Samstag, Baumarkt. Kellerausbau mit Sauna. YouTube sagt „kinderleicht“.
Vier Stunden später: Dampfsperre an mir, nicht an der Wand. Rigips kaputt. Finger blutig. Aber weiter geht’s! Irgendwann wird das die geilste Sauna ever.
Ich bin nicht nur im Keller Heimwerker.
**Heimwerken an der Inklusion**
Berlin bastelt Bundesteilhabegesetz. Ohne Anleitung. Ohne die Betroffenen zu fragen.
Drei Anträge, um aufzustehen. Fünf Gutachten, um zur Arbeit zu fahren. Wer nicht bürokratiefest ist, bleibt liegen.
Deutsche Gründlichkeit nennen wir das.
Bei meiner Sauna frag ich den Fachmann. Bei Menschen mit Behinderung? „Ach, das krieg ich auch so hin!“
**Heimwerken an der Kirche**
Strukturreform mit Beraterhonoraren. „Kirche von unten“ – von oben gemacht.
Ehrenamtliche brennen aus? Nicht so zimperlich! Früher ging’s auch.
Gottesdienste leer? Fusionieren! Drei Tote sind ein Lebendiger.
Bei 400 Volt hol ich den Elektriker. Bei der Gemeinde? „Haben wir schon immer so gemacht!“
**Heimwerken in der Verwaltung**
Formular. Kästchen. Unterschrift nur persönlich. Dienstags 9-11:30 Uhr.
„Geht das einfacher?“ – Wo kämen wir da hin! Dann könnte ja jeder!
**Das Prinzip**
Im Keller: Sofort Schimmel. Mein Problem.
In der Gesellschaft: Kollaps nach Jahren. Bin dann befördert.
Inklusion gescheitert? „War schon immer schwierig.“ Gemeinden tot? „Strukturwandel.“ Demokratie müde? „Wollen halt nicht.“
Die Betroffenen hätten halt bei der Umfrage mitmachen sollen. Von 2019.
„Ich mache alles neu“ – das klingt erstmal großartig. Aber wer macht hier eigentlich was neu? Gott? Und wir? Warten wir dann einfach ab, bis er fertig ist?
Johannes schreibt diese Worte in der Verbannung, auf einer griechischen Insel, weggesperrt von den Mächtigen seiner Zeit. Um ihn herum: verfolgte Menschen, die nicht mehr weiterwissen. Und genau denen ruft er zu: Es kommt was Neues! Die alte, kaputte Ordnung hat nicht das letzte Wort.
Das ist kein Vertröstungstext fürs Jenseits. Das ist ein Weckruf fürs Hier und Jetzt.
Denn wenn Gott „alles neu macht“, dann fängt das nicht irgendwann im Himmel an – sondern da, wo Menschen aufstehen und nicht mehr mitmachen beim Alten. Da, wo die Kirche nicht mehr von oben regiert, sondern von unten wächst. Da, wo nicht Hierarchien bestimmen, was richtig ist, sondern Menschen gemeinsam nach Wegen suchen.
Eine Kirche der Menschen – das heißt: Wir warten nicht darauf, dass die Kirchenleitung, die Politik oder sonst wer die Welt neu macht. Wir fangen selbst an. In unseren Gemeinden, in unserem Alltag, auf der Straße.
Das Neue wächst da, wo: – Menschen mit Behinderung nicht mehr nur „betreut“ werden, sondern selbst mitgestalten – Geflüchtete nicht über sich reden lassen, sondern mitreden – Kirchenvorstände nicht nur verwalten, sondern Räume öffnen für alle – Wir nicht predigen „die da oben sollen mal“, sondern selber anpacken
Gottes „Ich mache alles neu“ ist keine Zauberformel. Es ist eine Einladung. Eine Ermutigung. Ein Versprechen: Du bist nicht allein, wenn du anfängst.
Das Neue ist schon da – in jedem kleinen Schritt raus aus den alten Machtspielen. In jeder Begegnung auf Augenhöhe. In jeder Kirche, die sich nicht an Traditionen klammert, sondern sich öffnet für die Menschen und ihre Fragen.
„Siehe!“ – heißt: Schau hin! Es passiert schon. Vielleicht leise, vielleicht unscheinbar. Aber es passiert. Überall da, wo Menschen nicht mehr akzeptieren, dass es so bleiben muss, wie es ist.
