„Mama wo ist denn der Jaaht?“

Eine etwas andere Hochzeitsrede
Veröffentlicht zum 1. Hochzeitstag von Sara und Carsten.
Der kleinen Lina gewidmet die, seit Ihrer Geburt am 16.04.2016, unser aller größtes Glück bedeutet.

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Liebe Sara, lieber Carsten, liebe Gäste.
Wenn man sich vornimmt, als Brautvater, eine Rede für das Hochzeitsfest seiner Tochter zu schreiben kommt man doch recht schnell an seine Grenzen.
Mir ging es jedenfalls so.

Man erinnert sich, man denkt an die Zeit zurück die doch so schnell vergangen ist.
An die Zeit mit unserer Sara, die so angefüllt ist mit schönen Erinnerungen und wunderbaren Erlebnissen die Eltern haben, wenn sie ein Kind großgezogen haben.
Da bekomme ich schon mal den berühmten Kloß in den Hals, vor Freude vor Dankbarkeit und vor Rührung.
Dieser Kloß im Hals ist ganz normal, er stört aber beim Reden.
Deswegen lasst mich weitermachen und ebenso dankbar nach vorne schauen.

Ich erinnerte mich an die Zeit mit der Sara und mit meiner Doris:

An Ihre Geburt:
An die Lahn. An die rote Wanne. Und an die rote Elefantendecke.
Aber, das sagt den meisten von Euch nichts.
Und, ich will euch ja nicht langweilen.
Aber ihr könnt die Sara Fragen, die weiß Bescheid.

An Ihre Zeit, als Sie sprechen lernte:
An die vielen Oktavhefte, die meine Doris mit Aussprüchen von der Sara füllte.
Sara sprach sehr schnell sehr gut und verwendete kaum Kindersprache.
Ich umso mehr.

An unsere gemeinsame Zeit, der sprechenden Nutella Gläser, der Streichelmaschinen, die einmal eingeschaltet, sehr schlecht zu stoppen waren.
Sara musste dann den Not-Aus Knopf drücken um eben diese Streichelmaschine zum Stillstand zu bringen.
Und nicht zu vergessen der Schedelbums!

An die vielen verzauberten Wesen, die nach und nach das Sara Universum füllten:
Da war der Jaaht, der Maschulik, der Mogalogeisch, die alle in einer gemütlichen Höhle lebten zu der nur wir drei Zutritt hatten.
Wir hatten aber auch viele willkommene Gäste in unserer gemütlichen Höhlenwohnung:
Die richtige Oma, den Opa Heiisch, die Rudi Oma, den Rudi Opa, den Rucksack… .
Aber, das sagt den meisten von Euch nichts.
Und, ich will euch ja nicht langweilen.
Aber ihr könnt die Sara Fragen, die weiß Bescheid.

An die Zeit, als Sie erst in den Kindergarten und später zur Grundschule ging:
Dann fuhren die Sara und Ihre Mama in den Kindergarten nach Breidenbach.
Sara hängte sich dann ihr Kindergartentäschchen ins Gesicht und beide fuhren in den Kindergarten.

An Ihre Zeit in der Grundschule:
Da war ihre erste Lehrerin, die Frau Pfeiffer.
Sara liebte sie. Die Frau war riesengroß. So groß, dass sie in Gönnern direkt neben den Feuerwehrgerätehaus wohnte. Dort stand auch noch ein Turm, in dem die Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufgehängt wurden. Da wohnte die Frau Pfeiffer, weil sie so groß war, und schaute oben aus dem Fenster heraus.

Und dann der Herr K. , damals Schulleiter, und der Breidenbacher Bürgermeister, die beide immer gut auf die Sara aufpassten und ihr dauernd Komplimente machten.
Aber, das sagt den meisten von Euch nichts.
Und, ich will euch ja nicht langweilen.
Aber ihr könnt die Sara Fragen, die weiß Bescheid.

An die Zeit, als sie zum Gymnasium nach Biedenkopf ging:
Der Weg mit dem Bus war ziemlich weit. Und der Bus war immer so voll. Da habe ich sie oft mit dem Auto nach Biedenkopf gefahren.
Die Sara und ihre beiden Freundinnen. Ausstiegspunkt war bei der Bäckerei Schäfer.
Da roch es immer stark nach frischen Backwaren. Eigentlich ein Wohlgeruch.
Nicht für die Sara. Da musste oft richtig würgen. Und manchmal kam Ihr Frühstück dann wieder zu Tage.
Dann hat Sie mir leidgetan.
Sara wuchs heran zu einem bildhübschen jungen Mädchen. Und, Sie hat diese Zeit aus gekostet.

