Das Bibelwort: Amos 5
Ich hasse eure Feste und verabscheue sie. Eure Gottesdienste kann ich nicht riechen. Strom soll das Recht sein – wie Wasser. Gerechtigkeit soll fliessen – wie ein reissender Bach. (Amos 5, 21 und 24)
Amos war ein einfacher Mann.
Er war Schafhirt.
Er hatte keine Macht.
Aber er sprach harte Worte.
Er sagte: Fromm sein reicht nicht.
Gerechtigkeit muss sein.
Wer betet – und die Armen vergisst – den mag Gott nicht.
1. Donald Trump und die Macht
Donald Trump ist Prasident der USA.
Er ist einer der maechtigsten Menschen der Welt.
Er ist reich.
Er hat Palaeste und Privatflugzeuge.
Jesus hat gesagt:
Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadeloeher geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt. (Lukas 18, 25)
Das ist kein Zufall.
Reichtum macht blind.
Reichtum trennt von den Armen.
Trump steht fuer die Reichen. Nicht fuer die Armen.
Das sind Taten:
Er gibt den Reichen Steuererleichterungen.
Er kuetzt Hilfen fuer arme Menschen.
Er baut Mauern gegen Fluechtlinge.
Er schickt Menschen weg – auch Familien mit Kindern.
Wenn du einen Hunger leidenden siehst und nicht hilfst – das ist, als haettest du ihn getoetet.
— Dorothee Soelle, Theologin (1929-2003)
2. Hat Gott Trump gemacht?
Manche Christen in Amerika sagen:
Trump ist von Gott auserwahlt. Gott hat ihn gerettet. Gott hat ihn gesandt.
Das hoeren wir – und erschrecken.
Denn: Das haben andere auch gesagt.
Von Kaiser Wilhelm II.
Von Hitler.
Immer sagten Kirchenleute: Gott steht auf unserer Seite.
Wer Gott fuer einen Maechtigen einspannt – missbraucht Gott.
Die Kirche muss den Staat fragen: Bist du Recht und Ordnung? Oder bist du Gewalt?
— Dietrich Bonhoeffer, 1933
Und Walter Rauschenbusch – ein amerikanischer Theologe – hat geschrieben:
Die Suende ist nicht nur persoenlich. Die Suende steckt in den Strukturen. In Wirtschaft und Politik.
— Walter Rauschenbusch, Theologe (1861-1918)
Trumps Machtpolitik ist eine solche Struktur-Suende.
3. Und bei uns in Deutschland?
Trump ist weit weg.
Amerika ist weit weg.
Aber das Gleiche passiert bei uns.
Die AfD benutzt das Wort Christlich.
Sie sagt: Wir verteidigen das christliche Abendland.
Sie sagt: Wir schuetzen christliche Werte.
Aber ihre Politik widerspricht Jesus – Satz fuer Satz.
Was sagt die AfD?
Fluechtlinge sind eine Gefahr.
Kirchenasyl ist kriminell.
Kirchen sollen den Mund halten.
Was sagt Jesus?
Ich war ein Fremder – und ihr habt mich aufgenommen. (Matthaeus 25, 35)
Was Kirchen und Theologen sagen:
EKD-Bischoefi Kirsten Fehrs: Die AfD steht ausserhalb des Grundgesetzes.
VELKD-Bischoefe: Wer die AfD waehlt, unterstuetzt eine Partei,
die das christliche Menschenbild mit Fuessen tritt.
Theologe Hans-Ulrich Probst: Die AfD benutzt ein christliches Deckmantel
fuer einen menschenfeindlichen Kern.
Kathol. und evang. Kirche: AfD ist fuer Christen nicht waehlbar.
Und trotzdem:
Bei der Bundestagswahl 2025 hat die AfD ihr Ergebnis verdoppelt.
Auch viele Christen haben die AfD gewaehlt.
Das ist der Verrat am Evangelium – mitten unter uns.
Die AfD hat nicht das Recht, unseren Namen fuer ihre politische Agenda zu verwenden.
— Pastorin Kate Weishaupt, Evangelisch-methodistische Kirche Halle
Die AfD greift die Kirchen sogar direkt an.
Sie will der Diakonie den Geldhahn zudrehen.
Sie will Kirchenasyl verbieten.
Sie will Kirchensteuer abschaffen.
Das trifft die Schwachen direkt:
Menschen in Pflegeheimen.
Kinder in Kitas der Diakonie.
Fluechtlinge im Kirchenasyl.
Wenn das Zusammenleben zur Debatte steht, weil Gruppen ausgegrenzt werden – dann schadet das allen.
— Christoph Stolte, Diakonie Mitteldeutschland
4. Warum schweigen so viele Christen?
Viele Christen schweigen.
Manche unterstuetzen die AfD sogar.
Wie ist das moeglich?
Es gab das schon einmal.
1933 in Deutschland.
Da haben Christen gesagt:
Gott und Hitler – das gehoert zusammen. Fuehrer, Volk und Kirche – ein Wille.
Das war der Verrat am Evangelium.
Bonhoeffer hat widersprochen.
Er hat bezahlt mit dem Leben.
Martin Luther King hat gesagt:
Eine Ungerechtigkeit irgendwo ist eine Bedrohung der Gerechtigkeit ueberall.
— Martin Luther King Jr. (1929-1968)
Er hat bezahlt mit dem Leben.
Heute?
Heute ist es bequem zu schweigen.
Heute hat man Angst vor Streit.
Heute will man niemanden verargern.
Bequeme Kirche ist keine Kirche Jesu.
Gott ist kein Freund der Reichen. Gott ist der Befreier der Unterdrueckten.
— Gustavo Gutierrez, Vater der Befreiungstheologie
5. Was koennen wir tun?
Wir koennen nicht schweigen.
Wir sind Christen.
Das verpflichtet uns.
Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und duersten. Denn sie werden satt werden. (Matthaeus 5, 6)
Hunger nach Gerechtigkeit – das ist keine Meinung.
Das ist ein Auftrag.
Konkret heisst das:
Redet in eurer Gemeinde darueber.
Sagt klar: Die AfD ist nicht christlich.
Unterstuetzt Kirchenasyl.
Seid bei Demos fuer Demokratie.
Waehlt mit eurem Gewissen – und dem Evangelium.
Glaube ohne Politik ist Privatsache. Nicht Evangelium.
Gebet
Gott,
wir sehen eine Welt,
in der Reiche immer reicher werden.
Und Arme immer aermer.
Wir sehen Mauern – aus Beton und aus Kaalte.
Wir sehen Fluechtlinge – zurueckgestossen.
Wir sehen Christen,
die das alles gut finden.
Die sagen: Das ist Gottes Wille.
Das macht uns zoernig.
Weil Amos zoernig war.
Weil Jesus zoernig war – im Tempel.
Weil Zorn auf Unrecht ein Zeichen der Liebe ist.
Gib uns diesen Zorn.
Und gib uns Kraft daraus.
Kraft zu reden.
Kraft zu handeln.
Kraft, auf der Seite der Schwachen zu stehen.
In Deutschland.
