Was hat Inklusion mit Rilke zu tun?

Rilke und das Thema Inklusion? Wie weit ist das denn hergeholt? Idealistische Spinnerei? Bildungsbürgerliche Gedankenverrenkung von spinnerten Erziehungswissenschaftlern, Sonderpädagogen und Sozialarbeitern? Braucht die „Behindertenhilfe ein neues Narrativ?

Neugierig geworden? Lesen Sie bitte meinen nachfolgenden Blogbeitrag:

1. Die Teilhabe an allen Bereichen unserer Gesellschaft ein wesentlicher Ausdruck von Inklusion.
2. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. So steht es in Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Gleichbehandlung und die Förderung von Chancengleichheit als eine Voraussetzung für Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen stehen deshalb im Zentrum der Behindertenpolitik der Bundesregierung.

3. Die Vorschrift bindet als individuelles Grundrecht Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung unmittelbar, nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in Ländern und Gemeinden sowie sonstigen Institutionen und Organisationen der „öffentlichen Gewalt“. Auf Rechtsbeziehungen zwischen Privaten wirkt das Benachteiligungsverbot mittelbar, indem es bei der Auslegung und Anwendung bürgerlichen Rechts berücksichtigt werden muss.

3. Mit dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGBIX, 2001) und dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG, 2002) wurden grundlegende gesetzliche Voraussetzungen zur Umsetzung des Benachteiligungsverbots des Grundgesetzes und für eine verbesserte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen geschaffen. Im SGB IX wurde das zersplitterte Recht zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen sowie das Schwerbehindertenrecht zusammengefasst und weiterentwickelt. Dabei trägt das SGB IX dem Grundsatz des selbstbestimmten Lebens und der Eigenverantwortlichkeit behinderter Menschen Rechnung und löste das bisher an Fürsorge und Versorgung behinderter Menschen orientierte Prinzip ab. Mit dem Behindertengleichstellungsgesetz wird das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes umgesetzt: Das BGG regelt Barrierefreiheit in einem umfassenden Sinn und erkennt die Deutsche Gebärdensprache, die lautsprachbegleitenden Gebärden an sowie das Recht, diese und andere geeignete Kommunikationsformen zu verwenden.

4. Der Paradigmenwechsel, der in der Behindertenpolitik in Deutschland insbesondere mit dem SGB IX und dem BGG eingeleitet wurde, wurde mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) fortgesetzt. Das SGB IX bietet bereits einen weitgehenden Schutz für schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben, das AGG weitet diesen Schutz jetzt auf alle Menschen mit Behinderung aus. Er erstreckt sich auf alle Bereiche des Arbeitslebens. Dieser Schutz reicht von der Bewerberauswahl über den Zugang zu beruflichen Bildungschancen bis hin zu Beförderungen. Im Alltagsleben wirkt das Gesetz Diskriminierungen bei so genannten Massengeschäften – z.B. bei Kaufverträgen, Hotelbuchungen und Ähnlichem – entgegen und verbietet Benachteiligungen auch bei privaten Versicherungen.

5. Die nationale Politik der Bundesregierung findet mit dem VN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung seine Entsprechung auf internationaler Ebene. Deutschland hat das VN-Übereinkommen und das Zusatzprotokoll als einer der ersten Staaten am 30. März 2007 unterzeichnet und, nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen mit dem Ratifizierungsgesetz am 1. Januar 2009 geschaffen wurden, am 24. Februar 2009 mit Hinterlegung der Ratifikationsurkunde in New York ratifiziert. Seit dem 26. März 2009 sind VN-Übereinkommen und Zusatzprotokoll für Deutschland verbindlich. Das Übereinkommen als erstes universelles Rechtsinstrument, ist auf die Lebenssituation von weltweit über 600 Millionen behinderten Bürgerinnen und Bürgern zugeschnitten, es definiert soziale Standards, an denen die Vertragsstaaten ihr politisches Handeln zukünftig messen lassen müssen. Ein gesellschaftlicher Wandel ist damit vorgezeichnet. Dieser Wandel ist von klaren Zielen bestimmt: Dabei geht es um Teilhabe, Selbstbestimmung und uneingeschränkte Gleichstellung. Es geht um das Ziel, alle Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, ihr Leben selbstbestimmt nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen führen zu können. Und es geht um Politik, die die berechtigten Ansprüche und die Rechte der behinderten Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt.

6. Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen konkretisiert die allgemeinen Menschenrechte aus der Perspektive der Menschen mit Behinderungen und vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Lebenslagen, die im Menschenrechtsschutz systematische Beachtung finden müssen. Damit stellt das Übereinkommen einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Rechte behinderter Menschen weltweit dar. Es würdigt Behinderung als Teil der Vielfalt menschlichen Lebens und überwindet damit das noch in vielen Ländern nicht mehr zeitgemäße Prinzip der Fürsorge. Das Übereinkommen und sein Fakultativprotokoll sind für Deutschland seit 26. März 2009 verbindlich.

7. Zur konkreten Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hat die Bundesregierung einen Nationalen Aktionsplan erarbeitet, der die Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung in einer Gesamtstrategie für die nächsten zehn Jahre zusammenfasst. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen, Chancengleichheit in der Bildung und in der Arbeitswelt herzustellen und allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit auf einen selbstbestimmten Platz in einer barrierefreien Gesellschaft zu geben. Bei der Ausarbeitung des Nationalen Aktionsplans hat die Bundesregierung großen Wert darauf gelegt, die Zivilgesellschaft – insbesondere behinderte Bürgerinnen und Bürger – einzubeziehen und ihre Visionen, Ideen und Vorschläge für Maßnahmen aufzugreifen.

8. Quo vadis Inklusion?

8.1 Braucht die „Behindertenhilfe“ ein neues Narrativ?

„Menschen lieben Geschichten – Wir hören sie an, erzählen sie selbst und erfahren dabei viel über uns, andere und die Welt, in der wir leben.

Methoden, in denen Geschichten im Mittelpunkt stehen, bieten auch für die politische Bildung und das Thema nachhaltige Entwicklung ein großes Potential.
Das Erzählen von Geschichten ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft.

Im Gegensatz zu analytisch-wissenschaftlichem Denken, das auf klar abgegrenzten Fakten beruht und zu eindeutigen Feststellungen führt, geht es beim narrativen Denken um den größeren Zusammenhang – um Kontext, Relevanz und Sinn. Beide Denkweisen bieten einen jeweils spezifischen Zugang zur Welt.

Es ist ein Wesensmerkmal unserer Kultur, dass wir dem analytisch-wissenschaftlichen Denken eine große Bedeutung zumessen.

Denn es hilft uns, die Dinge berechenbar zu machen, sie in den Griff zu bekommen. Das geht im Extrem so weit, dass nur wissenschaftlich-exaktes Wissen als wahr angesehen wird. Damit sind wir weit gekommen. Auf der anderen Seite erleben wir gerade die diffusen und vielschichtigen Angelegenheiten in unserem Leben (wie zum Beispiel die Liebe) als durchaus wahrhaftig – auch wenn sie hochgradig subjektive Erfahrungen darstellen und nicht exakt vermessbar sind. Angesichts der komplexen Struktur unserer Wirklichkeit lässt sich Exaktheit dementsprechend nur durch die Isolation des herausgegriffenen Sachverhalts erreichen. Mit dem fortschreitenden Herauslösen aus dem Kontext verringert sich aber auch der Relevanzgehalt, weil größere Beziehungs- und Bedeutungszusammenhänge verloren gehen. Um Sinn zu schaffen, brauchen wir den ’narrativen Modus‘.“

8.2  Die Lebenshilfe Möglichkeitsdenker: Ein nachahmenswertes Beispiel narrativen nachhaltigen öffentlichen Handelns – Menschen mit Lernschwierigkeiten sind den Weg des öffentlichen Gesprächs, des konstruktiven Diskurses, gegangen.

Die Möglichkeitsdenker,  bei der Lebenshilfe Lüdenscheid, sind bereits in konkreter Planung, und suchen den Weg des öffentlichen Diskurses, vor allem bei wichtigen sozialpolitischen und ethischen Themenbereichen.

Eines der drängensten Themen unserer Zeit, den konstruktiven Dialog zwischen Judentum, Christentum, Islam und Humanismus, sind im Jahre 2015 bei insgesamt 5 öffentlichen Veranstaltungen diskutiert worden.

Das Narrativ, die Geschichte dazu, war die Bearbeitung und öffentliche szenische Aufführung der Ringparabel in leichter Sprache aus dem Theaterstück Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing

Die Möglichkeitsdenker entwickelten sich aus verschiedenen Projekten zum freiwilligen bürgerschaftlichen von Menschen mit Lernschwierigkeiten in ihrer Region, begonnen im Jahre 2006.

Dort vollzog sich auch innerhalb des praktischen sozialpädagogischen Handlungsfeldes eine eindeutige Hinwendung zur Gemeinwesenarbeit.

Gleich zu Anfang entwickelte sich ein alle zukünftigen Bemühungen zusammenfassendes Narrativ.

