Ernesto Cardenal

Das Evangelium ist die gute Nachricht für die Armen. Es ist die Nachricht von ihrer Befreiung.

Cardenal: „Das Evangelium ist die gute Nachricht für die Armen. Es ist die Nachricht von ihrer Befreiung. Das hat mich dazu geführt, die Schriften von Karl Marx kennenzulernen, dessen Ziel eine gerechte, perfekte Gesellschaft auf Erden war. Und das war ja nichts anderes als das Himmelreich auf Erden, von dem das Evangelium berichtet: eine gerechte, perfekte Gesellschaft ohne Klassen. Das ist dann entweder der Kommunismus oder das Reich Gottes auf Erden.“

Cardenal: „Der religiöse Pluralismus drückt aus, dass alle Armen eine Religion haben, aber dass die Armen sich nicht befreien können, wenn sie nicht eine gemeinsame Religion haben. Alle Religionen, die zu einem Gott führen, müssen also als gleichwertig angesehen werden. Denn alle Religionen haben Irrlehren. Denken wir nur an die Inquisition. Die Lösung ist also, keine Wertunterschiede zwischen den Religionen zu machen.“

Befreiungstheologie

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/Ich-habe-f%C3%BCr-eine-Revolution-gedichtet-article1396364.html

Dorothee Sölle

„Ich spreche zu Ihnen als eine Frau, die aus einem der reichsten Länder der Welt kommt; einem Land mit einer blutigen, nach Gas stinkenden Geschichte… Reich ist die Welt, in der ich lebe, vor allem an Tod und besseren Möglichkeiten zu töten.“

„Theologisches Nachdenken ohne politische Konsequenzen kommt einer Heuchelei gleich. Jeder theologische Satz muss auch ein politischer sein.“

Dorothee Sölle

Gotthold Ephraim Lessing

Zitate:

„Und ist denn nicht das ganze Christentum aufs Judentum   gebaut

Es hat mich oft geärgert, hat mich Tränen genug gekostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, dass unser Herr ja selbst ein Jude war.“ 

Nathan der Weise  Klosterbruder

Gotthold Ephraim Lessing 

Menschen in der Arbeitswelt

Ohne Humor und Ironie kann man gar nicht leben (Mauricio KAGEL, Komponist)

Von Dr. Wolfgang Näser, Marburg

Die meisten Menschen nehmen sich nur wenig Zeit für ein ebenso faszinierendes wie kostenfreies Studium: nämlich das ihrer Mitmenschen. Ein solchermaßen bewußt zugebrachter Tag in der Arbeitsstelle kann sich spannender gestalten als der berühmte Besuch im Zoo, gibt es doch unter den Zweibeinern ebenso skurrile und merkwürdige Typen wie in der sogenannten Tierwelt. Ganz allgemein ist es jedoch sehr nützlich, wenn wir kurz einhalten, uns einige Minuten der Besinnung gönnen und uns bewußt werden, mit wem wir es möglicherweise zu tun haben und welchen Standort wir selbst einnehmen in all dem menschlichen Mit-, Durch- und Gegeneinander.

Die folgenden Typ-Beschreibungen sind das Ergebnis eigenen Nachdenkens; meine Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die „männliche Form“ entspringt lediglich grammatischer Ökonomie; alle Typen sind jeweils in beiden Geschlechtern anzutreffen. Manchmal begegnen uns auch Menschen, die Charakteristika mehrerer „Typen“ in sich vereinigen.

Der Angeber 
Seine Arbeit ist der Nabel der Welt; sein Denken und Handeln setzen Maßstäbe, ohne ihn geht es nicht (denkt er). Indem er sich erhöht, erniedrigt er die übrigen.

Der Biegsame 
Nicht, wie man vermuten könnte, geistige Flexibilität zeichnet ihn aus, sondern ein Mangel an Rückgrat; eng verwandt mit dem -> Opportunisten und dem -> scheinbar Hilflosen, führt er ein schwer durchschaubaresamphibisches Dasein und wird erst dann gefährlich, wenn er sich mit dieser Existenzform ein hohes Amt gesichert hat. Dann nämlich erweckt er leicht den Anschein von Souveränität und Verläßlichkeit und verrät gerade die, die sich ob dieses schönen Scheins vertrauensvoll an ihn wenden. VORSICHT: eine ganz besonders heimtückische Kreatur!

