Das Sandkorn im Auge des anderen
Wenn Kirchen-Gemeinden zusammen-gelegt werden sollen
Ein Text in Leichter Sprache
Eine Geschichte von Jesus – neu verstanden
Jesus hat eine wichtige Geschichte erzählt:
„Du siehst ein kleines Sandkorn im Auge von einem anderen Menschen.
Aber du siehst nicht den dicken Balken in deinem eigenen Auge.“
Diese Geschichte kennen viele Menschen.
Aber was bedeutet sie wirklich?
Meistens wird gesagt:
- Du sollst nicht über andere urteilen.
- Du sollst erst bei dir selbst schauen.
- Du sollst bescheiden sein.
Aber Jesus meinte etwas anderes:
- Die Mächtigen sehen ihre eigenen Fehler nicht.
- Die Mächtigen urteilen über die Schwachen.
- Die Mächtigen müssen zuerst bei sich selbst anfangen.
Das ist keine nette Moral-Geschichte.
Das ist Kritik an Macht.
Was passiert gerade in Breidenbach?
In Breidenbach gibt es einen Streit in der Kirche.
Der Grund:
Mehrere kleine Gemeinden sollen zusammen-gelegt werden.
Das nennt man: Nachbarschafts-Raum.
Das Problem:
- Die Gemeinden wollen das oft nicht.
- Die Kirchen-Leitung sagt: Es muss so sein.
- Es gibt eine Mediation – also eine Streit-Schlichtung.
- Aber viele Menschen fragen sich: Ist das eine echte Mediation?
- Oder steht die Entscheidung schon fest?
Viele Menschen sind:
- Traurig
- Wütend
- Enttäuscht
- Sie fühlen sich nicht ernst genommen
Wer hat hier eigentlich die Macht?
Das ist die wichtigste Frage!
Die Kirchen-Leitung hat viel Macht:
- Sie kann Gemeinden schließen
- Sie kann Pfarrer versetzen
- Sie verwaltet das Geld
- Sie macht die Regeln
- Sie trifft die Entscheidungen
Die Gemeinden vor Ort haben wenig Macht:
- Sie können ihre Meinung sagen
- Aber sie können nicht entscheiden
- Sie haben kein eigenes Geld
- Am Ende müssen sie gehorchen
Das ist ein großer Macht-Unterschied.
Und genau hier wird die Geschichte von Jesus wichtig.
Das Sandkorn: Was die Kirchen-Leitung bei den Gemeinden sieht
Die Kirchen-Leitung sagt:
- „Die Gemeinden sind zu klein geworden.“
- „Es gibt zu wenig Geld.“
- „Es gibt zu wenig ehrenamtliche Helfer.“
- „Die Gottesdienste sind schlecht besucht.“
- „Die Menschen wollen sich nicht ändern.“
Diese Probleme sieht die Kirchen-Leitung sehr deutlich.
Das sind die Sandkörner im Auge der Gemeinden.
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Wir müssen die Gemeinden zusammenlegen.
Das ist die einzige Lösung.“
Der Balken: Was die Kirchen-Leitung bei sich selbst nicht sieht
Aber die Kirchen-Leitung sieht nicht:
- Sie hat die Probleme selbst mit verursacht
- Die Kirchen-Leitung hat die Gemeinden klein gehalten.
- Sie hat zu viel Geld für Verwaltung ausgegeben.
- Sie hat den Menschen wenig Verantwortung gegeben.
- Sie hat immer von oben entschieden.
Frage:
Warum sind die Gemeinden klein geworden?
Vielleicht weil die Menschen sich nicht einbringen durften?
- Sie entscheidet von oben herab
- Die Menschen vor Ort werden nicht wirklich gefragt.
- Die Entscheidung steht oft schon fest.
- Die Gemeinden sollen am Ende gehorchen.
- Das nennt man dann: „Beteiligung“.
Aber ist das echte Beteiligung?
Oder ist das: Die Menschen sollen Ja sagen lernen?
- Sie denkt zuerst an sich selbst
- Die Verwaltung will überleben.
- Die Strukturen sollen erhalten bleiben.