Und ueberall auf der Welt.
Amen.
Claudius Herz | arminherzberger.com
Andacht in Leichter Sprache
Kategorie: Allgemein
Karfreitag und Ostern
Was ist Karfreitag?
An Karfreitag denken wir an Jesus.
Jesus wurde getötet.
Das war vor fast 2.000 Jahren.
Er wurde ans Kreuz genagelt.
Das nennt man Kreuzigung.
Kreuzigung – was bedeutet das?
Das Kreuz war damals eine Strafe.
Die Römer haben Menschen so hingerichtet.
Es war sehr grausam.
Und es war eine öffentliche Demütigung.
Jesus war kein König.
Er war kein reicher Mann.
Er war ein armer Wanderprediger.
Er starb als Armer.
Er starb als Gefangener.
Er starb allein.
Warum wurde Jesus getötet?
Jesus hat den Mächtigen widersprochen.
Er hat gesagt:
Gott steht auf der Seite der Armen.
Nicht auf der Seite der Reichen.
Jesus hat kranke Menschen geheilt.
Auch die, die niemand anfassen wollte.
Er hat mit Menschen gegessen,
die alle anderen ausgeschlossen haben.
Er hat Frauen geachtet.
Obwohl Frauen damals wenig galten.
Das haben die Mächtigen nicht gemocht.
Sie hatten Angst vor ihm.
Deshalb haben sie ihn töten lassen.
Was zeigt uns Karfreitag?
Karfreitag zeigt uns:
Wenn jemand für Gerechtigkeit eintritt,
dann ist das gefährlich.
Die Mächtigen wollen das nicht.
Manchmal wehren sie sich mit Gewalt.
Das war früher so.
Das ist heute noch so.
Menschen sterben in Armut.
Menschen werden ausgeschlossen.
Menschen werden ungerecht behandelt.
Gott schaut dabei nicht weg.
Gott ist mitten bei denen, die leiden.
Gott leidet mit.
Die Theologin Dorothee Sölle hat das so gesagt:
Gott ist kein mächtiger Herrscher.
Gott teilt unser Leid.
Gott ist auf der Seite der Schwachen.
Ostern
Was ist Ostern?
Drei Tage nach dem Tod von Jesus
ist etwas Unglaubliches passiert.
Die Freundinnen und Freunde von Jesus
haben ihn als lebendig erlebt.
Das nennen wir Auferstehung.
Auferstehung – was bedeutet das?
Jesus war tot.
Und dann erlebten seine Freunde ihn neu.
Als lebendige Kraft.
Als Gegenwart, die bleibt.
Die Freundinnen und Freunde von Jesus
hatten große Angst gehabt.
Sie dachten: Alles ist verloren.
Jetzt hatten sie wieder Mut.
Sie haben weitergekämpft.
Für eine gerechte Welt.
Was bedeutet Auferstehung für uns?
Auferstehung bedeutet nicht nur:
Es gibt ein Leben nach dem Tod.
Auferstehung bedeutet vor allem:
Das Unrecht hat nicht das letzte Wort.
Die Mächtigen gewinnen nicht für immer.
Gott macht Neues möglich.
Martin Luther King hat das so gesagt:
„Der Bogen der Geschichte ist lang.
Aber er neigt sich zur Gerechtigkeit.“
Das ist Osterhoffnung.
Nicht naiv.
Sondern stark und geerdet.
Was bedeutet das für unser Leben?
Karfreitag und Ostern gehören zusammen.
Karfreitag sagt uns:
Schau hin.
Schau nicht weg.
Benenne das Unrecht beim Namen.
Ostern sagt uns:
Steh auf.
Mach weiter.
Veränderung ist möglich.
Das ist keine leichte Hoffnung.
Das ist eine erkämpfte Hoffnung.
Christus ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.
Das verändert, wie wir leben.
Karfreitag & Ostern 2026
Claudius Herz / arminherzberger.com
Wir Christen und die schwule Frage
Ein Vortrag, der mich bewegt hat
Siegfried Zimmer und „Die schwule Frage“
von Armin Herzberger
Ich habe einen Vortrag gesehen.
Der Vortrag heißt: „Die schwule Frage – Die Bibel, die Christen und das Homosexuelle.“

Der Referent ist Professor Siegfried Zimmer.
Er ist Theologe.
Er hat viele Jahre an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg gelehrt.
Und er hat die Plattform Worthaus mitgegründet.
Worthaus macht Theologie für alle zugänglich.
Der Vortrag dauert eineinhalb Stunden.
Ich habe ihn in einem Stück gesehen.
Das passiert mir selten.
Was sagt Zimmer?
Zimmer stellt eine einfache Frage:
Wo waren die Christen – als Schwule und Lesben verfolgt wurden?
Jahrhunderte lang wurden Menschen verfolgt.
Sie wurden ausgegrenzt.
Sie wurden gefoltert.
Sie wurden getötet.
Und die Kirche?
Die Kirche hat oft mitgemacht.
Oder geschwiegen.
Das sagt Zimmer klar und deutlich.
Und er sagt: Das ist eine Schande.
Was ist mit der Bibel?
Viele Christen sagen: „Die Bibel verbietet Homosexualität.“
Zimmer schaut genau hin.
Er fragt: Was stand damals wirklich dahinter?
Er erklärt: Das Konzept der gleichgeschlechtlichen Liebe, so wie wir sie heute kennen – das gab es in der Antike noch nicht.
Die Bibel redet also über etwas anderes.
Nicht über liebende, gleichberechtigte Beziehungen.
Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Was hat mich berührt?
Zimmer fragt: Wenn Gott die Liebe ist – wie kann dann etwas, das so viel Leid verursacht hat, wirklich Gottes Wille sein?
Diese Frage hat mich getroffen.
Jesus hat uns gelehrt: An den Früchten erkennt man den Baum.
Die Früchte der Ausgrenzung von Schwulen und Lesben?
Das war Leid. Das war Verzweiflung. Das war Tod.
Das können keine guten Früchte sein.
Was denke ich?
Ich stimme Zimmer zu.
Nicht weil es bequem ist.
Sondern weil es mir theologisch richtig erscheint.
Die Würde jedes Menschen ist unantastbar.
Das ist kein politischer Satz.
Das ist ein theologischer Satz.
Gott hat jeden Menschen geschaffen. Jeden. Ohne Ausnahme.
Und die Kirche – unsere Kirche – muss lernen zu sagen: Wir haben Fehler gemacht. Wir haben Menschen verletzt. Es tut uns leid.
Das ist kein Zeichen von Schwäche.
Das ist ein Zeichen von Glauben.
Ein Theologe, der unbequeme Fragen stellt.
Zimmer kommt selbst aus dem evangelikalen Umfeld.
Er kennt diese Welt von innen.
Und er sagt klar: Er will nicht evangelikal sein.
Der Preis dafür sei zu hoch.
Das ist eine mutige Aussage.
Denn Zimmer redet nicht von außen.
Er redet als jemand, der die Bibel ernst nimmt.
Der die Geschichte des Christentums kennt.
