Frau Tietz träumt…


Wenn wir neu anfangen dürften


DER MELANCHOLIKER UND DIE MUSIKERIN

Stellen Sie sich vor:

Ein Mann aus Dänemark sitzt in unserer Kirchen-Versammlung.
Sein Name: Søren Kierkegaard.
Er lebte vor 200 Jahren.

Wir reden über Nachbarschafts-Räume.
Wir reden über Strukturen.

Er schreibt in sein Notizbuch:
> „Ihr redet über Verwaltung.
> Aber Glaube ist ein Sprung.“


DER TRAUM VON DER MUSIK

Christiane Tietz träumt

Unsere Kirchen-Präsidentin hat einen Traum.
Sie vergleicht Kirche mit einem Orchester:

– Viele Instrumente
– Viele Töne
– Manchmal schön
– Manchmal schräg
– Aber zusammen: Musik

Ihr Wunsch:
> „Viele verschiedene Stimmen.
> Zusammen ein Klang.“

Was sich ändert

Früher:
– 1.000 kleine Gemeinden
– Jede ihr eigener Pfarrer
– Jede ihr eigenes Programm

Jetzt:
– Gemeinden schließen sich zusammen
– Das heißt: Nachbarschafts-Räume
– Pfarrer arbeiten im Team

Warum?
– Weniger Geld
– Weniger Menschen
– Weniger Pfarrer

Tietz sagt:
> „Wir können nicht schön-reden.
> Wir müssen etwas ändern.“

Sie hat recht.

DER MELANCHOLIKER WIDERSPRICHT

Kierkegaard steht auf.
Er fragt:

> „Wollt ihr bessere Verwaltung?
> Oder wollt ihr besseren Glauben?“

Seine Geschichte aus Dänemark:

Alle waren Kirchen-Mitglied.
Keiner musste glauben.
Es war nur Gewohnheit.

Er nannte das: Falsche Kirche

Seine Fragen an uns heute:

> Macht ihr größere Einheiten?
> Wird dadurch der Glaube stärker?
> Oder nur die Verwaltung einfacher?

> „Ihr sagt: Viele Stimmen sind gut.
> Ich frage: Wofür steht ihr dann?“

Unbequem. Aber wichtig.

DIE GESCHICHTE VOM NETPHENER TISCH

Eine wahre Geschichte:

Menschen mit Behinderung wurden betreut.
Andere kochten für sie.
Andere planten für sie.
Sie durften nichts selbst machen.

Dann kam die Idee:

Die Menschen mit Behinderung
gründeten einen Mittags-Tisch.

– Sie kochen selbst
– Sie laden ein
– Sie organisieren
– Sie sind jetzt Geber
– Nicht mehr nur Empfänger

Das ist Kirche von unten.

Was das für uns bedeutet

Zwei Wege:

Weg 1: Von oben

Hauptamtliche entscheiden
       
Menschen folgen


Weg 2: Von unten

Menschen vor Ort überlegen
       
Hauptamtliche unterstützen

Beispiel:

❌ NICHT SO:
„Wir machen jetzt moderne Gottesdienste.“

✓ SONDERN SO:
„Wie wollen WIR Gottesdienst feiern?
Wir helfen euch dabei.“

VIER GROSSE TRÄUME

Wenn wir wirklich neu anfangen könnten…

1. Klein statt groß

Nicht eine große Herde.
Sondern viele kleine Gruppen.

– 5 bis 15 Menschen
– Treffen sich zu Hause
– Glauben verbindlich zusammen
– Wie am Anfang bei Jesus

2. Befähigen statt versorgen

Der Pfarrer nicht als Koch.
Sondern als Koch-Lehrer.

Jetzt: Pfarrer macht alles
Neu: Pfarrer zeigt anderen, wie es geht

3. Selbst-Bestimmung
Bild:
Nicht Befehle von oben.
Sondern Ideen von unten.

Nachbarschafts-Räume entscheiden selbst:
– Wen brauchen wir?
– Was machen wir?
– Wie nutzen wir Geld?

4. Echt statt viel

Nicht die größte Herde.
Sondern die echteste.

Alte Frage: Wie viele Mitglieder?“
Neue Frage: Wie echt ist der Glaube?“

Kierkegaard sagt:
> „Ein Mensch, der wirklich glaubt,
> ist mehr wert als 10.000 Namen.“

DER SCHWIERIGE TEIL: DER SPRUNG

Kierkegaard sagt:
> „Träume sind leicht.
> Springen ist schwer.
> Aber nur Springen verändert wirklich.“

Was heißt springen?

Die Pfarrerin sagt:
„Ich bin nicht unverzichtbar.“

Der Kirchen-Vorstand sagt:
„Wir geben Macht ab.“

Die Kirchen-Leitung sagt:
Ihr vor Ort wisst es besser.

Die Gemeinde sagt:
Wir verkaufen unser Gebäude.
Wir werden frei.

Das tut weh.
Aber das verändert.

DREI WEGE IN DIE ZUKUNFT

Wohin führt ekhn2030?

Weg 1: Die Verwaltungs-Reform

Größere Einheiten
Bessere Organisation
Aber: Glaube bleibt blass

Kierkegaard: Bessere Verwaltung. Keine bessere Kirche.

Weg 2: Der Streit

Die einen wollen bewahren
Die anderen wollen ändern
Es gibt Streit
Alle verlieren

Kierkegaard: „Ihr streitet um Gebäude statt um Glauben.“

Weg 3: Der Möglichkeits-Raum
Versuchs-Labore entstehen
Neues wird ausprobiert
Kleine Gruppen bilden sich
Menschen werden aktiv

Kierkegaard: „Jetzt wird es spannend. Jetzt wird es christlich.“

EINE GESCHICHTE VOM PRINZ

Es war einmal ein Prinz namens Kierkegaard.

Er saß in einem hohen Turm.
Von oben sah sie alles.
Aber sie war gefangen.

Kirchenpräsidentin Tietz kam vorbei:

Komm, ich zeige dir die Nachbarschafts-Räume.
Wir haben einen Plan.
Wir haben Konzepte.

Die der Prinz schaute hinunter.
Sehr tief.

Sie fragte:
„Aber wirst du springen?

Dann geschah etwas Unerwartetes:

Der Prinz stand auf.
Er ging an den Rand.
Und sie sprang.

Und siehe da:
Er konnte fliegen.

Nicht weil er es wusste.
Sondern weil sie es wagte.

WAS DAS KONKRET BEDEUTET

Für die Kirchen-Leitung
– Nachbarschafts-Räume sind Versuchs-Räume
– Geld für neue Ideen
– Freiheit zum Experimentieren

Für Pfarrer und Gemeinde-Pädagogen
– Nicht versorgen sondern befähigen
– Nicht alles selbst machen sondern andere stark machen
– Nicht festhalten sondern loslassen

Für Gemeinden
– Klein und verbindlich statt groß und unverbindlich
– Die Stillen zu Wort kommen lassen
– Platz schaffen durch Weglassen

Für uns alle

Die wichtigste Frage ist nicht
Wie funktioniert Kirche besser?

Die wichtigste Frage ist:

Traue ich mich zu glauben?“

SCHLUSS

Drei Träume:

Tietz träumt: Viele Stimmen – ein Klang


Kierkegaard träumt: Echter Glaube


Kirche von unten träumt: Menschen werden aktiv

Alle drei haben recht

Aber Träume ohne Sprung bleiben Träume.

Die grüne Wiese ist keine Wiese.
Sie ist eine Entscheidung.

Jeden Tag neu.

Amen.

Geschichten aus der Bibel:
– Apostelgeschichte 2: Die ersten Christen
– Matthäus 10: Werdet wie Kinder
– Lukas 24: Zwei oder drei sind Kirche
– Markus 10: Loslassen ist schwer

Das Sandkorn….

