Tönendes Erz

Ein Gedanke zu 1. Korinther 13

„In Korinth kamen Reiche und Arme zusammen. Oberschicht und Hafenarbeiter, Sklaven und Stadtkämmerer unter einem Dach. Eine schöne Geschichte. Aber die Häuser gehörten den Reichen. Das Eigentum blieb unangetastet. Die Machtverhältnisse auch. Man betete gemeinsam — und danach ging jeder wieder dorthin, woher er kam.
Paulus sagt: Die Liebe sucht nicht das Ihre. Sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit. Sie schaut nicht weg. Das sind keine frommen Ratschläge. Das ist eine politische Aussage... .“

Ein Vortrag von Prof. Dr. Zimmer bei Worthaus

Du sollst keine anderen Götter haben

Andacht: Du sollst keine anderen Götter haben
Claudius Herz

Bibeltext: Exodus 20,3
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Mehr als 20 Prozent der Christen der evangelischen Kirchgemeinde Oberdieten wählen AfD

Weiße Protestanten: über 70 Prozent für Trump. Katholiken: 55 Prozent. Die Grenze zwischen politischer Gefolgschaft und abgöttischer Verklärung, schreibt ein Beobachter, hat sich längst aufgelöst.
Ich nenne das beim Namen: Götzendienst.
Nicht Irrtum. Nicht Schwäche. Götzendienst.
Trump wird als moderner Kyrus verehrt — als heidnischer Herrscher, den Gott benutzt, um seine Ziele durchzusetzen. Das erkläre, warum Trump moralisch offensichtlich nicht dem christlichen Ideal entspreche und trotzdem als göttliches Werkzeug gelte.
Göttliches Werkzeug.
Ein Mann, der Kinder von ihren Eltern trennte. Der Arme bestrafte und Reiche beschenkte. Der Schwache verachtete und Mächtige hofierte.
Und die Kirche salbt ihn.
Das ist nicht neu. Das war Konstantin. Das war die Deutsche Christen-Bewegung 1933. Das war jedes Mal dasselbe: Macht sucht Salbung. Und Kirche gibt sie gerne. Weil Kirche Angst hat. Vor dem Rand. Vor dem Verlust. Vor der Schwäche.
Barmen 1934 hat es gesagt: Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes. Kein anderes. Kein Kyrus. Kein Racheengel. Kein Krieger-Jesus aus der Rechten.
Matthäus 25. Ich war fremd. Ich war hungrig. Ich war ohne Papiere. Ich war an der Grenze.
Was habt ihr getan?
Die historischen schwarzen Kirchen der USA stehen in der Bürgerrechtstradition eines Martin Luther King — und wählen nicht Trump. Sie wissen, was Unterdrückung ist. Sie kennen den Gott der Exodus. Den Gott, der nicht auf der Seite der Pharaonen steht.
Dieser Gott ist unbequem. Er lässt sich nicht für Kulturkämpfe einspannen. Er lässt sich nicht nationalisieren.
Wer das versucht, betet nicht mehr zu ihm.

Jeremia 7,4:
Traut nicht auf Lügenworte: Hier ist der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN!
Jeremia kannte das. Die Frommen seiner Zeit sagten: Gott ist auf unserer Seite. Der Tempel steht. Alles wird gut.
Jeremia sagte: Nein.

Gebet
Gott der Armen.
Gott der Fremden.
Gott der Gekreuzigten.
Bewahre uns vor dem Christus der Stärke.
Vor dem Glauben, der Mauern baut.
Vor der Kirche, die salbte, was sie hätte benennen müssen.
Gib uns den Mut, unbequem zu sein.
Wie Barmen. Wie King. Wie Bonhoeffer.
Amen.

Claudius Herz, Juni 2026 • arminherzberger.com

Roh und ehrlich

Brutalismus





Es gibt Gebäude, die lügen nicht. Die zeigen, was sie sind: Beton, Last, Fuge. Keine Verkleidung, kein Stuck, kein freundliches Lächeln aus Klinker. Der Brutalismus — abgeleitet 
vom französischen béton brut, roher Beton — ist die Architektur des Unverhüllten. Le Corbusier hat ihn nicht erfunden, aber ihm die Sprache gegeben.
Die Nachkriegsmoderne hat ihn zur Massenbewegung gemacht.... .

Licht und Beton

Klippdachsland Prosa


Der Tempel sind wir

Als Gott noch mitten unter den Israeliten wohnte, in einem Zelt, später in einem imposanten Tempel, der in der ganzen damaligen Welt berühmt war, da war alles noch einfach: In Gottes Gegenwart wurden Opfer dargebracht, Steuern gezahlt, Testamente und andere offizielle Dokumente aufgesetzt, und darum, dass alles rund lief, dass Gott sich im Tempel wohl fühlte und alle Gläubigen sich an die Regeln hielten, darum kümmerten sich einige Auserwählte. Doch dann zerstörten die Römer den Tempel und nahmen den Juden ihren religiösen, politischen und gesellschaftlichen Mittelpunkt.