Sie wurde zu einer echten Partygängerin:
U 20 Party, Ü 20 Party, Never ending Party und so weiter.
Ich habe Sie dann oft zu später Stunde zusammen mit Ihren Freundinnen abgeholt.
An den unmöglichsten Stellen, zu jeder nächtlichen Stunde.
Und wisst Ihr was?
Es hat mir Spaß gemacht.

Oder, auf die Frage. Wann kommst Du denn nach Hause sagte Sie oft:
„Spätestens morgen um 6. Wenn`s später wird mail ich!“
Sara war nie unpünktlich. Sie kam dann oft viel früher und immer rechtzeitig.
Oder sie mailte.
Dann hörte ich das Schloss der Haustür: Klack!
Dann ein vernehmliches Bum, Bum, Bum. Und schon war Sie zu Hause.
Das war wirklich eine schöne Zeit.
Eins zwei drei im Sauseschritt, läuft die Zeit….. !

Sara machte Ihr Abitur:
Keine 3 Monate später zog Sie aus.
Nach Marburg.
In die erste eigene kleine Wohnung.
Das war nicht leicht für uns.
Ihre Mama nahm das wesentlich sachlicher als ich.
An dieser Stelle möchte ich von Barak Obama berichten:
In einem Interview berichtete er über den anstehenden Auszug seiner ältesten Tochter,
die bald aus dem Weißen Haus ausziehen wolle um in einer anderen Stadt zu studieren:
„Er könne es sich nicht erklären, aber er müsse im Verlauf seines Arbeitstages plötzlich und grundlos weinen.  Er habe mit seiner Frau darüber gesprochen, die das wesentlich gelassener sehe. Er vermute jetzt, dass dies mit dem anstehenden Auszug seiner ältesten Tochter zusammenhänge.“
Ich sage euch: Der Mann hat recht.
Mir ist es ganz genau so gegangen.

Ich glaube das sagt vielen von euch jetzt was.
Ihr wisst sicher Bescheid.

Dann nach FSJ ein kurzer Ausflug an die Uni und schon hatte unsere Sara Ihren beruflichen Weg gefunden:
Sie ist Krankenschwester geworden. Und das mit Leib und Seele. Und zwar eine sehr, sehr gute wie ich mir habe sagen lassen.
Die Ausbildung zur Fachkrankenschwester für Intensivmedizin folgte auf den Fuß. Auch das mit besten Noten und mit Bravour.
Das hat uns sehr stolz gemacht.

Nun jedoch kam das Allerbeste:
Die Sara hat Ihren Carsten kennen gelernt. Oder der Carsten die Sara. Oder beide haben sich gleichzeitig kennengelernt. Keine Ahnung. Ist auch vollkommen egal.
Wir haben sofort gespürt:
Die beiden lieben sich. Diese beiden Menschen gehören zusammen. Diese beiden Menschen sind füreinander gemacht und füreinander bestimmt.
Auch das hat uns sehr dankbar und stolz gemacht.
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Das ist der Grund weswegen wir heute Ihr dieses wunderschöne Hochzeitsfest feiern zu dem wir alle von den beiden eingeladen worden sind.
Im Jahre 2010 habe ich einige Vers für die Sara geschrieben.
Der passt für heute so gut, dass ich ihn nun vortragen möchte:

Meiner Tochter
Du bist wie ich und doch ganz anders
Das wundert mich
So lieb ich Dich
Deiner Mutter Liebreiz der erscheint in Deinen Augen.
Bist kecker nur und noch so jung
So lieb ich Dich
Du bist so stark und doch oft sanft zu mir
Das dank ich Dir
So lieb ich Dich
Die Zukunft die ist Dein
Du nimmst Sie Dir ganz ohne Arg
So lieb ich Dich
Du suchst das Gute find’ st es auch
Such und find es immer
So lieb ich Dich
Mein Glück Du bist
so wie’s auch Deine Mutter ist.
So jung, so frisch, so anmutsvoll natürlich echt.
So lieb ich Dich
Gott segne Dich

Und nun zu unserm Carsten:
Lieber Carsten.
Lange habe ich überlegt was ich zu Dir sagen soll.
Aber dann am 12. April 2015, also vor ein paar Wochen und brandaktuell, hast Du einen bemerkenswerten Artikel auf Facebook geschrieben.
Du schreibst dort zum Thema Flüchtlinge, deren Situation in Deutschland:
Das war so gut und aus unserer Sicht so wichtig und richtig, so wegweisend für uns alle, dass ich daraus auch heute zitieren möchte.

Dadurch wird, meine Hochzeitsrede nun auch zu einer politischen Proklamation zu einem öffentlichen Aufruf:

Gegen Rassismus, gegen Neofaschismus, gegen Gedankenlosigkeit und Dummheit.

Zu einem entschiedenen Plädoyer für christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz, und Hilfsbereitschaft

Das mein lieber Schwiegersohn Carsten macht mich sehr froh und sehr stolz.