Er kritisiert einen bestimmten Umgang mit der Bibel.
Einen Umgang, der nicht fragt.
Der nicht zweifelt.
Der alles schon zu wissen meint.
Ich kenne diesen Umgang.
Ich bin damit aufgewachsen.
In meiner Kindheit gab es Menschen, die die Bibel wie ein Gesetzbuch lasen.
Schwarz. Weiß. Fertig.
Zimmer zeigt: Das ist nicht das Einzige, was die Bibel ist.
Die Bibel ist ein lebendiges Buch.
Ein Buch, das Fragen stellt.
Nicht nur Antworten gibt.
Das befreit mich.
Heute noch.
Ein Vortrag für viele
Ich empfehle diesen Vortrag.
Besonders Menschen, die selbst betroffen sind.
Die vielleicht in einer Gemeinde aufgewachsen sind, in der sie sich schämen mussten.
Die ihren Glauben verloren haben – weil die Kirche sie nicht angenommen hat.
Und ich empfehle ihn Menschen, die noch zweifeln.
Die noch fragen.
Die noch suchen.
Siegfried Zimmer zeigt: Es geht auch anders.
Theologie kann befreien.
Nicht einengen.
Zum Schluss
Ein Mensch hat nach dem Vortrag geschrieben:
Sie hatte ihren Glauben verloren.
Wegen der Ablehnung durch Christen.
Nach diesem Vortrag spürte sie zum ersten Mal wieder:
Vielleicht gibt es einen Weg zurück zu Gott.
Das hat mich bewegt.
Darum geht es.
Nicht um Recht haben.
Sondern um Menschen.
Der Vortrag ist auf YouTube zu finden: „Die schwule Frage – Die Bibel, die Christen und das Homosexuelle“ von Prof. Dr. Siegfried Zimmer (Worthaus)
Ein Wegbereiter
Ein Wegbereiter. Zum Gedenken an Prof. Dr. Norbert Schwarte
Es gibt Menschen, die nicht lehren, indem sie dozieren — sondern indem sie fragen. Norbert Schwarte war ein solcher Mensch.
Ich habe ihn als Mentor erlebt, als freundschaftlichen Berater, als jemanden, der zuhörte, bevor er sprach. In einer Welt, in der akademisches Prestige oft mit Distanz verwechselt wird, war er das Gegenteil: präsent, direkt, interessiert. An der Sache. Und an den Menschen, die an ihr arbeiteten.
Wer er war
Norbert Schwarte, geboren im Rheinland, studierte Geschichte, Pädagogik und Publizistik in Bochum, Bonn und München — eine Kombination, die seinen späteren Stil prägte: historisch denken, pädagogisch handeln, öffentlich argumentieren. 1972 betrat er zum ersten Mal eine Behinderteneinrichtung. Die Eindrücke, so hat er es selbst beschrieben, ließen ihn mehrere Nächte nicht schlafen. Sie ließen ihn nie mehr los.
1981 wurde er auf den Lehrstuhl für Sozialpädagogik an der Gesamthochschule Siegen berufen. Was folgte, war mehr als eine akademische Karriere. Schwarte baute das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) auf — eine Institution, die seither prägend für die wissenschaftliche Begleitung von Inklusion und Behindertenhilfe in Deutschland ist. Über zehn Jahre war er dessen Sprecher.
Sein Credo: *„Unser Ziel war und ist es, den notwendigen sozialstaatlichen Umbau wissenschaftlich so zu begleiten, dass er nicht zum sozialen Abbau für die Betroffenen wird.“
Was er dachte
Schwarte war kein Theoretiker im Elfenbeinturm. Er verstand Wissenschaft als gesellschaftliche Verantwortung. Sein zentraler Begriff war Teilhabe — aber nicht als Schlagwort. In einem Vortrag formulierte er mit bemerkenswerter Klarheit:
*„Bürgerrechtliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für eine gelungene Lebenssituation.“*
Das klingt nüchtern. Es ist es nicht. Dahinter steckt eine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit der Frage, was es konkret bedeutet, wenn Menschen mit geistiger Behinderung als Bürgerinnen und Bürger ernstgenommen werden — mit Rechten, mit Pflichten, mit Würde.
Sein bekanntestes Instrument ist LEWO — ein Verfahren zur Qualitätsentwicklung in Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung, entwickelt gemeinsam mit Ralf Oberste-Ufer und herausgegeben von der Bundesvereinigung Lebenshilfe. LEWO verstand Qualität nicht als bürokratische Norm, sondern als Maßstab für die gelebte Lebensqualität der Betroffenen.
Was er mir bedeutete
In einem Brief, den ich im Januar 2011 an ihn schrieb, berichtete ich ihm von meiner damals neuen Stelle als Beauftragter für Inklusion und bürgerschaftliches Engagement bei der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen. Ich schrieb:
*„Bürgerrechte für Menschen mit geistiger Behinderung sind die entscheidenden Zielvorgaben meiner Arbeit. Dies kann nur geschehen, wenn zwischen unmittelbarer Handlung und bürgerrechtlicher Zielsetzung ein direkt einsehbarer und lebbarer Zusammenhang hergestellt wird.“*
Ich erkenne heute, dass dieser Satz nicht allein meiner war. Er war gewachsen in vielen Gesprächen mit Norbert Schwarte. So arbeitet ein guter Mentor: Er gibt keine Antworten, er schärft die Fragen — bis man die eigene Antwort findet und sie für die eigene hält.
2006 schied er aus dem Hochschuldienst aus. Er sagte damals, er wolle den kommenden Lebensabschnitt gestalten, solange es ihm gut geht. Die Sorge um soziale Gerechtigkeit, so fügte er hinzu, werde ihn auch weiter umtreiben.
Was bleibt
Das ZPE Siegen steht. Es arbeitet weiter. Und ich, der ich heute selbst als Lehrbeauftragter an eben dieser Universität tätig bin — im Bachelor Soziale Arbeit, in Seminaren über Inklusion, Möglichkeitsdenken, Teilhabe —, spüre bisweilen, auf welchem Boden ich stehe. Es ist Boden, den andere bereitet haben.
Norbert Schwarte hat diesen Boden mit bereitet.
Er hat mich gelehrt, dass Wissenschaft und Haltung keine Gegensätze sind. Dass man dicke Bretter bohren muss — und dass man das nicht alleine tut. Und dass es gut ist, wenn man beim Bohren weiß, wozu man es tut.
Ich bin dankbar, dass ich ihn kannte.
Armin Herzberger ist Lehrbeauftragter an der Universität Siegen im Bachelor Soziale Arbeit und war 35 Jahre in der Lebenshilfe tätig.
Er schreibt unter dem Pseudonym Claudius Herz auf arminherzberger.com.
Gott lässt sich nicht einmauern
Dies ist ein Blogbeitrag, der allein meine eigene Meinung abbildet.
Ich habe den Text von Pfarrer Hellenschmidt (Rip) im Reisedienst gelesen. Mehrmals. Und ich merke, wie er mich nicht loslässt – nicht weil er mich überzeugt, sondern weil er mich beunruhigt. Nicht theologisch. Menschlich.