 

Was blieb, war die Hoffnung auf einen neuen Tempel. Für die Juden.

 

Paulus aber brachte den christlichen Glauben auch zu Nicht-Juden. Für sie ging es nicht mehr um einen Tempel, den man betreten konnte. Der Tempel sollten sie jetzt selber sein, forderte Paulus. Und verlangte damit eine absolute Hingabe, die damals manche Gläubige die wirtschaftliche Existenz kosten konnte. Und heute? Würden wir heute schaffen, was Paulus von den ersten Christen verlangt hat?

Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint. Sie ist unbequem.

Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: *„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“* (1 Kor 3,16). Und an anderer Stelle: *„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist?“* (1 Kor 6,19). Das klingt erhebend. Fast zu schön. Und es ist, wenn man ehrlich ist, eine der radikalsten Zumutungen der gesamten Bibel.

 

Denn was bedeutet es, Tempel zu sein?

 

Ein Tempel ist kein privater Rückzugsort. Er ist ein öffentlicher Ort. Er gehört allen. Er ist der Ort, an dem die Gemeinschaft zusammenkommt — nicht, um sich selbst zu feiern, sondern um auf etwas Größeres zu zeigen, das über sie hinausgeht. Ein Tempel ist durchlässig. Er hat Türen, keine Mauern. Wer ihn betritt, tritt in eine Beziehung ein — mit Gott und mit den anderen.

 

Genau das war das Programm des Paulus. Die Gemeinde als Tempel bedeutete: kein Priestertum, das die Nähe zu Gott verwaltet. Keine Institution, die entscheidet, wer dazugehört und wer draußen bleibt. Kein heiliges Gebäude, das man finanziert und pflegt, damit Gott sich wohlfühlt. Sondern Menschen, die füreinander und für die Welt einstehen — mit allem, was sie haben.

Das war kein abstraktes Ideal. In den Gemeinden des Paulus lebten Sklaven neben Freien, Arme neben Wohlhabenden, Frauen mit eigenem Wort neben Männern mit gesellschaftlicher Macht. Die Tischgemeinschaft war der Prüfstein: Wer isst mit wem? Wer bedient wen? Wer trägt wessen Last?

 

Und ja: Das kostete. Wer sich mit Sklaven an einen Tisch setzte, riskierte seinen Ruf. Wer Spenden für die verarmte Jerusalemer Urgemeinde sammelte, riskierte Konflikte mit seinen Geschäftspartnern. Wer als Frau öffentlich in der Gemeinde sprach — was Paulus in manchen Kontexten durchaus bejahte —, riskierte gesellschaftliche Ächtung.

 

Der Tempel zu sein, hieß: die eigene Privilegiensicherung aufzugeben.

Und heute?

Heute haben wir Tempel. Steinerne, beheizbare, versicherungspflichtige. Mit Orgeln und Lautsprecheranlagen, mit Kirchensteuereinnahmen und Verwaltungsräten, mit Sitzungsprotokollen und Stellenplänen. Das ist nicht nichts — es ist das geronnene Bemühen vieler Generationen, dem Glauben eine Form zu geben.

 

Aber es ist nicht das, wovon Paulus spricht.

 

Die Frage, die er stellt, lautet nicht: *Habt ihr einen schönen Gottesdienst?* Sondern: *Seid ihr selbst der Ort, an dem Gottes Geist spürbar wird?* Nicht das Gebäude. Nicht die Institution. Ihr.

 

Das ist der Moment, an dem die meisten Predigten — auch gut gemeinte — umschwenken. Sie sagen: *Natürlich! Die Gemeinde ist auch außerhalb der Kirchenmauern aktiv. Wir haben eine Tafel, wir machen Seniorencafé, wir engagieren uns.

 

Gut. Aber Paulus meint mehr. Er meint eine Umkehrung der Logik. Nicht: Die Institution tut Gutes. Sondern: Die Institution ist das Gute nur insofern, als sie sich selbst überwindet — als sie Raum schafft für die, die keinen Raum haben. Als sie nicht zuerst fragt: *Was können wir uns leisten?*, sondern: *Wer wird gerade übersehen?*

Dietrich Bonhoeffer, der in seiner Gefängniszelle die Kirche der Zukunft entwarf, schrieb, die Kirche sei nur Kirche, wenn sie für andere da sei. Nicht für sich. Nicht für ihre Mitglieder. Für andere.

