Schwester Nicotiana Solanaceä…*

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Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur.
Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die größte Sünde. (Erasmus von Rotterdam)

Ganz und gar gegen den Zeitgeist.
Und dennoch schreibe ich :

Dein Duft kann mich betören
Und verführen
Mit deinen blauen Wolken
Trägst Du mich davon
In ferne Welten
Schwindlig fern
Freiheit ahn ich
Ganz ohne Körper sphärisch leicht
Wanderschaft nach Elysion dann

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Dort ein Held
Von Göttern geliebt
Unsterblich und selig

* botanisch: Tabak Nachtschattengewächs

Später Herbst

Später Herbst
Lichtdunst der kühlt
Dämmrung die ruht

Honigträchtger Kerzenduft
Fettköstliche Gans

Dunkelstarker Gerstensaft
Sauerstarkes Kappeskraut

Nachtsüße Schokoladenlust
Das ist er mein später Herbst

A. H.

In Memoriam Onkel Theodor (RiP)

Lieber Onkel Theodor* sprichst Latein und trinkst gern Wein.

Lieber Onkel Theodor an Deinen Namen denk und nimm dir das Geschenk.

Lieber Onkel Theodor
warst so lange fort kehr doch heim
wir harren dein.

Lieber Onkel Theodor bist doch klug
vergiss den Streit und alle Eitelkeit
auch ich bin dazu gern bereit.

Lieber Onkel Theodor wir brauchen Dich.
Sprich uns an mit Klugheit und Humor dies schätzen wir an Dir.

Lieber Onkel Theodor
Lass uns von alten Zeiten reden
lass uns unsre Wurzeln suchen.

Lieber Onkel Theodor
Lass und spotten, lästern schmähen, nicht vergessen das in Ehren
halten wir den Menschenschlag dem wir alle sind entsprungen.

Lieber Onkel Theodor sprichst Latein
und trinkst gern Wein.
Lass uns mit Wein zusammen fröhlich sein.

*Die Bedeutung des Namens Theodor („Geschenk Gottes“) leitet sich von den beiden Wörtern theos „Gott“ und dōron „Geschenk“ ab.

Schnee riecht…..

Ein metaphorisches Gedicht

Schnee riecht…..
Ich riech den Schnee er riecht nach Dorf ganz vertraut nach Haus und Hof.
Nach Kindheit riecht er recht vertraut: süß und bitter
frisch und muffig
gut gewürzt und schal zugleich.

Er riecht nach Schule Bohnerwachs
Kreide, Tafelschwamm ganz nass.
Nach Pipi auch nach Schulbuchdunst,
Fußschweiß riech ich, ungewaschner Hals und Ohrenschmalz.

Er riecht nach Kuhstall süßlich scharf und stechend, nach warmer frischer Milch erst rahmig süß und später sauer.

Nach Kirchgang riecht er unverdrossen
Mottenpulver Schweiß und Seife,
Witwentracht und Tannengrün,
nach Kerzenduft und nach Gesangbuch.

Nach warmem Blute riecht er
und nach dem Dunst vom den Gedärmen
der dampfend aus dem Leib von Schweinen, sich süßlich mischt mit feisten Wurstgerüchen die brodelnd aus dem Kessel wabern.

Schnee riecht…..

Der gute Herbst

Du guter Herbst
Du kühlst mich.
Du ziehst mich in deinen Bann mit Gold und Rot und all dem dazwischen.
Du gibst mir eine Ruhe zurück.
Du weist mir den Weg nach innen, raubst mir den Zwang mich dauernd zu zeigen.

A. H.

Meiner Tochter

Du bist wie ich und doch ganz anders Das wundert mich

So lieb ich Dich.

Deiner Mutter Liebreiz der erscheint in Deinen Augen. Bist kecker nur und noch so jung.

So lieb ich Dich

Du bist so stark und doch oft sanft zu mir. Das dank ich Dir
So lieb ich Dich
Die Zukunft die ist Dein
Du nimmst Sie Dir ganz ohne Arg
So lieb ich Dich
Du suchst das Gute find’ st es auch
Such und find es immer
So lieb ich Dich

Mein Glück Du bist
so wie’s auch Deine Mutter ist
So jung, so frisch, so anmutsvoll natürlich echt.
So lieb ich Dich
Gott segne Dich

„Die Einfalt“

Die Einfalt

Dummheit die sich als Einfalt zeigt die liebe ich:
Sie nennt den Augenblick und staunt.
Fragt nicht woher fragt nicht wohin.
Ist ohne List und Arg
Sie staunt nur.
Im ersten Staunen schon, da wird sie klug.
Und ahnt es nicht

Erika Schmidt, Frank Langenbach, Steven David James, Armin Herzberger