Es war ein Gedicht von Rainer Maria Rilke einer der bekanntesten Lyriker der Romantik nämlich: „Werkleute sind wir…“
Es handelt sich dabei, das sei an dieser Stelle erwähnt auch um eines meiner Lieblingsgedichte.

Dass ein solches Gedicht, aus der bildungsbürgerlichen Hochkultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts, zum vielfältig zitierten Narrativ wurde und all unsere Bemühungen und Entwicklungsschritte begleitete freut mich ganz besonders.

Wiederlegt es doch glänzend die oft geäußerte und ausgrenzende Auffassung, das solche lyrisch anspruchsvolle Texte diesem Personenkreis per se nicht zugänglich seien.

Auch aus diesem Grunde sei es auch an dieser Stelle wieder einmal zitiert:

„Werkleute sind wir………..*

Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister, und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister, geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister und zeigt uns zitternd einen neuen Griff. 

Wir steigen in die wiegenden Gerüste, in unsern Händen hängt der Hammer schwer, bis eine Stunde uns die Stirnen küsste, die strahlend und als ob sie Alles wüsste von dir kommt, wie der Wind vom Meer. 

Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern. 

Gott, du bist groß. „

*Rainer Maria Rilke, 26.9.1899, Berlin-Schmargendorf

Rainer Maria Rilke

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Ehrenamt macht Spaß

Mein Ehrenamt

Mitglieder Versammlung der Lebenshilfe Bundesvereinigung am 15. und 16. November 2018.

Jeanne Niklas Faust (Bundes Geschäftsführerin)

Ulla Schmidt (Bundes Vorsitzende)

Armin Herzberger (ehrenamtlicher Delegierter der Lebenshilfe Lüdenscheid)

Monika Haslberger (Stellvertretende Bundes Vorsitzende)

Ehrenamt ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie. Ehrenamt ist Bürgerrecht. Ehrenamt ist Bürgerpflicht. Ehrenamt tritt ein für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit. Ehrenamt können alle machen. 

Und: Ehrenamt macht Spaß weil es allen hilft.

Bitte mitmachen!

#Lebenshilfe #LebenshilfeLuedenscheid #LebenshilfeMarburg #Ehrenamt #Demokratie ##Bürgerrechte #GegenPopulismus #Vielfalt #Toleranz

Einige wichtige Inhalte und Personen:

Ulla Schmidt Bundesvorsitzende

Die Lebenshilfe ist eine der ältesten Bürgerinitiativen. Lasst uns in diesem Sinne weiter machen. „Quo vadis Lebenshilfe“ Die Lebenshilfe als deutsche Bürgerbewegung. Die Lebenshilfe versteht sich als Bürgerrechtsbewegung. Ehrenamt ist im Vordergrund der Lebenshilfe Arbeit. Das Ehrenamt,  und die Dienste und Einrichtungen sind in Einklang zu bringen. Fachliche und hauptamtliche Kompetenz sind kein Wiederspruch. BSie sollen sich gegenseitig fördern und unterstützen, damit eine quartiersbezogene Weiterentwicklung befördert wird.

Prof. Dr. Jeanne Niklas Faust Bundesgeschäftsführerin

Die Lebenshilfe ist bunt, vielfältig und so spannend wie das Leben selbst. Vielfalt ist unsere Stärke. Vielen Dank an all die Menschen die bei uns mitmachen.

Dr. Angelika Magiros Lebenshilfe Bundesvereinigung Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Angelika Magiros. Immer unterwegs für Inklusion, Bürgerrechte, und bürgerschaftliches Engagement. Und, eine liebe Kollegin mit der ich seit langer Zeit freundschaftlich verbunden bin.

Danke für alles liebe Angelika.

Theologie der Befreiung

Christlicher Sozialismus

„11 So ihr Hilflosen Pachtgeld annehmt und sein Getreide mit Steuern belegt, darum baut ihr Häuser aus behauenen Steinen – und wohnt nicht darin, legt ihr euch prächtige Weinberge an – und werdet den Wein nicht trinken.

