Liebe Hinterländer Christen Teil 3

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Vor etwas über 50 Jahren hat der große Theologe und ‚Kirchenvater des 20. Jahrhunderts‘, Karl Barth, am Vorabend seines Todes folgende Sätze gesagt, die aktueller nicht sein könnten: „Ja, die Welt ist dunkel. …. Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie!

Denn es wird regiert!

Nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her!

Mögen diese Zeilen für für
Zitate:
„Ein wirklicher Christ muß Sozialist werden…“*

„Das Wiedererstehen Israels als Volk und Staat muss als ein wirkliches Wunder genannt werden.“

„Der erste und grundlegende Akt theologischer Arbeit ist das Gebet.“

„Der Mensch schreit nach Gott, nicht nach einer Wahrheit, sondern nach der Wahrheit, nicht nach etwas Gutem, sondern nach dem Guten, nicht nach Antworten, sondern nach der Antwort, die unmittelbar eins ist mit der Frage… Nicht nach Lösungen schreit er, sondern nach Erlösung.“

„Der Mensch, der nicht Mitmensch ist, ist Unmensch.“

„Die christliche Gemeinde soll lieber dreimal zu viel für die Schwachen eintreten als einmal zu wenig, lieber unangenehm laut ihre Stimme erheben, wo Recht und Freiheit gefährdet sind, als etwa angenehm leise!“

„Die Kirche ist nicht irgend einem Naturrecht, sondern ihrem lebendigen Herrn verpflichtet. Sie denkt, redet und handelt darum nie „prinzipiell“. Sie urteil vielmehr geistlich und darum von Fall zu Fall.“

„Freude kann man nur haben, indem man Freude macht.

„Gott begabt nicht, ohne zu berufen – und er beruft nicht, ohne zu begaben.“

„Göttliche Offenbarung ist das Aufgehen einer Tür, die sich nur von innen, nicht von außen öffnen lässt.“
Karl Barth

Hände zum Gebet falten ist der Anfang eines Aufstandes gegen die Unordnung der Welt.
Karl Barth

„Sich freuen heißt: Ausschauen nach Gelegenheit zur Dankbarkeit.“

„Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat.“

Wie man beten soll, das steht in der Bibel; und was man beten soll, das steht in der Zeitung.
Wie wunderbar, dass ich dazu nicht zu gering bin, dass Gott mich braucht.
Karl Barth

„Wir beantworten Christi Ruf nicht mit ´wahr´ oder ´falsch´, sondern mit ´ja´ oder ´nein´.“

„Wir sind Theologen und sollen von Gott reden. Wir sind aber Menschen und können nicht von Gott reden. Wir sollen beides wissen und Gott die Ehre geben.“

„Wir werden in der Bibel immer gerade so viel finden, als wir suchen: Großes und Göttliches, wenn wir Großes und Göttliches suchen; Wichtiges und Historisches, wenn wir Wichtiges und Historisches suchen; überhaupt nichts, wenn wir überhaupt nicht suchen!“

Karl Barth forderte kurz nach seinem Eintritt in die Sozialdemokratische Partei der Schweiz im Februar 1915:

*„Ein wirklicher Christ muß Sozialist werden (wenn er mit der Reformation des Christentums Ernst machen will!). Ein wirklicher Sozialist muß Christ sein, wenn ihm an der Reformation des Sozialismus gelegen ist.“

Rachels Tränen

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Judentum
Frauen in der Heiligen Schrift

Wir wissen sehr wenig über die Gefühle oder das Innenleben der Frauen in der Bibel. Indizien für das, was sie empfunden haben können, sind äußerst unpräzise und aus eben diesem Grunde umso kostbarer. Die große biblische Romanze zwischen Jakob und Rachel beispielsweise ist in der Hauptsache Jakobs Liebesgeschichte.