- Die Arbeits-Plätze in der Verwaltung sollen sicher sein.
Aber wird gefragt:
Was brauchen die Gemeinden wirklich?
Wie wird der Glaube lebendig?
- Sie vergisst die wichtige Arbeit vor Ort
Gemeinden machen viel mehr als nur Gottesdienste.
Das nennt man: Gemeinwesen-Arbeit.
Zum Beispiel:
- Die Tafel verteilt Essen an arme Menschen
- Das Gemeinde-Café ist ein Treffpunkt für einsame Menschen
- Es gibt Hilfe für Nachbarn in Not
- Menschen begegnen sich im Stadtteil
- Die Gemeinde ist für alle da – nicht nur für Mitglieder
Diese Arbeit ist sehr wertvoll.
Aber die Kirchen-Leitung zählt oft nur:
- Wie viele kommen zum Gottesdienst?
- Wie viele Mitglieder gibt es?
- Wie viel Geld kommt rein?
Die Kirchen-Leitung zählt oft nicht:
- Wie vielen Menschen wird geholfen?
- Wie lebendig ist die Gemeinde im Alltag?
- Was bedeutet die Gemeinde für den Ort?
Gemeinwesen-Arbeit braucht:
- Menschen, die den Ort kennen
- Menschen, die vor Ort sind
- Menschen, die wissen, wer Hilfe braucht
- Kurze Wege
- Persönliche Beziehungen
Wenn Gemeinden zusammengelegt werden:
- Werden die Wege weiter
- Kennen die Menschen sich noch?
- Geht das persönliche Wissen verloren?
- Kann die Gemeinwesen-Arbeit weitergehen?
Die Kirchen-Leitung denkt darüber oft nicht nach.
Das alles ist der dicke Balken im Auge der Kirchen-Leitung.
Was ist eigentlich Mediation?
Mediation bedeutet: Streit-Schlichtung.
Eine Person von außen hilft beim Gespräch.
Alle sollen sich aussprechen.
Alle sollen eine Lösung finden.
Aber Achtung:
Mediation kann 2 sehr verschiedene Dinge sein.
Echte Mediation:
- Niemand weiß vorher, was rauskommt
- Alle können wirklich mitreden
- Auch die Gemeinden können Nein sagen
- Auch die Mächtigen müssen sich ändern können
- Die Macht-Verhältnisse werden offen besprochen
- Auch die Gemeinwesen-Arbeit wird ernst genommen
- Am Ende gibt es eine Lösung, die alle mittragen können
Das wäre eine echte Mediation.
Falsche Mediation:
- Die Entscheidung steht schon fest
- Es sieht nur so aus wie Mitmachen
- Die Menschen dürfen reden – aber nicht wirklich entscheiden
- Die wichtigen Fragen werden nicht gestellt
- Die Macht-Verhältnisse werden nicht angesprochen
- Am Ende wird es so gemacht wie vorher geplant
- Die Mediation dient nur dazu: Die Menschen sollen ruhig werden
Das wäre keine echte Mediation.
Das wäre ein Betrug an den Menschen.
Die wichtige Frage für Breidenbach
Welche Art von Mediation läuft in Breidenbach?
Das können nur die Menschen vor Ort beantworten.
Prüf-Fragen:
- Können wir auch Nein sagen zur Zusammenlegung?
- Oder steht die Entscheidung schon fest?
- Wird über die Macht-Verhältnisse gesprochen?
- Wird die Gemeinwesen-Arbeit ernst genommen?
- Kann sich auch die Kirchen-Leitung ändern?
Wenn die Antwort ist:
„Die Zusammenlegung kommt auf jeden Fall.“
Dann ist es keine echte Mediation.
Was würde Jesus heute sagen?
Jesus war immer auf der Seite der Schwachen.