Ich war lange genug dabei. 35 Jahre Lebenshilfe, Jahrzehnte in Gemeinden, Kirchenvorstand, Schöffe. Ich kenne Menschen, die anders glauben als ich. Muslimische Eltern, die ihre Kinder mit Behinderung durch ein System begleiten, das ihnen fremd ist. Jüdische Kolleginnen, die Inklusion als religiöse Pflicht verstehen – Tzedakah, Gerechtigkeit. Ich habe mit ihnen gearbeitet, gestritten, gefeiert. Ich habe in ihnen Gottes Handeln gesehen. Hellenschmidts Artikel macht das unmöglich.
Er schreibt: Gott ist in seinem Wesen nicht interreligiös. Klar, unmissverständlich, endgültig. Das 1. Gebot als Sperrriegel. Jesus als Entweder-Oder. Wer nicht durch ihn, geht nicht durch.
Ich nehme das ernst. Ich nehme das Erste Gebot ernst. Aber ich lese es anders.“
Barth hat mich gelehrt: Gottes Freiheit lässt sich nicht einmauern.
Karl Barth, auf den sich die konservative Theologie so gerne beruft, hat zeitlebens betont: Gott ist der ganz Andere. Das heißt auch – er ist nicht in unsere theologischen Systeme einzusperren. Nicht einmal in unsere Exklusivitätsformeln. Barths Nein zur natürlichen Theologie war kein Nein zum Dialog, sondern ein Nein zu menschlicher Selbstvergewisserung. Genau das, was Hellenschmidts Artikel betreibt: Er vergewissert sich seiner Wahrheit – und nennt es Gehorsam.“
Bonhoeffer hat mich gelehrt: Wer für die anderen nicht da ist, ist für Christus nicht da.
Bonhoeffer schrieb aus dem Gefängnis, in einer Welt, die in Trümmer fiel. Er fragte, wer Christus heute für uns ist. Nicht abstrakt. Sondern: Wo ist er? Und seine Antwort war immer konkret, menschlich, randständig. Der Christus, den Bonhoeffer kannte, stand nicht auf der Seite der Gewissheiten. Er stand auf der Seite der Angefochtenen, der Ausgegrenzten, der Anderen.
Wenn ich heute mit einem muslimischen Vater spreche, dessen Kind endlich einen Platz in einer inklusiven Schule bekommt – dann erlebe ich etwas. Ich nenne es Gnade. Ich weiß nicht, wie er es nennt. Aber ich weigere mich, das theologisch zu verwalten.“
Judenmission: Wo diese Theologie hinführt
Hellenschmidt schreibt, der ‚Ruf zur Umkehr gilt auch den Religionen.‘ Er meint das allgemein. Aber ich höre dahinter etwas Konkretes, das ich nicht verschweigen kann: die Judenmission.
Die Idee, dass Jüdinnen und Juden durch Christus gerettet werden müssen – dass ihr Glaube, ihr Bund, ihre Jahrtausende alte Treue zur Tora ungenügend sind – diese Idee hat eine Geschichte. Und diese Geschichte ist dunkel. Sie hat Pogrome theologisch vorbereitet. Sie hat Menschen, die anders glauben, zu Objekten der Bekehrung gemacht statt zu Geschwistern im Gespräch.
Die evangelische Kirche hat nach 1945 – langsam, schmerzhaft, nicht vollständig – gelernt, Jüdinnen und Juden nicht als Missionsfeld zu betrachten, sondern als den älteren Zweig am selben Baum. Das war kein Verrat am Evangelium. Das war Umkehr. Echte Umkehr. Dass Texte wie der von Hellenschmidt diesen Lernprozess wieder rückgängig machen wollen, macht mir Sorgen.“
Evangelikalismus: Gewissheit als Versuchung
Ich kenne das evangelikale Milieu von innen. Ich habe Menschen erlebt, deren Glaube trägt, die in Krisen standhaft sind, die anderen helfen. Das ist real und verdient Respekt.
Aber ich kenne auch die Kehrseite: die Gewissheit, die keine Fragen mehr duldet. Das Bekenntnis als Schutzwall. Die Gemeinde als geschlossener Kreis, in dem Andersglaubende nicht vorkommen – außer als Missionsobjekte. Hellenschmidts Ton gehört in dieses Milieu. Er klagt, dass ‚von der Kirche keine Weisungen ausgehen.“ Er vermisst Eindeutigkeit. Er leidet unter Pluralismus.
Ich nicht. Ich halte Pluralismus für eine theologische Herausforderung, nicht für eine Bedrohung. Der Glaube, der keine Anfechtung kennt, ist kein Glaube. Er ist Ideologie. Und Ideologie – das hat Bonhoeffer gewusst – macht blind.“
Fünfzig Jahre CVJM – was mich geformt hat, und was nicht
Ich unterschreibe diesen Text mit meinem Namen: Armin Herzberger. Das tue ich bewusst. Denn was ich jetzt schreibe, kommt von innen.
Ich war fünfzig Jahre Mitglied im CVJM Oberdieten. Fünfzig Jahre. Das ist keine Distanz. Das ist Biografie.
Vieles war gut. Die Gemeinschaft. Das Singen. Die Verlässlichkeit. Menschen, die füreinander da waren. Ein Glaube, der getragen hat – in echten Krisen, in echten Nächten. Das gehört zu mir. Das nehme ich nicht zurück.
Aber manches war nicht gut.
Ich habe Menschen erlebt, die in diesem Milieu groß geworden sind und deren Leben sich dabei immer enger gezogen hat. Menschen, die labil waren, die Halt suchten – und die statt Halt eine Enge bekamen. Klare Grenzen, klare Antworten, klare Gemeinschaft. Das fühlt sich sicher an. Aber es kann auch einengen. Es kann krank machen.
Einige sind krank geworden. Das sage ich nicht leichtfertig. Ich sage es, weil es wahr ist. Und weil es gesagt werden muss.
Der Glaube, der keine Fragen duldet, tut Menschen nicht gut, die ohnehin schon mit sich ringen. Er gibt ihnen keine Freiheit. Er gibt ihnen eine weitere Last.
Das darf nicht sein.
Ich schreibe das nicht, um abzurechnen. Ich schreibe es, weil Pfarrer Hellenschmidt genau diese Art von Gewissheit vertritt – die Gewissheit, die keine Lücke lässt. Und weil ich aus fünfzig Jahren weiß, was diese Gewissheit mit Menschen machen kann.
Quer: Was mich an diesem Text wirklich stört
Es ist nicht die Treue zum Bekenntnis. Die respektiere ich. Es ist der Ton. Der Text spricht von ‚fadenscheinigem Gerede“, von ‚religiösen Maskeraden“, von ‚Tummelplatz der Götzen“. Das ist keine Theologie mehr. Das ist Polemik. Und Polemik in Glaubensfragen hat eine Geschichte in diesem Land, die ich nicht vergessen kann und nicht vergessen darf.