Das Sandkorn im Auge des anderen

Wenn Kirchen-Gemeinden zusammen-gelegt werden sollen

Ein Text in Leichter Sprache


Eine Geschichte von Jesus – neu verstanden

Jesus hat eine wichtige Geschichte erzählt:

„Du siehst ein kleines Sandkorn im Auge von einem anderen Menschen.
Aber du siehst nicht den dicken Balken in deinem eigenen Auge.“

Diese Geschichte kennen viele Menschen.
Aber was bedeutet sie wirklich?

Meistens wird gesagt:

  • Du sollst nicht über andere urteilen.
  • Du sollst erst bei dir selbst schauen.
  • Du sollst bescheiden sein.

Aber Jesus meinte etwas anderes:

  • Die Mächtigen sehen ihre eigenen Fehler nicht.
  • Die Mächtigen urteilen über die Schwachen.
  • Die Mächtigen müssen zuerst bei sich selbst anfangen.

Das ist keine nette Moral-Geschichte.
Das ist Kritik an Macht.

Was passiert gerade in Breidenbach?

In Breidenbach gibt es einen Streit in der Kirche.

Der Grund:
Mehrere kleine Gemeinden sollen zusammen-gelegt werden.
Das nennt man: Nachbarschafts-Raum.

Das Problem:

  • Die Gemeinden wollen das oft nicht.
  • Die Kirchen-Leitung sagt: Es muss so sein.
  • Es gibt eine Mediation – also eine Streit-Schlichtung.
  • Aber viele Menschen fragen sich: Ist das eine echte Mediation?
  • Oder steht die Entscheidung schon fest?

Viele Menschen sind:

  • Traurig
  • Wütend
  • Enttäuscht
  • Sie fühlen sich nicht ernst genommen

Wer hat hier eigentlich die Macht?

Das ist die wichtigste Frage!

Die Kirchen-Leitung hat viel Macht:

  • Sie kann Gemeinden schließen
  • Sie kann Pfarrer versetzen
  • Sie verwaltet das Geld
  • Sie macht die Regeln
  • Sie trifft die Entscheidungen

Die Gemeinden vor Ort haben wenig Macht:

  • Sie können ihre Meinung sagen
  • Aber sie können nicht entscheiden
  • Sie haben kein eigenes Geld
  • Am Ende müssen sie gehorchen

Das ist ein großer Macht-Unterschied.

Und genau hier wird die Geschichte von Jesus wichtig.

Das Sandkorn: Was die Kirchen-Leitung bei den Gemeinden sieht

Die Kirchen-Leitung sagt:

  • „Die Gemeinden sind zu klein geworden.“
  • „Es gibt zu wenig Geld.“
  • „Es gibt zu wenig ehrenamtliche Helfer.“
  • „Die Gottesdienste sind schlecht besucht.“
  • „Die Menschen wollen sich nicht ändern.“

Diese Probleme sieht die Kirchen-Leitung sehr deutlich.
Das sind die Sandkörner im Auge der Gemeinden.

Die Kirchen-Leitung sagt:
„Wir müssen die Gemeinden zusammenlegen.
Das ist die einzige Lösung.“

Der Balken: Was die Kirchen-Leitung bei sich selbst nicht sieht

Aber die Kirchen-Leitung sieht nicht:

  1. Sie hat die Probleme selbst mit verursacht
  • Die Kirchen-Leitung hat die Gemeinden klein gehalten.
  • Sie hat zu viel Geld für Verwaltung ausgegeben.
  • Sie hat den Menschen wenig Verantwortung gegeben.
  • Sie hat immer von oben entschieden.

Frage:
Warum sind die Gemeinden klein geworden?
Vielleicht weil die Menschen sich nicht einbringen durften?

  1. Sie entscheidet von oben herab
  • Die Menschen vor Ort werden nicht wirklich gefragt.
  • Die Entscheidung steht oft schon fest.
  • Die Gemeinden sollen am Ende gehorchen.
  • Das nennt man dann: „Beteiligung“.

Aber ist das echte Beteiligung?
Oder ist das: Die Menschen sollen Ja sagen lernen?

  1. Sie denkt zuerst an sich selbst
  • Die Verwaltung will überleben.
  • Die Strukturen sollen erhalten bleiben.
  • Die Arbeits-Plätze in der Verwaltung sollen sicher sein.

Aber wird gefragt:
Was brauchen die Gemeinden wirklich?
Wie wird der Glaube lebendig?

  1. Sie vergisst die wichtige Arbeit vor Ort

Gemeinden machen viel mehr als nur Gottesdienste.
Das nennt man: Gemeinwesen-Arbeit.

Zum Beispiel:

  • Die Tafel verteilt Essen an arme Menschen
  • Das Gemeinde-Café ist ein Treffpunkt für einsame Menschen
  • Es gibt Hilfe für Nachbarn in Not
  • Menschen begegnen sich im Stadtteil
  • Die Gemeinde ist für alle da – nicht nur für Mitglieder

Diese Arbeit ist sehr wertvoll.

Aber die Kirchen-Leitung zählt oft nur:

  • Wie viele kommen zum Gottesdienst?
  • Wie viele Mitglieder gibt es?
  • Wie viel Geld kommt rein?

Die Kirchen-Leitung zählt oft nicht:

  • Wie vielen Menschen wird geholfen?
  • Wie lebendig ist die Gemeinde im Alltag?
  • Was bedeutet die Gemeinde für den Ort?

Gemeinwesen-Arbeit braucht:

  • Menschen, die den Ort kennen
  • Menschen, die vor Ort sind
  • Menschen, die wissen, wer Hilfe braucht
  • Kurze Wege
  • Persönliche Beziehungen

Wenn Gemeinden zusammengelegt werden:

  • Werden die Wege weiter
  • Kennen die Menschen sich noch?
  • Geht das persönliche Wissen verloren?
  • Kann die Gemeinwesen-Arbeit weitergehen?

Die Kirchen-Leitung denkt darüber oft nicht nach.

Das alles ist der dicke Balken im Auge der Kirchen-Leitung.

Was ist eigentlich Mediation?

Mediation bedeutet: Streit-Schlichtung.
Eine Person von außen hilft beim Gespräch.
Alle sollen sich aussprechen.
Alle sollen eine Lösung finden.

Aber Achtung:
Mediation kann 2 sehr verschiedene Dinge sein.

Echte Mediation:

  • Niemand weiß vorher, was rauskommt
  • Alle können wirklich mitreden
  • Auch die Gemeinden können Nein sagen
  • Auch die Mächtigen müssen sich ändern können
  • Die Macht-Verhältnisse werden offen besprochen
  • Auch die Gemeinwesen-Arbeit wird ernst genommen
  • Am Ende gibt es eine Lösung, die alle mittragen können

Das wäre eine echte Mediation.

Falsche Mediation:

  • Die Entscheidung steht schon fest
  • Es sieht nur so aus wie Mitmachen
  • Die Menschen dürfen reden – aber nicht wirklich entscheiden
  • Die wichtigen Fragen werden nicht gestellt
  • Die Macht-Verhältnisse werden nicht angesprochen
  • Am Ende wird es so gemacht wie vorher geplant
  • Die Mediation dient nur dazu: Die Menschen sollen ruhig werden

Das wäre keine echte Mediation.
Das wäre ein Betrug an den Menschen.

Die wichtige Frage für Breidenbach

Welche Art von Mediation läuft in Breidenbach?

Das können nur die Menschen vor Ort beantworten.

Prüf-Fragen:

  • Können wir auch Nein sagen zur Zusammenlegung?
  • Oder steht die Entscheidung schon fest?
  • Wird über die Macht-Verhältnisse gesprochen?
  • Wird die Gemeinwesen-Arbeit ernst genommen?
  • Kann sich auch die Kirchen-Leitung ändern?