Er verließ das Heilige Land in seinen Hochzeitsgewändern, sagt der Sohar, und hielt nur einmal inne, weil er eine wunderbare Vision hatte von der Leiter, die von Himmel bis zur Erde herabreicht mit Engeln, die darauf hinauf- und herabsteigen, und ging weiter wie ein mythologischer Sonnengott zu den Königreichen der Nacht, bis er an einem Brunnen vorbeikam, der für ihn ein Zeichen dafür war, daß er hier (wie auch bereits seine Eltern vor ihm) seine ihm vorbestimmte Braut treffen würde.
Kaum daß er seine Augen auf Rachel heftete, als sie ihm mit ihren Schafen entgegenkam, stand er auf und hob mit einer Hand den Stein, den alle Schäfer in der Umgebung nicht aus dem Weg räumen konnten und ließ so das Wasser im Brunnen frei fließen. Und die Wasser des Brunnens stiegen zu ihm auf, ein Zeichen der Zuneigung gegenseitiger Anziehung mit eben jener Frau, die den Schauplatz betritt. Rachel war wunderschön von Gestalt und sah hinreißend aus. Und Jakob liebte Rachel so sehr, daß er bereit war, sieben Jahre für ihren Vater zu arbeiten, um die Erlaubnis zu erhalten, sie zu heiraten. In alledem finden wir keinerlei Hinweis auf das, was Rachel gefühlt haben mag, sondern können lediglich vermuten, daß sie den Kuß, mit dem er sie begrüßte, nicht zurückwies, und sich über die Aufmerksamkeit des Neukömmlings freute.

Der Maharal fragt, warum Rachel mehr als alle anderen Matriarchinnen weint. Woraus ersehen wir, daß sie tatsächlich weinte? Während Jakob und Lea beide an verschiedenen Stellen in der Geschichte von ihren Tränen überwältigt werden, sind Tränen kein Charakteristika Rachels. Im Gegenteil: sie ist eine Gestalt der Freude. Beide Schwestern waren gleich schön, heißt es im Midrasch Rabba, aber Rachel, Jakobs Verlobte, strahlte vor Glück, als sie von all den wunderbaren Eigenschaften ihres zukünftigen Ehemannes hörte. Lea aber, die mit Esau verlobt war, weint sich die Augen aus und ließ damit ihre Schönheit vergehen, als sie an der Wegesgabelungsaß und dem Gerede über seine schlechten Taten lauschte. Als der Baal Schem Rabbi Nachum von Tschernobyl fragte, welche Schwester er denn bevorzuge, ob es Rachel sei oder Lea, antwortete ihm dieser nur ausweichend: Man kann keine herabstufen, denn beide sind sie unter unseren Stammüttern aufgezählt, und daher sei er gezwungen, diplomatisch zu sein. Also sprach er: „Was Lea durch ihre Tränen erreichte, das gelang Rachel mit ihrer Freude“. „Denn die Kinder der Verzweifelten sind zahlreicher als die Kinder der verheirateten Frau, spricht der Herr“. (Jesaja 54:1)

In der Bibelerzählung geschieht oft eine Art stiller Umsturz. Öfter ist es der jüngere, der den Vorzug genießt. Und deshalb, als die jüngere Tochter Labans (Rachel) mit dem jüngeren Sohn von Labans Schwester Rivka verlobt war, war in diesem Falle sie die von Gesetz wegen eher Berechtigte (und daher die Zufriedenere). Man könnte die Vermutung haben, daß durch die doppelte Subversion hier die Ältere, weil „verzweifelt“ und ungeliebt, den Preis gewonnen hätte. Aber das geschieht tatsächlich. Über die meiste Zeit ihres Lebens behielt Rachel ihre fröhliche Natur, während Leas Tränen diese eine Position errangen und die Tore des Mitgefühls zu Rachels und Gottes Herz weit öffneten.