Das ‚House of One“ in Berlin – ein Gebäude, in dem Christen, Juden und Muslime zusammen einen Raum teilen – wird hier als Angriff auf das Erste Gebot dargestellt. Ich sehe es anders: als ein Zeichen, dass Menschen in einer pluralen Gesellschaft nicht aufhören wollen, Gott zu suchen. Das verdient Respekt, kein Bannwort.
Was mich am meisten beunruhigt: Dieser Text erscheint in einem Reisedienst, der in Gemeinden geht. Er wird gelesen. Er wird diskutiert. Er formt. Und er formt in eine Richtung, die ich für gefährlich halte – nicht weil sie fromm ist, sondern weil sie Frömmigkeit mit Ausgrenzung verwechselt.“
Ich bleibe Christ. Bekennender, zweifelnder, suchender Christ.
Ich glaube, dass Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Aber ich glaube das nicht so, dass es mich blind macht für das Licht, das anderswo leuchtet. Die Reformatoren wussten: die Kirche bleibt lernfähig. Auch gegenüber dem, was Gott außerhalb ihrer Mauern tut.
Pfarrer Hellenschmidt fragt: Ist Gott interreligiös?
Meine Antwort: Ich weiß es nicht. Aber ich bin sicher, dass ein Gott, der sich in einem palästinensischen Flüchtlingskind offenbart hat, größer ist als alle meine Antworten auf diese Frage.
In leichter Sprache
Gott lässt sich nicht einmauern
Ein Pfarrer hat einen Text geschrieben.
Sein Name ist Hansfrieder Hellenschmidt.
Der Text geht in viele Gemeinden.
Der Pfarrer sagt:
Nur Jesus führt zu Gott.
Andere Religionen liegen falsch.
Wer nicht an Jesus glaubt, ist verloren.
Das Gespräch mit anderen Religionen ist gefährlich.
Ich sehe das anders.
Ich will erklären, warum.
Was ich erlebt habe
Ich habe viele Jahre mit Menschen gearbeitet.
Mit Menschen mit Behinderung.
Und mit ihren Familien.
Manche Familien beten in einer Moschee.
Manche beten in einer Synagoge.
Manche beten gar nicht.
Ich habe mit diesen Menschen gearbeitet.
Ich habe mit ihnen gestritten.
Ich habe mit ihnen gefeiert.
Und ich habe etwas erlebt:
In diesen Menschen war Güte.
Menschlichkeit.
Gerechtigkeit.
Ich nenne das Gnade.
Gottes Gnade.
Auch wenn diese Menschen keine Christen sind.
Was die Bibel sagt – anders gelesen
Der Pfarrer sagt: Die Bibel ist eindeutig.
Nur Christus rettet.
Aber die Bibel sagt auch anderes.
Die Propheten haben immer wieder gesagt:
Gott steht auf der Seite der Armen.
Gott steht auf der Seite der Menschen ohne Macht.
Nicht auf der Seite derer, die alles besser wissen.
Das haben Amos, Micha und Jesus gesagt.
Jesus hat nicht gefragt: Was glaubst du?
Jesus hat gefragt: Was tust du?
Hast du den Hungrigen gespeist?
Den Fremden aufgenommen?
Den Kranken besucht?
Das steht in Matthäus 25.
Das ist auch Bibel.
Was Dietrich Bonhoeffer gesagt hat
Dietrich Bonhoeffer war ein Theologe.
Er hat gegen Hitler gekämpft.
Er wurde dafür getötet.
Bonhoeffer hat aus dem Gefängnis geschrieben.
Er hat gefragt:
Wer ist Christus heute für uns?
Seine Antwort war:
Christus ist bei den Leidenden.
Bei den Menschen, die niemand haben will.
Bonhoeffer hat nicht gefragt:
Sind diese Menschen Christen?
Er hat gefragt:
Sind wir für sie da?
Wer für andere da ist, ist für Christus da.
Das glaube ich auch.
Was Karl Barth gesagt hat
Karl Barth war ein großer Theologe.
Barth hat gesagt:
Gott ist frei.
Gott lässt sich nicht einsperren.
Nicht in unsere Worte.
Nicht in unsere Kirchen.
Nicht in unsere Sicherheiten.
Wer sagt: Ich weiß genau, was Gott tut –
der macht sich selbst zu Gott.
Das ist das Gegenteil von Glauben.
Das Thema: Juden bekehren wollen
Der Pfarrer schreibt:
Auch Juden müssen zu Jesus kommen.
Ich muss hier deutlich werden.
Jahrhundertelang hat die Kirche Juden schlecht behandelt.
Sie hat gesagt: Ihr glaubt falsch.
Ihr müsst bekehrt werden.
Das hat zu Verfolgung geführt.
Zu großem Leid.
Zum Mord an Millionen von Juden.
Nach 1945 hat die evangelische Kirche langsam gelernt:
Juden sind unsere Geschwister.
Gott hat seinen Bund mit ihnen nicht aufgekündigt.
Das war keine Abkehr vom Glauben.
Das war echte Umkehr.
Dieser Lernprozess darf nicht rückgängig gemacht werden.
50 Jahre CVJM – meine eigene Geschichte
Ich heiße Armin Herzberger.
Ich schreibe das mit meinem vollen Namen.
Denn was ich jetzt sage, kommt von innen.
Ich war 50 Jahre Mitglied im CVJM Oberdieten.
Das ist ein christlicher Jugend-Verband.
Vieles war gut.
Die Gemeinschaft.
Das Singen.
Menschen, die füreinander da waren.
Das hat mich geprägt.
Das nehme ich nicht zurück.
Aber manches war nicht gut.
Ich habe Menschen erlebt,
die Halt gesucht haben.
Die labil waren.
Die Sicherheit brauchten.
Sie haben im CVJM klare Antworten bekommen.
Klare Regeln.
Klare Grenzen.
Das hat sich gut angefühlt.
Aber es hat ihr Leben eingegrenzt.
Einige sind krank geworden.
Das sage ich nicht leichtfertig.
Ich sage es, weil es wahr ist.
Und weil es gesagt werden muss.
Das darf nicht sein.
Ich schreibe das nicht aus Wut.
Ich schreibe es, weil Pfarrer Hellenschmidt
genau diese Art von Glauben vertritt.
Einen Glauben ohne Fragen.
Einen Glauben ohne Lücken.
Ich weiß aus 50 Jahren:
Das tut Menschen nicht gut.
Was mich besorgt
Der Text des Pfarrers klingt sehr sicher.
Er lässt keine Fragen zu.
Aber ein Glaube ohne Fragen ist kein Glaube.
Er ist blinder Gehorsam.
In Berlin soll ein Haus gebaut werden.
Christen, Juden und Muslime sollen dort beten können.
Das Haus heißt: Das Haus des Einen.
Der Pfarrer nennt das einen Angriff auf Gott.
Ich nenne es ein Zeichen der Hoffnung.
Was Gott von uns will
Ich glaube nicht, dass Gott Mauern will.
Ich glaube nicht, dass Gott Ausgrenzung will.
Ich glaube:
Gott will Gerechtigkeit.
Gott will Güte.
Gott will, dass wir aufeinander zugehen.
Das steht bei Micha.