Jesus hat kritisiert:
- Die Priester mit ihrer Macht
- Die Schrift-Gelehrten mit ihren Regeln
- Alle, die von oben herab regieren
- Alle, die die einfachen Menschen nicht ernst nehmen
Jesus wollte:
- Dass die Mächtigen dienen
- Dass die Letzten die Ersten werden
- Dass Menschen Würde haben
- Dass Menschen selbst entscheiden können
- Dass den Armen und Schwachen geholfen wird
Jesus hat selbst Gemeinwesen-Arbeit gemacht:
- Er hat Kranke geheilt
- Er hat mit Ausgestoßenen gegessen
- Er war bei den Menschen vor Ort
- Er hat nicht nur gepredigt – er hat geholfen
Jesus zu den Mächtigen heute:
„Ihr seht die kleinen Probleme der Gemeinden.
Aber ihr seht nicht euren eigenen dicken Balken:
Eure Macht.
Euer Von-oben-herab.
Euer Nicht-Zuhören.
Euer Vergessen der Menschen vor Ort.
Nehmt erst den Balken aus eurem eigenen Auge!
Dann – und erst dann – könnt ihr die Probleme der Gemeinden verstehen.
Dann – und erst dann – kann echte Zusammenarbeit entstehen.“
Was können die Gemeinden tun?
- Macht die Gemeinwesen-Arbeit sichtbar
- Zeigt, was ihr alles macht
- Zeigt, wie vielen Menschen ihr helft
- Macht Fotos, schreibt Geschichten
- Ladet Politiker und Kirchen-Vertreter ein
- Zeigt: Wir sind wichtig für unseren Ort
Sagt deutlich:
„Diese Arbeit ist wertvoll.
Was wird aus dieser Arbeit, wenn wir zusammengelegt werden?“
- Fragt nach der Macht
- Wer entscheidet hier wirklich?
- Können wir auch Nein sagen?
- Oder müssen wir am Ende gehorchen?
- Ist diese Mediation echt?
- Oder steht die Entscheidung schon fest?
Stellt diese Fragen laut und öffentlich.
- Redet mit anderen Gemeinden
- Ihr seid nicht allein
- Andere haben ähnliche Probleme
- Tauscht euch aus
- Lernt voneinander
- Gemeinsam seid ihr stärker
- Bringt andere Lösungen ein
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Es gibt nur einen Weg: Zusammenlegung.“
Aber das stimmt nicht.
Es gibt viele mögliche Wege:
- Kleine Gemeinden bleiben selbstständig
- Sie arbeiten nur bei bestimmten Sachen zusammen
- Jede Gemeinde behält ihre Gemeinwesen-Arbeit
- Verwaltung wird vereinfacht – aber Gemeinden bleiben
- Mehr Verantwortung für Ehrenamtliche
- Weniger Bürokratie, mehr lebendige Gemeinde
Lasst euch nicht sagen:
„Es geht nicht anders.“
Sagt selbst:
„Wir haben andere Ideen.“
- Sprecht klar und deutlich
- Sagt, was ihr denkt
- Sagt, was ihr wollt
- Sagt auch: Das wollen wir nicht
- Lasst euch nicht einschüchtern
Ihr habt das Recht:
- Eure Meinung zu sagen
- Nein zu sagen
- Andere Wege vorzuschlagen
- Widerstand kann richtig sein
Viele Menschen denken:
„In der Kirche muss man gehorsam sein.“
Aber das stimmt nicht.
Manchmal muss man Nein sagen.
Auch zu kirchlichen Entscheidungen.
Auch zu Bischöfen und Kirchen-Leitungen.
Das kann Gottes Wille sein.
Jesus selbst hat Widerstand geleistet.
Gegen die religiösen Führer seiner Zeit.
Was wäre eine echte Lösung?
Eine echte Lösung braucht:
- Andere Macht-Verteilung:
- Die Gemeinden entscheiden mit – wirklich
- Nicht nur reden, sondern entscheiden
- Die Kirchen-Leitung gibt Macht ab
- Dienende Kirchen-Leitung:
- Die Kirchen-Leitung fragt: Was braucht ihr?