Das was du dort sagst ist so wichtig und so bedeutsam für unser aller Zukunft, dass ich mir erlaube daraus zu zitieren.
Ich weiß, das ist eine recht ungewöhnliche Passage für eine Hochzeitsrede.
Aber ich meine es paßt genau zum Carsten und auch zur Sara, zu dem wie sie denken und zu dem wie sie beruflich und persönlich handeln.

Ich zitiere:
„Ich kann diese ganzen populistischen, volksverhetzenden und erlogenen Artikel bzgl. der Flüchtlingssituation nicht mehr sehen und hören.

Vielleicht sollte sich jeder mal selbst ein Bild von der Lage machen und eigene Eindrücke gewinnen in dem sie nach Gießen fahren und sich da umgucken.
Für die meisten aus meiner „Freundesliste“ ist es ja nicht weit.

Die Flüchtlinge, welche all ihr Hab und Gut zurück lassen mussten, werden doch von vorneherein abgestempelt und mit Vorurteilen belegt.
Und solche dummen Artikel wie der aus der „Netzwelt“ verstärken dieses Phänomen nur noch.

Aber anstatt diese Leute auszugrenzen und gegen die Nichtanpassung zu hetzen sollte man doch lieber die Hand ausstrecken und den Flüchtlingen helfen sich zu integrieren und unsere Kultur kennen zu lernen.

Anstatt gegen die Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren sollte man ihnen mit christlichen Werten wie Nächstenliebe, Toleranz, Hilfsbereitschaft zur Seite stehen um ihnen zu helfen sich zu Recht zu finden.

Aber lieber gibt man sich solchen „Todsünden“ wie Neid, Missgunst, Völlerei in Bezug auf weltliche Güter wie große Fernseher, Handys, Autos, usw. hin.

Es ist ja auch der deutlich einfachere und gemütlichere Weg anstatt selbst die Initiative zu ergreifen und einfach mal vorzuleben wie sich wer angeblich zu benehmen hat.

Leider hat die Politik es hier verfehlt die Flüchtlinge in kleinen Gruppen in bestehende Ortsgemeinschaften unterzubringen anstatt durch eine Ghettoisierung dafür zu sorgen in diesen „Armenvierteln“ Verbrechen und Extremismus einen guten Nährboden finden.

Aber nein, stattdessen wird jedwede Möglichkeit, sei es durch die Medien oder „soziale“ Plattformen wie Facebook, genutzt um ein neues Feindbild zu schaffen.

Diese Flüchtlinge sind nicht schuld daran das es die soziale Schieflage gibt und manche Menschen dazu bringt Zweitjobs annehmen zu müssen.
Das wahre „Feindbild“ müsste die Politik, die Kapitalverbände und Lobbyisten sein,
welche dafür Sorge tragen
das nur das Kapital geschützt und gestärkt wird.

Aber diese Leute Sorgen ja dafür dass wir mit immer neueren, größeren und tolleren Luxusgütern versorgt werden
die deutlich weniger lange funktionieren als früher.

Denn nur Neuware schafft Umsatz, und Umsatz bedeutet Wachstum, und Wachstum bedeutet mehr Geld.

Oder wie ist es zu erklären das bei Gewinnen der großen Firmen an der Börse Menschen im großen Stil entlassen werden
nur weil der Gewinn nicht groß genug ist?

Oder warum die Gesundheit plötzlich zum Geschäft wird.
Und es nicht um den Patienten geht
sondern nur um den Gewinn.
Den man durch ihn erwirtschaften kann?

Denkt mal drüber nach wer in der heutigen Zeit wirklich der Feind ist
und welche Menschen es zu unterstützen gilt.
Wer wird das wohl sein?
Derjenige der wirklich etwas an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen ändern kann
oder derjenige welcher,
egal ob in seinem Heimatland oder seinem zukünftigen Wohnsitz,
nur gejagt und vertrieben wird
bzw. werden soll?“

Zitat Ende

Carsten erhielt für seinen Artikel umgehend sehr viel und sehr breit eine positive Resonanz und bedankt sich entsprechend.

Zitat:
Vielen Dank für die positive Resonanz.
Das konnte ich so nicht erwarten.
Eigentlich habe ich damit gerechnet das ein Sturm der Entrüstung über mich herein bricht.
Da ja gegen Ignoranz, geschürter Angst und Hass durch populistische Parolen
kein Argument der Welt ankommt… .

Es ist echt Schade wie sich die Gesellschaft vom Kapitalismus treiben und verführen lässt.

Und alle Werte des Zusammenlebens vergisst.
Nur um dem Tand der Kapitalisten zu frönen.

