Die Geschichte in Leichter Sprache
Aus dem Markus-Evangelium, Kapitel 10
Eines Tages kamen viele Menschen zu Jesus.
Manche Eltern brachten ihre Kinder mit.
Die Eltern wollten:
Jesus soll unsere Kinder segnen.
Aber die Jünger von Jesus sagten:
Geht weg!
Jesus hat keine Zeit für Kinder.
Jesus muss mit wichtigen Leuten reden.
Jesus wurde ärgerlich.
Jesus sagte zu seinen Jüngern:
Lasst die Kinder zu mir kommen!
Haltet die Kinder nicht auf!
Die Kinder gehören zu Gott.
Gott liebt die Kinder besonders.
Dann sagte Jesus noch etwas Wichtiges:
Wer nicht wird wie ein Kind,
der kommt nicht zu Gott.
Jesus nahm die Kinder in den Arm.
Jesus segnete die Kinder.
Jesus zeigte:
Kinder sind wichtig.
Kinder haben die gleichen Rechte wie Erwachsene.
Was bedeutet das für uns heute?
Jesus stellt die Ordnung auf den Kopf
Die Jünger wollen Jesus beschützen.
Sie sagen: Kinder stören.
Sie denken: Wichtige Leute sind wichtiger.
Aber Jesus sagt: Nein!
Jesus macht die Ordnung kaputt.
Jesus zeigt:
Die Mächtigen sind nicht wichtig.
Die Schwachen sind wichtig.
Gott ist parteiisch
Gott ist nicht neutral.
Gott steht nicht in der Mitte.
Gott steht auf einer Seite:
Auf der Seite der Schwachen.
Auf der Seite der Kinder.
Auf der Seite derer, die keine Macht haben.
Das ist eine politische Aussage.
Das heißt:
- Wer Kinder ausgrenzt, handelt gegen Gott.
- Wer die Schwachen unterdrückt, handelt gegen Gott.
- Wer die Mächtigen schützt, handelt gegen Gott.
Kirche von unten
Die Jünger wollen eine Kirche der Wichtigen.
Jesus will eine Kirche der Kinder.
Das bedeutet heute:
Die Kirche gehört nicht:
- den Bischöfen
- den Pfarrern
- den Reichen
- den Gebildeten
Die Kirche gehört:
- den Armen
- den Kindern
- den Menschen mit Behinderung
- den Ausgegrenzten
- allen, die keine Stimme haben
Herrschaft muss weg
Jesus sagt: Werdet wie die Kinder.
Das heißt nicht: Seid naiv.
Das heißt:
- Gebt die Macht ab
- Hört auf zu herrschen
- Macht keine Hierarchien
- Behandelt alle gleich
Kinder haben keine Macht.
Kinder herrschen nicht.
So sollen auch wir sein.
Widerstand ist nötig
Jesus widerspricht seinen eigenen Jüngern.
Jesus wird ärgerlich.
Jesus kämpft.
Auch wir müssen widersprechen:
- Wenn Kinder ausgegrenzt werden
- Wenn Schwache unterdrückt werden
- Wenn die Kirche sich mit den Mächtigen verbündet
- Wenn Ungerechtigkeit herrscht
Gottes Reich ist Revolution
Gottes Reich gehört den Kindern.
Das ist eine Revolution.
Das heißt:
Alles wird anders.
Die Letzten werden die Ersten.
Die Schwachen bekommen die Macht.
Die Mächtigen verlieren ihre Macht.
Das ist keine fromme Hoffnung.
Das ist ein Auftrag:
Wir müssen die Welt verändern.
Jetzt.
Hier.
Konkret.
Konsequenzen für heute
- Kinder müssen mitbestimmen – in der Kirche, in der Politik
- Menschen ohne Macht müssen Macht bekommen
- Kirche muss Partei ergreifen – für die Schwachen
- Hierarchien müssen abgeschafft werden
- Wir müssen gegen Ungerechtigkeit kämpfen
Jesus lädt nicht nur ein.
Jesus fordert auf zum Kampf.
Zum Kampf für eine gerechte Welt.
Zur Seite der Kinder.
Zur Seite der Schwachen.
Gegen die Herrschaft der Mächtigen.