- Sie sagt nicht: Das müsst ihr tun
- Sie dient – sie herrscht nicht
- Schutz der Gemeinwesen-Arbeit:
- Diese Arbeit muss weitergehen können
- Sie darf nicht kaputt gemacht werden
- Sie ist wertvoll – auch wenn sie schwer zu zählen ist
- Echte Veränderung:
- Nicht nur die Gemeinden müssen sich ändern
- Auch die Strukturen müssen sich ändern
- Auch die Kirchen-Leitung muss sich ändern
Wenn nur die Gemeinden sich ändern sollen:
Das ist keine echte Lösung.
Wenn alle sich ändern können:
Dann kann etwas Neues entstehen.
Zum Schluss
Die Geschichte von Jesus über das Sandkorn und den Balken
ist heute aktueller denn je.
Jesus sagt:
Die Mächtigen müssen zuerst ihren Balken sehen.
Ihre Macht.
Ihre Fehler.
Ihr Von-oben-herab.
Erst dann können sie anderen helfen.
Das gilt auch heute.
Das gilt auch für Kirchen-Leitungen.
Das gilt auch für Breidenbach.
Jesus war ein Befreier.
Er hat Macht in Frage gestellt.
Auch religiöse Macht.
Auch kirchliche Macht.
Und er hat den Menschen vor Ort geholfen.
Den Armen.
Den Ausgestoßenen.
Den Schwachen.
Das dürfen wir auch tun.
Wir dürfen Macht in Frage stellen.
Wir dürfen Widerstand leisten.
Wir dürfen für eine Kirche kämpfen, die dient.
Eine Kirche von unten.
Eine Kirche für die Menschen.
Eine Kirche, die im Alltag hilft.
Armin Herzberger ist pensionierter Sozial-Pädagoge und Lehrbeauftragter.
Er hat 35 Jahre in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Er kennt Macht-Strukturen und den Kampf für Selbst-Bestimmung.
Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben.
So können ihn mehr Menschen verstehen.
Denn diese Themen gehen alle an.
Zum Weiterdenken:
- Kennen Sie ähnliche Situationen in Ihrer Gemeinde?
- Welche Erfahrungen haben Sie mit Kirchen-Strukturen gemacht?
- Was denken Sie über Gemeinwesen-Arbeit in Gemeinden?
Ich freue mich über Kommentare und Austausch.
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Das Sandkorn im Auge des anderen
## Wenn Kirchen-Gemeinden zusammen-gelegt werden sollen
Ein Text von Armin Herzberger in Leichter Sprache
**Eine Geschichte von Jesus – neu verstanden**
Jesus hat eine wichtige Geschichte erzählt:
„Du siehst ein kleines Sandkorn im Auge von einem anderen Menschen.
Aber du siehst nicht den dicken Balken in deinem eigenen Auge.“
Diese Geschichte kennen viele Menschen.
Aber was bedeutet sie wirklich?
Meistens wird gesagt:
– Du sollst nicht über andere urteilen.
– Du sollst erst bei dir selbst schauen.
– Du sollst bescheiden sein.
Aber Jesus meinte etwas anderes:
– Die Mächtigen sehen ihre eigenen Fehler nicht.
– Die Mächtigen urteilen über die Schwachen.
– Die Mächtigen müssen zuerst bei sich selbst anfangen.
Das ist keine nette Moral-Geschichte.
Das ist Kritik an Macht.
**Was passiert gerade in Breidenbach?**
In Breidenbach gibt es einen Streit in der Kirche.
Der Grund:
Mehrere kleine Gemeinden sollen zusammen-gelegt werden.
Das nennt man: Nachbarschafts-Raum.
Das Problem:
– Die Gemeinden wollen das oft nicht.
– Die Kirchen-Leitung sagt: Es muss so sein.
– Es gibt eine Mediation – also eine Streit-Schlichtung.
– Aber viele Menschen fragen sich: Ist das eine echte Mediation?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
Viele Menschen sind:
– Traurig
– Wütend
– Enttäuscht
– Sie fühlen sich nicht ernst genommen
**Wer hat hier eigentlich die Macht?**
Das ist die wichtigste Frage!
