Somnolia

Madame Somnolia du Schöne
Schwere Lieder sind der Schwerkraft ausgesetzt
Werden immer schwerer
Als ob gezogen
Mit Gewichten zentnerschwer

Was kann man tun
Zwinkern mit den Liedern
Kopf nach hinten strecken
Schultern heben dehnen
Gähnen Atmen Nase schniefen
Sich die eigenen Wangen kneifen


Nur Sekunden Liederflattern
Dann ein Zucken aller Glieder
Dann rechts als wie ein Blitz ihn trifft

Für Augenblicke Wachheit ihn durchströmt
Der Puls steigt hoch
Wärme nun erfüllt die Wangen
Kleiner Schwindel ihm zu Kopfe steigt
Nur Sekunden er ganz wach

Doch heimlich dann
Erst kaum zu spüren
Kommt Madame Somnolia zurück
Lieder wieder schwer wie Blei
Bilder steigen auf
Frühlingsdüfte Weihnachtsdüfte
Eine Wanduhr tickt

Der Kampf um Wachheit geht verloren
Somnolia du Schöne
Komme nun ergeben mich
Lass mich vergessen schwere Lasten
Verwische alles was den Kopf noch füllt

Hülle mich in einen schönen Traum

Somnolia du Schöne

Goethes Faust: Letzte Worte

Demokratiemüde? Populisten hinterherlaufen? PolitikerInnen Bashing?

Nicht mit mir!

Empfehle mal den Faust zu lesen und sich nicht auf Halbwahrheiten, Fake News zu hören.

Dummes Geschwätz auf Stammtisch Niveau hilft auch nicht weiter.

….. „Das ist der Weisheit letzter Schluß:

Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß.

Und so verbringt, umrungen von Gefahr, Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.

Solch ein Gewimmel möcht ich sehn. Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.

Zum Augenblicke dürft ich sagen: Verweile doch, du bist so schön !

Es kann die Spur von meinen Erdetagen nicht in Äonen untergehn.
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück, Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick.“

Goethe Faust

Da steh ich nun, ich armer Tor…..

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Goethe

Faust: Habe nun, acht! Philosophie, Juristerei und Medizin.

Und leider auch Theologie. Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.

Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor.

Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen, mich plagen keine Skrupel noch Zweifel fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel.

Dafür ist mir auch aller Freud entrissen, bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen.

Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Menschen zu bessern und zu bekehren.

Auch hab ich weder Gut noch Geld noch Ehr und Herrlichkeit der Welt.

Es möchte kein Hund so länger leben!

Drum hab ich mich der Magie ergeben, mir durch Geistes Kraft und Mund, nicht manch Geheimnis würde kund.

Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß.

Daß ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält.

Schau alle Wirkenskraft und Samen und tu nicht mehr in Worten kramen.

Faust: „Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen, gewöhnlich aus dem Namen lesen.

Wo es sich allzu deutlich weist, wenn man euch Fliegengott, Verderber, Lügner heißt.
Nun gut, wer bist du denn?“

Mephistopheles: „Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“

Goethe: Faust