Der Bollerkopf 
Seine Hauptqualifikation wird in dB (Dezibel) gemessen (Bel kommt von A.G. BELL, könnte hier auch auf „Bellen“ bezogen sein). Er ruiniert fast jede Telefonkapsel und jedes intakte Trommelfell; cholerisch, wie er ist, brüllt er seine Ansichten heraus („Wer schreit, hat Unrecht“ gilt hier nicht immer!) und ist dann meist schnell wieder im Lot, weil er seinen Psycho-Müll vokal entsorgt hat. Aus diesem Grunde frißt er nie etwas in sich hinein, wird uralt und „erfreut“ noch in hohem Alter seine Mitmenschen, allerdings jetzt als Pensionär. Die im Grunde ehrlichen „Brüll-Affen“ sind meist nicht nachtragend.

Der Delegator 
Selbst die schwierigsten Arbeiten übernimmt er, verspricht vollmundig deren optimale Erledigung – und gibt sie an Dritte weiter. Er bekommt nie schmutzige Hände: er, der Koordinator und Organisator. Es gibt viel zu tun: verteilen wir es.

Der Fiesnickel 
Bisweilen auch Ekel oder (auf tieferer Sprachebene) Kotzbrocken genannt. Nach dem Motto „Wenn es mir schlecht geht, warum soll es dann anderen gut gehen?“ stets bestrebt, die eigene schlechte Laune auf die Mitmenschen zu übertragen (Giftgallen-Transfusion) oder Kollegen bzw. Untergebenen das mit gutem Willen zu bewältigende Arbeitsleben zur Hölle zu machen. F. sind manchmal gleichzeitig Workaholics, da sie zu Hause, also im Privatleben, nichts zu melden haben.

Der scheinbar Hilflose 
Er kann keinen Nagel in die Wand schlagen und hat zwei linke Hände: jede von ihnen wäre glatt gut genug, einen Meineid zu schwören. Sein Leben gründet darauf, daß ihm andere zuarbeiten; so ist er groß geworden und hat die, die ihm halfen, verbraucht am Wegesrand zurückgelassen. Sein harmloses Lächeln wiegt die Mitmenschen in Sicherheit, aus der heraus sie ihm selbst ihre intimsten Nöte und Geheimnisse anvertrauen, um sich damit ihr eigenes Grab zu graben. Denn der scheinbar so naive Lächler hat es faustdick hinter den Ohren.

Der Idealist 
Oft äußerst sensibel, nicht selten auch künstlerisch begabt und offen für die Mitmenschen und ihre Probleme. Der Idealist leidet an dem ihn umgebenden Unrecht. Er denkt und redet gradlinig, sitzt oft zwischen den Stühlen, leidet physisch und psychisch an seiner Umgebung, bringt es nur dann zu hohen Würden, wenn ihm irgendwann einmal Gleichgesinnte unter die Arme gegriffen haben. Ansonsten verharrt er meist im Mittelfeld und wird von Kollegen und Vorgesetzten gleichermaßen verkannt.

Der Initiative-Blocker 
(-> Bollerkopf, -> Fiesnickel, -> Statistiker) wartet stets ab, bis ein Mitarbeiter sich durch Eigeninitiative fast profiliert hat, um dann ex officio („das gibt das Amt her“) diese Initiative abzuschmettern. Ziel ist die Konstanz derMediokrität, die auch im universitären Rahmen (leider) oft sehr guten Nährboden vorfindet. Hilfe findet der IB oft bei besonders stromlinienförmigen -> Opportunisten. Auf Solidarität können seine Opfer schon deshalb kaum rechnen, weil in der Regel viele Bequeme den Initiative-Entfaltern nicht das Schwarze unterm Nagel gönnen und es aus einer anderen Art von Bequemlichkeit (sagen wir besser: aus Feigheit) und/oder Gleichgültigkeit vorziehen, im Falle des Falles wegzusehen/-zuhören und/oder den Mund zu halten. Auf diese Weise und nur so können Diktatoren jeglicher Art und Couleur zu Macht und Ansehen gelangen. Heinrich MANN („Der Untertan“) läßt grüßen: das gilt auch im nächsten Fall.