Und dabei merkt mal wieder niemand dass sich die Gesellschaft ihr eigenes Grab gräbt… .
In diesem Sinne:
Friede den Hütten, Krieg den Palästen.
WACHT AUF VERDAMMTE DIESER ERDE!!!“

Zitat Ende.
Von Diesem alten Kampflied der Arbeiterklasse hören wir jetzt die 1 Strophe:

Wacht auf, verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger,
alles zu werden, strömt zuhauf.
Völker, hört die Signale! Auf, zum letzten Gefecht!
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht!

Lieber Carsten liebe Sara:
„Eure Herzen schlagen links
und das ist gut so!“

Wir sind froh und dankbar dass ihr Beiden nun unsere engsten Verwandten seid.
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Wir wünschen Euch durch Gottes Segen, eine glückliche und erfüllte Partnerschaft und viele gesunde Kinder.

Herzlichen Dank.

22.05.2015
Armin Herzberger

Der Idealist sagt…

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Gleichheit heißt nicht dass man alle gleich behandeln soll
Das hatten wir schon mal

Freiheit heißt nicht jeder tut das was er will
Das haben wir und nennt sich heute Neoliberal

Brüderlichkeit sei unser Band
Es bindet Freiheit Gleichheit ganz galant

Brüderlich jeder, ganz so wie er mag und kann
Hand in Hand so lasst uns geh’ n voran

A.H.

Idealismus

Schawuot

Schawuot (hebräisch שבועות für „Sieben“ im Sinne von sieben Tage, also „Woche“ oder in diesem Zusammenhang „7 Wochen“, Einzahl schawua „Woche“; jiddisch Schwu’ess, Schwuos oder Schwijess) ist das jüdische Wochenfest, das 50 Tage, also sieben Wochen plus einen Tag nach dem Pessachfest gefeiert wird.
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Da die Herabkunft des Geistes auf die Jünger Jesu laut der christlich-biblischenApostelgeschichte am jüdischen Wochenfest geschah, wurde im Christentum Schawuot zum Pfingstfest.

Bedeutung
In der Tora hat das Fest mehrere Namen, zum einen חג השבועות „Wochenfest“ (2. Buch Mose 34,22 und 5. Buch Mose 16,10), חג הקציר „Fest der Ernte“ (2. Buch Mose 23,16), יום הבכורים „Tag der Erstfrüchte“ (4. Buch Mose 28,26). Mischna und Talmud kennen das Fest auch als עצרת Atzeret „feierliche Versammlung“. Die vielen Namen spiegeln die verschiedenen Bedeutungen wider, die das Fest hat.

So erinnern sich die Juden damit an den Empfang der zweiten Zehn Gebote am BergSinai. Die ersten Zehn Gebote hat Mose laut jüdischer und christlicher Überlieferung zerschmettert, weil das jüdische Volk dasGoldene Kalb anbetete. Daraufhin ging Mose wieder auf die Spitze des Berges Sinai, um die neuen Zehn Gebote zu erbitten. Dieses Mal mussten die Israeliten sich die Zehn Gebote verdienen, beim ersten Mal wurden ihnen die Zehn Gebote geschenkt.

Schawuot ist außerdem ein Erntedankfest, da zu dieser Zeit in Israel Weizen geerntet wird.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schawuot

So wunderbar Gaga……

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Angeregt durch ein Studiolo Treffen des Marburger Bachchors Anfang Mai habe ich mich mit Dadaismus beschäftigt.
Und bin fasziniert.
Dadaismus: So wunderbar gaga | ZEIT ONLINE:
http://www.zeit.de/2016/06/dadaismus-kunst-avantgarde-hugo-ball-zuerich-ausstellung

Weiterlesen

Weil wir Großeltern sind

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Urinstinkt

Da ich selbst nun Opa bin,
sehe ich den tiefen Sinn,
den das Leben mit sich bringt.

Alles fließt, nichts bleibt bestehn,
stetig muss es weiter gehn,
bis das Letzte auch gelingt.

Liebe lockt das Sein hervor,
Kinder sind der Lustfaktor,
der uns alle wohl durchdringt.

Mütter bringen sie zur Welt,
Mutterliebe mehr als Geld,
wenn ein Wiegenlied sie singt.

Neue Märchen werden wahr,
Mütter sind stets wunderbar,
wenn das Baby an ihr trinkt.

Wächst der Spross aus ihrem Schoß,
bis er selbstständig und groß,
bleibt in ihr der Urinstinkt.
Roland Pöllnitz

Zum Kampftag der Arbeiterklasse

Die Internationale ist das weltweit am weitesten verbreitete Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung, die sich ideologisch – gemäß dem marxistischen Motto „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ – dem proletarischen Internationalismus verpflichtet sieht. Der ursprünglich französische Text stammt von Eugène Pottier, einem Dichter und aktiven Beteiligten der Pariser Kommune von März bis Mai 1871, der ersten als proletarisch-sozialistisch geltenden Revolution. Die Melodie des Liedes wurde 1888 komponiert.