Das steht bei Jesus.
Das steht bei Bonhoeffer.
Meine Antwort
Pfarrer Hellenschmidt fragt:
Ist Gott nur für Christen?
Ich weiß es nicht genau.
Aber ich weiß:
Der Gott, der als Kind in einer Krippe lag,
der mit Armen gegessen hat,
der für Ausgestoßene gestorben ist –
dieser Gott ist größer als alle meine Antworten.
Ich bleibe Christ.
Ich zweifle.
Ich suche.
Und ich weigere mich,
im Namen dieses Glaubens
Menschen auszugrenzen.
Armin Herzberger im März 2026
Willkommen
Willkommen – und das meinen wir ernst
Was ist der CVJM?
CVJM ist eine Abkürzung.
Der lange Name ist: Christlicher Verein Junger Menschen.
Der CVJM ist ein christlicher Jugend-Verband.
Es gibt ihn in vielen Städten und Dörfern in Deutschland.
Den ersten CVJM gab es 1844 in London.
Damals kamen viele junge Menschen in die große Stadt.
Sie kannten dort niemanden.
Sie suchten eine Heimat.
Der CVJM wollte diese Heimat geben.
Diese Idee ist wunderbar.
Und sie gilt heute noch.
Ein wichtiges Papier
Im Jahr 2022 hat der CVJM etwas Wichtiges aufgeschrieben.
Das Papier heißt:
Willkommenskultur im CVJM.
Darin steht:
Alle Menschen sind willkommen.
Egal, woher jemand kommt.
Egal, ob jemand eine Behinderung hat.
Egal, welche Religion jemand hat.
Egal, wen jemand liebt.
Außerdem steht im Papier:
Der CVJM kämpft gegen Diskriminierung.
Diskriminierung heißt: jemanden schlechter behandeln, weil er anders ist.
Der CVJM fördert Inklusion. Inklusion heißt: alle können mitmachen.
Der CVJM will immer weiter dazulernen.
Das ist mutig.
Das ist ein gutes Zeichen.
Was bedeutet das in der Praxis?
Ein Papier ist ein guter Anfang.
Das Leben zeigt, wie es weitergeht.
Willkommen sein bedeutet mehr als:
„Du darfst kommen.“
Es bedeutet auch:
Deine Stimme zählt.
Wir fragen dich, was du brauchst.
Du kannst auch Leitung übernehmen.
Das ist ein Weg.
Kein CVJM-Ortsverein geht ihn von heute auf morgen.
Aber der CVJM hat selbst gesagt: Wir wollen lernen.
Das ist eine gute Grundlage.
Eine Frage, die hilft
Es gibt eine Frage, die Gruppen weiterbringt:
Wessen Stimme fehlt bei uns noch?
Vielleicht die Stimme von Menschen mit Behinderung.
Vielleicht die Stimme von Menschen aus anderen Ländern.
Vielleicht die Stimme von Menschen,
die sich bisher nicht getraut haben.
Diese Frage ist kein Vorwurf.
Sie ist eine Einladung.
Eine Einladung, noch offener zu werden.
Was die Bibel dazu sagt
Paulus hat einmal geschrieben:
Es gibt nicht Jude und Grieche, nicht Sklave und Freier, nicht Mann und Frau. Ihr seid alle eins in Christus Jesus. (Galater 3,28)
Das ist kein frommer Wunsch.
Das ist eine Beschreibung.
Eine Gemeinschaft, die immer wieder neu anfängt.
Eine Gemeinschaft, die dazulernt.
Genau das hat der CVJM beschlossen.
Ich freue mich darauf, wie dieser Weg weitergeht.
Armin Herzberger
arminherzberger.com
Quelle: CVJM Leitbild 2024
In Erinnerung an meine Oma Christine
Herzbergers Oma
Möge Sie in Frieden ruhn
Eine kurze Andacht
Gott macht die Tür auf. Menschen schließen sie.
Ich möchte euch von einer Frau erzählen.
Ihr Name war Christine.
Sie war meine Großmutter.
Wenn wir als Kinder zu ihr kamen,
hörte sie sofort auf zu arbeiten.
Sie legte alles hin.
Wir waren wichtiger.
Sie machte warmen Kakao.
Sie backte Apfelstrudel.
Sie spielte Karten mit uns.
Das Spiel hieß Elfer-Raus.
Das klingt einfach.
Aber es war sehr viel.
Es war Liebe.
Ohne Bedingungen.
Meine Großmutter kam nicht aus diesem Dorf.
Ihre Familie kam von weit weg.
Sie waren Donauschwaben.
Das bedeutet:
Ihre Vorfahren mussten fliehen.
Sie wurden vertrieben.
Sie waren fremd.
Sie kannten Armut.
Sie kannten Not.
Wer das erlebt hat,
der weiß:
Ein Mensch ist ein Mensch.
Egal woher er kommt.
Egal wie er spricht.
Egal wie er aussieht.
Bei meiner Großmutter war immer Platz.
Für alle.
Da war auch Hasan.
Hasan kam aus Albanien.
Er arbeitete im Dorf auf dem Sägewerk.
Er war anders als die anderen.
Er sprach anders.
Er glaubte anders.
Er lebte anders.
Aber er war willkommen.
Jeden Samstag kam er zu Besuch.
Mein Großvater öffnete die Tür.
Sie saßen zusammen.
Sie redeten zusammen.
Sie lachten zusammen.
Sie schauten Fußball.
Niemand sagte:
Du gehörst nicht dazu.
Du darfst nicht kommen.
Du bist zu fremd.
Du bist zu anders.
Nein.
Er gehörte dazu.
Einfach so.
Das war in den 1960er Jahren.
In einem kleinen Dorf in Hessen.
Heute schreiben wir das Jahr 2026.
Und heute hören wir andere Sätze.
Wir hören:
Ausländer raus.
Wir zuerst.
Deutschland den Deutschen.
Grenzen dicht.
Abschiebung.
Remigration.
Diese Worte kommen nicht von irgendwo.
Diese Worte kommen von einer Partei.
Diese Partei heißt AfD.
Diese Partei sitzt im Bundestag.
Diese Partei sitzt in vielen Landtagen.
Diese Partei wird immer stärker.
Und manche Christen wählen diese Partei.
Das macht mich fassungslos.
Das macht mich zornig.
Denn in der Bibel steht etwas anderes.
Jesus sagt:
Ich war fremd.
Und ihr habt mich aufgenommen.
Jesus sagt nicht:
Schaut zuerst,
ob der Fremde nützlich ist.
Ob er unsere Werte teilt.
Ob er zu uns passt.
Jesus sagt:
Nehmt ihn auf.
Punkt.
Das ist kein Zufall.
Jesus selbst war ein Flüchtling.
Als Kind musste er fliehen.
Nach Ägypten.
Vor einem Mächtigen,
der Angst hatte.
Der Grenzen zog.
Der ausschloss.
Das kennen wir heute auch.
Menschen fliehen vor Krieg.
Menschen fliehen vor Hunger.
Menschen fliehen vor Verfolgung.
Und was passiert?
