Wenn wir neu anfangen dürften
## DER MELANCHOLIKER UND DIE MUSIKERIN
**Stellen Sie sich vor:**
Ein Mann aus Dänemark sitzt in unserer Kirchen-Versammlung.
Sein Name: Søren Kierkegaard.
Er lebte vor 200 Jahren.
Wir reden über **Nachbarschafts-Räume**.
Wir reden über **Strukturen**.
Er schreibt in sein Notizbuch:
> *“Ihr redet über Verwaltung.
> Aber Glaube ist ein Sprung.“*
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## DER TRAUM VON DER MUSIK
### Christiane Tietz träumt
Unsere Kirchen-Präsidentin hat einen Traum.
Sie vergleicht Kirche mit einem **Orchester**:
– Viele Instrumente
– Viele Töne
– Manchmal schön
– Manchmal schräg
– Aber zusammen: **Musik**
**Ihr Wunsch:**
> „Viele verschiedene Stimmen.
> Zusammen ein Klang.“
### Was sich ändert
**Früher:**
– 1.000 kleine Gemeinden
– Jede ihr eigener Pfarrer
– Jede ihr eigenes Programm
**Jetzt:**
– Gemeinden schließen sich zusammen
– Das heißt: **Nachbarschafts-Räume**
– Pfarrer arbeiten im **Team**
**Warum?**
– Weniger Geld
– Weniger Menschen
– Weniger Pfarrer
Tietz sagt:
> „Wir können nicht schön-reden.
> Wir müssen etwas ändern.“
**Sie hat recht.**
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## DER MELANCHOLIKER WIDERSPRICHT
Kierkegaard steht auf.
Er fragt:
> „Wollt ihr bessere Verwaltung?
> Oder wollt ihr besseren Glauben?“
**Seine Geschichte aus Dänemark:**
Alle waren Kirchen-Mitglied.
Keiner musste glauben.
Es war nur Gewohnheit.
Er nannte das: **Falsche Kirche**
**Seine Fragen an uns heute:**
> „Macht ihr größere Einheiten?
> Wird dadurch der Glaube stärker?
> Oder nur die Verwaltung einfacher?“
> „Ihr sagt: Viele Stimmen sind gut.
> Ich frage: Wofür steht ihr dann?“
**Unbequem. Aber wichtig.**
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## DIE GESCHICHTE VOM NETPHENER TISCH
**Eine wahre Geschichte:**
Menschen mit Behinderung wurden betreut.
Andere kochten für sie.
Andere planten für sie.
Sie durften nichts selbst machen.
**Dann kam die Idee:**
Die Menschen mit Behinderung
gründeten einen **Mittags-Tisch**.
– Sie kochen selbst
– Sie laden ein
– Sie organisieren
– Sie sind jetzt **Geber**
– Nicht mehr nur **Empfänger**
**Das ist Kirche von unten.**
### Was das für uns bedeutet
**Zwei Wege:**
**Weg 1: Von oben**
„`
Hauptamtliche entscheiden
↓
Menschen folgen
„`
**Weg 2: Von unten**
„`
Menschen vor Ort überlegen
↓
Hauptamtliche unterstützen
„`
**Beispiel:**
❌ NICHT SO:
„Wir machen jetzt moderne Gottesdienste.“
✓ SONDERN SO:
„Wie wollen WIR Gottesdienst feiern?
Wir helfen euch dabei.“
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## VIER GROSSE TRÄUME
**Wenn wir wirklich neu anfangen könnten…**
### 1. Klein statt groß
**Bild:**
Nicht eine große Herde.
Sondern viele kleine Gruppen.
– 5 bis 15 Menschen
– Treffen sich zu Hause
– Glauben verbindlich zusammen
– Wie am Anfang bei Jesus
### 2. Befähigen statt versorgen
**Bild:**
Der Pfarrer nicht als Koch.
Sondern als Koch-Lehrer.
**Jetzt:** Pfarrer macht alles
**Neu:** Pfarrer zeigt anderen, wie es geht
### 3. Selbst-Bestimmung
**Bild:**
Nicht Befehle von oben.
Sondern Ideen von unten.
Nachbarschafts-Räume entscheiden selbst:
– Wen brauchen wir?