Im Folgenden die 1. Strophe der bekanntesten deutschen Version von Emil Luckhardt:

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!

Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht.

Satisfaktion

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Satisfaktion f. ‘Genugtuung (bes. in Form einer Ehrenerklärung), Schadenersatz, Abfindung’. Der (heute seltener gebrauchte) Ausdruck der Rechtssprache ist entlehnt (16. Jh.) aus lat.satisfactio (Gen. satisfactiōnis) ‘Befriedigung (eines Gläubigers), Genugtuung, Entschuldigung’, dem Verbalabstraktum zu lat. satisfacere‘Genüge tun, leisten, befriedigen’; vgl. lat. satis‘genug’ und facere ( factum) ‘machen, tun’. Seit der Mitte des 17. Jhs. bes. (nach dem damaligen Ehrenkodex der Offiziere und Studenten) ‘Genugtuung für eine Beleidigung durch Bereitschaft zum Duell’, zumal in den Wendungen Satisfaktion geben, erteilen, fordern,nehmen.

Marburger Bachchor

Ein musikalischer Gruß von uns, vom Marburger Bachchor zum 2. Advent:

Arthur Honegger: König David
Ein symphonischer Psalm in drei Teilen. In Szene gesetzt für Solisten, Sprecher, Tänzerin, Chor und Orchester

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https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10153502312820267&id=256125115266&_rdr

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Le_Roi_David

http://www.marburger-bachchor.de/

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Liebe Hinterländer Christen Teil 3

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Vor etwas über 50 Jahren hat der große Theologe und ‚Kirchenvater des 20. Jahrhunderts‘, Karl Barth, am Vorabend seines Todes folgende Sätze gesagt, die aktueller nicht sein könnten: „Ja, die Welt ist dunkel. …. Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie!

Denn es wird regiert!

Nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her!

Mögen diese Zeilen für für
Zitate:
„Ein wirklicher Christ muß Sozialist werden…“*

„Das Wiedererstehen Israels als Volk und Staat muss als ein wirkliches Wunder genannt werden.“

„Der erste und grundlegende Akt theologischer Arbeit ist das Gebet.“

„Der Mensch schreit nach Gott, nicht nach einer Wahrheit, sondern nach der Wahrheit, nicht nach etwas Gutem, sondern nach dem Guten, nicht nach Antworten, sondern nach der Antwort, die unmittelbar eins ist mit der Frage… Nicht nach Lösungen schreit er, sondern nach Erlösung.“

„Der Mensch, der nicht Mitmensch ist, ist Unmensch.“

„Die christliche Gemeinde soll lieber dreimal zu viel für die Schwachen eintreten als einmal zu wenig, lieber unangenehm laut ihre Stimme erheben, wo Recht und Freiheit gefährdet sind, als etwa angenehm leise!“

„Die Kirche ist nicht irgend einem Naturrecht, sondern ihrem lebendigen Herrn verpflichtet. Sie denkt, redet und handelt darum nie „prinzipiell“. Sie urteil vielmehr geistlich und darum von Fall zu Fall.“

„Freude kann man nur haben, indem man Freude macht.

„Gott begabt nicht, ohne zu berufen – und er beruft nicht, ohne zu begaben.“

„Göttliche Offenbarung ist das Aufgehen einer Tür, die sich nur von innen, nicht von außen öffnen lässt.“
Karl Barth

Hände zum Gebet falten ist der Anfang eines Aufstandes gegen die Unordnung der Welt.
Karl Barth

„Sich freuen heißt: Ausschauen nach Gelegenheit zur Dankbarkeit.“

„Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat.“

Wie man beten soll, das steht in der Bibel; und was man beten soll, das steht in der Zeitung.
Wie wunderbar, dass ich dazu nicht zu gering bin, dass Gott mich braucht.
Karl Barth

„Wir beantworten Christi Ruf nicht mit ´wahr´ oder ´falsch´, sondern mit ´ja´ oder ´nein´.“

„Wir sind Theologen und sollen von Gott reden. Wir sind aber Menschen und können nicht von Gott reden. Wir sollen beides wissen und Gott die Ehre geben.“

„Wir werden in der Bibel immer gerade so viel finden, als wir suchen: Großes und Göttliches, wenn wir Großes und Göttliches suchen; Wichtiges und Historisches, wenn wir Wichtiges und Historisches suchen; überhaupt nichts, wenn wir überhaupt nicht suchen!“

Karl Barth forderte kurz nach seinem Eintritt in die Sozialdemokratische Partei der Schweiz im Februar 1915:

*„Ein wirklicher Christ muß Sozialist werden (wenn er mit der Reformation des Christentums Ernst machen will!). Ein wirklicher Sozialist muß Christ sein, wenn ihm an der Reformation des Sozialismus gelegen ist.“

Rachels Tränen

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Judentum
Frauen in der Heiligen Schrift

Wir wissen sehr wenig über die Gefühle oder das Innenleben der Frauen in der Bibel. Indizien für das, was sie empfunden haben können, sind äußerst unpräzise und aus eben diesem Grunde umso kostbarer. Die große biblische Romanze zwischen Jakob und Rachel beispielsweise ist in der Hauptsache Jakobs Liebesgeschichte.