Die Kirchen-Leitung hat viel Macht:
– Sie kann Gemeinden schließen
– Sie kann Pfarrer versetzen
– Sie verwaltet das Geld
– Sie macht die Regeln
– Sie trifft die Entscheidungen
Die Gemeinden vor Ort haben wenig Macht:
– Sie können ihre Meinung sagen
– Aber sie können nicht entscheiden
– Sie haben kein eigenes Geld
– Am Ende müssen sie gehorchen
Das ist ein großer Macht-Unterschied.
Und genau hier wird die Geschichte von Jesus wichtig.
**Das Sandkorn: Was die Kirchen-Leitung bei den Gemeinden sieht**
Die Kirchen-Leitung sagt:
– „Die Gemeinden sind zu klein geworden.“
– „Es gibt zu wenig Geld.“
– „Es gibt zu wenig ehrenamtliche Helfer.“
– „Die Gottesdienste sind schlecht besucht.“
– „Die Menschen wollen sich nicht ändern.“
Diese Probleme sieht die Kirchen-Leitung sehr deutlich.
Das sind die Sandkörner im Auge der Gemeinden.
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Wir müssen die Gemeinden zusammenlegen.
Das ist die einzige Lösung.“
**Der Balken: Was die Kirchen-Leitung bei sich selbst nicht sieht**
Aber die Kirchen-Leitung sieht nicht:
1. Sie hat die Probleme selbst mit verursacht
– Die Kirchen-Leitung hat die Gemeinden klein gehalten.
– Sie hat zu viel Geld für Verwaltung ausgegeben.
– Sie hat den Menschen wenig Verantwortung gegeben.
– Sie hat immer von oben entschieden.
Frage:
Warum sind die Gemeinden klein geworden?
Vielleicht weil die Menschen sich nicht einbringen durften?
2. Sie entscheidet von oben herab
– Die Menschen vor Ort werden nicht wirklich gefragt.
– Die Entscheidung steht oft schon fest.
– Die Gemeinden sollen am Ende gehorchen.
– Das nennt man dann: „Beteiligung“.
Aber ist das echte Beteiligung?
Oder ist das: Die Menschen sollen Ja sagen lernen?
3. Sie denkt zuerst an sich selbst
– Die Verwaltung will überleben.
– Die Strukturen sollen erhalten bleiben.
– Die Arbeits-Plätze in der Verwaltung sollen sicher sein.
Aber wird gefragt:
Was brauchen die Gemeinden wirklich?
Wie wird der Glaube lebendig?
4. Sie vergisst die wichtige Arbeit vor Ort
Gemeinden machen viel mehr als nur Gottesdienste.
Das nennt man: Gemeinwesen-Arbeit.
Zum Beispiel:
– Die Tafel verteilt Essen an arme Menschen
– Das Gemeinde-Café ist ein Treffpunkt für einsame Menschen
– Es gibt Hilfe für Nachbarn in Not
– Menschen begegnen sich im Stadtteil
– Die Gemeinde ist für alle da – nicht nur für Mitglieder
Diese Arbeit ist sehr wertvoll.
Aber die Kirchen-Leitung zählt oft nur:
– Wie viele kommen zum Gottesdienst?
– Wie viele Mitglieder gibt es?
– Wie viel Geld kommt rein?
Die Kirchen-Leitung zählt oft nicht:
– Wie vielen Menschen wird geholfen?
– Wie lebendig ist die Gemeinde im Alltag?
– Was bedeutet die Gemeinde für den Ort?
Gemeinwesen-Arbeit braucht:
– Menschen, die den Ort kennen
– Menschen, die vor Ort sind
– Menschen, die wissen, wer Hilfe braucht
– Kurze Wege
– Persönliche Beziehungen
Wenn Gemeinden zusammengelegt werden:
– Werden die Wege weiter
– Kennen die Menschen sich noch?
– Geht das persönliche Wissen verloren?
– Kann die Gemeinwesen-Arbeit weitergehen?
Die Kirchen-Leitung denkt darüber oft nicht nach.
Das alles ist der dicke Balken im Auge der Kirchen-Leitung.
**Was ist eigentlich Mediation?**
Mediation bedeutet: Streit-Schlichtung.
Eine Person von außen hilft beim Gespräch.
Alle sollen sich aussprechen.