– Was machen wir?
– Wie nutzen wir Geld?
### 4. Echt statt viel
**Bild:**
Nicht die größte Herde.
Sondern die echteste.
**Alte Frage:** „Wie viele Mitglieder?“
**Neue Frage:** „Wie echt ist der Glaube?“
Kierkegaard sagt:
> „Ein Mensch, der wirklich glaubt,
> ist mehr wert als 10.000 Namen.“
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## DER SCHWIERIGE TEIL: DER SPRUNG
Kierkegaard sagt:
> „Träume sind leicht.
> Springen ist schwer.
> Aber nur Springen verändert wirklich.“
**Was heißt springen?**
**Die Pfarrerin** sagt:
„Ich bin nicht unverzichtbar.“
**Der Kirchen-Vorstand** sagt:
„Wir geben Macht ab.“
**Die Kirchen-Leitung** sagt:
„Ihr vor Ort wisst es besser.“
**Die Gemeinde** sagt:
„Wir verkaufen unser Gebäude.
Wir werden frei.“
**Das tut weh.
Aber das verändert.**
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## DREI WEGE IN DIE ZUKUNFT
**Wohin führt ekhn2030?**
### Weg 1: Die Verwaltungs-Reform
„`
Größere Einheiten
Bessere Organisation
Aber: Glaube bleibt blass
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**Kierkegaard:** „Bessere Verwaltung. Keine bessere Kirche.“
### Weg 2: Der Streit
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Die einen wollen bewahren
Die anderen wollen ändern
Es gibt Streit
Alle verlieren
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**Kierkegaard:** „Ihr streitet um Gebäude statt um Glauben.“
### Weg 3: Der Möglichkeits-Raum
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Versuchs-Labore entstehen
Neues wird ausprobiert
Kleine Gruppen bilden sich
Menschen werden aktiv
„`
**Kierkegaard:** „Jetzt wird es spannend. Jetzt wird es christlich.“
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## DIE GESCHICHTE VON DER PRINZESSIN
**Es war einmal ein Prinz namens Kierkegaard.**
Sie saß in einem hohen Turm.
Von oben sah sie alles.
Aber sie war gefangen.
**Kirchenpräsidentin Tietz kam vorbei:**
> „Komm, ich zeige dir die Nachbarschafts-Räume.
> Wir haben einen Plan.
> Wir haben Konzepte.“
**Die der Prinz schaute hinunter.**
Sehr tief.
Sie fragte:
> „Aber wirst du springen?“
**Dann geschah etwas Unerwartetes:**
Der Prinz stand auf.
Er ging an den Rand.
Und sie sprang.
**Und siehe da:**
Er konnte fliegen.
Nicht weil er es wusste.
Sondern weil sie es **wagte**.
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## WAS DAS KONKRET BEDEUTET
### Für die Kirchen-Leitung
– Nachbarschafts-Räume = Versuchs-Räume
– Geld für neue Ideen
– Freiheit zum Experimentieren
### Für Pfarrer und Gemeinde-Pädagogen
– Nicht versorgen → befähigen
– Nicht alles selbst machen → andere stark machen
– Nicht festhalten → loslassen
### Für Gemeinden
– Klein und verbindlich statt groß und unverbindlich
– Die Stillen zu Wort kommen lassen
– Platz schaffen durch Weglassen
### Für uns alle
**Die wichtigste Frage ist nicht:**
„Wie funktioniert Kirche besser?“
**Die wichtigste Frage ist:**
„Traue ich mich zu glauben?“
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## SCHLUSS
**Drei Träume:**
Tietz träumt: Viele Stimmen – ein Klang
Kierkegaard träumt: Echter Glaube
Kirche von unten träumt: Menschen werden aktiv
**Alle drei haben recht
Aber Träume ohne Sprung bleiben Träume.
**Die grüne Wiese ist keine Wiese.**
**Sie ist eine Entscheidung.**
Jeden Tag neu.
**Amen.**
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**Geschichten aus der Bibel:**
– Apostelgeschichte 2: Die ersten Christen
– Matthäus 10: Werdet wie Kinder
– Lukas 24: Zwei oder drei sind Kirche
– Markus 10: Loslassen ist schwer
Amen