Sie kommen an unsere Grenzen.
Und die Grenzen sind zu.
Und die Boote kentern.
Und Menschen sterben im Mittelmeer.
Das ist kein Unfall.
Das ist eine politische Entscheidung.
Und wer schweigt,
macht mit.
Ich komme aus einem frommen Dorf.
Die Kirche dort war eng.
Wer nicht dazugehörte, merkte das.
Wer anders war, merkte das.
Wer Fragen stellte, merkte das.
Dieser enge Glaube hat Menschen verletzt.
Er hat Menschen ausgeschlossen.
Er hat Türen zugemacht.
Meine Großmutter war anders.
Sie war auch gläubig.
Aber ihr Glaube machte sie weit.
Nicht eng.
Offen.
Nicht geschlossen.
Das ist der Unterschied.
Ein Glaube, der Menschen ausschließt,
ist kein Glaube.
Das ist Macht.
Das ist Angst.
Das ist das Gegenteil von Evangelium.
Evangelium bedeutet:
Gute Nachricht.
Die gute Nachricht lautet:
Du bist willkommen.
Du gehörst dazu.
Gott macht die Tür auf.
Nicht:
Du musst erst beweisen,
dass du dazugehörst.
Nicht:
Wir nehmen dich auf,
wenn du nützlich bist.
Nicht:
Erst die Eigenen,
dann die Fremden.
Nein.
Gott macht die Tür auf.
Für alle.
Ohne Bedingungen.
Ohne Rangliste.
Ohne Ausschluss.
Meine Großmutter hat das gelebt.
Mit Kakao.
Mit Apfelstrudel.
Mit Elfer-Raus.
Mit offener Tür.
Sie hat nicht viel geredet.
Sie hat einfach gemacht.
Hasan war willkommen.
Der Fremde war willkommen.
Der Andersgläubige war willkommen.
Das ist Kirche.
Das ist Glaube.
Das ist Evangelium.
Ich sage das deutlich:
Wer Menschen ausgrenzt,
handelt nicht im Namen Gottes.
Wer Grenzen zieht zwischen Wertvollem
und Wertlosem,
zwischen Dazugehörigem
und Fremdem,
der hat das Evangelium nicht verstanden.
Oder er versteht es.
Und handelt trotzdem so.
Das ist noch schlimmer.
Wir leben in einer Zeit,
in der die Ausgrenzung wieder salonfähig wird.
In der Hass eine Partei trägt.
In der Abschiebung als Lösung gilt.
In der Menschenwürde verhandelt wird.
Als Christen können wir dazu nicht schweigen.
Wir dürfen nicht schweigen.
Meine Großmutter hat nicht geschwiegen.
Sie hat die Tür aufgemacht.
Das ist unsere Aufgabe.
Heute.
Hier.
Jetzt.
Die Tür aufmachen.
Für alle.
So wie Gott es tut.
Amen.
Lätare – Freut Euch
Gott tröstet wie eine Mutter
Eine Andacht in verständlicher Sprache
„Freuet euch mit Jerusalem! Seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt!“
Jesaja 66, Vers 10
Lätare – das bedeutet: Freut euch!
Heute ist ein besonderer Sonntag.
Er heißt Lätare.
Das ist ein lateinisches Wort.
Es bedeutet: Freut euch!
Dieses Wort kommt aus einem alten Ruf.
Einem Ruf aus der Bibel.
Er lautet:
„Freuet euch mit Jerusalem! Freuet euch – alle, die ihr traurig wart um sie!“
Jerusalem steht in der Bibel für mehr als eine Stadt.
Jerusalem steht für das Volk, das leidet.
Jerusalem steht für die Hoffnung, die nicht aufgibt.
Jerusalem steht für den Ort, wo Gott wohnt –
mitten unter den Menschen.
Mitten in der Passionszeit – mitten in der dunklen Zeit –
sagt die Kirche: Freut euch mit Jerusalem!
Das klingt seltsam.
Viele Menschen sind müde.
Viele Menschen sind traurig.
Viele Menschen haben Angst.
Aber genau da spricht Gott.
Genau da tröstet Gott.
Was Jesaja sagt
Der Prophet Jesaja hat vor sehr langer Zeit gelebt.
Er hat das Volk Israel begleitet.
Das Volk war in großer Not.
Es war vertrieben worden.
Es lebte in der Fremde.
Und da sagt Jesaja etwas Erstaunliches.
Er sagt: Gott tröstet euch.
Wie eine Mutter ihr weinendes Kind tröstet.
Kennen Sie das?
Ein Kind weint.
Es weint laut.
Es weint und weiß selbst nicht warum.
Und die Mutter kommt.
Sie fragt nicht: Warum weinst du?
Sie fragt nicht: Hör jetzt auf.
Sie nimmt das Kind einfach auf den Arm.
Sie hält es fest.
Sie sagt: Ich bin da.
Genau so – sagt Jesaja – ist Gott.
Gott fragt nicht zuerst: Bist du schuldig?
Gott fragt nicht: Hast du es verdient?
Gott kommt einfach.
Gott hält uns fest.
Gott sagt: Ich bin da.
„Ihr werdet saugen und euch satt trinken
an den Brüsten ihres Trostes.
Auf dem Arm wird man euch tragen
und auf den Knien euch liebkosen.“
Jesaja 66, Vers 12
Das ist eine sehr starke Sprache.
Eine zärtliche Sprache.
Eine Sprache der Nähe.
Gott ist hier nicht weit weg.
Gott ist nicht kalt.
Gott ist nicht streng.
Gott trägt uns.
Gott hält uns.
Gott liebt uns – wie eine gute Mutter ihr Kind liebt.
Gott – auch sie
In der Bibel hat Gott viele Gesichter.
Gott ist Vater – das kennen wir.
Aber Gott ist in der Bibel auch Mutter.
Gott ist die Frau, die ihr verlorenes Geldstück sucht.
Gott ist die Hebamme, die neues Leben empfängt.
Gott ist die, die tröstet – wie Jesaja schreibt.
Mitten in der Bibel steht das.
Nicht am Rand.
Lange hat die Kirche das verschwiegen.
Sie hat Gott immer als Mann gedacht.
Als Herrn. Als König. Als Vater.
Das hat Frauen kleingemacht.
Das hat gesagt: Das Männliche ist das Göttliche.
Das stimmt nicht.
Das ist eine Lüge – auch wenn sie fromm klingt.
Der Gott der Bibel ist größer.
Größer als alle unsere Bilder.
Größer als Mann und Frau zusammen.
Und dieser Gott tröstet –
zärtlich, körperlich, nah.
Wie eine Mutter ihr weinendes Kind.
Das ist keine neue Erfindung.
Das steht seit Jahrhunderten in der Bibel.
Es war nur lange nicht erlaubt, es zu sagen.
Heute sagen wir es.
Was das für uns bedeutet
Wir leben in einer Zeit der Spaltung.
Manche haben sehr viel.
Viele haben zu wenig.
Manche werden gehört.
Viele werden nicht gehört.
Das ist keine Naturkatastrophe.