Eifersucht

Ein Midrasch sagt: „Als Gott voller Gnade Jakobs lieblose Haltung gegenüber Lea sah, da sprach Er: Dafür gibt es nur ein Heilmittel, nämlich: Söhne. Söhne werden ihn sie begehren lassen“. Dazu bestimmt, den Esau zu heiraten und von Jakob nicht geliebt, „weinte“ Lea also und ihre Tränen sind Gebet von solcher Intensität, daß Gott voller Gnade das Schicksal zu ihren Gunsten wandelte. Nicht nur daß sie Jakob heiratet, sie stellt auch die Mehrheit der Stämme. Sie macht so viel Aufhebens darum, daß die ganze Welt ihr entgegenkommt. Sie nimmt sogar das „Vorrecht über ihre Schwester “ ein: Jakobs vorbestimmte Frau und Mutter der Stämme. Die Priesterschaft war die ihrige, das Königtum, und ihr hätte es geziemt, in der Begräbnisstätte der Paare neben ihrem Gatten zu liegen. Wenn jedoch einmal die „Verzweifelte“ es zu Kindern und zu Eheglück gebracht hat und die unfruchtbare Rachel Gefahr läuft, wie ein Lumpen dem lüsternen Esau überlassen zu werden, wer hat dann jenen privilegierten Status der Verstoßenen mit dem gebrochenen Herzen, deren Gebete Gott erhört? Von Anbeginn besitzt Rachel solch wundervolle Grazie, daß sie nur über die Bühne schlendern muß, um Jakobs Herz zu erringen, und daherfindet es bei ihr weniger Wertschätzung. Hier scheint sie indes nur den Vorteil zu genießen. Und tatsächlich gewinnt Rachel, Jakobs Geliebte, das Moment der Veränderung ihres Selbst nicht aus dieser Beziehung. „Und als Rachel sah, daß sie Jakob keine Kinder geboren hatte, wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester“. Rachel erschmeckt erstmals die Bitterkeit des Neides, als sie sieht, daß ihre Schwester einen Sohn nach dem anderen gebiert, während sie selbst kinderlos bleibt. Dies ist das erste Gefühl, das wir in ihr sehen, eine Belebung ihrer Natur und eine Fähigkeit zur Empfindung. Und in dieser Hinsicht ist das gut. Erst bei der Geburt von Leah messianischem vierten Sohn, wird Rachel ins Leben geworfen, als sie ihre eigene Lage erkennt und über das, was sie dabei sieht, nicht glücklich ist. Erst hier und nicht vorher.

Eifersucht mag für die abendländischen Augen nicht eben die angenehmste Eigenschaft sein, in Rachel jedoch, die bis dahin ein eher oberflächliches glückliches Leben geführt hat, ist es genau dieser Punkt der Ablehnung (ein verschlossener Schoß), in dem ihre Augen sich für die Realität öffnet, und sie wird daraufhin fähig, ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten und damit ihre Bestimmung zu erkennen. Normalerweise eröffnet sich die Möglichkeit zur Veränderung und Erhebung der Persönlichkeit uns nicht in dem, was uns leicht zufällt, sondern in dem, was am schwersten ist. Einer der seltenen Dialoge zwischen Jakob und einer seiner Frauen, in dem wir wirklich die Stimme der Frau hören, ist Rachels verzweifeltes Flehen um Kinder: „Gib Kinder, oder ich bin bereits tot!“ (oder ich habe allen Sinn im Leben verloren).

Männlichkeit

Es ist unmöglich sich vorzustellen, daß Jakob nicht darum gebetet haben kann, er

und Rachel mögen gemeinsame Kinder haben. Dies war sein Traum von Anfang an. In ihrer Schönheit sah er die überirdischen Zwölf Stämme verkörpert. Als er aber sah, was tatsächlich passierte, wurde er fatalistisch mit Blick auf das, was Gott an ihn austeilte, was sich für ihn vielleicht leichter gestalten könnte, denn sein Bedürfnis nach Kindern wurde gestillt und er mußte also nur mit der Enttäuschung fertig werden, daß er diese Kinder nicht mit der Frau haben konnte, die er am meisten liebte. Die Qualen seiner Geliebten erreichen sein Herz nicht. Vielmehr entbrennt er im Zorn gegen sie, sondert sie aus und beschämt sie: „Was willst du von mir? Bin ich es oder Gott, der dir die Leibesfrucht verweigert? Dir verweigert er sie und nicht mir. Ich habe meine Kinder…“.

Jakob hat sich schon einmal so verhalten. Als sein Bruder vor Hunger weinte, da begann er zu verhandeln, statt ihm sofort zu Hilfe zu eilen. Und dies ließ seinen Bruder zu seinem Todfeind werden. Genau die selbe Behandlung, die er seinem Bruder zuteil werden ließ, teilt er nun an seine geliebte Rachel aus, an den Menschen, den er am meisten zu lieben behauptet! Wie weit ist Jakob von seiner ursprünglichen Vision seiner selbst als einem fahrendem Ritter entfernt, welcher der lieblichen Schäferin zur Hand geht! Jener, der von Rachel als der Mutter aller seiner Kinder träumte, die alle nach ihrem Bild und von ihrer überirdischen Schönheit sein sollten, ist letztlich ein Realist geworden! Er hat ihre getrennten Schicksale angenommen. Was für eine Liebe ist das? Die selbe Art Liebe, die Jakob erlaubt, Lea mit Rachel zu verwechseln, eine an Bedingungen geknüpfte Liebe, die deshalb verkleidet und enttäuscht werden kann, und weniger die Empathie mit Gefühlen und dem Leiden darin.