Dorothee Sölle, die unbequeme Theologin aus Hamburg, hat das noch schärfer formuliert: Wer den Armen nicht sieht, sieht Gott nicht. Nicht weil Gott ein sentimentaler Anwalt der Schwachen ist — sondern weil das Evangelium eine Richtung hat. Es geht nicht nach oben, zu den Mächtigen. Es geht nach unten, zu den Rändern.

Und Gustavo Gutiérrez, der peruanische Befreiungstheologe, erinnert uns: Die Frage ist nicht, ob wir *über* die Armen sprechen. Die Frage ist, ob wir *mit* ihnen sprechen — und ob wir bereit sind, ihnen zuzuhören, wenn sie sagen, was in der Kirche falsch läuft.

Der Tempel sollten sie selber sein. Das war keine Einladung zur persönlichen Spiritualität. Es war ein politischer Auftrag.

 

Wir richten gerade, als Kirche in Deutschland, viel Energie darauf, uns selbst zu reformieren. Fusionen von Gemeinden, Stellenkürzungen, Strategieprozesse. Das ist notwendig. Aber es reicht nicht. Denn Paulus fragt nicht nach der Effizienz der Verwaltung. Er fragt, ob wir noch der Ort sind, an dem die Verlorenen ankommen dürfen. Ob die Tür noch offen ist — nicht nur symbolisch, sondern praktisch, sozial, politisch.

 

Ob wir bereit sind, das zu riskieren, was die ersten Christinnen und Christen riskiert haben: unsere Privilegien, unseren Komfort, unser Ansehen.

 

Der Tempel sind wir selbst. Wenn wir das ernst nehmen, beginnt die eigentliche Arbeit.

 Claudius Herz

http://www.worthaus.com

Universitätstheologie für Laien

Jeden Samstag neu

Luft der Kindheit


Eine Andacht
Armin Herzberger (Claudius Herz / HeCl)


„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerrissenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu predigen das Gnadenjahr des Herrn.“
Lukas 4, 18–19 (Luther 2017)

„Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“
2. Korinther 3, 17 (Luther 2017)

Ich erinnere mich an einen Sommer in meiner Kindheit. Die Zeltmission war da. Es roch nach Kerzenwachs, nach feuchtem Gras und nach etwas, für das ich als Kind keinen Namen hatte. Vielleicht war es Angst, die fromm geworden ist.


Der Prediger stand vorne. Er trug einen dunklen Anzug. Er sprach mit fester Stimme. Und er sagte Sätze, die wie Urteile klangen. Wer nicht glaubt, ist verloren. Wer zweifelt, steht auf wackeligen Beinen. Wer fragt, ob die Bibel wirklich alles so gemeint hat — der gefährdet sein Seelenheil.


Ich war acht Jahre alt. Ich schwieg. Aber etwas in mir wurde unruhig. Nicht weil ich nicht glauben wollte. Sondern weil dieses Christentum so eng war. Wie ein Schuh, der drückt. Wie ein Raum ohne Fenster.


Viele Jahre später bin ich auf diesen Text gestoßen. Jesus steht in der Synagoge von Nazareth. Er nimmt die Buchrolle. Er liest vor. Und was er vorliest, ist keine Drohung. Es ist ein Versprechen.


Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen.
Den Armen. Den Gefangenen. Den Blinden. Den Zerrissenen. Jesus stellt sich vor als jemand, der zu diesen Menschen kommt. Nicht mit einem Urteil.

Mit einer Botschaft:

Heute beginnt das Gnadenjahr des Herrn.
Das Gnadenjahr — das war im alten Israel die Zeit, in der Schulden erlassen wurden, in der Versklavte frei kamen, in der das, was aus dem Lot geraten war, wieder gerade wurde. Jesus sagt: Heute. Hier. Jetzt. Das beginnt jetzt.


Ich frage mich manchmal:

Warum höre ich diesen Text so anders als die Sätze des Predigers von damals? Beide sprechen von Jesus. Beide berufen sich auf die Bibel. Und doch — das eine macht mir Angst, das andere öffnet etwas in mir.

Der Apostel Paulus hat dieses Öffnen in einem einzigen Satz zusammengefasst:

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.


Das ist nicht Freiheit im Sinne von: Ich darf alles tun, was ich will. Es ist Freiheit im Sinne von: Ich muss nicht mehr in Angst leben. Ich muss nicht beweisen, dass ich gläubig genug bin. Ich muss keine Mauern bauen um meinen Glauben, damit er sicher bleibt. Der Geist Gottes hält ihn.
Wo aber die Angst regiert — wo ein Glaube sich vor allem schützen muss, alles kontrollieren, alle Fragen abwehren — da ist kein Geist des Herrn. Oder jedenfalls: da ist keine Freiheit. Und ohne Freiheit ist der Glaube kein Glaube mehr. Er ist ein Käfig.
Das ist kein Angriff auf den Glauben. Das ist eine Einladung, ihn zu atmen. Tief zu atmen. Wie frische Luft.