12 Denn ich kenne eure Frevel, die so viel sind, und eure Sünden, die so groß sind, wie ihr die Gerechten bedrängt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor unterdrückt.“ Amos 5,11-12

„Ein wirklicher Christ muß Sozialist werden (wenn er mit der Reformation des Christentums Ernst machen will!). Ein wirklicher Sozialist muß Christ sein, wenn ihm an der Reformation des Sozialismus gelegen ist.“. Karl Barth

Christlicher Anarchismus Anarchist ist […] jemand, der die andere Wange hin hält, die Tische der Geldwechsler umwirft und keinen Polizisten braucht, um sich gut zu benehmen. Ein christlicher Anarchist ist nicht von Wahlurnen oder Gewehrkugeln abhängig, um sein Ideal zu erreichen; er erreicht dieses Ideal tagtäglich durch die One Man Revolution, mit der er einer dekadenten, verwirrten und sterbenden Welt begegnet.[2] Ammon Hennacy

Das Christentum wird in einer Art und Weise begriffen, das letztendlich in politischen und sozialen Fragen auf etwas hinauslauft, das politisch Aktive in der ArbeiterInnenbewegung des späten 19. Jahrhunderts begannen, als ‚Anarchismus‘ oder ‚libertärer Sozialismus‘ zu bezeichnen – und zwar nicht trotz, sondern aufgrund dessen, was in der Bibel geschrieben steht. Es ist ein Anarchismus, der sich aus der Bibel und dem Leben und Wirken Jesu herleitet. Die Bibel und die Botschaft Jesu dienen so als Grundlage dafür, zu ähnlichen oder denselben Schlüssen zu gelangen wie sie von anarchistischen TheoretikerInnen formuliert wurden:

Den Staat mit all seinen Institutionen und RepräsentantInnen als illegitim anzusehen, den Kapitalismus als Wirtschaftssystem abzulehnen und eine egalitäre, dezentrale und gewaltfreie Gesellschaftsordnung, frei von Unterdrückung und Ausbeutung, an deren Stelle zu verwirklichen.[3]

Es ist ein Anarchismus, der sich aus der Bibel und dem Leben und Wirken Jesu herleitet. Die Bibel und die Botschaft Jesu dienen so als Grundlage dafür, zu ähnlichen oder denselben Schlüssen zu gelangen wie sie von anarchistischen TheoretikerInnen formuliert wurden:

Den Staat mit all seinen Institutionen und RepräsentantInnen als illegitim anzusehen, den Kapitalismus als Wirtschaftssystem abzulehnen und eine egalitäre, dezentrale und gewaltfreie Gesellschaftsordnung, frei von Unterdrückung und Ausbeutung, an deren Stelle zu verwirklichen.[3]

Sebastian Kalicha

Zum neuen Jahr 2018

Du musst das Leben nicht verstehen

„Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.

Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen, das kommt dem Kind nicht in den Sinn.

Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach Neuem seine Hände hin.“

Rainer Maria Rilke
(1875-1926)

„Gegensätze aufeinander zu beziehen anstatt gegeneinander auszuspielen schafft Gemeinsamkeiten“

Johannes Rau zugeschrieben

Allen Lesern meines Blog’s wünsche ich für 2018 Gesundheit und Frieden

Bruder Karlheinz spricht

Nachfolgend zwei Reden von meinem langjährigen Freund Karlheinz anlässlich meines 50. im Jahre 2008 und zum 60. Geburtstag im Jahre 2018.
Karheinz ist, er würde es selber nie von sich behaupten, ein begnadeter Redner.
Würde man Ihn daraufhin ansprechen, wäre es Ihm mit Sicherheit sehr peinlich.

Aber nun lieber Karheinz muss es einfach mal sein zwei Deiner Reden dem geneigten Zuhörer auch über unser geliebtes hessisches Hinterland hinaus, zum genussvollen Lesen zur Verfügung zu stellen:

Sapere aude

Ich zitiere:

…… Als Henry Kissinger 60 Jahre alt wurde, stellte er fest: „Als ich noch jung war, habe ich 60-Jährige für eine andere Sorte Mensch gehalten. Jetzt glaube ich, 20-Jährige sind eine andere Sorte.“
…. Dich, lieber Armin, kenne ich nun seit vielen Jahren, und du bist und bleibst von besonderer, von erstklassiger Sorte. Mit 60 genau wie mit 20 oder noch davor….. .
60 Jahre sind seitdem vergangen. Und wir haben uns hier und jetzt an diesem Ehrentag alle gemeinsam versammelt, um diesen Menschen zu feiern, der als Kollege und guter Freund ordentlich gewürdigt und gefeiert gilt.
Ohne zu dick aufzutragen erlaube ich mir mit Recht zu behaupten: Es ist eine Bereicherung, einen Menschen wie Armin mit seinen Eigenheiten, seinen Arten und Unarten, seinen Wandlungen, Veränderungen und Reifungen in körperlicher und geistiger Weise zu kennen und zu erleben.
Über all die zurückliegenden Jahrzehnte hat uns beide ein Kontakt verbunden, der phasenweise recht lose war, dann aber auch wieder intensiver. Das ist nicht zuletzt auch unseren unterschiedlichen Weg-führungen, beruflichen Herausforderungen und Lebens-konzepten geschuldet.
Während sich mein beruflicher Weg von NRW nach Hessen verlagerte, verhielt es sich bei Armin genau umgekehrt. Viele Jahre seines engagierten Schaffens hat er bis zuletzt im Nachbarbundesland zugebracht. Und auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand sucht und findet er dort sinnvolle Betätigungen in der Begleitung von Projekten und der vertretungsweisen Durchführung einer Lehrveranstaltungen „Soziale Arbeit in der Behinderten-hilfe“ an der Uni in Siegen.
Und wenn wir beide auch in manchen Ansichten, Welt-sichten, politischen Einschätzungen, in theologischen Überzeugungen zuweilen durchaus anderer, hier und da vielleicht sogar konträrer Ansichten und gegenteiliger Meinung sind, liegt darin überhaupt kein Grund für daraus potentiell erwachsende permanente Auseinandersetzungen, für irgendwelche Streitereien oder Hindernisse, kein Grund gegen eine echte grundlegende Achtung und ehrliche gegenseitige Wertschätzung.
Dass dem so ist, zeigt sich darin, dass Armin angefragt hat, ob ich zu seinem Ehrentag ein paar Worte sagen könnte. Dem will ich gern nachkommen, wenngleich mir, sicher meinem fortgeschrittenen Alter und meiner nachlassenden Leistungsfähigkeit geschuldet, die rechte zündende Idee nicht zugewachsen ist, wie die, welche vor just 10 Jahren bei jener denkwürdigen Geburtstagsfeier in Netphen-Hainchen für allgemeine Erheiterung gesorgt hat und uns Armins Bemühungen zur Kontaktaufnahme mit seiner Frau Doris thematisierte und vor Augen führte.
Nun, das sind auch schon wieder 10 Jahre her. Wir alle haben 3650 Tage mehr auf der Lebensuhr und allein schon der Ort und der Rahmen der Geburtstagsfeier zum 60. Geburtstag in diesem gut situierten, angenehmen Ambiente heute differiert signifikant zu Art und Ort jener Sause des Jahres 2008 im Siegerland, die zu nachmitter-nächtlicher Stunde gar einen Polizeieinsatz hervorrief.
Es ist nicht zu leugnen und es ist wohl natürlich und es ist gut so: Mit den Jahren sind wir, die meisten von uns, doch in gewisser Weise ruhiger, sollte ich sagen, gesetzter gewor-den. Das will und muss nicht automatisch heißen: Gleichgültiger, miesepetriger, vielleicht gar resignierter und womöglich im Denken nur noch auf die Grundfläche eines Bierdeckels begrenzt.
Dass dem bei unserem Jubilar ganz und gar so nicht ist, verrät ein Blick in und auf Armins reges Unterwegssein in den sozialen Medien, das zeigen seine vielfältigen Statements, seine kürzeren und längeren Ausführungen in den sozialen Netzwerken und Internetauftritten.
Da tritt immer wieder und bis heute jener ihm seit Jugend-jahren innewohnende streitbare und gegen viele Miss-Entwicklungen opponierende Geist zu Tage, der Partei ergreift für Schwache, Behinderte, Ausgegrenzte und Benachteiligte und der nach wie vor Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen. Das ist ein besonderes Charak-teristikum von Armin und spricht für ihn.