Wenn die Antwort ist:
„Die Zusammenlegung kommt auf jeden Fall.“

Dann ist es keine echte Mediation.

Was würde Jesus heute sagen?

Jesus war immer auf der Seite der Schwachen.

Jesus hat kritisiert:

  • Die Priester mit ihrer Macht
  • Die Schrift-Gelehrten mit ihren Regeln
  • Alle, die von oben herab regieren
  • Alle, die die einfachen Menschen nicht ernst nehmen

Jesus wollte:

  • Dass die Mächtigen dienen
  • Dass die Letzten die Ersten werden
  • Dass Menschen Würde haben
  • Dass Menschen selbst entscheiden können
  • Dass den Armen und Schwachen geholfen wird

Jesus hat selbst Gemeinwesen-Arbeit gemacht:

  • Er hat Kranke geheilt
  • Er hat mit Ausgestoßenen gegessen
  • Er war bei den Menschen vor Ort
  • Er hat nicht nur gepredigt – er hat geholfen

Jesus zu den Mächtigen heute:

„Ihr seht die kleinen Probleme der Gemeinden.
Aber ihr seht nicht euren eigenen dicken Balken:
Eure Macht.
Euer Von-oben-herab.
Euer Nicht-Zuhören.
Euer Vergessen der Menschen vor Ort.

Nehmt erst den Balken aus eurem eigenen Auge!

Dann – und erst dann – könnt ihr die Probleme der Gemeinden verstehen.
Dann – und erst dann – kann echte Zusammenarbeit entstehen.“

Was können die Gemeinden tun?

  1. Macht die Gemeinwesen-Arbeit sichtbar
  • Zeigt, was ihr alles macht
  • Zeigt, wie vielen Menschen ihr helft
  • Macht Fotos, schreibt Geschichten
  • Ladet Politiker und Kirchen-Vertreter ein
  • Zeigt: Wir sind wichtig für unseren Ort

Sagt deutlich:
„Diese Arbeit ist wertvoll.
Was wird aus dieser Arbeit, wenn wir zusammengelegt werden?“

  1. Fragt nach der Macht
  • Wer entscheidet hier wirklich?
  • Können wir auch Nein sagen?
  • Oder müssen wir am Ende gehorchen?
  • Ist diese Mediation echt?
  • Oder steht die Entscheidung schon fest?

Stellt diese Fragen laut und öffentlich.

  1. Redet mit anderen Gemeinden
  • Ihr seid nicht allein
  • Andere haben ähnliche Probleme
  • Tauscht euch aus
  • Lernt voneinander
  • Gemeinsam seid ihr stärker
  1. Bringt andere Lösungen ein

Die Kirchen-Leitung sagt:
„Es gibt nur einen Weg: Zusammenlegung.“

Aber das stimmt nicht.

Es gibt viele mögliche Wege:

  • Kleine Gemeinden bleiben selbstständig
  • Sie arbeiten nur bei bestimmten Sachen zusammen
  • Jede Gemeinde behält ihre Gemeinwesen-Arbeit
  • Verwaltung wird vereinfacht – aber Gemeinden bleiben
  • Mehr Verantwortung für Ehrenamtliche
  • Weniger Bürokratie, mehr lebendige Gemeinde

Lasst euch nicht sagen:
„Es geht nicht anders.“

Sagt selbst:
„Wir haben andere Ideen.“

  1. Sprecht klar und deutlich
  • Sagt, was ihr denkt
  • Sagt, was ihr wollt
  • Sagt auch: Das wollen wir nicht
  • Lasst euch nicht einschüchtern

Ihr habt das Recht:

  • Eure Meinung zu sagen
  • Nein zu sagen
  • Andere Wege vorzuschlagen
  1. Widerstand kann richtig sein

Viele Menschen denken:
„In der Kirche muss man gehorsam sein.“

Aber das stimmt nicht.

Manchmal muss man Nein sagen.
Auch zu kirchlichen Entscheidungen.
Auch zu Bischöfen und Kirchen-Leitungen.

Das kann Gottes Wille sein.

Jesus selbst hat Widerstand geleistet.
Gegen die religiösen Führer seiner Zeit.

Was wäre eine echte Lösung?

Eine echte Lösung braucht:

  1. Andere Macht-Verteilung:
  • Die Gemeinden entscheiden mit – wirklich
  • Nicht nur reden, sondern entscheiden
  • Die Kirchen-Leitung gibt Macht ab
  1. Dienende Kirchen-Leitung:
  • Die Kirchen-Leitung fragt: Was braucht ihr?
  • Sie sagt nicht: Das müsst ihr tun
  • Sie dient – sie herrscht nicht
  1. Schutz der Gemeinwesen-Arbeit:
  • Diese Arbeit muss weitergehen können
  • Sie darf nicht kaputt gemacht werden
  • Sie ist wertvoll – auch wenn sie schwer zu zählen ist
  1. Echte Veränderung:
  • Nicht nur die Gemeinden müssen sich ändern
  • Auch die Strukturen müssen sich ändern
  • Auch die Kirchen-Leitung muss sich ändern

Wenn nur die Gemeinden sich ändern sollen:
Das ist keine echte Lösung.

Wenn alle sich ändern können:
Dann kann etwas Neues entstehen.

Zum Schluss

Die Geschichte von Jesus über das Sandkorn und den Balken
ist heute aktueller denn je.

Jesus sagt:
Die Mächtigen müssen zuerst ihren Balken sehen.
Ihre Macht.
Ihre Fehler.
Ihr Von-oben-herab.

Erst dann können sie anderen helfen.

Das gilt auch heute.
Das gilt auch für Kirchen-Leitungen.
Das gilt auch für Breidenbach.

Jesus war ein Befreier.
Er hat Macht in Frage gestellt.
Auch religiöse Macht.
Auch kirchliche Macht.

Und er hat den Menschen vor Ort geholfen.
Den Armen.
Den Ausgestoßenen.
Den Schwachen.

Das dürfen wir auch tun.

Wir dürfen Macht in Frage stellen.
Wir dürfen Widerstand leisten.
Wir dürfen für eine Kirche kämpfen, die dient.

Eine Kirche von unten.
Eine Kirche für die Menschen.
Eine Kirche, die im Alltag hilft.


Armin Herzberger ist pensionierter Sozial-Pädagoge und Lehrbeauftragter.
Er hat 35 Jahre in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Er kennt Macht-Strukturen und den Kampf für Selbst-Bestimmung.

Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben.
So können ihn mehr Menschen verstehen.
Denn diese Themen gehen alle an.


Zum Weiterdenken:

  • Kennen Sie ähnliche Situationen in Ihrer Gemeinde?
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Kirchen-Strukturen gemacht?
  • Was denken Sie über Gemeinwesen-Arbeit in Gemeinden?

Ich freue mich über Kommentare und Austausch.


Sie können diesen Text jetzt kopieren!

Das Sandkorn im Auge des anderen
## Wenn Kirchen-Gemeinden zusammen-gelegt werden sollen

Ein Text von Armin Herzberger in Leichter Sprache

**Eine Geschichte von Jesus – neu verstanden**

Jesus hat eine wichtige Geschichte erzählt:

„Du siehst ein kleines Sandkorn im Auge von einem anderen Menschen.
Aber du siehst nicht den dicken Balken in deinem eigenen Auge.“

Diese Geschichte kennen viele Menschen.
Aber was bedeutet sie wirklich?

Meistens wird gesagt:
– Du sollst nicht über andere urteilen.
– Du sollst erst bei dir selbst schauen.
– Du sollst bescheiden sein.

Aber Jesus meinte etwas anderes:
– Die Mächtigen sehen ihre eigenen Fehler nicht.
– Die Mächtigen urteilen über die Schwachen.
– Die Mächtigen müssen zuerst bei sich selbst anfangen.

Das ist keine nette Moral-Geschichte.
Das ist Kritik an Macht.

**Was passiert gerade in Breidenbach?**

In Breidenbach gibt es einen Streit in der Kirche.

Der Grund:
Mehrere kleine Gemeinden sollen zusammen-gelegt werden.
Das nennt man: Nachbarschafts-Raum.

Das Problem:
– Die Gemeinden wollen das oft nicht.
– Die Kirchen-Leitung sagt: Es muss so sein.
– Es gibt eine Mediation – also eine Streit-Schlichtung.
– Aber viele Menschen fragen sich: Ist das eine echte Mediation?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?

Viele Menschen sind:
– Traurig
– Wütend
– Enttäuscht
– Sie fühlen sich nicht ernst genommen

**Wer hat hier eigentlich die Macht?**

Das ist die wichtigste Frage!

Die Kirchen-Leitung hat viel Macht:
– Sie kann Gemeinden schließen
– Sie kann Pfarrer versetzen
– Sie verwaltet das Geld
– Sie macht die Regeln
– Sie trifft die Entscheidungen

Die Gemeinden vor Ort haben wenig Macht:
– Sie können ihre Meinung sagen
– Aber sie können nicht entscheiden
– Sie haben kein eigenes Geld
– Am Ende müssen sie gehorchen

Das ist ein großer Macht-Unterschied.

Und genau hier wird die Geschichte von Jesus wichtig.

**Das Sandkorn: Was die Kirchen-Leitung bei den Gemeinden sieht**

Die Kirchen-Leitung sagt:
– „Die Gemeinden sind zu klein geworden.“
– „Es gibt zu wenig Geld.“
– „Es gibt zu wenig ehrenamtliche Helfer.“
– „Die Gottesdienste sind schlecht besucht.“
– „Die Menschen wollen sich nicht ändern.“

Diese Probleme sieht die Kirchen-Leitung sehr deutlich.
Das sind die Sandkörner im Auge der Gemeinden.

Die Kirchen-Leitung sagt:
„Wir müssen die Gemeinden zusammenlegen.
Das ist die einzige Lösung.“

**Der Balken: Was die Kirchen-Leitung bei sich selbst nicht sieht**

Aber die Kirchen-Leitung sieht nicht:

1. Sie hat die Probleme selbst mit verursacht

– Die Kirchen-Leitung hat die Gemeinden klein gehalten.
– Sie hat zu viel Geld für Verwaltung ausgegeben.
– Sie hat den Menschen wenig Verantwortung gegeben.
– Sie hat immer von oben entschieden.

Frage:
Warum sind die Gemeinden klein geworden?
Vielleicht weil die Menschen sich nicht einbringen durften?

2. Sie entscheidet von oben herab

– Die Menschen vor Ort werden nicht wirklich gefragt.
– Die Entscheidung steht oft schon fest.
– Die Gemeinden sollen am Ende gehorchen.
– Das nennt man dann: „Beteiligung“.

Aber ist das echte Beteiligung?
Oder ist das: Die Menschen sollen Ja sagen lernen?

3. Sie denkt zuerst an sich selbst

– Die Verwaltung will überleben.
– Die Strukturen sollen erhalten bleiben.
– Die Arbeits-Plätze in der Verwaltung sollen sicher sein.

Aber wird gefragt:
Was brauchen die Gemeinden wirklich?
Wie wird der Glaube lebendig?

4. Sie vergisst die wichtige Arbeit vor Ort

Gemeinden machen viel mehr als nur Gottesdienste.
Das nennt man: Gemeinwesen-Arbeit.

Zum Beispiel:
– Die Tafel verteilt Essen an arme Menschen
– Das Gemeinde-Café ist ein Treffpunkt für einsame Menschen
– Es gibt Hilfe für Nachbarn in Not
– Menschen begegnen sich im Stadtteil
– Die Gemeinde ist für alle da – nicht nur für Mitglieder

Diese Arbeit ist sehr wertvoll.

Aber die Kirchen-Leitung zählt oft nur:
– Wie viele kommen zum Gottesdienst?
– Wie viele Mitglieder gibt es?
– Wie viel Geld kommt rein?

Die Kirchen-Leitung zählt oft nicht:
– Wie vielen Menschen wird geholfen?
– Wie lebendig ist die Gemeinde im Alltag?
– Was bedeutet die Gemeinde für den Ort?

Gemeinwesen-Arbeit braucht:
– Menschen, die den Ort kennen
– Menschen, die vor Ort sind
– Menschen, die wissen, wer Hilfe braucht
– Kurze Wege
– Persönliche Beziehungen

Wenn Gemeinden zusammengelegt werden:
– Werden die Wege weiter
– Kennen die Menschen sich noch?
– Geht das persönliche Wissen verloren?
– Kann die Gemeinwesen-Arbeit weitergehen?

Die Kirchen-Leitung denkt darüber oft nicht nach.

Das alles ist der dicke Balken im Auge der Kirchen-Leitung.

**Was ist eigentlich Mediation?**

Mediation bedeutet: Streit-Schlichtung.
Eine Person von außen hilft beim Gespräch.
Alle sollen sich aussprechen.
Alle sollen eine Lösung finden.

Aber Achtung:
Mediation kann 2 sehr verschiedene Dinge sein.

Echte Mediation:

– Niemand weiß vorher, was rauskommt
– Alle können wirklich mitreden
– Auch die Gemeinden können Nein sagen
– Auch die Mächtigen müssen sich ändern können
– Die Macht-Verhältnisse werden offen besprochen
– Auch die Gemeinwesen-Arbeit wird ernst genommen
– Am Ende gibt es eine Lösung, die alle mittragen können

Das wäre eine echte Mediation.

Falsche Mediation:

– Die Entscheidung steht schon fest
– Es sieht nur so aus wie Mitmachen
– Die Menschen dürfen reden – aber nicht wirklich entscheiden
– Die wichtigen Fragen werden nicht gestellt
– Die Macht-Verhältnisse werden nicht angesprochen
– Am Ende wird es so gemacht wie vorher geplant
– Die Mediation dient nur dazu: Die Menschen sollen ruhig werden

Das wäre keine echte Mediation.
Das wäre ein Betrug an den Menschen.

**Die wichtige Frage für Breidenbach**

Welche Art von Mediation läuft in Breidenbach?

Das können nur die Menschen vor Ort beantworten.

Prüf-Fragen:
– Können wir auch Nein sagen zur Zusammenlegung?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
– Wird über die Macht-Verhältnisse gesprochen?
– Wird die Gemeinwesen-Arbeit ernst genommen?
– Kann sich auch die Kirchen-Leitung ändern?

Wenn die Antwort ist:
„Die Zusammenlegung kommt auf jeden Fall.“

Dann ist es keine echte Mediation.

**Was würde Jesus heute sagen?**

Jesus war immer auf der Seite der Schwachen.

Jesus hat kritisiert:
– Die Priester mit ihrer Macht
– Die Schrift-Gelehrten mit ihren Regeln
– Alle, die von oben herab regieren
– Alle, die die einfachen Menschen nicht ernst nehmen

Jesus wollte:
– Dass die Mächtigen dienen
– Dass die Letzten die Ersten werden
– Dass Menschen Würde haben
– Dass Menschen selbst entscheiden können
– Dass den Armen und Schwachen geholfen wird

Jesus hat selbst Gemeinwesen-Arbeit gemacht:
– Er hat Kranke geheilt
– Er hat mit Ausgestoßenen gegessen
– Er war bei den Menschen vor Ort
– Er hat nicht nur gepredigt – er hat geholfen

Jesus zu den Mächtigen heute:

„Ihr seht die kleinen Probleme der Gemeinden.
Aber ihr seht nicht euren eigenen dicken Balken:
Eure Macht.
Euer Von-oben-herab.
Euer Nicht-Zuhören.
Euer Vergessen der Menschen vor Ort.

Nehmt erst den Balken aus eurem eigenen Auge!

Dann – und erst dann – könnt ihr die Probleme der Gemeinden verstehen.
Dann – und erst dann – kann echte Zusammenarbeit entstehen.“

**Was können die Gemeinden tun?**

1. Macht die Gemeinwesen-Arbeit sichtbar

– Zeigt, was ihr alles macht
– Zeigt, wie vielen Menschen ihr helft
– Macht Fotos, schreibt Geschichten
– Ladet Politiker und Kirchen-Vertreter ein
– Zeigt: Wir sind wichtig für unseren Ort

Sagt deutlich:
„Diese Arbeit ist wertvoll.
Was wird aus dieser Arbeit, wenn wir zusammengelegt werden?“

2. Fragt nach der Macht

– Wer entscheidet hier wirklich?
– Können wir auch Nein sagen?
– Oder müssen wir am Ende gehorchen?
– Ist diese Mediation echt?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?

Stellt diese Fragen laut und öffentlich.

3. Redet mit anderen Gemeinden

– Ihr seid nicht allein
– Andere haben ähnliche Probleme
– Tauscht euch aus
– Lernt voneinander
– Gemeinsam seid ihr stärker

4. Bringt andere Lösungen ein

Die Kirchen-Leitung sagt:
„Es gibt nur einen Weg: Zusammenlegung.“

Aber das stimmt nicht.

Es gibt viele mögliche Wege:
– Kleine Gemeinden bleiben selbstständig
– Sie arbeiten nur bei bestimmten Sachen zusammen
– Jede Gemeinde behält ihre Gemeinwesen-Arbeit
– Verwaltung wird vereinfacht – aber Gemeinden bleiben
– Mehr Verantwortung für Ehrenamtliche
– Weniger Bürokratie, mehr lebendige Gemeinde

Lasst euch nicht sagen:
„Es geht nicht anders.“

Sagt selbst:
„Wir haben andere Ideen.“

5. Sprecht klar und deutlich

– Sagt, was ihr denkt
– Sagt, was ihr wollt
– Sagt auch: Das wollen wir nicht
– Lasst euch nicht einschüchtern

Ihr habt das Recht:
– Eure Meinung zu sagen
– Nein zu sagen
– Andere Wege vorzuschlagen

6. Widerstand kann richtig sein

Viele Menschen denken:
„In der Kirche muss man gehorsam sein.“

Aber das stimmt nicht.

Manchmal muss man Nein sagen.
Auch zu kirchlichen Entscheidungen.
Auch zu Bischöfen und Kirchen-Leitungen.

Das kann Gottes Wille sein.

Jesus selbst hat Widerstand geleistet.
Gegen die religiösen Führer seiner Zeit.

**Was wäre eine echte Lösung?**

Eine echte Lösung braucht:

1. Andere Macht-Verteilung:
– Die Gemeinden entscheiden mit – wirklich
– Nicht nur reden, sondern entscheiden
– Die Kirchen-Leitung gibt Macht ab

2. Dienende Kirchen-Leitung:
– Die Kirchen-Leitung fragt: Was braucht ihr?
– Sie sagt nicht: Das müsst ihr tun
– Sie dient – sie herrscht nicht

3. Schutz der Gemeinwesen-Arbeit:
– Diese Arbeit muss weitergehen können
– Sie darf nicht kaputt gemacht werden
– Sie ist wertvoll – auch wenn sie schwer zu zählen ist

4. Echte Veränderung:
– Nicht nur die Gemeinden müssen sich ändern
– Auch die Strukturen müssen sich ändern
– Auch die Kirchen-Leitung muss sich ändern

Wenn nur die Gemeinden sich ändern sollen:
Das ist keine echte Lösung.

Wenn alle sich ändern können:
Dann kann etwas Neues entstehen.

Zum Schluss

Die Geschichte von Jesus über das Sandkorn und den Balken
ist heute aktueller denn je.

Jesus sagt:
Die Mächtigen müssen zuerst ihren Balken sehen.
Ihre Macht.
Ihre Fehler.
Ihr Von-oben-herab.

Erst dann können sie anderen helfen.

Das gilt auch heute.
Das gilt auch für Kirchen-Leitungen.
Das gilt auch für Breidenbach.

Jesus war ein Befreier.
Er hat Macht in Frage gestellt.
Auch religiöse Macht.
Auch kirchliche Macht.

Und er hat den Menschen vor Ort geholfen.
Den Armen.
Den Ausgestoßenen.
Den Schwachen.

Das dürfen wir auch tun.

Wir dürfen Macht in Frage stellen.
Wir dürfen Widerstand leisten.
Wir dürfen für eine Kirche kämpfen, die dient.

Eine Kirche von unten.
Eine Kirche für die Menschen.
Eine Kirche, die im Alltag hilft.


Armin Herzberger hat 35 Jahre in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Er kennt Macht-Strukturen und den Kampf für Selbst-Bestimmung.

Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben.
So können ihn mehr Menschen verstehen.
Denn diese Themen gehen alle an.


**Zum Weiterdenken:**

– Kennen Sie ähnliche Situationen in Ihrer Gemeinde?
– Welche Erfahrungen haben Sie mit Kirchen-Strukturen gemacht?
– Was denken Sie über Gemeinwesen-Arbeit in Gemeinden?

Ich freue mich über Kommentare und Austausch.

Alle gehören dazu


Eine christliche Stimme zur Kommunal-Wahl

In leichter Sprache


Was sagt die Bibel?
Jesus sagt:
Ich bin gekommen für die Armen.
Für die Kranken.
Für die Ausgestoßenen.
Jesus hat gelebt mit:
Menschen die nicht laufen konnten
Menschen die nicht sehen konnten
Menschen die ausgegrenzt wurden
Jesus sagt:
Was ihr für die Kleinsten tut,
das tut ihr für mich.
Die AfD macht das Gegenteil
Die AfD redet von christlichen Werten.
Aber sie handelt gegen Gottes Willen.
Die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu haben auch so gehandelt:
Sie kannten die heiligen Texte
Sie redeten von Gott
Aber sie grenzten Menschen aus
Jesus hat die Schriftgelehrten kritisiert.
Er sagte:
Ihr redet viel von Gott.
Aber ihr helft den Schwachen nicht.
Die AfD macht das Gleiche:
Sie redet von christlichen Werten
Aber sie will Menschen mit Behinderung ausgrenzen
Sie will Sonder-Einrichtungen
Sie will keine Inklusion
Was würde Jesus tun?
Jesus würde sagen:
Alle Menschen gehören zusammen
Keiner soll ausgeschlossen werden
Die Starken helfen den Schwachen
Und die Schwachen helfen auch
Jesus würde den Netphener Tisch gut finden:
Menschen mit Behinderung helfen anderen Menschen.
Das ist Gottes Wille.
Jeder Mensch kann etwas geben.
Die Kirche hat Schuld auf sich geladen
Früher hat die Kirche geschwiegen.
Als Menschen mit Behinderung ermordet wurden.
In der Nazi-Zeit.
Viele Kirchen-Menschen haben mitgemacht.
Sie haben gesagt:
Diese Menschen sind nicht wertvoll.
Das war eine schwere Sünde.
Die Kirche muss daraus lernen.
Heute muss die Kirche sagen:
Nie wieder Ausgrenzung!
Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild!
Wir stehen an der Seite der Schwachen!
Was können Sie als Christ tun?
Beten Sie.
Bitten Sie Gott um Kraft.
Um für Gerechtigkeit einzustehen.
Reden Sie mit anderen Christen.
In der Gemeinde.
Im Kirchen-Vorstand.
Bei der Diakonie.
Sagen Sie:
Die AfD handelt nicht christlich
Inklusion ist Gottes Wille
Wir müssen die Schwachen schützen
Gehen Sie wählen!
Wählen Sie keine AfD.
Wählen Sie Parteien die sagen:
Alle Menschen sind gleich viel wert
Wir bauen Barrieren ab
Wir helfen einander
Ein Gebet zur Wahl
Gott,
Du hast jeden Menschen geschaffen.
Du liebst alle gleich.
Hilf uns zu sehen:
Wo Menschen ausgegrenzt werden.
Wo Unrecht geschieht.
Gib uns Mut:
Für die Schwachen einzutreten.
Gegen Ausgrenzung zu kämpfen.
Lass uns Kirche sein:
Die an der Seite der Armen steht.
Die für Gerechtigkeit kämpft.
Amen.
Wichtige Bibel-Stellen
Matthäus 25,40:
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.
Lukas 4,18:
Jesus sagt:
Gott hat mich gesandt.
Um den Armen gute Nachricht zu bringen.
Um Gefangene frei zu machen.
Galater 3,28:
Hier ist nicht Jude noch Grieche.
Nicht Sklave noch Freier.
Nicht Mann noch Frau.
Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.
Zusammenfassung
Die AfD:
Grenzt Menschen aus
Handelt gegen Gottes Willen
Ist nicht christlich
Jesus will:
Alle Menschen zusammen
Gerechtigkeit für die Schwachen
Eine Gemeinschaft ohne Ausgrenzung
Sie können entscheiden:
Für wen stehen Sie?
Für die Ausgrenzung?
Oder für Gottes Liebe zu allen Menschen?
Die Wahl ist auch eine Glaubens-Frage.
Wählen Sie für Inklusion.
Wählen Sie gegen die AfD.
Wählen Sie im Namen Jesu.