Möge uns 2026 Mut machen, gemeinsam das Neue zu wagen. Nicht weil wir alles besser wissen, sondern weil wir darauf vertrauen: Gott ist bei denen, die aufbrechen.
„Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!“ (Phil 4,6)
Eine kurze Zusammenfassung:
In dieser Andacht teilt Pfarrerin Tatjana Frenzel des Nachbarschaftsraumes der evangelischen Kirchengemeinden Breidebach ihre Gedanken über den Glauben in schwierigen Zeiten.
Sie beginnt mit einem Vers aus dem Philipperbrief, der dazu auffordert, sich keine Sorgen zu machen, sondern alles im Gebet vor Gott zu bringen . Tatjana Frenzel gibt zu, dass dies angesichts der aktuellen Weltlage nicht einfach ist .
Sie erzählt, wie sie sich an den Theologen Karl Barth erinnert, der in den 1930er Jahren die Gemeinden ermutigte, sich auf Christus und das Evangelium zu konzentrieren, unabhängig von den äußeren Umständen.
Karl Barth betonte, dass Gott treu ist und sich nichts ändert, wenn sich die Lage ändert
Trotz der Dunkelheit der Welt bleibt die Autorin optimistisch und betont die Wichtigkeit des Gebets als Verbindung zu Gott, um Trost und Unterstützung in schwierigen Zeiten zu finden.
Dies ist ein Blogbeitrag der allein meine eigene Meinung abbildet. Mein ehrenamtliches kirchliches Engagement ist davon ausdrücklich ausgenommen.
Wer fromm ist muss auch politisch sein: So wie bei Bonhoeffer lassen sich die Aufgaben der Kirche gegenüber Staat und Öffentlichkeit auch heute zusammenfassen.
Die erste von Bonhoeffer genannte Aufgabe verstehen wir heute als Kultur der Einmischung. Wenn die Kirchen mit Denkschriften in die demokratische Zivilgesellschaft hineinsprechen, dann geht es genau um das, was Bonhoeffer als „Verantwortlichmachung des Staates“ bezeichnete.
Die zweite Aufgabe, der diakonische Dienst an den Bedürftigen, bleibt ohnehin. Dass er heute geleistet wird, zeigt sich, wenn etwa Gemeinden mit großer öffentlicher Zustimmung für den Schutz von Flüchtlingen eintreten. Und die dritte Aufgabe? Was heißt dem Rad in die Speichen fallen? Für Bonhoeffer rückte dies zunehmend ins Zentrum seines Denkens und Handelns. Dass der Imperativ keineswegs nur in der Diktatur gilt, sondern auch in demokratischen Gesellschaften eine Option sein kann, zeigte schon in den frühen achtziger Jahren die Diskussion um gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Stationierung von Massenvernichtungswaffen… .
Zum Schluss ein Zitat von D. Bonhoeffer
„Allein weil Gott ein armer, elender, unbekannter, erfolgloser Mensch wurde, und weil Gott sich von nun an allein in dieser Armut, im Kreuz, finden lassen will, darum kommen wir von dem Menschen und von der Welt nicht los, darum lieben wir die Brüder.“
Unser Kreuz hat keine Haken. Das ist ein Slogan, der von einigen christlichen Organisationen in Deutschland verwendet wird, um sich gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit auszusprechen. Er drückt aus, dass das christliche Symbol des Kreuzes nichts mit dem Hakenkreuz der Nazis zu tun hat, und dass Christen alle Menschen einladen, sich für Frieden, Solidarität und Demokratie einzusetzen. Wir finden, dass ist eine sehr wichtige und mutige Botschaft, die in unserer heutigen Zeit leider immer noch aktuell ist Gerade Christinnen und Christen sollten deutlich machen, für welche Werte wir mit unserem Glauben einstehen. Aus unserer christlichen Überzeugung hergeleitet sagen wir: Wir leben Vielfalt. Wir bieten Heimat. Wir setzen uns ein für mehr Gerechtigkeit bei uns und in der Welt‘.“ Wir sind der Überzeugung „dass jeder Mensch Gottes Ebenbild und die Würde jedes und jeder Einzelnen deswegen uneingeschränkt zu achten ist“. Auch in unserer Region werden zunehmend Menschen auf Grund ihrer Kultur, ihrer Kleidung, ihrer Sprache, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder auf Grund ihrer sozialen Stellung diskriminiert“. Christinnen und Christen sind gefordert, sich des Themas anzunehmen: Wir haben einen wichtigen Anteil am Gemeinwesen und damit den Auftrag, gesellschaftliche Prozesse zu begleiten und – wenn nötig – zu verändern. Wir wollen mit Menschen anderen Glaubens, anderer Hautfarbe oder anderer Lebensauffassungen friedlich zusammenleben.