Er verließ das Heilige Land in seinen Hochzeitsgewändern, sagt der Sohar, und hielt nur einmal inne, weil er eine wunderbare Vision hatte von der Leiter, die von Himmel bis zur Erde herabreicht mit Engeln, die darauf hinauf- und herabsteigen, und ging weiter wie ein mythologischer Sonnengott zu den Königreichen der Nacht, bis er an einem Brunnen vorbeikam, der für ihn ein Zeichen dafür war, daß er hier (wie auch bereits seine Eltern vor ihm) seine ihm vorbestimmte Braut treffen würde.
Kaum daß er seine Augen auf Rachel heftete, als sie ihm mit ihren Schafen entgegenkam, stand er auf und hob mit einer Hand den Stein, den alle Schäfer in der Umgebung nicht aus dem Weg räumen konnten und ließ so das Wasser im Brunnen frei fließen. Und die Wasser des Brunnens stiegen zu ihm auf, ein Zeichen der Zuneigung gegenseitiger Anziehung mit eben jener Frau, die den Schauplatz betritt. Rachel war wunderschön von Gestalt und sah hinreißend aus. Und Jakob liebte Rachel so sehr, daß er bereit war, sieben Jahre für ihren Vater zu arbeiten, um die Erlaubnis zu erhalten, sie zu heiraten. In alledem finden wir keinerlei Hinweis auf das, was Rachel gefühlt haben mag, sondern können lediglich vermuten, daß sie den Kuß, mit dem er sie begrüßte, nicht zurückwies, und sich über die Aufmerksamkeit des Neukömmlings freute.

Der Maharal fragt, warum Rachel mehr als alle anderen Matriarchinnen weint. Woraus ersehen wir, daß sie tatsächlich weinte? Während Jakob und Lea beide an verschiedenen Stellen in der Geschichte von ihren Tränen überwältigt werden, sind Tränen kein Charakteristika Rachels. Im Gegenteil: sie ist eine Gestalt der Freude. Beide Schwestern waren gleich schön, heißt es im Midrasch Rabba, aber Rachel, Jakobs Verlobte, strahlte vor Glück, als sie von all den wunderbaren Eigenschaften ihres zukünftigen Ehemannes hörte. Lea aber, die mit Esau verlobt war, weint sich die Augen aus und ließ damit ihre Schönheit vergehen, als sie an der Wegesgabelungsaß und dem Gerede über seine schlechten Taten lauschte. Als der Baal Schem Rabbi Nachum von Tschernobyl fragte, welche Schwester er denn bevorzuge, ob es Rachel sei oder Lea, antwortete ihm dieser nur ausweichend: Man kann keine herabstufen, denn beide sind sie unter unseren Stammüttern aufgezählt, und daher sei er gezwungen, diplomatisch zu sein. Also sprach er: „Was Lea durch ihre Tränen erreichte, das gelang Rachel mit ihrer Freude“. „Denn die Kinder der Verzweifelten sind zahlreicher als die Kinder der verheirateten Frau, spricht der Herr“. (Jesaja 54:1)

In der Bibelerzählung geschieht oft eine Art stiller Umsturz. Öfter ist es der jüngere, der den Vorzug genießt. Und deshalb, als die jüngere Tochter Labans (Rachel) mit dem jüngeren Sohn von Labans Schwester Rivka verlobt war, war in diesem Falle sie die von Gesetz wegen eher Berechtigte (und daher die Zufriedenere). Man könnte die Vermutung haben, daß durch die doppelte Subversion hier die Ältere, weil „verzweifelt“ und ungeliebt, den Preis gewonnen hätte. Aber das geschieht tatsächlich. Über die meiste Zeit ihres Lebens behielt Rachel ihre fröhliche Natur, während Leas Tränen diese eine Position errangen und die Tore des Mitgefühls zu Rachels und Gottes Herz weit öffneten.