Glaube ist nicht:

Möglichst viele Glaubenssätze für richtig halten.

Glaube ist nicht:

auf der sicheren Seite stehen und alle anderen beurteilen.

Glaube ist nicht:

Das Evangelium schützen wie einen Schatz hinter sieben Schloss und Riegel.


Glaube ist:

Sich dem anvertrauen, der in Jesus Christus zu uns kommt. Und dieser Jesus kommt nicht mit Urteilen. Er kommt mit einer Einladung. Er setzt sich zu den Menschen, die am Rand sitzen. Er berührt die Kranken. Er spricht mit denen, mit denen man nicht spricht. Er fragt nicht zuerst: Bist du gläubig genug? Er fragt: Was brauchst du?


Dietrich Bonhoeffer, ein evangelischer Theologe, der sein Leben im Widerstand gegen Hitler verloren hat, hat einmal geschrieben, die Kirche sei nur dann wirklich Kirche, wenn sie „Kirche für andere“ ist.

Eine Kirche, die sich selbst schützt, ihre Grenzen bewacht und den anderen misstraut — die ist keine Kirche mehr. Die ist ein Verein.


Das ist kein Angriff auf den Glauben. Das ist eine Einladung, ihn tiefer zu verstehen.

Jesus sagt in der Synagoge von Nazareth ein einziges Wort, das alles zusammenfasst:

Heute.


Nicht:

Irgendwann, wenn ihr alles richtig glaubt.

Nicht:

In einer besseren Welt, die nach dem Tod kommt. Heute ist das Gnadenjahr des Herrn.


Das bedeutet:

Gott wartet nicht. Das Evangelium ist keine Angelegenheit für später. Es begegnet uns in dem Menschen, dem es heute schlecht geht. In dem, der heute ausgegrenzt wird. In dem, der heute keine Stimme hat.
Und es begegnet uns in der Frage, die wir uns selbst stellen müssen: Auf welcher Seite stehe ich? Stehe ich auf der Seite derer, die Grenzen ziehen und andere beurteilen? Oder stehe ich auf der Seite dessen, der in die Synagoge von Nazareth geht und sagt: Für euch. Für die Armen. Für die Zerrissenen. Heute.


Die Luft der Kindheit bleibt. Ich atme sie noch manchmal. Den Geruch von Wachs und Wolle und Angst. Aber daneben atme ich etwas anderes — die Luft der Freiheit. Die Luft eines Evangeliums, das nicht einengt, sondern befreit. Das nicht urteilt, sondern einlädt. Das nicht Käfige baut, sondern Türen öffnet.
Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Das steht in der Bibel. Es riecht anders als Kerzenwachs und Angst. Es riecht nach dem, was Luther einmal Evangelium nannte:

Gute Nachricht. Für alle.

Gebet
Gott, du hast deinen Sohn nicht gesandt, um zu richten, sondern um zu suchen, was verloren ist. Gib uns Mut, diesem Jesus zu folgen — dorthin, wo Menschen in Not sind. Bewahre uns vor einem Glauben, der sich selbst schützt, statt sich auszugeben. Schenk uns die Freiheit deines Geistes — jene Freiheit, die nicht einengt, sondern trägt. Und lass uns heute hören, was du uns sagst: Für dich. Gnadenjahr. Jetzt.

Amen.

Mach uns unbequem

Wie Kirchenvorstand interessant werden kann


Freitagabend. Kurzfreizeit in Beienbach bei Netphen. Konfirmanden, erster Abend. Ich war nur zum Auftakt dabei — kurz vorgestellt, wer ich bin und was ich mache.
Das hier ist, was ich gesagt habe.