Sicherlich arbeitete Jakob sieben Jahre, um dafür Rachel einzutauschen, aber es war eine Erweiterung seiner eigenen Männlichkeit. Er selbst gesteht ihr keine sieben Jahre zu. Während Liebe oft bedeutet, daß man auf die Bedürfnisse des anderen hört und seine eigenen Lebensenergien zügelt, um Platz für einen völlig anderen Blickwinkel zu schaffen und sich einer selbst auferlegten Zurückhaltung in genau dem selben Maße zu üben, wie Gott nach den Worten der Mystiker Platz schafft für die „Andersartigkeit“ der Schöpfung! Wenn diese Art der Zurücknahme seiner Selbst um der Liebe willen demnach weiblich ist, ist sie gleichermaßen göttlich! Und es ist eine, die Rachel hat und weniger Jakob. Wenn sie noch nicht die Gabe der Tränen besitzt, erlebt sie Tränen stellvertretend für andere, und ihr Herz ist offen für das Leiden ihrer Mitmenschen.

Die Gabe der Tränen

Nicht nur hat Rachel ihre Unfruchtbarkeit überwunden und wurde Mutter, sie gebar auch Jakobs gewollten und begehrten Erstgeborenen (Josef), der seiner Mutter zur Seite eilte, um sie vor den lüsternen Blicken Esaus zu schützen. Und sie verhalf auch den Zwölf Stämmen zu ihrer Vollständigkeit. Und als nun Rachel sich anschickte, ihrem Sohn einen Namen zu geben und sagte: „Der Herr hat weggenommen meine Schmach. Möge Gott mir einen weiteren Sohn schenken“, da wußte Jakob, daß sie es sein würde, die dazu bestimmt war, die Zahl der Stämme zu vervollständigen, und daß sie selbst nicht überleben würde. Lernt nun Rachel erst zum Ende ihres Lebens über die Gabe der Tränen? Der Maharal sieht einen Keim dessen bereits im ersten Zusammentreffen der Liebenden. Nach den Worten des Sohar symbolisierte bereits das Ansteigen des Wassers bei ihrem ersten Zusammentreffen die vollkommene gegenseitige Zuneigung von Mann und Frau, und es bestand vollkommene Einheit zwischen ihnen, die allein der vollkommenen Einheit Gottes mit der Schechina vergleichbar ist, in einer Zeit, bevor Er die Welt erschuf. Die Augenblicke der Zeit stürzten zusammen und wurden eins im Anblick einer solch idealen Zusammenkunft. Als Jakob Rachel küßte und in Tränen ausbrach, war er wahrscheinlich nicht der einzige, der weinte, und es bildete sich da ein Ozean von Tränen (was einmal die Wasser des Brunnens gewesen waren) zwischen ihnen. Nicht nur Jakob, sondern auch Rachel, nach dem Maharal, spürte nach einem Moment überwältigender Einheit das Abebben der Flut, der Trennung und des Bruchs, die jeden idealen Zustand auf dieser Welt überkommt. Und dann, als Jakob sah, was in der Zukunft geschehen würde, daß es zur Trennung kommen und ein Exil geben würde, und daß sie letzten Endes nicht mit ihm begraben werden würde, da Rachel eine Prophetin war; und dann sah in das tiefste Herz der Wirklichkeit. Lacrimae rerum. (Um der Tränen willen Anm. d.Übers.) Und was sie sah, war der Zerfall und das Fließen, die beide ein untrennbarer Teil der Natur dieser Welt sind, die „Tränen“ im allertiefsten Grund der Dinge.

Der Artikel ist ein Ausschnitt aus einem längeren Aufsatz, der auch Grundlage für Freema Gottliebs Workshop bei Bet Debora war. Aus dem Englischen übersetzt von Esther Kontarsky.