Nach unserer Überzeugung ist jeder Mensch Gottes Ebenbild. Die Würde jedes und jeder Einzelnen ist darum uneingeschränkt zu achten.
Unseren Überzeugungen geben wir Ausdruck in unserer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, in Gottesdiensten und Predigten, in unserem diakonischen Handeln wie in unserem gesellschaftspolitischen Engagement.
Als evangelische Christen und Christinnen tolerieren wir weder extremistische Positionen und Fremdenfeindlichkeit noch Rassismus oder sonstige menschenverachtende Einstellungen. Wir stehen für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen in Vielfalt friedlich miteinander leben können.« Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) steht mit vielen anderen in Deutschland für eine auf der unverlierbaren Würde jedes Menschen gründende, offene, tolerante und gerechte Gesellschaft. Deshalb kann die EKD sich nicht neutral verhalten, wenn Menschen ausgegrenzt, verachtet, verfolgt oder Opfer brutaler Gewalt werden. Es geht uns nicht um Parteipolitik Es geht hier nicht um links oder rechts im demokratischen Spektrum. Uns geht es um ein Signal für Freiheit, Vielfalt, Demokratie und die Achtung der Menschenwürde – und gegen die Verachtung unserer Grundwerte.‘ Was denken Sie darüber? Wir wollen mit Ihnen ins Gespräch kommen
Quellen: Homepage der EKHN Homepages verschiedener Dekanate und Kirchengemeinden innerhalb der EKHN
Niemals dürfen wir vergessen, wie dieser Krieg an einem Samstagmorgen begann. An einem Samstag, an dem so viele Juden ermordet wurden, wie an keinem Tag seit der Schoa“
Bruder Martinus (Meister vom Stuhl der Loge „DIE FEUERZANGE“ im Orient zu Oberdieten), ist von uns gegangen
Mit Martin bin ich seit meinem 6. Lebensjahr befreundet.
Seit dieser Zeit pflegten wir eine nunmehr fast 60-jährige enge Freundschaft.
Wir waren eigentlich immer draußen in der freien Natur, durchstreiften gemeinsam Feld und Wald.
Auch Scheunen und Schuppen waren unser Zuhause. Wir erlebten eine freie und wenig überwachte Kindheit und Jugend.
Immer draußen, immer bei irgendwelchen Orten die uns interessant und zuweilen auch geheimnisvoll erschienen.
Eine Kindheit und Jugend, die man sich heute kaum noch vorzustellen vermag.
Gemeinsam in der Jungschar, gemeinsam in der Jungenschaft
gemeinsame Mitgliedschaft im CVJM Oberdieten.
Dem ist er treu geblieben. Viele Jahre im Vorstand, immer als eine Art Hausmeister des Lutherhauses in Oberdieten, der sich um alles wirklich um alles kümmerte.
Ich meine es wäre Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen da wurden wir Gründungsmitglieder der NABU Breidenbach.
Dort hat er bis heute aktiv ehrenamtlich mitgearbeitet. Als Vorstandsmitglied, als Jugendwart, zum Schluss als Kassenwart.
Er blieb auch dabei immer im Hintergrund, war immer ansprechbar, war sich für nichts zu Schade.
Wir bauten ab dem Beginn der 70er Jahre eine kleine Hütte auf dem Alten Hof, ein ansehnliches Feldgehölz inmitten von Wiesen und Feldern.
Wir errichteten dort, es war zu Beginn der 70er Jahre eine kleine Waldhütte.
Diese Hütte steht immer noch, wir haben sie bis dato instandgehalten und gepflegt.
Viele Stunden, Tage und Nächte verbrachten wir dort, meistens gemeinsam mit engen Freunden.
Bruder Martinus ist von uns gegangen
Aus dieser Männerrunde wurde dann mit der Zeit eine verschwiegene christlich, humanistische Runde die wir „Die Feuerzange“ nannten.
Dieser Kreis existiert noch heute.
Und es ist auch im Sinne von Martin, dass wir diese schöne Tradition fortsetzen.
Später dann kann ein Amphibien Teich dazu.
So widmeten wir uns über viele Jahre der Natur und dem Umweltschutz, ein gemeinsames Hobby wurde zur gemeinsamen Passion.