Der Karrieremacher 
Auch Erfolgsmensch oder Macher genannt. Accessoires: Handy, Samsonite-Koffer (mit Notebook), Nadelstreif und BMW. Jung, dynamisch, sportlich (Jogging), informiert, eloquent (eingebaute Datenbank für Profi-Phrasen) und gewinnend (Parties). Egozentrischer Utilitarist. Beurteilt die Menschen nach Man-Power. Verhalten ist für ihnStrategie. Einzig um schnellen Aufstieg bemüht und meist mit Hilfe zahlreicher Zuarbeiter bewältigt er die Stufenleiter in Rekordzeit. Jedes Stadium ein Lernschritt, jeder Eindruck eine auszuwertende Information. Gut nur das, was nützt. Gefühl ist out. Der einprogrammierte Kurs führt vorbei an den Menschen und deren Problemen. Nach Absolvieren aller Hausaufgaben residiert der KM in saalartigem Ambiente vor hochglanzpoliertem De-Luxe-Schreibtisch und lenkt mit einsamen Entscheidungen sein Imperium.

Weibliche Variante ist die sogenannte Karrierefrau. Ihre Devise: eine Frau muß immer besser (in diesem Falle rücksichtsloser) als ein Mann sein, um akzeptiert zu werden. Irgendwann, wenn überhaupt, stellt sie fest, daß weibliche Grazie und frauliche Würde auf der Strecke geblieben sind und daß das, was in dem Nadelstreifenkostüm steckt, ein nur etwas anderer Mann ist. Schade.

Der Kumpel 
Offen und ehrlich, immer zu Gesprächen und Hilfe bereit, stellt er die eigenen Interessen zurück, wenn es um die Kollegen geht. Der Typ, mit dem man Pferde stehlen möchte. Hat immer einen Kaffee, wenn es einem dreckig geht. Ist die gute Seele (s. auch dort) im Betrieb, hat selten Aufstiegschancen, weil er sich keine Zeit nimmt, an sein Fortkommen zu denken. Oft in Personalvertretungen anzutreffen.

Der Motivator 
Der Idealtyp eines Vorgesetzten (oder Team-Kollegen). Erkennt intuitiv die Begabungen und Neigungen seiner Mitmenschen und bestärkt sie darin, diese zum Wohle des Ganzen optimal einzusetzen. Obwohl selbst vielbeschäftigt, hat er doch ab und an Zeit für ein paar freundliche Worte: zur rechten Zeit und am rechten Ort.

Der Naive 
Wie ein Traumtänzer geht er durch’s Leben, immer den passenden Schutzengel neben sich; er hat noch die in Kleists „Marionettentheater“ erwähnte Unschuld. Argwohn, Mißtrauen, Intrigen sind ihm fremd, und so entgehen ihm auch Schlechtigkeiten, die für jedermann außer ihm gut sichtbar direkt vor seiner Nase passieren. Die Naivität ist unbewußt ein hervorragender Schutz und garantiert ein bis ins hohe Alter unversehrtes, stabiles Nervensystem. Negativ: der Naive wird oft unbewußt zum Werkzeug von Intrigen.

Der Opportunist 
Er braucht keinen Windkanal: sein CW-Wert übertrifft die kühnsten Ingenieurträume, denn er ist super-stromlinienförmig und aalglatt. Er tut immer das, was man von ihm verlangt, begehrt nie auf, paßt sich an, sein Fähnchen eilt der Winddrehung um eine Zehntelsekunde voraus. Wenn es opportun ist, verrät oder übergeht er die eigenen Kollegen.