Kirchenvorstand. Klingt langweilig. Ist es nicht.
Jedenfalls nicht, wenn man die eine Frage ernst nimmt: Für wen ist diese Kirche eigentlich da?
Kirche war in der Geschichte oft auf der falschen Seite. Hat Mächtige geschützt. Hat weggeschaut. Hat mitgemacht, wenn Menschen unterdrückt wurden. Das ist kein Angriff. Das ist Geschichte. Und die muss man kennen, bevor man irgendetwas anderes sagt.
Trotzdem bin ich da. Weil ich will, dass sich jemand die Frage stellt: Wer sitzt nicht mit am Tisch — und warum nicht?
Menschen, die nicht ins Schema passen.
Menschen, die anders lieben.
Menschen, die sich nicht einordnen lassen wollen.
Menschen, die ausgegrenzt werden, weil sie einfach sie selbst sind.
Menschen mit Behinderung.
Menschen ohne Geld.
Menschen, die von der Kirche verletzt wurden und trotzdem noch irgendwie suchen.
Die sind nicht das Problem. Die sind der Maßstab.
Eine Kirche, die nur für die funktioniert, die schon drin sind — die ist überflüssig. Die kann zumachen.
Wir haben keine perfekten Antworten. Wir streiten. Wir liegen falsch. Aber wir stellen diese Fragen. Und wenn ihr reden wollt — über Kirche, Glauben, Zweifel, irgendetwas davon — kommt einfach auf uns zu. Kein Vortrag. Versprochen.

Zum Schluss hab ich gefragt, ob jemand ein Gebet möchte. Nicht alle. Wer will.

Gott —
falls du da bist:
Mach uns unbequem.
Nicht fromm.
Unbequem.
Damit wir nicht wegsehen,
wenn jemand keinen Platz kriegt.
Der Maßstab sind die,
die draußen stehen.
Immer.
Amen.

Dann bin ich gegangen. Die Freizeit geht noch bis Sonntag — ohne mich.

Das Evangelium gehört nicht uns

Das Evangelium gehört nicht uns


Andacht zu Lukas 4,16–21


Jesus kommt nach Nazareth.
Er liest einen alten Text vor.
Und er sagt: Heute. Hier. Jetzt.
Das ist kein Bekenntnis zur richtigen Lehre.
Das ist ein Programm.
Für die Armen.

Für die Gefangenen.

Für die Fremden.


Diese Andacht fragt:
Was passiert, wenn fromme Menschen
das Evangelium festhalten wollen —
wie einen Besitz?


Sie erinnert an Adolf Stoecker.


Er war fromm. Er hat geholfen.
Und er hat Hass auf Juden verbreitet.
Beides gleichzeitig.
Das ist keine Anklage.
Das ist eine Warnung.


Auch für uns heute.
Denn Jesus wird in Nazareth abgelehnt —
nicht von den Sündern.
Von den Frommen.


Weil er sagt: Gott ist auch für die Fremden da.
Die Andacht schließt mit einem Gebet
und einem letzten Gedanken:


Das Evangelium ist größer als mein Milieu.
Es ist größer als meine Gewissheit.
Es sagt: Heute. Hier. Für andere.
Das ist genug.

Eine Andacht

War Paulus ein Macho?


Zum Vortrag von Kathy Ehrensperger und Peter Arzt-Grabner auf Worthaus 13 in Tübingen, Juni 2025

Früher, in meiner Kindheit:
Die Männer redeten.
Die Frauen machten Kaffee.
Wenn eine Frau etwas Wichtiges sagen wollte, schaute der Bruder Vorsitzender zur Seite.

Er räusperte sich. Und das Gespräch ging weiter — als wäre nichts gewesen.


Der Geruch nach Karbonseife hing in der Luft. Nach Bohnerwachs. Nach dem Sonntagsanzug des Vaters.


Und alle wussten:
Das steht so bei Paulus. Irgendwo. Man wusste es immer.


Ich habe jetzt einen Vortrag gehört. Zwei Professorinnen und Professoren aus Tübingen haben dieses „Irgendwo bei Paulus“ genau angeschaut.


Und ich habe gemerkt: Wir haben Paulus falsch gelesen.
Paulus war kein Macho.


Kathy Ehrensperger ist Professorin. Sie erforscht Paulus.
Sie sagt: Paulus war Jude. Er ist Jude geblieben. Sein ganzes Leben lang.
Er hat geglaubt: Jesus ist der Messias. Das macht ihn noch nicht zum Christen, wie wir heute Christen kennen.
Das ist wichtig.


Denn viele lesen Paulus so, als wäre er ein Kirchenmann aus dem Mittelalter. Einer, der Frauen aus dem Amt heraushalten will.
Das stimmt nicht.


Was bedeutete der Schleier damals?
Peter Arzt-Grabner ist auch Professor. Er liest alte Texte aus der Antike. Verträge, Briefe, Quittungen.


Er erklärt:
Vor 2000 Jahren trugen verheiratete Frauen einen Schleier. Das war selbstverständlich. Der Schleier bedeutete: Diese Frau gehört zur Gemeinde. Sie ist eine angesehene Frau.


Frauen ohne Schleier galten als nicht angesehen. Das war die Sprache der damaligen Zeit.