Das war in den 70er Jahren noch eine Beschäftigung die ungewöhnlich war und uns manchmal Hohn und Spott einbrachte, was uns nicht im Geringsten störte.
Als ich 1981meine Doris heiratete, ganz klar, Martin war mein Trauzeuge.
Meine Tochter Sara, 1982 geboren, keine Frage, Martin war Taufpate.
Unvergessen
Martin war ein Stiller.
Er machte kein Aufheben um seine Person.
Er stellte sich ganz in den Dienst einer Sache, immer.
Sich selbst immer in den Hintergrund.
Seine Mitmenschen waren ihm wichtig, immer.
Vielleicht hat es sich dabei manchmal selbst vergessen?
Ja, Martin war ein Stiller Mensch, aber vielleicht gerade deswegen ein Mensch der innere Größe zeigte.
Martin war im eigentlichen Sinne des Wortes ein Philanthrop, ein Menschenfreund.
Martin liebte die Kinder.
Und die Kinder liebten Ihn
Das merkte man immer dann, wenn er mit Kindern zu tun hatte.
Eva und Christian die Kinder von Silke und Helmut und Thilo der Sohn von Edwin können darüber berichten
Martin war ein kluger Mann.
Ich konnte mit Ihm über alles sprechen.
Martin war auch gegenüber manchem kritisch.
Das behielt er aber meistens für sich selbst.
Wenn man Ihm jedoch danach fragte, sprach Er offen aus was Ihm nicht passte.
Aber dabei auch immer sachlich, ausgewogen, nie beleidigend.
In den letzten 5 Jahre trafen wir uns regelmäßig einmal in der Woche zum Einkaufen.
Auf diesen Termin habe ich mich immer gefreut.
Wir haben uns dabei oft stundenlang im Café oder in der Eisdiele aufgehalten.
Wir redeten über alles.
Über all das was uns beschäftigte.
Über Politik, über Umweltschutz, über Religion, Theologie
über die alten Zeiten.
Über Landwirtschaft, die Hausschlachtungen damals in den Bauernhäusern.
Kurz gesagt immer wieder von den vielen gemeinsamen Erinnerungen unserer Kinder- und Jugendzeit.
Martin ist mir ein großer Bruder.
Martin ist mir ein Vorbild.
Das war er.
Das ist er.
Und das bleibt er.
Ich möchte noch ein kurzes Gebet sprechen.
Es ist von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer.
Von Ihm verfasst im Jahre 1945.
Kurz bevor er von den Nationalsozialisten ermordet wurde.
„Herr, in mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.
Ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den Weg für mich.“
„Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt
die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
Amen
Anno Domini
12.05.2021
Arminius
Logensprecher
Anno Domini 04.02.2018
Skandinavisches Fischbuffet
Freunde
Was wär ich ohne Freunde,
was wär ich ohne dich?
Ich läg als kleines Puzzleteil
allein auf leerem Tisch.
Bei mir käm niemand je vorbei
und lobte meinen Kuchen,
den ich so blitzschnell zaubern kann
bei plötzlichen Besuchen.
Mein Gästebett, das bliebe leer,
mein Kaffee ungetrunken,
und ohne Freunde wäre ich
in Schwermut längst versunken.
Wenn ich auf langen Reisen bin,
wem sollte ich wohl schreiben?
Ganz ohne Freunde könnte ich
doch gleich am Nordpol bleiben.
Und jedes Fest bei mir im Haus
ist doch erst wirklich schön,
wenn neben Nachbarn und Bekannten
auch gute Freunde stehn.
Wir sind wie Teile eines Puzzles,
eins ganz allein gibt keinen Sinn.
Und deshalb bin ich so zufrieden,
dass ich mit euch befreundet bin.
Renate Eggert-Schwarten
Anno Domini 28.12.2017
Schön, daß wir endlich wieder komplett sind.
Und ein neuer Novize ist auch dabei.
Sein Name ist Bruder Kotti
„Es ist wichtig zu wissen, wo man herkommt, um zu wissen, wo man hin will.“ Goethe zugeschrieben
Schön, daß wir endlich wieder komplett sind.
Und ein neuer Novize ist auch dabei.
Sein Name ist Bruder Kotti
„Es ist wichtig zu wissen, wo man herkommt, um zu wissen, wo man hin will.“ Goethe zugeschrieben
Fragezeichen
Du fragst was ist?