Eifersucht

Ein Midrasch sagt: „Als Gott voller Gnade Jakobs lieblose Haltung gegenüber Lea sah, da sprach Er: Dafür gibt es nur ein Heilmittel, nämlich: Söhne. Söhne werden ihn sie begehren lassen“. Dazu bestimmt, den Esau zu heiraten und von Jakob nicht geliebt, „weinte“ Lea also und ihre Tränen sind Gebet von solcher Intensität, daß Gott voller Gnade das Schicksal zu ihren Gunsten wandelte. Nicht nur daß sie Jakob heiratet, sie stellt auch die Mehrheit der Stämme. Sie macht so viel Aufhebens darum, daß die ganze Welt ihr entgegenkommt. Sie nimmt sogar das „Vorrecht über ihre Schwester “ ein: Jakobs vorbestimmte Frau und Mutter der Stämme. Die Priesterschaft war die ihrige, das Königtum, und ihr hätte es geziemt, in der Begräbnisstätte der Paare neben ihrem Gatten zu liegen. Wenn jedoch einmal die „Verzweifelte“ es zu Kindern und zu Eheglück gebracht hat und die unfruchtbare Rachel Gefahr läuft, wie ein Lumpen dem lüsternen Esau überlassen zu werden, wer hat dann jenen privilegierten Status der Verstoßenen mit dem gebrochenen Herzen, deren Gebete Gott erhört? Von Anbeginn besitzt Rachel solch wundervolle Grazie, daß sie nur über die Bühne schlendern muß, um Jakobs Herz zu erringen, und daherfindet es bei ihr weniger Wertschätzung. Hier scheint sie indes nur den Vorteil zu genießen. Und tatsächlich gewinnt Rachel, Jakobs Geliebte, das Moment der Veränderung ihres Selbst nicht aus dieser Beziehung. „Und als Rachel sah, daß sie Jakob keine Kinder geboren hatte, wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester“. Rachel erschmeckt erstmals die Bitterkeit des Neides, als sie sieht, daß ihre Schwester einen Sohn nach dem anderen gebiert, während sie selbst kinderlos bleibt. Dies ist das erste Gefühl, das wir in ihr sehen, eine Belebung ihrer Natur und eine Fähigkeit zur Empfindung. Und in dieser Hinsicht ist das gut. Erst bei der Geburt von Leah messianischem vierten Sohn, wird Rachel ins Leben geworfen, als sie ihre eigene Lage erkennt und über das, was sie dabei sieht, nicht glücklich ist. Erst hier und nicht vorher.

Eifersucht mag für die abendländischen Augen nicht eben die angenehmste Eigenschaft sein, in Rachel jedoch, die bis dahin ein eher oberflächliches glückliches Leben geführt hat, ist es genau dieser Punkt der Ablehnung (ein verschlossener Schoß), in dem ihre Augen sich für die Realität öffnet, und sie wird daraufhin fähig, ihre eigene Persönlichkeit zu entfalten und damit ihre Bestimmung zu erkennen. Normalerweise eröffnet sich die Möglichkeit zur Veränderung und Erhebung der Persönlichkeit uns nicht in dem, was uns leicht zufällt, sondern in dem, was am schwersten ist. Einer der seltenen Dialoge zwischen Jakob und einer seiner Frauen, in dem wir wirklich die Stimme der Frau hören, ist Rachels verzweifeltes Flehen um Kinder: „Gib Kinder, oder ich bin bereits tot!“ (oder ich habe allen Sinn im Leben verloren).

Männlichkeit

Es ist unmöglich sich vorzustellen, daß Jakob nicht darum gebetet haben kann, er

und Rachel mögen gemeinsame Kinder haben. Dies war sein Traum von Anfang an. In ihrer Schönheit sah er die überirdischen Zwölf Stämme verkörpert. Als er aber sah, was tatsächlich passierte, wurde er fatalistisch mit Blick auf das, was Gott an ihn austeilte, was sich für ihn vielleicht leichter gestalten könnte, denn sein Bedürfnis nach Kindern wurde gestillt und er mußte also nur mit der Enttäuschung fertig werden, daß er diese Kinder nicht mit der Frau haben konnte, die er am meisten liebte. Die Qualen seiner Geliebten erreichen sein Herz nicht. Vielmehr entbrennt er im Zorn gegen sie, sondert sie aus und beschämt sie: „Was willst du von mir? Bin ich es oder Gott, der dir die Leibesfrucht verweigert? Dir verweigert er sie und nicht mir. Ich habe meine Kinder…“.

Jakob hat sich schon einmal so verhalten. Als sein Bruder vor Hunger weinte, da begann er zu verhandeln, statt ihm sofort zu Hilfe zu eilen. Und dies ließ seinen Bruder zu seinem Todfeind werden. Genau die selbe Behandlung, die er seinem Bruder zuteil werden ließ, teilt er nun an seine geliebte Rachel aus, an den Menschen, den er am meisten zu lieben behauptet! Wie weit ist Jakob von seiner ursprünglichen Vision seiner selbst als einem fahrendem Ritter entfernt, welcher der lieblichen Schäferin zur Hand geht! Jener, der von Rachel als der Mutter aller seiner Kinder träumte, die alle nach ihrem Bild und von ihrer überirdischen Schönheit sein sollten, ist letztlich ein Realist geworden! Er hat ihre getrennten Schicksale angenommen. Was für eine Liebe ist das? Die selbe Art Liebe, die Jakob erlaubt, Lea mit Rachel zu verwechseln, eine an Bedingungen geknüpfte Liebe, die deshalb verkleidet und enttäuscht werden kann, und weniger die Empathie mit Gefühlen und dem Leiden darin.