Der Pedant 
Er bedenkt und bearbeitet alles bis ins Mikroskopische, wird deshalb selten fertig, beklagt sich ständig überUnordnungGammelei und Nachlässigkeit im Kollegenkreis, ordnet in psychopathologischem Zwang auf Kollegentischen die Bleistifte zur Parade-Formation, vergißt über seinem Genauigkeitsfimmel, daß es noch Menschen um ihn herum gibt und daß diese Sorgen haben, um die er sich vielleicht auch etwas genauer kümmern könnte.

Die Quasselstrippe 
Eine unaufhörlich und meist über andere redende Person. Ihr Arbeitsgerät ist der Telefonhörer, den sie (nach pharaonischem Brauch) als Beigabe mit ins Grab bekommt. Die QS interessiert sich für alles und jeden, ist eine wandelnde Enzyklopädie ihrer Umwelt, kennt die Kollegen und ihre Familien, ist als Info-Börse Anlaufstelle fürSorgenNöte und Vertraulichkeiten aus dem Kollegenkreis. Auch in populären TV-Serien (Familie Hesselbach, Büro-Büro) und -sketchen immer wieder gern karikiert, stirbt diese meist liebenswerte Spezies allmählich aus, findet sie doch weder Platz noch Nahrung in den unpersönlich-kalten Glitzerwelten und competence centersunserer Technokratie.

Der Querulant 
Mit dem Bollerkopf wesensverwandt, hat er eine Meisterschaft entwickelt darin, es mit jedem nur möglichen Mitmenschen zu verderben. „Viel Feind, viel Ehr“ ist seine Maxime.  

Der Resignator 
In einem langen Arbeitsleben wurde er so oft übergangen, verkannt und gedemütigt, daß er es aufgegeben hat, irgendwelche Initiativen zu entfalten oder mit den Vorgesetzten über seine Lage zu sprechen. Er, der für seine Arbeitsstelle möglicherweise so Wertvolle, Ergiebige, werkelt still und apathisch vor sich hin, offenbart sich gelegentlich seiner Mitwelt, die dann meist Sympathie heuchelt und froh ist, daß es nur ihn getroffen hat.

Der Schweigsame 
Ihn merkt man kaum. Der Schweigsame kommt, arbeitet, geht, erscheint nie zum Tee, im Grunde weiß niemand so recht, was er tut. Das ist schade, könnte er doch aus seinem Tun, Handeln, Beobachten und Fühlen heraus vieles Gute und Interessante an seine Mitmenschen weitergeben. Stille Wasser gründen tief!

Die gute Seele 
Diese Spezies ist meist weiblich; unzählige Sekretärinnen und Sachbearbeiterinnen überstrahlen die Arbeitswelt mit der milden Sonne eines ausgesprochen lieben Wesens. Gäbe es sie nicht, so hätte möglicherweise so manche im Dienst gequälte Mensch allen Grund, sich vor oder hinter einen Zug zu werfen. Das Lächeln einer guten, lieben Seele versetzt mehr Berge als eine ganze Bibliothek voller abstruser, als Resultat geistiger Blähungen freigesetzter Theorien.

Der Sensible 
Oft mit hochgradig künstlerischen Neigungen und Begabungen gesegnet, hungert der sensible Mensch in seinem Arbeitsfeld nach einfühlsamer Behandlung und dem Kontakt mit Gleichgesinnten, doch dieses Verlangen bleibt fast immer unerfüllt. Der sensible Mensch erduldet still alle Demütigungen (für die er eine ideale Übungs-Zielscheibe darstellt), sein Nervensystem ist bald zerrüttet, gravierende Gesundheitsschäden und ein frühes Siechtum sind die Folge.

Der Statistiker 
Ihn gibt es sowohl als Vorgesetzten wie als Mitarbeiter. Ersterer will zu allem und jedem eine Aufstellung (noch gestern) und kontrolliert alles: vom Fenster-Schließen bis hin zum Klorollenverbrauch; letzterer zählt und dokumentiert alles, bis hin zur Anzahl seiner Beiwohnungen; hat er Glück, avanciert er in eine Führungsposition.