Du fragst wohin?
Du fragst woher?
Ich geb Dir einen guten Rat.
Frag erst woher?
Frag dann was ist?
Frag dann wohin?
Willst wissen wer Du bist?
Frag erst woher Du kommst?
Dann frag Dich wer Du bist?
Dann erst kannst Du ahnen,
wohin Du gehen willst.
Warum fragst Du?
Ich will versuchen
Dirs zu sagen.
Du suchst den Sinn des Lebens?
Du fragst:
Woher?
Wohin?
Was ist?
Dann frag nach GOTT.
Vielleicht kann ER Dirs sagen.
Es war im Dezember, an einem Freitagnachmittag, so eine Woche vor Weihnachten. Die Winterferien hatten mit diesem Tage begonnen. Schon am Morgen hatten dicke Schneeflocken die Dächer und Felder bedeckt.
Die Dorfschlehrerin, Frau Wollmantel hatte Ihre Zöglinge mit den Worten: „Ein gesegnetes Weihnachtsfest mein Völkchen“ in die Weihnachtsferien entlassen.
Zuvor in der letzten Schulstunde war das Fach Religion, wie üblich, an der Reihe.
Alle Schüler, von der ersten bis zur dritten Schulklasse, saßen im größten Klassenraum zusammen. Sie sangen zu Beginn, das schöne Weihnachtslied, Ihr Kinderlein kommen, oh kommet doch bald…… .
Frau Wollmantel begleitete dabei mit einem schwarzlackierten Musikinstrument aus Plastik, welches ein Mittelding von Ziehharmonika, und Harmonium darstellte.
Dieses Instrument wimmerte erbärmlich, zwischendurch asthmatisch pfeifend. Die Kinder störte das nicht, hatten sie doch keine musikalischen Vergleichsmöglichkeiten. Im Gegenteil, sie sangen mit Inbrunst, gefühlvoll das kommende Weihnachtsfest freudig erwartend.
Ihre Lehrerin erzählte die biblische Weihnachtsgeschichte so, daß die Kinder sie gut verstehen konnten. Sie erzählte sehr schön mit ruhigem Ton und weicher Stimme, die schon andeutungsweise, ein sanftes Tremolo zeigte. Ein Umstand der viele weibliche Sopranstimmen betrifft, die allmählich das Klimakterium erreichen.
Als die Stelle mit der Verkündigung der Engel über die Geburt des Jesuskindes gekommen war, erreichten Ihre erzählerischen Qualitäten einen Höhepunkt.
Die Engel erschienen prachtvoller, ihr Erscheinen spektakulärer.
Auch den Stall zu Bethlehem, als Geburtsort des Jesuskindes schilderte Sie bildhaft und verständlich.
Im Zentrum Maria sitzend mit dem Kinde in der Futterkrippe, liebevoll mütterlich saß Sie dort. Ihr Blick strahlte Freude, aber auch Wehmut, Schmerz und Trauer aus. Als ob Sie schon ahnen könne, welchen Weg Ihr Sohn bis hin zum Kreuz auf Golgatha gehen würde.
Ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer mag an diese Stelle passen, ohne den Erzählstrom wesentlich zu unterbrechen:
„Allein weil Gott ein armer, elender, unbekannter, erfolgloser Mensch wurde, und weil Gott sich von nun an allein in dieser Armut, im Kreuz, finden lassen will, darum kommen wir von dem Menschen und von der Welt nicht los, darum lieben wir die Brüder. Wer fromm ist muß auch politisch sein.“
Gleich daneben rechts, Joseph. Groß, würdig, mehr Hirte als Zimmermann, ein schwerer Umhang und der unvermeidliche Hirtenstab. Alle drei beisammen die heilige Familie.
Die Krippe umlagernd, sitzend halb liegend aufgestützt, drei Hirten. Sie blicken staunend und zugleich erfreut auf das Jesuskind.
„Sind wir es, die ärmsten der Armen, wir die wir am Rand des Gesellschaft leben wirklich die ersten, die das Wunder der Geburt Christi erleben dürfen? Sie wir es, die als Erste dabei sein dürfen, von himmlischen Heerscharen, gerufen, wenn Gott als hilfloses kleines Baby auf die Erde kommt?“
Dabei der Ochse, der Esel und 3 Schafe. Die Körper der Tiere sind hinter einer Bretterwand verborgen. Lediglich die Köpfe sind zu sehen. Ihre Köpfe sind größer als gewohnt, die Augen staunend groß, blicken sie bewundernd und fröhlich auf die Szene.