Gott sagt: Alle gehören dazu

AfD und Menschen mit Behinderung
Gott sagt: Alle gehören dazu!

In leichter Sprache

## Jesus war bei den Ausgeschlossenen

**Jesus hat gesagt:**
Die Letzten werden die Ersten sein.

**Jesus war bei:**
– Kranken Menschen
– Armen Menschen
– Menschen die niemand wollte

**Jesus hat nicht gefragt:**
Kannst du laufen?
Kannst du sehen?
Bist du klug genug?

**Jesus hat gesagt:**
Ihr seid alle Gottes Kinder.
Alle gleich wertvoll.

## Was will die AfD?

**Die AfD sagt:**
Manche Menschen sind anders.
Die stören.
Die sollen woanders hin.

**Das ist Sünde!**

Gott hat alle Menschen gemacht.
Niemand ist ein Fehler.
Niemand stört.

**Die AfD will trennen:**
– Kinder mit Behinderung – weg von anderen Kindern
– Menschen mit Behinderung – weg aus der Gemeinde
– Arme Menschen – weg aus dem Blick

**Das ist gegen Gottes Wille!**

## Die Bibel sagt etwas anderes

**1. Korinther 12:**
Der Körper hat viele Teile.
Alle Teile sind wichtig.
Das Auge kann nicht zum Fuß sagen: Ich brauche dich nicht.

**Das heißt:**
Wir alle zusammen sind die Gemeinde.
Keiner ist überflüssig.
Jeder wird gebraucht.

**Die AfD sagt das Gegenteil:**
Manche Menschen brauchen wir nicht.
Die kosten nur Geld.

**Das ist gottlos!**

## Jesus würde die AfD rauswerfen

**Erinnern Sie sich:**
Jesus hat die Händler aus dem Tempel gejagt.

**Warum?**
Weil sie Geld wichtiger fanden als Menschen.

**Die AfD fragt:**
Was kostet Inklusion?
Zu teuer!

**Jesus fragt:**
Was ist ein Mensch wert?
Unbezahlbar!

## Befreiungs-Theologie heute

**Gott ist auf der Seite der Unterdrückten.**

Das steht in der ganzen Bibel:
– Mose befreit die Sklaven
– Die Propheten kämpfen für Arme
– Maria singt: Gott stürzt die Mächtigen vom Thron
– Jesus stellt sich gegen die Pharisäer

**Heute heißt das:**
Gott ist auf Ihrer Seite!
Nicht auf der Seite derer die ausgrenzen.

**Die AfD macht was die Pharisäer machten:**
Regeln die ausgrenzen.
Gesetze die knechten.
Menschen in gut und schlecht einteilen.

**Jesus hat gesagt:**
Der Sabbat ist für den Menschen da.
Nicht der Mensch für den Sabbat.

**Das heißt heute:**
Die Gesellschaft ist für alle da.
Nicht nur für die Starken.

## Kirche von unten

**Was ist Kirche von unten?**
Die Gemeinde sind nicht die Pfarrer.
Die Gemeinde sind nicht die Reichen.

**Die Gemeinde sind:**
Alle die zusammen kommen.
Besonders die an den Rand Gedrängten.

**Sie sind die Gemeinde!**

**Beim Netphener Tisch zeigen Sie:**
– Wir können helfen
– Wir sind nicht nur Empfänger
– Wir sind Gottes Mitarbeiter

**Das ist Kirche wie Jesus sie wollte!**

Die AfD will Sie wieder zu Bettlern machen.
Zu Menschen die nur nehmen.

**Gott sagt: Nein!**
Ihr seid meine Partner.
Meine Mitschöpfer einer gerechten Welt.

## Sünde der Ausgrenzung

**In der Nazi-Zeit haben sie gesagt:**
Manche Leben sind lebens-unwert.
Menschen mit Behinderung wurden ermordet.

**Auch Kirchen haben geschwiegen.**
Das war Sünde.
Schreckliche Sünde.

**Die AfD will wieder trennen:**
Wertvoll – nicht wertvoll.
Nützlich – unnütz.
Deutsch – nicht deutsch genug.

**Das sind die gleichen teuflischen Gedanken!**

Wenn wir schweigen – machen wir uns schuldig.

**Bonhoeffer hat gesagt:**
Schweigen ist Schuld.

**Deshalb müssen wir laut sein!**

## Was tun wir als Christen?

**1. Widersprechen!**
Wenn die AfD redet – stehen wir auf.
Wir sagen: Nein!
Im Namen Jesu: Nein!

**2. Solidarität leben!**
Gemeinsam zur Wahl gehen.
Gemeinsam demonstrieren.
Gemeinsam sichtbar sein.

**3. Prophetisch reden!**
Wie Amos sagen:
Es ströme das Recht wie Wasser!
Die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!

## Die Wahl ist eine Gewissensfrage

**Gott fragt Sie:**
Auf welcher Seite stehst du?

**Bei den Mächtigen die ausgrenzen?**
**Oder bei den Kleinen die ich liebe?**

**Matthäus 25:**
Was ihr den Geringsten getan habt
das habt ihr mir getan.

**Die AfD tut den Geringsten nichts Gutes.**
Die AfD tut Jesus nichts Gutes.

## Auferstehung ist Inklusion!

**Ostern bedeutet:**
Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Die Ausgrenzung ist überwunden.
Ein neues Leben beginnt.

**Eine inklusive Gesellschaft ist:**
– Auferstehung für die Ausgeschlossenen
– Neues Leben für alle
– Gottes Reich auf Erden

**Die AfD ist der Tod.**
Sie will zurück:
– Zu Mauern
– Zu Trennung 
– Zu Angst

**Wir wählen das Leben!**
Wir wählen die Auferstehung!
Wir wählen Gottes Weg!

## Gebet vor der Wahl

**Guter Gott,**

Du hast uns alle gemacht.
Keiner ist ein Fehler.

Gib uns Mut gegen die Ausgrenzung.
Gib uns Kraft für Gerechtigkeit.

Lass uns wählen wie Jesus wählen würde.
An der Seite der Kleinen.
An der Seite der Schwachen.

**Amen.**

## Am Wahl-Tag

**Gehen Sie wählen – im Namen Gottes!**

Wählen Sie für:
– Gottes gerechte Welt
– Eine Gemeinde für alle
– Die Würde jedes Menschen

**Wählen Sie niemals AfD!**
Das wäre Verrat an Jesus.
Das wäre Verrat an Gottes Schöpfung.



**Seligpreisung für heute:**

Selig die für Gerechtigkeit kämpfen.
Selig die nicht schweigen.
Selig die Inklusion leben.

**Denn ihnen gehört das Himmelreich.**

**Und die Zukunft auf Erden!**



*Im Namen des dreieinigen Gottes*
*Der alle Menschen liebt*
*Und niemanden ausschließt*





Lasset die Kindlein zu mir kommen…

Die Geschichte in Leichter Sprache

Aus dem Markus-Evangelium, Kapitel 10

Eines Tages kamen viele Menschen zu Jesus.
Manche Eltern brachten ihre Kinder mit.
Die Eltern wollten:
Jesus soll unsere Kinder segnen.

Aber die Jünger von Jesus sagten:
Geht weg!
Jesus hat keine Zeit für Kinder.
Jesus muss mit wichtigen Leuten reden.

Jesus wurde ärgerlich.
Jesus sagte zu seinen Jüngern:
Lasst die Kinder zu mir kommen!
Haltet die Kinder nicht auf!
Die Kinder gehören zu Gott.
Gott liebt die Kinder besonders.

Dann sagte Jesus noch etwas Wichtiges:
Wer nicht wird wie ein Kind,
der kommt nicht zu Gott.

Jesus nahm die Kinder in den Arm.
Jesus segnete die Kinder.
Jesus zeigte:
Kinder sind wichtig.
Kinder haben die gleichen Rechte wie Erwachsene.


Was bedeutet das für uns heute?

Jesus stellt die Ordnung auf den Kopf

Die Jünger wollen Jesus beschützen.
Sie sagen: Kinder stören.
Sie denken: Wichtige Leute sind wichtiger.

Aber Jesus sagt: Nein!
Jesus macht die Ordnung kaputt.
Jesus zeigt:
Die Mächtigen sind nicht wichtig.
Die Schwachen sind wichtig.

Gott ist parteiisch

Gott ist nicht neutral.
Gott steht nicht in der Mitte.
Gott steht auf einer Seite:
Auf der Seite der Schwachen.
Auf der Seite der Kinder.
Auf der Seite derer, die keine Macht haben.

Das ist eine politische Aussage.
Das heißt:

  • Wer Kinder ausgrenzt, handelt gegen Gott.
  • Wer die Schwachen unterdrückt, handelt gegen Gott.
  • Wer die Mächtigen schützt, handelt gegen Gott.

Kirche von unten

Die Jünger wollen eine Kirche der Wichtigen.
Jesus will eine Kirche der Kinder.

Das bedeutet heute:
Die Kirche gehört nicht:

  • den Bischöfen
  • den Pfarrern
  • den Reichen
  • den Gebildeten

Die Kirche gehört:

  • den Armen
  • den Kindern
  • den Menschen mit Behinderung
  • den Ausgegrenzten
  • allen, die keine Stimme haben

Herrschaft muss weg

Jesus sagt: Werdet wie die Kinder.
Das heißt nicht: Seid naiv.
Das heißt:

  • Gebt die Macht ab
  • Hört auf zu herrschen
  • Macht keine Hierarchien
  • Behandelt alle gleich

Kinder haben keine Macht.
Kinder herrschen nicht.
So sollen auch wir sein.

Widerstand ist nötig

Jesus widerspricht seinen eigenen Jüngern.
Jesus wird ärgerlich.
Jesus kämpft.

Auch wir müssen widersprechen:

  • Wenn Kinder ausgegrenzt werden
  • Wenn Schwache unterdrückt werden
  • Wenn die Kirche sich mit den Mächtigen verbündet
  • Wenn Ungerechtigkeit herrscht

Gottes Reich ist Revolution

Gottes Reich gehört den Kindern.
Das ist eine Revolution.
Das heißt:
Alles wird anders.
Die Letzten werden die Ersten.
Die Schwachen bekommen die Macht.
Die Mächtigen verlieren ihre Macht.

Das ist keine fromme Hoffnung.
Das ist ein Auftrag:
Wir müssen die Welt verändern.
Jetzt.
Hier.
Konkret.

Konsequenzen für heute

  • Kinder müssen mitbestimmen – in der Kirche, in der Politik
  • Menschen ohne Macht müssen Macht bekommen
  • Kirche muss Partei ergreifen – für die Schwachen
  • Hierarchien müssen abgeschafft werden
  • Wir müssen gegen Ungerechtigkeit kämpfen

Jesus lädt nicht nur ein.
Jesus fordert auf zum Kampf.
Zum Kampf für eine gerechte Welt.
Zur Seite der Kinder.
Zur Seite der Schwachen.
Gegen die Herrschaft der Mächtigen.

Gibt es einen strafenden Gott

Gibt es einen Gott, der Menschen bestraft?

Nein, sagen viele Christen heute.

Warum glauben manche Menschen an einen strafenden Gott?

Früher haben mächtige Menschen gesagt:
– Gott bestraft die Bösen.
– Gott belohnt die Gehorsamen.

Das war praktisch für Könige und reiche Leute.
Dann hatten arme Menschen Angst.
Und arme Menschen haben gehorcht.

Aber das stimmt nicht mit Jesus überein.

Was hat Jesus über Gott gesagt?

Jesus hat erzählt:
– Gott liebt alle Menschen.
– Gott vergibt.
– Gott will Freiheit für alle.

Jesus war besonders nett zu:
– Armen Menschen
– Kranken Menschen
– Menschen, die andere nicht mochten

Jesus hat nicht gesagt: Gott bestraft euch!

Woher kommt dann das Leid?

Wenn Menschen leiden, liegt das oft an:
– Ungerechten Regeln
– Unfairen Chefs
– Mangel an Geld und Hilfe

Nicht Gott macht das Leid.
Menschen machen das Leid.

Was bedeutet das für uns?

Wir müssen keine Angst vor Gott haben.
Wir sollen für andere Menschen sorgen.
Wir sollen gegen Ungerechtigkeit kämpfen.

Gott will, dass alle Menschen gut leben können.

Kann man Gott beweisen?