Freema Gottlieb wurde in London geboren und wuchs in Schottland auf. Sie lehrte Midrasch-Literatur an verschiedenen jüdischen Einrichtungen in New York. Erst vor kurzem war sie Gastdozentin für Midrasch an der Karlsuniversität in Prag. Sie ist Autorin dreier Bücher, u.a. „The Lamp of God: A Jewish Book Of Light“ (Aronson; New York).
Quelle:

http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/gottlieb.htm

Löwen und Schafe

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Das Schicksal will, dass die großen Begabungen für gewöhnlich eher Rivalen als Freunde sind; sie wachsen und leuchten für sich aus Furcht, einander zu beschatten. Die Schafe müssen sich zusa…

Quelle: Löwen und Schafe

Der Osterspaziergang

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur.

Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen!

Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:

Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)

Talmud Zitate

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Den Menschen betreffend:
Der böse Trieb des Menschen erneuert sich jeden Tag.
Talmud Bavli Sukka 52

Anfangs ist der böse Trieb wie ein Vorübergehender, dann wie ein Gast und zuletzt wie ein Hausherr.
Talmud Bavli Sukka 52

Jeder einzelne soll sich sagen:
Für mich ist die Welt erschaffen worden, daher bin ich mit verantwortlich.
Talmud Bavli Sanhedrin 7

Es gibt Menschen, denen ihr Geld lieber ist als ihr eigener Leib.
Talmud Bavli Berachot 61

Die Verteidiger des Menschen:
Reue und gute Taten.
Talmud Bavli Schabbat 32

Die Taten der Väter sind den Söhnen ein Wegweiser.
Talmud Bavli Sota 31

Mensch & Mensch betreffend:
Solange der Mensch lebt, hat er Hoffnung.
Talmud Jeruschalmi Berachot 89

Viel Streit im Hause des Menschen entsteht durch grundlosen Hass. Talmud Bavli
Schabbat 72

Der Vogel wohnt mit seinen Artgenossen zusammen, der Mensch mit seinesgleichen.
Talmud Bavli Bava Kama 92

Wer seinen Freund zu unrecht verdächtigte, soll ihn gleich um Verzeihung bitten.
Talmud Bavli Berachot 31

Was dir verhaßt ist – das tue deinem Nächsten nicht an!
Talmud Bavli Schabbat 31

Essen & Trinken betreffend:
Der Mensch darf nicht essen, bevor er das Vieh gefüttert hat.
Talmud Bavli Berachot 40

Diskussionen betreffend:
Bei Dummköpfen holt man sich keine Beweise.
Talmud Bavli Schabbat 104

Der Mensch sei biegsam wie ein Schilfrohr und nicht starr wie eine Feder.
Talmud Bavli Taanit 20

Sprüche der Väter – Pirkej Awot:
Auf drei Dingen beruht die Welt, auf Recht, auf Wahrheit und auf Frieden.
(Rabban Schimon ben Gamliel) 1,18

Die Ehre deines Nächsten sei dir so lieb wie deine eigene.
(Rabbi Eliezer) 2,15

Jede Liebe, die von einer Sache abhängig ist, hört auf, wenn die Sache aufhört; die aber, die von keiner Sache abhängig ist, hört niemals auf.
5,19

Betrachte nicht den Krug, sondern dessen Inhalt.
(Rabbi Me’ir) 4, 27

Sprich wenig und tue viel!
(Schammai) 1,15

Lernt man als Kind, so ist dies, als würde man mit Tinte auf ein neues Papier schreiben. Lernt man im Alter, so ist dies, als würde man mit Tinte auf ein schon benütztes Papier schreiben.
(Elischa ben Awuja) 4,25

Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich, und bin ich nur für mich, was bin ich, und wenn nicht jetzt wann dann?
(Hillel) 1,14

Sage nicht, wenn ich frei sein werde, werde ich lernen; vielleicht wirst du nicht frei werden.
(Hillel) 2,15

Nicht liegt es an dir, das Werk zu vollenden, aber du bist auch nicht frei, von ihm abzulassen.
(Rabbi Tarphon) 2,16

Es ist uns nicht gegeben zu wissen, warum Frevler in Wohlergehen und Gerechte in Leiden leben.
(Rabbi Janai) 4,19

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, sie wird noch weiter fortgesetzt – für Ergänzungen bin ich dankbar.