Ich hege heute nicht die Absicht, wie vielleicht erwartet, diese oder jene gemeinsamen Erlebnisse aus vergangenen Tagen hier aufleben zu lassen. Ich könnte wohl erzählen von mancherlei Internas und Erlebnissen aus Tagen und Nächten einer Jungscharfreizeit, in der Armin seine medizinischen Ersthelferkenntnisse als viel gefragter Therapeut bei kleineren Verletzungen oder Störungen des Wohlbefindens von 10-14 Jährigen in der Praxis erprobte und Beweise dafür lieferte, dass Placebos in ihrer Wirksamkeit durchaus mit anderen gemeinhin gängigen und teuren Medikamenten der Pharma-Industrie mithalten können.
Auch über manche Sitzungen im gut versteckten und mit fortschreitender Dauer der Abende zunehmend rauch-geschwängerten Logenlokal des Bundes „Die Feuerzange“ hüllen wir an dieser Stelle dezent den Mantel des Schwei-gens; selbst über jenen denkwürdigen Abend dort, als unter Zuhilfenahme eines Notstromaggregates eine besondere Dia-Vorführung möglich wurde. Gerade diese im kleinen Kreis geschehenen Ereignisse und Unterredungen, ob nun eher seicht oder überwiegend durch-aus niveauvoll, mögen in den Köpfen und Erinnerungen derer weiterleben, die sie persönlich miterleben durften.
Zudem stehen diese Details – vorwiegend aus winterlichen Abenden und Nächten mit all den Beeinflussungen und Wirkungen des dort obligatorisch und einzig auf der Getränke-Karte stehenden Feuerzangenbowlen-Gesöffs -ohnehin unter besonderer Geheimhaltung.
Sie laufen Gefahr, von denen, die den Geschehnissen nicht persönlich beigewohnt haben, eher kopfschüttelnd, befremd-lich, sicherlich wunderlich oder miss- oder unverständlich aufgenommen zu werden.
Von mancher Spezialität und Kuriosität, für die unser Jubilar eine erhebliche Mitverantwortung trägt, könnte hier schon Kenntnis gegeben werden. So beispielsweise vom länger geplanten, letztlich dann doch unterbliebenen Versuch, im Abwasser-Abfluss-System eines benachbarten Hauses in Oberdieten durch die Zufuhr und Beimengung von Hefe in den flüssigen Inhalt der Jauche-grube für ein gewisses Maß an Aufregung und einen spe-ziellen Aufruhr zu sorgen. Damit belasse ich es aber jetzt.
Das wissen wir doch alle: Es ist in der Regel klug, es ist besser, über manche Sachen den Mantel des Schweigens zu breiten und sie bei denen zu belassen, die das besondere Privileg besaßen, sie miterleben zu dürfen.
Wie sagten schließlich schon die Lateiner: „o si tacuisses, philosophus mansisses“ (auf gut Deutsch: „wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben“)
Dieses lateinische Zitat bahnt mir den Weg zur knappen Fortführung und Beendigung meiner Gedanken. Für eine kurze Ansprache zu einem Geburtstag begibt man sich gern auf die Suche nach einem hoffentlich passenden, im Idealfall gar perfekten Geburtstagsspruch. Zahlreiche Dichter, Denker, Schriftsteller und Philosophen aber auch „normale Leute“ haben über Jahrhunderte sinnige und unsinnige, Zitate, Redewendungen und Aphorismen verfasst, ob nun innig, von Herzen kommend, liebevoll, emotional und vertraut, bis hin zu bissig und peinlich. Das Internet bietet gegenwärtig eine Plattform für die ent-sprechende Suche.
Armin hat für sich ein Lebensmotto gefunden, das ihm, wie ich weiß, wichtig ist, mit dem er sich befasst hat und es weiterhin tut. Es handelt sich um die lateinische Wortfolge Sapere aude. Diese auf den antiken römischen Dichter Horaz zurückge-hende Aussage lässt sich übersetzen mit wage es, weise zu sein. Bekannt wurde der Ausspruch viel später vor allem durch den Philosophen Immanuel Kant, der ihn zum Leispruch der Aufklärung machte und als „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ deutete.
Ich bin überzeugt, dass dieser weise Satz in gewisser Weise Leitlinie und Richtschnur für Armins Beschäftigung und Auseinandersetzungen mit unterschiedlichen Fragestellun-gen und Überzeugungen gewesen ist und nach wie vor ist.
Denn selbständig denkende, mündige und mutige Bürger sind Grundlage und Bedingung für eine funktionierende Gesellschaft, Grundlage gerade auch für gute politische Entwicklungen und Entscheidungen!