Das sind Entscheidungen von Menschen.
Das sind politische Entscheidungen.
Und da sagt der Gott der Bibel: Nein.
Das ist nicht mein Wille.
Der Gott der Bibel ist der Gott des Exodus.
Er hat das versklavte Volk befreit.
Er hat die Mächtigen gestürzt.
Er hat die Hungrigen satt gemacht.
Das steht in der Bibel – von Anfang bis Ende.
Jesus hat das fortgesetzt.
Er hat sich zu den Armen gesetzt.
Er hat die Kranken berührt – die Unberührbaren.
Er hat gesagt: Das Reich Gottes gehört den Kleinen.
Nicht den Großen.
„Gott hat keine anderen Hände als unsere.“
Das heißt:
Wir sind nicht Zuschauer.
Wir sind gerufen.
Gerufen, hinzusehen – wo andere wegsehen.
Gerufen, zu widersprechen – wo Ungerechtigkeit normal gemacht wird.
Gerufen, Seite zu wählen – die Seite der Schwachen.
Eine Kirche, die das tut, fängt unten an.
Nicht in den Chefetagen.
Sondern dort, wo Menschen Trost brauchen.
Dort, wo Menschen getragen werden müssen.
Eine Frage für uns alle
Wer braucht heute meinen Arm?
Wer braucht heute meine Hand?
Wem kann ich heute Trost bringen?
Lätare heißt: Freut euch!
Aber die Freude ist nicht für uns allein.
Die Freude ist zum Teilen.
Freut euch mit Jerusalem!
Freut euch mit allen, die geweint haben.
Freut euch mit allen, die ausgegrenzt wurden.
Freut euch mit allen, die getragen werden mussten.
Denn Gott ist bei ihnen.
Gott ist bei uns.
Lätare! Freut euch!
Gebet
Gott,
du kennst unser Leben.
Du kennst unsere müden Tage.
Du kennst unsere Traurigkeit.
Wir danken dir:
Du trägst uns.
Du hältst uns.
Du liebst uns – wie eine Mutter.
Gib uns Kraft,
dass wir füreinander da sind.
Dass wir tragen und halten.
Dass wir Trost weitergeben.
Amen.
Das Elend der Eingliederungshilfe
Im Jahr 2017 hat die Bundesregierung ein neues Gesetz gemacht.
Das Gesetz heißt: Bundesteilhabegesetz.
Das Versprechen war groß:
Menschen mit Behinderung sollen selbst entscheiden.
Menschen mit Behinderung sollen nicht mehr versorgt werden.
Sie sollen Rechte haben.
Das war das Versprechen.
Was wirklich passiert ist
Das Versprechen wurde nicht gehalten.
Wer heute Hilfe beantragt, muss sehr viel Papier ausfüllen.
Die Formulare sind schwer zu verstehen.
Die Ämter brauchen sehr lange.
Manchmal wartet man Monate.
Manchmal wartet man Jahre.
Viele Menschen geben auf.
Sie kämpfen nicht mehr.
Das Amt denkt dann: Alles ist gut.
Aber alles ist nicht gut.
Die Ämter entscheiden. Nicht die Menschen.
Gutachter kommen ins Haus.
Sie schauen, was ein Mensch nicht kann.
Sie entscheiden, wie viel Hilfe er bekommt.
Sie entscheiden, wie viel sein Leben kostet.
Das ist falsch.
Nicht der Gutachter soll entscheiden.
Der Mensch selbst soll entscheiden.
Das steht so in einem Menschenrechts-Vertrag der Vereinten Nationen.
Deutschland hat diesen Vertrag unterschrieben.
Aber Deutschland hält sich nicht daran.
Wer verdient daran?
Viele Menschen mit Behinderung arbeiten in Werkstätten.
Sie arbeiten hart.
Aber sie bekommen sehr wenig Geld.
Oft weniger als zwei Euro in der Stunde.
Den normalen Mindestlohn bekommen sie nicht.
Die Träger der Werkstätten bekommen Geld vom Staat.
Manchmal viel Geld.
Das ist ungerecht.
Die Menschen, die arbeiten, sollen das Geld bekommen.
Nicht die Institutionen.
Was wir brauchen
Wir brauchen kein neues Formular.
Wir brauchen kein neues Gutachten.
Wir brauchen:
Die Menschen mit Behinderung entscheiden selbst.
Die Ämter müssen begründen, wenn sie Nein sagen.
Nicht der Mensch muss beweisen, dass er Hilfe braucht.
Wir brauchen echte Beratung.
Beratung, die auf der Seite der Betroffenen steht.
Nicht auf der Seite der Ämter.
Und wir brauchen faire Löhne für alle.
Auch für Menschen in Werkstätten.
Eine klare Anklage
Das System ist nicht kaputt gegangen.
Das System war so gebaut.
Es schützt die Institutionen.
Es schützt die Träger.
Es schützt die Verwaltung.
Es schützt nicht die Menschen, die Hilfe brauchen.
Das ist kein Versehen.
Das ist eine Entscheidung.
Und jemand hat diese Entscheidung getroffen.
Die Politik sagt: Wir haben ein Gesetz gemacht.
Aber ein Gesetz ist keine Gerechtigkeit.
Menschen mit Behinderung warten seit Jahren.
Sie warten auf Würde.
Sie warten auf Teilhabe.
Sie warten auf ihr Recht.
Wir warten nicht mehr still.
Armin Herzberger
Teilhabe ist erkämpftes Recht
Teilhabe ist kein Almosen. Sie ist erkämpftes Recht. Und sie steht unter Beschuss.
Heute war Wolfgang Nollmann (Möglichkeitsdenker Lüdenscheid) zu Gast beim Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf. Motto seines Forschungsbüros: „Forscht nicht über uns – forscht mit uns!“
Die Möglichkeitsdenker haben Rilkes „Werkleute sind wir“ zu ihrem Leitgedicht gemacht. Kein Bildungsschmuck – eine politische Provokation: Menschen mit Lernschwierigkeiten eignen sich an, was ihnen vorenthalten werden sollte.
https://lnkd.in/dQ-SH9PP
Gleichzeitig will die Bundesregierung bei der Eingliederungshilfe sparen. Klassenpolitik auf Kosten der Schwächsten. Teilhabe steht nicht unter Haushaltsvorbehalt – das garantiert das Grundgesetz.
⚫ Wir wissen, wohin diese Sprache führt. Hadamar liegt in Hessen. Wenige Kilometer von hier. Dort wurden zwischen 1941 und 1945 etwa 14.500 Menschen mit Behinderungen ermordet. Die Rede vom „nicht mehr Finanzierbaren“ hat Vorläufer. Wir erinnern. Wir widersprechen.
https://lnkd.in/dsnQvr5s
Die Möglichkeitsdenker sind die Antwort: Selbstvertretung statt Fürsprache. Gegenmacht von unten. Notwendiger denn je.
Roland Wagner | LinkedIn | lebenshilfe-ov-marburg.de
Andreas Beck | LinkedIn | lebenshilfewerk.net
Armin Herzberger | LinkedIn | arminherzberger.com
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