Der Tüftler 
Nichts ist unmöglich, seine Devise. Kein Problem, das nicht gelöst werden kann. Der Wissenschaftler muß wissen, was zu wissen ist, und alles machen, was zu machen ist, sagte sinngemäß Edward TELLER, der Konstrukteur der Wasserstoffbombe. In seiner genialischen Verbissenheit steht der akademische Tüftler fernab von jeder gesellschaftlichen Verantwortung, ist williges Werkzeug skrupelloser Politiker. Das Problem fasziniert, die Lösung befriedigt, die Bombe fällt, und schon ist Hiroshima ausradiert.

Den Tüftler gibt es auch in einer geisteswissenschaftlichen Version. Er sitzt in seinem Elfenbeinturm und zählt sprachliche oder literarische Fliegenbeine, während „draußen“ brutale Kriege geführt und politische Lösungen, zu denen er sein geistiges Potential beisteuern könnte, nicht gefunden werden.

Der Wichtigtuer 
Wesensverwandt mit dem -> Angeber. Für ihn gilt das Axiom, daß manche Menschen nur in aufgeblasenemZustand sichtbar werden. Er macht aus allem einen coitus principalis *). Es gelingt ihm, alles hochzustilisieren: zuallererst die eigene Arbeit, aber auch jeden kleinsten Zwischenfall, der durch sein Zutun kriegerische Dimensionen annimmt.

Der Workaholic 
Dieser Suchtkranke lebt, um zu arbeiten. Die Arbeitsstelle ist oft Fluchtpunkt einer Existenz, die daheim unter dem Pantoffel steht nach dem Motto „Papa hat bei uns nichts zu sagen“. Der W. schuftet wie ein Berserker, auf seinem Schreibtisch türmen sich „gewachsene Haufen“ unerledigter Vorgänge, das WühlenSortierenAbzeichnenund Stempeln sind sein Lebens-Elixier. Über seiner Arbeit vergißt er, daß es Kollegen gibt.

Der Zeitlose
Scheinbar träumerisch durchs Leben (und die Arbeit) gehend, koppelt er sich ab von allen technischen Innovationen, die – zu hause wie im Beruf – die Arbeit erleichtern, neue Horizonte eröffnen und Erkenntnisse bringen könnten. Der Z. hält wenig von den sogenannten Neuen Medien, erzählt stolz, daß er daheim entweder keinen Fernseher hat oder ihn so gut wie nie benutzt; im Büro lehnt er Computer strikt ab (und nimmt daher verfügbare Etat-Mittel nicht in Anspruch), hält natürlich auch nichts vom Internet (einer Brutstätte von Kinder-Pornographie und sonstigen Verbrechen, hat er irgendwo gehört), von E-Mail und all diesem Zeugs. Aufgrund seiner gehobenen Position hat er das zweifelhafte Glück, sich solche Standpunkte leisten zu können. In den oftesoterisch angehauchten, realitätsfernen Zirkeln, in denen er privat verkehrt, hat er sich mit seinerTechnikfeindlichkeit ein gewisses Maß von Achtung und Anerkennung erworben.
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*) Fürstenbeischlaf

(c) Wolfgang Näser 8/96 ff.

http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/welc.htm

Christen und Muslime feiern gemeinsam

Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Oberdieten am 28.08.2016.

Christen und Muslime feierten ein gemeinsames ein Fest.

Mehr als 100 Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Oberdieten feierten mit 20 Flüchtlingen und deren Familien in Oberdieten.

So haben Christen und Muslime an diesem Tage ein gemeinsames Fest gefeiert.

Das ist in der heutigen Zeit doch ganz wunderbar.

Und setzt ein Zeichen für Freundschaft, Frieden und Geschwisterlichkeit unter den Menschen.
 Wenn auch in diesem kleinen Rahmen.

Aber auch dabei gilt der Satz:

„Große Türen drehen sich in kleinen Angeln.“

Zu diesem Thema siehe auch das folgende Link:

Du sollst den Flüchtling lieben! « Dei Verbum http://www.dei-verbum.de/du-sollst-den-fluechtling-lieben/

Rudolf Bultmann

Jesus Christus und die Mythologie

Der verbreitete Vorwurf gegen Bultmann ist, er habe, um den Glauben wissenschaftsfähig zu machen, alles über Bord geworfen, was vor der modernen Wissenschaft nicht bestehen kann, wie Jungfrauengeburt, Wunder, leeres Grab usw. Sein Kriterium sei im Grunde die Naturwissenschaft, und er glaube nur noch das, was er rational begreifen könne, d. h. er glaube praktisch nichts mehr.

Solcher Vorwurf ist falsch. 

Bultmann macht deutlich, daß die Naturwissenschaft gar nicht in der Lage ist, die ganze Wirklichkeit zu umfassen, da Gott:

„jenseits der Welt und jenseits des wissenschaftlichen Denkens ist“. 

Bultmann glaubt an den Gott, von dem die Naturwissenschaft zu schweigen hat, da Gott innerweltlich nicht nachweisbar ist, an den Gott, von dem die biblische Mythologie redet, wenn auch in unangemessener Weise. 

Die Tatsache, daß Bultmann das mythologische Weltbild der Bibel vom Standpunkt der modernen Naturwissenschaft aus kritisiert, bedeutet nicht, daß damit für ihn die Naturwissenschaft das letzte Wort behält. 

Er sieht vielmehr in den mythologischen Aussagen des Neuen Testaments – bei aller Kritik an ihnen – eine tiefere Bedeutung. „Mythen sind Ausdruck für die Einsicht, daß der Mensch nicht Herr der Welt und seines Lebens ist, daß die Welt, in der er lebt, voller Rätsel und Geheimnisse steckt. 

Die Mythologie ist der Ausdruck eines bestimmten Verständnisses der menschlichen Existenz. 

Sie glaubt, daß die Welt und das Leben ihren Grund und ihre Grenze in einer Macht haben, die außerhalb all dessen ist, was wir berechnen und kontrollieren können.“ 

Insofern also kommt der Mythos der ganzen, die Welt umfassenden Wahrheit näher als die Naturwissenschaft. 

Nur: Die Mythologie spricht über diese Macht auf unzureichende Weise, denn sie spricht von ihr wie von einer weltlichen Macht. 

„Der Mythos objektiviert das Jenseitige zum Diesseitigen.“ 

Die göttliche Kausalität wird eingeführt als ein Glied in der Kette der Ereignisse. Das Handeln Gottes wird dargestellt als eines, das den Lauf der Natur durchbricht, durchlöchert.

„Das ganze Weltverständnis, das in der Predigt Jesu wie allgemein im Neuen Testament vorausgesetzt wird, ist mythologisch; das heißt: 

Die Vorstellung der Welt, die in die drei Stockwerke Himmel, Erde und Hölle eingeteilt ist, die Vorstellung, daß übernatürliche Kräfte in den Lauf der Dinge eingreifen, und die Wundervorstellung, insbesondere die, daß übernatürliche Kräfte in das Innenleben der Seele eingreifen, die Vorstellung, daß der Mensch vom Teufel versucht und verdorben und von bösen Geistern besessen werden kann. 

Dieses Weltbild nennen wir mythologisch, da es sich von dem Weltbild unterscheidet, das von der Wissenschaft seit ihrem Anfang im klassischen Griechenland gebildet und entwickelt wurde und das auch von allen modernen Menschen angenommen worden ist.“

Für den Menschen von heute sind Vorstellungen von Jungfrauengeburt usw., die dem mythologischen Weltbild entsprechen, nur mit einem sacrificium intellectus, dem Verzicht auf das Verstehen, zu glauben. 

Viele lehnen das Christentum ab, weil es ihrem Verstand zuwiderläuft, andere sehen in solchem Opfer des Verstandes das Wesen ihres christlichen Glaubens. 

Aber beide Male wird der Anstoß des christlichen Glaubens auf eine falsche Ebene geschoben, denn die christliche Botschaft wendet sich nicht an die theoretische Vernunft. 

„Die Unbegreiflichkeit Gottes liegt nicht auf der Ebene theoretischer Gedanken, sondern auf der Ebene der persönlichen Existenz.“ 

Nicht darin besteht die Unbegreiflichkeit Gottes, daß er auf irrationale Weise etwas tut, das den natürlichen Lauf der Dinge durchbricht, sondern weil er mir als der lebendige Gott begegnet.

Bultmann will durch seine Entmythologisierung des Neuen Testaments, durch das Abstreifen des alten, mythologischen Weltbildes die tiefere und eigentliche Bedeutung der mythologischen Anschauungen freilegen, er will den Mythos nicht eliminieren, sondern existential interpretieren, und glaubt sich dazu insofern berechtigt, als schon Paulus und vor allem Johannes die christliche Botschaft auf solche Weise entmythologisiert haben und so deutlich machten, daß die Bibel von einer neuen Existenzmöglichkeit des Menschen spricht.

Die Tatsache, daß die Worte der Schrift Worte Gottes sind, „bevollmächtigte Worte über unsere Existenz“, kann man nicht beweisen. 

Der Glaube kann sich nicht gegen den Einwand, eine Illusion zu sein, verteidigen. 

Daß eine geschichtliche Person, Jesus von Nazareth, das ewige Wort, der Logos, die Heilstatt Gottes ist, kann der objektive Historiker als solcher nicht erkennen. 

Bultmann sieht darin nicht eine Schwäche des Glaubens, sondern „seine wahre Stärke“, denn wer jede Sicherheit aufgibt, wird wahre Gewißheit finden. Der Mensch kann von Gott kein objektivierendes Wissen haben.

Bultmanns glaubendes „dennoch“ und „trotzdem“ angesichts der Verborgenheit des Handelns Gottes, seine Frömmigkeit neben seiner Kritik aller Objektivierbarkeit des Glaubens sind eindrucksvoll. 

Für ihn ist „radikale Entmythologisierung die Parallele zur paulinisch-lutherischen Lehre von der Rechtfertigung ohne des Gesetzes Werk allein durch den Glauben“. 

Sie ist ihm die konsequente Durchführung für das Gebiet des Wissens und Denkens. 

„Wie die Lehre von der Rechtfertigung zerstört die Entmythologisierung jedes Verlangen nach Sicherheit. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Sicherheit auf der Basis von guten Werken und der Sicherheit, die auf objektivierendem Wissen beruht.“ 

Der Mensch, der an Gott glaubt, muß wissen, daß er nichts in Händen hat, woraufhin er glauben könnte, daß er gleichsam in die Luft gestellt ist und keinen Ausweis für die Wahrheit des ihn anredenden Wortes verlangen kann. Denn „Grund und Gegenstand des Glaubens sind identisch“.

An das Wort Gottes glauben, heißt also für Bultmann 

„alle rein menschliche Sicherheit aufzugeben und so die Verzweiflung abzustreifen, die aus dem Versuch, die Sicherheit zu finden, entsteht; ein Versuch, der immer vergebens ist“.

Uta Ranke-Heinemann

Rudolf Bultmann: Jesus Christus und die Mythologie | ZEIT ONLINE http://www.zeit.de/1983/11/jesus-christus-und-die-mythologie/komplettansicht 

Geschichte des jüdischen Volkes

Diaspora

Von Allon Sander

Speyer war ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit

Geschichte des jüdischen Volkes – Völker – Kultur – Planet Wissen http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/pwiediaspora100.html 

Geschichte des jüdischen Volkes

Zionismus

Von: Allon Sander

Geschichte des jüdischen Volkes – Völker – Kultur – Planet Wissen http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/pwiezionismus100.html 

Geschichte des jüdischen Volkes

Antisemitismus und Antijudaismus

Von: Allon Sander

Geschichte des jüdischen Volkes – Völker – Kultur – Planet Wissen http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/pwieantisemitismusundantijudaismus100.html

Zionismus

Geschichte des jüdischen Volkes

Juden und Muslime

Von: Allon Sander

Geschichte des jüdischen Volkes – Völker – Kultur – Planet Wissen http://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/geschichte_des_juedischen_volkes/pwiejudenundmuslime100.html