Kant schrieb vor über 200 Jahren (ich erlaube mir, ihn zu zitieren):

Immanuel Kant

„Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrieß-liche Geschäft schon für mich übernehmen.“
Armin möchte in diesem Sinne im Rahmen seiner Möglich-keiten für sich gegensteuern und seine Verantwortung als denkender und mündiger Bürger wahrnehmen, seine Zeit-genossen zu motovieren, nicht zu schweigen, sich nicht in ihr Schicksal zu ergeben, sondern Position zu beziehen, Profil zu zeigen und dadurch Spuren zu hinterlassen.
Dass das kein einfacher Weg ist, versteht sich von selbst. Deshalb eine weitere von Armin gebrauchte Weisheit: „Ad Portum itur per Procellas – Zum Hafen gelangt man durch Stürme.“

Lieber Armin, zu deinem 60. Geburtstag wünsche ich dir eine Menge: Geduld für die Enkel, Verständnis für deine Ehefrau und alles Glück der Welt.
Zudem wünsche ich dir -und ich gehe davon aus, dass sich andere ebenso diesen Wünschen anschließen – Weisheit, Geduld, Gelassenheit, weiterhin Lernbereitschaft und Lernfähigkeit, Standfestigkeit, Gesundheit, Energie für deine weitere Zeit, und in und über allem Gottes Segen, an dem „alles gelegen“ ist, wie unsere Väter es schon formu-liert haben.
Ein mir unbekannter Verfasser formulierte angesichts eines 60. Geburtstages folgendes:
Sechzig, das ist weder alt, noch ist es wirklich jung, es ist etwas dazwischen halt, doch immer noch mit Schwung, führst Du Dein Leben gut gelaunt; und bist Du mal gescheitert, hast Neues Du drauf aufgebaut.
Genau so geht’s, mach nur so weiter, so ist es allemal gescheiter!
P.S.:
Sollte dir als Senior in einem Bus oder in einer Straßenbahn jemand seinen Platz anbieten, dann denke daran: Besser fest sitzen als wackelig stehen.
Nochmals alles Gute!

Wo ist Wotan

Ich zitiere:
Es geschah zu der Zeit, da unser Jubilar Armin Herzberger noch im Breidenbacher Ortsteil Oberdieten, im Haus seiner Vorfahren mütterlicherseits beheimatet war.
Seine Schulzeit lag wohl noch nicht lange zurück, die berufliche Orientierung begann.

Seine Sympathien galten, angesichts später gänzlich andersartiger Entwicklungen seiner Vita, überraschender Weise der Metallbearbeitung und -gestaltung, war auf Gewinde und Drehmomente gerichtet.
Erst allmählich rückten andere Prioritäten in den Vordergrund seiner Wahrnehmung. Ein mögliches Studium der Sozialpädagogik zeichnete sich ab und wurde konkret.

Obgleich seinerzeit körperlich unauffällig, machte Armin immer wieder durch überaus originelle und noch dazu lautstarke Äußerungen, gesprochen und in gesungener Form, auf sich aufmerksam.

So konnte es durchaus geschehen, dass er angesichts nahender Gewitter und heftig hernieder prasselnden Regens,
selbst zu nachtschlafender Zeit die germanischen Götter, allen voran,
deren Oberhaupt Wotan
aus dem geöffneten Fenster anschrie
und zur Mäßigung und Verhaltensänderung aufforderte.

Wo ist Wotan?

Wo ist Wotan?

Aus diesem geöffneten Giebelfenster direkt unter dem Dach sah man zudem häufiger eine Angelschnur quer über die Feldstraße sausen. Ein Hinweis auf Armins Zielwurftraining mit Angelrute und Schur als Vorbereitung für seine damals vorhandene Angelleidenschaft. An den Haken ging dort aber, soweit auch im Nachhinein bekannt geworden, kein Fisch.
Ein besonderer, außergewöhnlicher Fisch (man verzeihe mir diese Ausdrucksweise) rückte in jenen Tagen, aus welchen Anlass und auf welche Art und Weise auch immer, in Armins Blickfeld.
Auf eine bestimmte Dame richtete er sein Augenmerk .

Die Gedanken an selbige ließen Armins Fantasie nicht mehr los. Es erhob sich für ihn die Frage, wie man mit dieser Person in Kontakt kommen könnte.
Wäre oder war der Kontakt einmal vorhanden, sah Armin keine größeren Schwierigkeiten, mittels verbaler und nonverbaler Kommunikation das auszudrücken, was er sagen und zeigen wollte.
Bloß, wie gelang die Verbindung?
Was tun?

Problematisch war nicht, dass er in einem anderen, Diete abwärts gelegenen Breidenbacher Ortsteil aktiv werden musste. Mobil war er, Auto fahren konnte und durfte er.
Die Hürde bei dem geplanten Unterfangen war der erste Schritt.
Der Weg ins Haus in der Buchwaldstraße.

Die Tragweite dieses ersten Schrittes war Armin sehr wohl bewusst.
So überließ er diesbezüglich nichts dem Zufall.
Selbst eine Portion 4711 auf die empfindlichen Bindehäute seiner Augen und eine damit einhergehende Krankschreibung wegen Bindehautentzündung musste herhalten, um mehr Zeit für seine Überlegungen zu gewinnen.

Es ging ganz konkret um den Schritt in die Wohnung von Doris, bzw. deren Eltern.
Wie sollte er sich verhalten?
Was sollte er sagen?
Wie zahm oder stürmisch sollte die Tür geöffnet werden?
In welchem Tonfall müsste die Begrüßung der Eltern von Doris erfolgen?
Fragen über Fragen.

Nun begab sich unser geschätzter Jubilar auf einen nicht unbedingt ganz üblichen Weg.
Armin begann eine Übungseinheit dazu in unserem Haus, welches er öfter betrat und in dem er vielmals seine angebrochenen Zigarettenschachteln vergaß oder auch bewusst samt Feuerzeug liegen ließ.

Die in den Folgewochen vielfach geprobte Szene umfasste eine kurze Handlung und lediglich 7 Worte:
Aus dem Flur kommend, öffnete Armin nach kurzem Klopfen in unterschiedlicher Ausprägung die Küchentür in unserem Haus und betrat die Räumlichkeit mit immer denselben Worten: Gen Dach, ess da aue Doris derhäm?
Mal dezent, mal kernig, mal fordernd, mal schüchtern:
Immer wieder:
Gen Dach, ess da aue Doris derhäm?

Durch dieses Training baute er nach und nach ein Stück weit seine Unruhe… —ab und gewann zunehmend Routine, die ihn befähigte, eines Tages den ganz entscheidenden Schritt in Niederdieten zu vollziehen, um in seinem Gefolge später um die Hand von Doris anhalten zu können.

Gen Dach, ess da aue Doris derhäm?
Ob er dann wirklich auf diese Weise und unter dieser Wortwahl in Niederdieten Eingang finden konnte, ist nicht authentisch bezeugt.

Was lernen wir aus diesem Geschehen, das nahezu 30 Jahre zurückliegen dürfte?

Ein kleiner Schritt durch eine Zimmertür
ermöglicht einen großen Schritt zu einer Herzenstür.

Und : Übung macht den Meister.
Ganz einfach, eben:
Gen Dach, ess da aue Doris derhäm?
Zitat Ende

Diese Rede bedarf keiner zusätzlichen Illustration, keines zusätzlichen Kommentars.
Sie spricht so wie sie verfasst und vorgetragen ist für sich

Chapeau Karheinz

Liebe Schwestern und Brüder

Gedanken zum Thema Kriegs- und Armutsflüchtlinge.


Gott existiert. Um diesen Glauben ringe ich seit ich denken kann.

Die Diskussionen über die sog. Flüchtlingskriese scheint abzuflauen. Mir ist nicht, klar geworden wie es möglich ist, dass von Seiten der Christen m. E. immer noch keine klare Aussage zum Thema Pro Kriegs- und Armutsflüchtlinge kommt.

Oder habe ich da etwas überhört?

  • Konkrete Aktionen vor Ort würden viel mehr von Gottes Gegenwart in der Welt zeigen als bloßes Reden.
  • Wir haben einen Gott der Liebe und der Versöhnung.
  • Armut Ungerechtigkeit und Ausgrenzung Andersdenkender sind sicher nicht in seinem Sinne.
  • Wer glaubt ist verpflichtet für eine gerechtere Welt zu kämpfen.
  • Wer glaubt ist verpflichtet auf der Seite der Armen und Entrechteten zu stehen.
  • Eine Engführung des Glaubens auf bestimmte für immer festgelegte Prinzipien ist ebenfalls unangemessen und oft lieblos und nicht menschengerecht.
  • Gott wünscht sich für seine Kinder die Freiheit.

Was würde Jesus dazu sagen?

  • Bestimmt würde er uns zunächst zum konkreten Handeln auffordern.
  • Christentum hat aus meiner Sicht politisch zu sein. Und zwar klar parteiisch.
  • Parteiisch für die Armen Benachteiligten und Entrechteten Menschen in der Welt.

Der Weg Jesu weißt uns hier den Weg:

  • Ein Christ grenzt nicht aus.
  • Ein Christ ist tolerant und offen für alle Menschen und deren religiöse oder weltanschauliche Ausrichtung.
  • Ein Christ ist immer bereit dazu zu lernen.
  • Ein Christ behauptet niemals alleine im Besitz der gültigen Wahrheit zu sein.
  • Ein Christ versöhnt anstatt zu spalten.
  • Ein Christ liebt die Menschen und nimmt sich dabei ein Beispiel an Gott.
  • Ein Christ bemüht sich darum Religionen und Weltanschauungen zusammen zu führen.

Sollten wir nicht Werkleute sein?

Diener im Weingarten der Herrn?

Werkleute sind wir….
Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.

Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küsste,
die strahlend und als ob sie Alles wüsste
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.

Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.

Gott, du bist groß.

Rainer Maria Rilke, 26.9.1899, Berlin-Schmargendorf


In diesem Sinne:

Schalom

Salam Aleyküm

Friede sei mit uns allen.