Und jetzt kommt das Wichtige:
Paulus schreibt: Frauen sollen beim Beten den Schleier nicht ablegen.


Das bedeutet:
Frauen dürfen beten. Frauen dürfen predigen. Aber sie sollen dabei würdevoll auftreten — mit Schleier.


Paulus wollte nicht, dass Frauen schweigen. Er wollte, dass Frauen ernst genommen werden.
Paulus kannte viele Frauen — als Mitarbeiterinnen


In seinen Briefen nennt Paulus viele Frauen.
Phöbe — sie war Diakonin. (Röm 16,1)
Priska — sie leitete mit ihrem Mann eine Gemeinde. (Röm 16,3)
Junia — Paulus nennt sie eine „herausragende Apostelin“. (Röm 16,7)


Diese Frauen haben gearbeitet. Sie haben geleitet. Sie haben Theologie gemacht.


Was bedeutet das für heute?
Paulus hat einen wichtigen Satz geschrieben.

Er steht im Galater-Brief, Kapitel 3, Vers 28:
„Hier ist nicht Jude noch Grieche. Nicht Sklave noch Freier. Nicht Mann noch Frau. Denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“


Das ist das Programm von Paulus. Das ist die Richtung.
Ich denke an den Bruder Vorsitzender. An das Räuspern. An die Frauen im Klippdachsland, die mehr zu sagen gehabt hätten.


Heute verbieten manche Gemeinden Frauen das Predigen. Sie sagen: Das steht bei Paulus.


Aber Paulus hat das nicht so gemeint.
Er hat Frauen als Aposelinnen anerkannt. Er hat mit Frauen zusammengearbeitet. Er hat die Würde aller Menschen ernst genommen.


Das ist mutig. Und ich meine:

Das ist Evangelium.


Den Vortrag können Sie kostenlos hören auf: worthaus.org

Die Kirche und die Mächtigen


Die Kirche und die Mächtigen — eine alte und neue Frage

Am Ende auch in leichter Sprache

Ein theologischer Essay

Siegfried Zimmer erzählt bei Worthaus von einer Baumfabel aus dem Alten Testament. Was eine Fabel über einen Dialog zwischen Bäumen mit dem Urteil über ein politisches System zu tun hat, zeigt Zimmer anhand eines weitgehend unbekannten Bibeltextes — und er macht dabei klar: Den Mächtigen der Welt, den Reichen, Starken und Unterdrückern geht es mächtig an den Kragen. [Worthaus](https://worthaus.org/mediathek/search/)

Das ist keine Randnotiz. Das ist Programm. Und es wirft eine Frage auf, die die Kirche seit ihren Anfängen begleitet — und von der sie sich immer wieder weggeduckt hat: Was hat der Glaube mit der Macht zu tun?

**I. Die Versuchung der Stille**

Es gibt eine fromme Versuchung, die besonders gefährlich ist, weil sie so tugendhaft aussieht: die Versuchung zur Stille. Die Kirche solle sich aus der Politik heraushalten, heißt es dann. Sie solle das Ewige verkündigen, nicht das Zeitliche kommentieren. Sie solle Seelen retten, nicht Systeme kritisieren.

Diese Position hat eine lange Geschichte. Und eine schlechte.

Dietrich Bonhoeffer hat sie durchlebt und durchlitten. Im Gefängnis, während seine Mitverschwörer hingerichtet wurden, schrieb er: Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist. Nicht für sich. Nicht für ihre Institutionen. Für die anderen — und das heißt: für die, denen Unrecht geschieht.

Karl Barth hat es 1934 im Barmer Bekenntnis auf den Punkt gebracht: Es gibt keinen Bereich des Lebens, der Jesus Christus nicht gehört. Kein Reich, das außerhalb seiner Herrschaft liegt. Auch nicht die Wirtschaft. Auch nicht die Politik. Auch nicht die Frage, wer Hunger hat und wer nicht.

**II. Was die Propheten wussten**

Die alttestamentliche Prophetie ist kein spirituelles Hobby. Sie ist politische Rede. Amos steht auf dem Marktplatz und rechnet mit denen ab, die falsche Gewichte benutzen, Arme für ein Paar Sandalen verkaufen, Weizen mit Spreu strecken. Jesaja beschreibt den Gottesdienst, der Gott zuwider ist — weil die Betenden draußen Witwen und Waisen unterdrücken. Micha fasst es zusammen: Recht tun, Güte lieben, demütig gehen.

Das ist keine Sozialpolitik als Anhängsel des Glaubens. Das ist der Kern.