Kann man Gott beweisen?
Eine Frage von einem Studenten
Ein Student hat mich gefragt:
„Herr Herzberger, Sie glauben an Gott.
Können Sie beweisen, dass es Gott gibt?“
Ich musste lachen.
Ich kann vieles.
Ich kann Seminare halten.
Ich kann singen.
Aber Gott beweisen?
Das geht nicht.
Was sind Gottesbeweise?
Früher haben kluge Leute versucht, Gott zu beweisen.
Sie haben sich schwierige Gedanken gemacht.
Sie haben Bücher geschrieben.
Aber für mich war das immer zu kompliziert.
Das hatte nichts mit meinem Leben zu tun.
Dietrich Bonhoeffer war ein mutiger Pfarrer.
Er wurde von den Nazis ermordet.
Er hat aus dem Gefängnis geschrieben:
„Einen Gott, den man beweisen kann, brauchen wir nicht.“
Das finde ich richtig.
Eine Geschichte von Michael
Ich erzähle lieber eine Geschichte.
Michael hat eine Behinderung.
Er hat lange in einem Wohnheim gelebt.
Dort hat er alles bekommen:
Essen
Betreuung
Ein Programm für den Tag
Aber Michael war nur jemand, um den man sich kümmert.
Niemand hat ihn gefragt: Was willst du?
Michael beim Netphener Tisch
Dann kam ein neues Projekt.
Der Netphener Tisch.
Das ist eine Lebensmittel-Ausgabe.
Menschen mit wenig Geld bekommen dort Essen.
Michael wollte dort helfen.
Nicht Essen bekommen.
Sondern selbst helfen!
Jetzt arbeitet Michael jeden Mittwoch dort.
Er sortiert Gemüse.
Er packt Tüten.
Er redet mit den Leuten.
Michael ist jetzt nicht mehr nur jemand, der Hilfe bekommt.
Er ist jemand, der anderen hilft.
Wo war Gott?
Kann ich beweisen, dass Gott dabei war?
Nein.
Aber ich habe etwas gespürt.
Als Michael das erste Mal gesagt hat:
„Ich helfe anderen.“
Da war etwas Großes in seinem Gesicht.
Das kann man nicht beweisen.
Das kann man nur erleben.
Gott zeigt sich beim Handeln
Menschen in Südamerika sagen:
„Gott erkennen heißt: Gutes tun.“
Das bedeutet:
Nicht lange über Gott nachdenken.
Sondern etwas Gutes tun.
Wo zeigt sich Gott?
Wenn Menschen nicht mehr klein gehalten werden
Wenn jemand seine Würde zurückbekommt
Wenn aus Ohnmacht Kraft wird
Das ist für mich Gott.
Nicht in klugen Büchern.
Sondern im Leben.
Die schwere Frage
Manchmal fragen mich Leute:
„Wenn es Gott gibt – warum gab es dann Auschwitz?
Warum gab es Hadamar?“
Hadamar ist ein Ort hier in der Nähe.
Dort haben die Nazis Kinder mit Behinderungen ermordet.
Ich habe keine Antwort darauf.
Ich kann das nicht erklären.
Aber ich weiß:
Wir müssen uns an die ermordeten Menschen erinnern.
Und wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert.
Auch heute werden manchmal Babys mit Behinderung abgetrieben.
Kurz vor der Geburt.
Das erinnert mich an Hadamar.
Gott zeigt sich dann im Widerstand.
Wenn Menschen sagen: Nein!
Jedes Leben ist wertvoll!
Meine Antwort
Nein, ich kann Gott nicht beweisen.
Aber ich kann erzählen:
Von Michael beim Netphener Tisch
Von vielen anderen Menschen
Von Momenten, wo ich gespürt habe: Da ist mehr
Das ist kein Beweis.
Das ist eine Spur.
Und für mich reicht das.
Wer hat das geschrieben?
Armin Herzberger.
Er hat 35 Jahre mit Menschen mit Behinderung gearbeitet.
Jetzt unterrichtet er an der Universität Siegen.

Gott ist kein Eigentum

Gott ist kein Eigentum

Sie haben ihn in ihre Paläste gesperrt und ihre Dogmen gegossen. Sie haben ihn auf Thronen platziert und in Goldrahmen gehängt. Sie haben seinen Namen benutzt, um Macht zu legitimieren und Ungerechtigkeit zu segnen.

Aber Gott lässt sich nicht besitzen.

Er steht bei den Hungernden, nicht in den Verwaltungsetagen. Er spricht aus dem Mund derer, die man für sprachlos hielt. Er wirkt in den Händen derer, die man für hilfsbedürftig erklärte, wenn sie selbst zu Helfenden werden.

Gott ist kein Eigentum der Frommen. Kein Privileg der Rechtgläubigen. Kein Instrument der Mächtigen.

Wo immer Menschen ihre Faust gegen Unterdrückung erheben, wo immer das Kreuz nicht vergoldet wird, sondern getragen – da ist Gott nicht Besitz, sondern Kraft. Nicht Dogma, sondern Befreiung. Nicht oben, sondern hier.

Die rote Fahne mit dem Kreuz erinnert daran: Der Gott der Bibel war immer schon parteiisch. Für die Geringsten. Gegen die Selbstgerechten.

Niemand kann ihn vereinnahmen. Alle können ihm begegnen.

Weil ich Christ bin

Weil ich Christ bin

27. Januar – Ein Tag, der mich nicht loslässt

Heute vor 80 Jahren befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Was die Soldaten dort fanden, lässt sich kaum in Worte fassen: ausgemergelte Menschen, Berge von Leichen, Gaskammern, in denen über eine Million Menschen ermordet wurden. Die meisten von ihnen waren Juden. Aber auch Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, politische Gegner – alle, die nicht ins menschenverachtende Weltbild der Nazis passten.

Als Christ kann ich an diesem Tag nicht schweigen. Ich muss es sogar noch deutlicher sagen: **

Weil ich Christ bin, darf ich nicht schweigen.

Jesus hat uns aufgetragen, unsere Nächsten zu lieben wie uns selbst. Er hat die Ausgegrenzten in die Mitte geholt, die Kranken geheilt, die Verachteten angenommen. Die Nazis haben genau das Gegenteil getan: Sie haben Menschen nach „wertvoll“ und „lebensunwert“ sortiert. Sie haben aus Nächsten Feinde gemacht. Sie haben die Würde des Menschen mit Füßen getreten.

Und die Kirchen? Viele haben geschwiegen oder sogar mitgemacht. Das ist eine Schuld, die wir nicht vergessen dürfen.

**Deshalb schaue ich heute nicht nur zurück, sondern auch um mich herum.**

Wenn heute wieder Menschen ausgegrenzt werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben, eine andere Religion oder Herkunft – dann ist das der gleiche Geist, nur in neuem Gewand. Wenn die AfD von „Remigration“ spricht und Menschen ihre Heimat streitig macht, dann höre ich Töne, die ich aus der dunkelsten Zeit unserer Geschichte kenne. Wenn Politiker hetzen statt versöhnen, spalten statt zusammenführen, dann läuten bei mir alle Alarmglocken.

**Weil ich Christ bin, stelle ich mich dagegen.**

Nicht weil ich politisch sein will, sondern weil mein Glaube mich dazu verpflichtet. Die Würde des Menschen ist unantastbar – nicht nur als Grundgesetzartikel, sondern als Kern meines christlichen Glaubens. Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes. Jeder. Ohne Wenn und Aber.

Dietrich Bonhoeffer hat es auf den Punkt gebracht: „Schweigen macht schuldig.“ Er hat für seinen Widerstand gegen Hitler mit dem Leben bezahlt. Ich muss heute Gott sei Dank nicht mein Leben riskieren, wenn ich meinen Mund aufmache. Aber ich muss ihn aufmachen. Gerade jetzt.

**Erinnern heißt handeln.**

Der 27. Januar ist kein Tag für leere Rituale. Er ist ein Tag, der mir zuruft: Schau hin! Misch dich ein! Steh auf, wenn Menschen verächtlich gemacht werden! Das bin ich den Millionen Ermordeten schuldig. Das bin ich meinem Glauben schuldig.

Weil ich Christ bin.

Armin Herzberger, 27. Januar 2025

Der Hauptmann von Kapernaum

Ein Mann arbeitet für die Besatzer.
Er ist Chef von Soldaten.
Die Soldaten unterdrücken das Volk.
Er ist Teil vom System.

Aber dieser Mann ist anders.
Er sieht den kranken Diener.
Nicht: Du musst funktionieren.
Sondern: Du bist mir wichtig.

Er geht zu Jesus.
Er sagt nicht: Ich befehle dir.
Er sagt: Ich bitte dich.
Der Mächtige wird klein.

Jesus sagt: Ich komme mit.

Der Mann sagt: Nein.
Du musst nicht zu mir kommen.
Ich bin Teil der Macht.
Du gehörst zu den Kleinen.

Jesus staunt.
Gerade dieser Mann versteht es:
Gottes Reich dreht alles um.

**Das bedeutet:**

Gott steht auf der Seite der Schwachen.
Auch Mächtige können das verstehen.
Dann müssen sie ihre Macht abgeben.
Glauben heißt: Die Welt umdrehen.
Von unten nach oben denken.

Amen.