Fast wie Kinder, die Ihre Weihnachtsgeschenke erhalten haben.
Die 3 Waisen aus dem Morgenlande mit den Gaben, Gold,Weihrauch und Myrhe.
Nun, die fehlen noch. Sind vielleicht noch nicht angekommen.
Zum Ende dann noch: Oh du fröhliche oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit…….
Die letzte Strophe dann hymnisch, laut und voller Inbrunst gesungen: …….freue dihich freue dich oh Christenheit !!!
Die Kinder liebten Ihre Geschichten, vor allem dann wenn nach dem letzten Schultage die Ferien begannen.
Zuweilen gingen nicht nur Ihren Schülern, sondern auch Ihr selbst die Geschichten so nahe, daß Ihr die Augen feucht wurden und Sie leise zu weinen begann. Sie erzählte dann von Krieg, Not und Tod, von Flucht und Vertreibung ihrer Familie, von Ihrer Geige die auf der Flucht mitgenommen, plötzlich beim einem Zusammenstoß der Pferdewagen in tausend Teile zerschellte …… .
Ja, Sie war ein Schöngeist im besten Sinne, eine kluge musikalisch begabte empfindsame Seele, wie geschaffen bei uns Kindern die Neugier zu wecken, die Phantasie und die Kreativität.
Wir Kinder wussten das nicht, aber, sie fühlten es.
Version für Kinder:
Frau Wollmantels Weinachtsgeschichte
„Es war der letzte Schultag vor Weihnachten und draussen tanzten dicke Schneeflocken. Frau Wollmantel, die Lehrerin, rief alle Kinder im grossen Klassenzimmer zusammen. Sie packte ihr altes, herrlich quietschendes Tasteninstrument aus und alle sangen zusammen, bis die Waende wackelten.“,
„Dann wurde es gemuetlich. Frau Wollmantel erzaehlte die Weihnachtsgeschichte, aber sie erzaehlte sie ein bisschen anders als andere:“,
„Wissst ihr, sagte sie mit ihrer sanften Stimme, das Wunder passierte nicht in einem schicken Schloss bei den reichen Koenigen. Gott hat sich den einfachsten Ort ausgesucht: einen Stall. Und das erste Bett fuer das Jesuskind war eine Futterkrippe voller Stroh.“,
„Sie erklaerte den Kindern, dass die Hirten die Allersten waren, die davon erfuhren. Damals mochte niemand die Hirten besonders gerne. Sie waren arm und die feinen Leute guckten an ihnen vorbei. Aber Gott hat genau diese Leute zuerst eingeladen! Er wollte zeigen: Niemand ist zu gering, niemand wird ausgeschlossen. Bei Gott sitzen alle an einem Tisch.“,
„Frau Wollmantel erzaehlte, dass Maria in dem Stall sass und ihr Kind anschaute. Sie hoffte, dass ihr Sohn Jesus den Menschen zeigen wuerde, wie man teilt und aufeinander aufpasst.“,
„Dann sagte Frau Wollmantel etwas, das die Kinder nie vergassen: Fromm sein bedeutet nicht nur, schoen zu singen. Wer Gott lieb hat, der muss sich auch fuer die anderen einsetzen. Wir muessen den Mund aufmachen, wenn jemand ungerecht behandelt wird. Wir muessen denen helfen, die keine Stimme haben.“,
„Zum Schluss dachte sie an Menschen, die heute auf der Flucht sind oder kein Zuhause haben. Die Kinder spuerten: Weihnachten ist ein Versprechen, die Welt ein kleines Stueckchen fairer zu machen.“
Das waren dann einige Millionen Wähler*innen für Trump.
Ich weiß nicht genau, ob man darüber traurig oder wütend sein soll.
Ich entscheide mich für wütend..
Ein Mann der die Ehe bricht und auch noch damit prahlt.
Ein Mann der tausende Male gelogen hat.
Ein Mann der aufhetzt.
Ein Mann der ausgrenzt.
Ein Mann der Minderheiten nicht nur ausgrenzt sondern massiv bedroht. Was würde Jesus dazu sagen.
Ein weiterer zusätzlicher Beleg für die Verstrickungen zwischen Trump und amerikanischer evangelikalen Gemeinden liefert der folgende Link:
US-Wahl 2020: Evangelikale beten für einen Sieg von Donald Trump: