen. Die Freunde klopften sich noch kurz auf die Schultern und verabschiedeten sich mit „Schloof gud bis mann“ (Eine gute Nacht. Schlafe wohl. Wir sehen uns Morgen früh) Er hingegen betrat sein Elternhaus wieder durch die Waschküche, entledigte sich seines Parkas, der Gummistiefel und der Rosshaar Socken die in der Kälte des Winters besonders beliebt waren um warme Füße zu behalten.
Wieder in der guten Stube angelangt, bot sich immer noch das gleiche fröhliche Bild einer Geburtstagsgesellschaft, nur bereits deutlich gelichtet.


„Suu spiere kimmt Du hääm? Meer doochde school ouch wer woss beserd.“ ( Warum bist Du viel zu spät nach Hause gekommen. Wir dachten schon euch wäre etwas passiert.)
„Jezz awwer schnell eins födder iiz Bädde.“ ( Nun aber husch husch zu Bett.) So sprach die besorgte Mutter Dragmarie.


Er müde, durchgefroren hatte nichts dagegen und verabschiedete sich kurz mit „Gu Nachd“ (Gute Nacht).

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