Alle sollen eine Lösung finden.
Aber Achtung:
Mediation kann 2 sehr verschiedene Dinge sein.
Echte Mediation:
– Niemand weiß vorher, was rauskommt
– Alle können wirklich mitreden
– Auch die Gemeinden können Nein sagen
– Auch die Mächtigen müssen sich ändern können
– Die Macht-Verhältnisse werden offen besprochen
– Auch die Gemeinwesen-Arbeit wird ernst genommen
– Am Ende gibt es eine Lösung, die alle mittragen können
Das wäre eine echte Mediation.
Falsche Mediation:
– Die Entscheidung steht schon fest
– Es sieht nur so aus wie Mitmachen
– Die Menschen dürfen reden – aber nicht wirklich entscheiden
– Die wichtigen Fragen werden nicht gestellt
– Die Macht-Verhältnisse werden nicht angesprochen
– Am Ende wird es so gemacht wie vorher geplant
– Die Mediation dient nur dazu: Die Menschen sollen ruhig werden
Das wäre keine echte Mediation.
Das wäre ein Betrug an den Menschen.
**Die wichtige Frage für Breidenbach**
Welche Art von Mediation läuft in Breidenbach?
Das können nur die Menschen vor Ort beantworten.
Prüf-Fragen:
– Können wir auch Nein sagen zur Zusammenlegung?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
– Wird über die Macht-Verhältnisse gesprochen?
– Wird die Gemeinwesen-Arbeit ernst genommen?
– Kann sich auch die Kirchen-Leitung ändern?
Wenn die Antwort ist:
„Die Zusammenlegung kommt auf jeden Fall.“
Dann ist es keine echte Mediation.
**Was würde Jesus heute sagen?**
Jesus war immer auf der Seite der Schwachen.
Jesus hat kritisiert:
– Die Priester mit ihrer Macht
– Die Schrift-Gelehrten mit ihren Regeln
– Alle, die von oben herab regieren
– Alle, die die einfachen Menschen nicht ernst nehmen
Jesus wollte:
– Dass die Mächtigen dienen
– Dass die Letzten die Ersten werden
– Dass Menschen Würde haben
– Dass Menschen selbst entscheiden können
– Dass den Armen und Schwachen geholfen wird
Jesus hat selbst Gemeinwesen-Arbeit gemacht:
– Er hat Kranke geheilt
– Er hat mit Ausgestoßenen gegessen
– Er war bei den Menschen vor Ort
– Er hat nicht nur gepredigt – er hat geholfen
Jesus zu den Mächtigen heute:
„Ihr seht die kleinen Probleme der Gemeinden.
Aber ihr seht nicht euren eigenen dicken Balken:
Eure Macht.
Euer Von-oben-herab.
Euer Nicht-Zuhören.
Euer Vergessen der Menschen vor Ort.
Nehmt erst den Balken aus eurem eigenen Auge!
Dann – und erst dann – könnt ihr die Probleme der Gemeinden verstehen.
Dann – und erst dann – kann echte Zusammenarbeit entstehen.“
**Was können die Gemeinden tun?**
1. Macht die Gemeinwesen-Arbeit sichtbar
– Zeigt, was ihr alles macht
– Zeigt, wie vielen Menschen ihr helft
– Macht Fotos, schreibt Geschichten
– Ladet Politiker und Kirchen-Vertreter ein
– Zeigt: Wir sind wichtig für unseren Ort
Sagt deutlich:
„Diese Arbeit ist wertvoll.
Was wird aus dieser Arbeit, wenn wir zusammengelegt werden?“
2. Fragt nach der Macht
– Wer entscheidet hier wirklich?
– Können wir auch Nein sagen?
– Oder müssen wir am Ende gehorchen?
– Ist diese Mediation echt?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
Stellt diese Fragen laut und öffentlich.
3. Redet mit anderen Gemeinden
– Ihr seid nicht allein
– Andere haben ähnliche Probleme
– Tauscht euch aus
– Lernt voneinander
– Gemeinsam seid ihr stärker
4. Bringt andere Lösungen ein
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Es gibt nur einen Weg: Zusammenlegung.“
Aber das stimmt nicht.