Sicherlich arbeitete Jakob sieben Jahre, um dafür Rachel einzutauschen, aber es war eine Erweiterung seiner eigenen Männlichkeit. Er selbst gesteht ihr keine sieben Jahre zu. Während Liebe oft bedeutet, daß man auf die Bedürfnisse des anderen hört und seine eigenen Lebensenergien zügelt, um Platz für einen völlig anderen Blickwinkel zu schaffen und sich einer selbst auferlegten Zurückhaltung in genau dem selben Maße zu üben, wie Gott nach den Worten der Mystiker Platz schafft für die „Andersartigkeit“ der Schöpfung! Wenn diese Art der Zurücknahme seiner Selbst um der Liebe willen demnach weiblich ist, ist sie gleichermaßen göttlich! Und es ist eine, die Rachel hat und weniger Jakob. Wenn sie noch nicht die Gabe der Tränen besitzt, erlebt sie Tränen stellvertretend für andere, und ihr Herz ist offen für das Leiden ihrer Mitmenschen.

Die Gabe der Tränen

Nicht nur hat Rachel ihre Unfruchtbarkeit überwunden und wurde Mutter, sie gebar auch Jakobs gewollten und begehrten Erstgeborenen (Josef), der seiner Mutter zur Seite eilte, um sie vor den lüsternen Blicken Esaus zu schützen. Und sie verhalf auch den Zwölf Stämmen zu ihrer Vollständigkeit. Und als nun Rachel sich anschickte, ihrem Sohn einen Namen zu geben und sagte: „Der Herr hat weggenommen meine Schmach. Möge Gott mir einen weiteren Sohn schenken“, da wußte Jakob, daß sie es sein würde, die dazu bestimmt war, die Zahl der Stämme zu vervollständigen, und daß sie selbst nicht überleben würde. Lernt nun Rachel erst zum Ende ihres Lebens über die Gabe der Tränen? Der Maharal sieht einen Keim dessen bereits im ersten Zusammentreffen der Liebenden. Nach den Worten des Sohar symbolisierte bereits das Ansteigen des Wassers bei ihrem ersten Zusammentreffen die vollkommene gegenseitige Zuneigung von Mann und Frau, und es bestand vollkommene Einheit zwischen ihnen, die allein der vollkommenen Einheit Gottes mit der Schechina vergleichbar ist, in einer Zeit, bevor Er die Welt erschuf. Die Augenblicke der Zeit stürzten zusammen und wurden eins im Anblick einer solch idealen Zusammenkunft. Als Jakob Rachel küßte und in Tränen ausbrach, war er wahrscheinlich nicht der einzige, der weinte, und es bildete sich da ein Ozean von Tränen (was einmal die Wasser des Brunnens gewesen waren) zwischen ihnen. Nicht nur Jakob, sondern auch Rachel, nach dem Maharal, spürte nach einem Moment überwältigender Einheit das Abebben der Flut, der Trennung und des Bruchs, die jeden idealen Zustand auf dieser Welt überkommt. Und dann, als Jakob sah, was in der Zukunft geschehen würde, daß es zur Trennung kommen und ein Exil geben würde, und daß sie letzten Endes nicht mit ihm begraben werden würde, da Rachel eine Prophetin war; und dann sah in das tiefste Herz der Wirklichkeit. Lacrimae rerum. (Um der Tränen willen Anm. d.Übers.) Und was sie sah, war der Zerfall und das Fließen, die beide ein untrennbarer Teil der Natur dieser Welt sind, die „Tränen“ im allertiefsten Grund der Dinge.

Der Artikel ist ein Ausschnitt aus einem längeren Aufsatz, der auch Grundlage für Freema Gottliebs Workshop bei Bet Debora war. Aus dem Englischen übersetzt von Esther Kontarsky.

Freema Gottlieb wurde in London geboren und wuchs in Schottland auf. Sie lehrte Midrasch-Literatur an verschiedenen jüdischen Einrichtungen in New York. Erst vor kurzem war sie Gastdozentin für Midrasch an der Karlsuniversität in Prag. Sie ist Autorin dreier Bücher, u.a. „The Lamp of God: A Jewish Book Of Light“ (Aronson; New York).
Quelle:

http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/gottlieb.htm