Die fünfte Worthaus-Jahrestagung 2015 widmete sich eigens der prophetischen Dimension der biblischen Botschaft [Siegfriedzimmer](https://siegfriedzimmer.de/worthaus/) — und das war kein Zufall. Denn Zimmer weiß, dass die Bibel nicht politisch neutral ist. Sie ergreift Partei. Für die Schwachen. Gegen die Strukturen, die sie klein halten.

**III. Die Option für die Armen — kein Luxus**

Gustavo Gutiérrez hat den Begriff geprägt: die *Option für die Armen*. Er meinte damit keine Almosen, keine Charity, kein gutes Gewissen. Er meinte eine strukturelle Entscheidung: Wo steht die Kirche? Auf wessen Seite liest sie die Bibel?

Dorothee Sölle hat dasselbe auf ihre Weise gesagt: Mystik und Widerstand gehören zusammen. Wer Gott erfahren hat, kann nicht schweigen, wenn Menschen zertreten werden. Die Gotteserfahrung treibt in die politische Verantwortung — nicht heraus.

Und Pope Francis schreibt in *Evangelii Gaudium*, dass eine Kirche, die sich nur um sich selbst dreht, krank wird. Die Kirche muss aus sich heraustreten, an die Ränder gehen, zu den Menschen, die das System vergessen hat.

**IV. Konkret: Was heißt das heute?**

Es heißt, dass die Kirche Farbe bekennen muss — nicht parteipolitisch, aber politisch-theologisch.

Wenn Populisten die Würde von Menschen angreifen, die nicht ins Bild passen — Geflüchtete, Arme, Kranke, Menschen mit Behinderung — dann ist das nicht eine politische Meinung neben anderen. Das ist eine theologische Frage. Denn die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar. Sie ist Gottesebenbildlichkeit.

Wenn Wirtschaftsstrukturen so organisiert sind, dass Wenige immer mehr bekommen und Viele immer weniger, dann ist das kein schicksalhafter Naturzustand. Das ist eine politische Entscheidung. Und die Bibel hat dazu etwas zu sagen — laut, und seit Jahrtausenden.

Das Abendmahl deutet Zimmer als Quelle des Friedens, der Gerechtigkeit und der Akzeptanz — nicht als Appell, nicht als Strenge, sondern als Zuwendung und Integration. [Worthaus](https://worthaus.org/mediathek/search/) Wenn das stimmt, dann ist der Tisch des Herrn das Gegenbild zur gesellschaftlichen Ausgrenzung. Wer hier isst, lernt, wer dazugehört.

**V. Die Kirche als Zeichen**

Die Kirche ist kein Staat. Sie hat keine Armeen, keine Haushalte, keine Gesetzgebung. Aber sie hat etwas, das alle diese Mächte nicht haben: die Freiheit, die Wahrheit zu sagen. Die Freiheit, unbequem zu sein. Die Freiheit, für jemanden einzutreten, der sich selbst nicht eintreten kann.

Diese Freiheit ist ihr Auftrag. Und sie ist zugleich ihr Geheimnis.

Bonhoeffer hat in seiner Gefängniszelle geschrieben, dass er sich eine Kirche wünscht, die von allen Privilegien loslässt und allein durch das Wort dient. Eine Kirche *für andere*. Nicht eine Kirche, die sich selbst feiert.

Vielleicht ist genau das die prophetische Aufgabe in unserer Zeit: nicht laut zu sein um der Lautstärke willen. Sondern klar zu sein — an der Seite derer, die das System vergessen hat.

Das wäre Kirche. Das wäre Evangelium.



*Quellen und Impulse: Siegfried Zimmer, Worthaus-Mediathek (worthaus.org) — Vorträge zu Prophetie und Herrschaftskritik. Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Karl Barth, Barmer Theologische Erklärung 1934. Gustavo Gutiérrez, Theologie der Befreiung. Dorothee Sölle, Mystik und Widerstand. Papst Franziskus, Evangelii Gaudium.*

Hier ist der Essay vollständig in Leichter Sprache:

# Die Kirche und die Mächtigen
## Ein theologischer Text in Leichter Sprache



### Was ist das Thema?

Siegfried Zimmer ist ein Theologe.
Er erklärt eine alte Geschichte aus der Bibel.
Es ist eine Fabel von Bäumen.
Die Bäume sprechen miteinander.
Zimmer zeigt:
Diese Geschichte ist wichtig für die Politik heute.
Die Bibel sagt:
Mächtige Menschen und Unterdrücker bekommen Probleme.
Das ist kein Zufall.
Das ist eine Botschaft von Gott.

Und das stellt eine wichtige Frage:
Was hat der Glaube mit der Macht zu tun?


### I. Die Versuchung zur Stille

Manche Menschen sagen:
Die Kirche soll sich aus der Politik heraushalten.
Sie soll nur über das Ewige sprechen.
Sie soll keine Kritik üben.
Das klingt fromm.
Aber das ist falsch.