Es gibt viele mögliche Wege:
– Kleine Gemeinden bleiben selbstständig
– Sie arbeiten nur bei bestimmten Sachen zusammen
– Jede Gemeinde behält ihre Gemeinwesen-Arbeit
– Verwaltung wird vereinfacht – aber Gemeinden bleiben
– Mehr Verantwortung für Ehrenamtliche
– Weniger Bürokratie, mehr lebendige Gemeinde
Lasst euch nicht sagen:
„Es geht nicht anders.“
Sagt selbst:
„Wir haben andere Ideen.“
5. Sprecht klar und deutlich
– Sagt, was ihr denkt
– Sagt, was ihr wollt
– Sagt auch: Das wollen wir nicht
– Lasst euch nicht einschüchtern
Ihr habt das Recht:
– Eure Meinung zu sagen
– Nein zu sagen
– Andere Wege vorzuschlagen
6. Widerstand kann richtig sein
Viele Menschen denken:
„In der Kirche muss man gehorsam sein.“
Aber das stimmt nicht.
Manchmal muss man Nein sagen.
Auch zu kirchlichen Entscheidungen.
Auch zu Bischöfen und Kirchen-Leitungen.
Das kann Gottes Wille sein.
Jesus selbst hat Widerstand geleistet.
Gegen die religiösen Führer seiner Zeit.
**Was wäre eine echte Lösung?**
Eine echte Lösung braucht:
1. Andere Macht-Verteilung:
– Die Gemeinden entscheiden mit – wirklich
– Nicht nur reden, sondern entscheiden
– Die Kirchen-Leitung gibt Macht ab
2. Dienende Kirchen-Leitung:
– Die Kirchen-Leitung fragt: Was braucht ihr?
– Sie sagt nicht: Das müsst ihr tun
– Sie dient – sie herrscht nicht
3. Schutz der Gemeinwesen-Arbeit:
– Diese Arbeit muss weitergehen können
– Sie darf nicht kaputt gemacht werden
– Sie ist wertvoll – auch wenn sie schwer zu zählen ist
4. Echte Veränderung:
– Nicht nur die Gemeinden müssen sich ändern
– Auch die Strukturen müssen sich ändern
– Auch die Kirchen-Leitung muss sich ändern
Wenn nur die Gemeinden sich ändern sollen:
Das ist keine echte Lösung.
Wenn alle sich ändern können:
Dann kann etwas Neues entstehen.
Zum Schluss
Die Geschichte von Jesus über das Sandkorn und den Balken
ist heute aktueller denn je.
Jesus sagt:
Die Mächtigen müssen zuerst ihren Balken sehen.
Ihre Macht.
Ihre Fehler.
Ihr Von-oben-herab.
Erst dann können sie anderen helfen.
Das gilt auch heute.
Das gilt auch für Kirchen-Leitungen.
Das gilt auch für Breidenbach.
Jesus war ein Befreier.
Er hat Macht in Frage gestellt.
Auch religiöse Macht.
Auch kirchliche Macht.
Und er hat den Menschen vor Ort geholfen.
Den Armen.
Den Ausgestoßenen.
Den Schwachen.
Das dürfen wir auch tun.
Wir dürfen Macht in Frage stellen.
Wir dürfen Widerstand leisten.
Wir dürfen für eine Kirche kämpfen, die dient.
Eine Kirche von unten.
Eine Kirche für die Menschen.
Eine Kirche, die im Alltag hilft.
Armin Herzberger hat 35 Jahre in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Er kennt Macht-Strukturen und den Kampf für Selbst-Bestimmung.
Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben.
So können ihn mehr Menschen verstehen.
Denn diese Themen gehen alle an.
**Zum Weiterdenken:**
– Kennen Sie ähnliche Situationen in Ihrer Gemeinde?
– Welche Erfahrungen haben Sie mit Kirchen-Strukturen gemacht?
– Was denken Sie über Gemeinwesen-Arbeit in Gemeinden?
Ich freue mich über Kommentare und Austausch.