Victor E. Frankl: Zitate und Aphorismen

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Victor E. Frankl

„Jede Situation ist ein Ruf, auf den wir zu horchen, dem wir zu gehorchen haben.“

„Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt.
Er hat nicht zu fragen,
er ist vielmehr der vom Leben her Befragte,
der dem Leben zu antworten –
das Leben zu verantworten hat.“

„Es kommt nie und nimmer darauf an was wir vom Leben zu erwarten haben.
Vielmehr lediglich darauf:
Was das Leben von uns erwartet.“

„Das Leiden, die Not gehört zum Leben dazu, wie das Schicksal und der Tod.
Sie alle lassen sich vom Leben nicht abtrennen, ohne dessen Sinn nachgerade zu zerstören.
Not und Tod, das Schicksal und das Leiden vom Leben abzulösen, hieße dem Leben die Gestalt, die Form nehmen.
Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt.“

Der Wille zum Sinn bestimmt unser Leben!
Wer Menschen motivieren will und Leistung fordert, muß Sinnmöglichkeiten bieten.

Victor E. Frankl

Möglichkeitsdenker feierten Fest der Religionen

http://m.lebenshilfe-nrw.de/de/ueber_uns/Moeglichkeitsdenker/Aktuelles/Moeglichkeitsdenker-feiern-gemeinsames-Fest-der-Religionen.php?listLink=1

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Wollen Sie nicht auch ein Möglichkeitsdenker werden?“
fragte
Erika Schmidt Vorsitzende der Lebenshilfe Möglichkeitsdenker den
Landesvorsitzenden der Lebenshilfe Uwe Schummer
beim Fest der Möglichkeitsdenker am 21.11.2015 im Waldhotel Marienheide:
Natürlich, wir sollten alle Möglichkeitsdenker sein. Es gibt zu viele Leute die sagen ‚Das geht nicht!‘“, antwortete Schummer. „Ich bin gerne dabei!“
Dieses ehrenamtliche Engagement der Menschen mit geistiger Behinderung würdigte die stellvertretende Geschäftsführerin der Lebenshilfe NRW, Monika Oncken ausdrücklich. „Ich finde es super, dass Ihr anderen Menschen Mut macht.“

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Die beiden Vertreterinnen der Lebenshilfe Bundesvereinigung, Frau Haslberger und Frau Magiros würdigten das langjährige Engagement der Möglichkeitsdenker, in ihren Grußworten:
„Grüße vom ganzen Bundesvorstand und allen voran von:
Ulla Schmidt, die ein großer Fan der Möglichkeitsdenker ist:
Denn hier, in Ihrer Arbeit, sieht sie auf den Punkt gebracht, wofür die Lebenshilfe insgesamt steht:
Für Teilhabe und Solidarität –
und nicht zuletzt für die Leidenschaft, mit der man für diese Ziele der Lebenshilfe arbeiten und streiten kann“,
sagte Haslberger.

A. H.

Gerecht ist….

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Gerecht ist, was möglichst fair für alle ist.
Und allen eine Chance gibt.
Deswegen muss man sich immer
auf den Standpunkt stellen,
was für den Schwächsten
fair ist.
Damit niemand übervorteilt wird.
Richard David Precht

A. H.

Franziskus bekommt Karlspreis

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Er ist  eine „Stimme des Gewissens“ Papst Franziskus wird mit dem Karlspreis der Stadt Aachen geehrt.
http://spon.de/aeElf

A. H.

Es ist alles eitel

Oft schon, in den letzten Monaten, habe ich dieses Sonett, das ist wohl die richtige Bezeichnung für diese Form der Gedichte aus dieser Zeit, gelesen.

Gefiel mir immer besser. Der Inhalt sowieso.

Aber auch diese altertümliche Sprache, die Versform, das Versmaß. Einfach schön zu lesen.

Na ja bis auf das Schäferskind….

Verfasst von Andreas Gryphius 1637.
Verfasst mitten im 30 jährigen Krieg.
In moderner Fassung:

Es ist alles eitel
„Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo jetzt noch Städte stehn, wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzt noch prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch’ und Bein,
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muss wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach! Was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum’, die man nicht wieder find’t.
Noch will, was ewig ist, kein einzig Mensch betrachten!“