Dietrich Bonhoeffer war ein Theologe.
Er wurde im Gefängnis eingesperrt.
Er schrieb dort:
Die Kirche ist nur Kirche,
wenn sie für andere da ist.
Nicht für sich selbst.
Für die Menschen, denen Unrecht geschieht.

Karl Barth war ein anderer Theologe.
Er schrieb 1934:
Alles in der Welt gehört zu Jesus Christus.
Auch die Wirtschaft.
Auch die Politik.
Auch die Frage:
Wer hat Hunger?
Und wer nicht?



### II. Was die Propheten sagten

Die Propheten im Alten Testament
sprachen über Politik.
Sie standen auf dem Marktplatz.
Sie sagten laut die Wahrheit.

Amos sagte:
Manche Händler betrügen die Armen.
Sie benutzen falsche Gewichte.
Sie verkaufen arme Menschen für wenig Geld.

Jesaja sagte:
Manche Menschen beten zu Gott.
Aber draußen unterdrücken sie Witwen und Waisen.
Das ist Gott nicht recht.

Micha sagte es kurz:
Tue Recht.
Liebe Güte.
Geh demütig.

Das ist nicht Sozialpolitik als Extra.
Das ist der Kern des Glaubens.

Siegfried Zimmer zeigt:
Die Bibel ist nicht politisch neutral.
Sie ergreift Partei.
Sie ist für die Schwachen.
Sie ist gegen die Strukturen,
die Menschen klein halten.


### III. Die Option für die Armen

Gustavo Gutiérrez ist ein Theologe aus Peru.
Er hat einen wichtigen Begriff geprägt:
*Option für die Armen.*

Das bedeutet nicht:
Gib ein bisschen Geld.
Das bedeutet:
Wo steht die Kirche?
Auf wessen Seite liest sie die Bibel?

Dorothee Sölle war eine Theologin.
Sie sagte:
Mystik und Widerstand gehören zusammen.
Wer Gott erfahren hat,
kann nicht schweigen,
wenn Menschen leiden.
Der Glaube treibt in die Verantwortung.

Papst Franziskus schreibt:
Eine Kirche, die nur um sich selbst kreist,
wird krank.
Die Kirche muss zu den Rändern gehen.
Zu den Menschen,
die das System vergessen hat.


### IV. Was das heute bedeutet

Die Kirche muss Farbe bekennen.
Nicht als politische Partei.
Aber klar und deutlich in der Menschenwürde.

Wenn Populisten sagen:
Geflüchtete, Arme, Kranke, Menschen mit Behinderung
gehören nicht dazu —
dann ist das keine normale Meinung.
Das ist eine theologische Frage.
Denn die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar.
Jeder Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen.

Wenn Wirtschaftsstrukturen so gebaut sind,
dass Wenige immer mehr bekommen
und Viele immer weniger —
dann ist das keine natürliche Sache.
Das ist eine politische Entscheidung.
Und die Bibel hat dazu seit Jahrtausenden etwas zu sagen.

Siegfried Zimmer sagt:
Das Abendmahl ist ein Zeichen des Friedens,
der Gerechtigkeit,
der Zuwendung.
Nicht Strenge.
Nicht Ausgrenzung.
Wer am Tisch des Herrn sitzt,
der lernt:
Alle gehören dazu.



### V. Die Kirche als Zeichen

Die Kirche hat keine Armee.
Sie hat keinen Haushalt wie ein Staat.
Sie macht keine Gesetze.

Aber sie hat etwas Wichtiges:
Die Freiheit, die Wahrheit zu sagen.
Die Freiheit, unbequem zu sein.
Die Freiheit, für andere einzutreten.

Das ist ihr Auftrag.
Das ist ihr Geheimnis.

Bonhoeffer schrieb im Gefängnis:
Ich wünsche mir eine Kirche,
die alle Privilegien loslässt.
Eine Kirche, die allein durch das Wort dient.
Eine Kirche *für andere*.
Keine Kirche, die sich selbst feiert.

Die prophetische Aufgabe heute ist:
Nicht laut sein um der Lautstärke willen.
Sondern klar sein.
An der Seite derer,
die das System vergessen hat.

Das wäre Kirche.
Das wäre Evangelium.



*Quellen und Impulse:
Siegfried Zimmer, Worthaus-Mediathek.
Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung.
Karl Barth, Barmer Theologische Erklärung 1934.
Gustavo Gutiérrez, Theologie der Befreiung.
Dorothee Sölle, Mystik und Widerstand.
Papst Franziskus, Evangelii Gaudium.*