Das Licht

image

Das Licht
Es roch nach Gummi, abgestandener Gebläseluft, nach Schweiß und säuerlichem Glühweindunst.
Er kannte diesen Geruch aus vielen Jahren Busfahrt. Immer hin und her immer von Dydena nach Hufenburg und zurück. Zum Busgrunddunst kamen dann, je nach Jahreszeit, wechselnde Gerüche hinzu und hinweg. Auch die einzelnen Bushaltestellen auf dem Weg zur Schule in Hufenburg hatten unterschiedliche Gerüche. Beierbach roch nach verbrannter Kohle, nach heißem Sand und, stinkend, nach Schwefeldunst. Waldenau hatte eine merkwürdige Melange aus Bohröl, Benzin und Kuhstalldunst zu bieten.

Spitzenstein bot ein zweifaches olfaktorisches Erlebnis:
Dunst vom Wurstkessel und von Schweinemist aus der nahegelegenen Metzgerei gemischt mit dem Duft von frisch gebackenen Brötchen und sich aus dem Gärbottich blähenden Dunst von Sauerteig aus der benachbarten Landbäckerei herbeiwehend.

In Quotenhausen dominierte ganz klar der würzige oft buttrig süße Duft der gegenüberliegenden kleinen Brauerei. War allem dann wenn aus den roten Backsteingebäude über eine Förderschnecke frisch ausgekochtes Gerstenmalz sich breiig dampfend auf einen bereitstehenden Anhänger ergoss, der dann von einem eilfertigen Bauersmann abtransportiert wurden. Futter für sein Vieh. „Die Brauerei kotzt wieder mal!“ dachte er dann bei solchen Momenten und ihm würde augenblicklich übel.

Er stieg die enge Treppe hinunter murmelte ein „Tschüss dann!“ und trat ins Freie ohne eine Antwort zu erwarten. Augenblicklich atmete er klare kalte Winterluft die nach nichts roch außer nach: „Du bist zu Hause.“ Er hustete kurz, mehr aus Verlegenheit als aus einem echten Bedürfnis seine Lunge vom Schleime zu befreien. „“Voll peinlich der Tag heute.“ dachte er zog eine zerknitterte Zigarettenpackung aus der Parktasche, nestelte, suchte und wurde schließlich fündig.

Der alte Bus schloss zischend die Tür und setzte sich träge brummend in Bewegung.
Das Feuerzeug fand sich in der anderen Manteltasche. Es zündelte hell, sogleich sah er eine bläulich gelblich, rötliche Flamme. Die Kippe entzündete sich knisternd. Der Duft war wunderbar. Er sog den Rauch tief ein, behielt ihn eine Weile in sich um ihn dann deutlich hörbar auszustoßen.

Augenblicklich spürte er einen Schwindel der sich beim zweiten Zug deutlich steigerte und unangenehm wurde:
„Scheiße, Scheißtag heute. Gut das jetzt Ferien sind, Weihnachtsferien. Klassenfahrt mit achtzehneinhalb die meisten sind noch älter, einige schon fünfundzwanzig das kann einfach nicht gut gehen. Und dann nur Jungs. Was bleibt da mehr als Saufen, Druckbetankung sozusagen.“

Er überquerte die Straße. Der Schnee knirschte nass, unter seinen Füßen. Ein Wind wehte von Osten her und wischte eisig über sein Gesicht. Er nahm ein Geruch von Kuhstall war der Wohle aus dem gegenüberliegenden Gebäude her entgegen wehte. Muffig süßlich ein wenig stechend wie Salmiak.

Ein paar Schritte weiter an einem alten Gartenzaun entlang. Die Latten des Zaunes trugen weiße Hütchen aus Schnee und glitzerndem Eis. Die Turmuhr schlug ein dumpfer tiefer Schlag. Tong.

Das Geräusch war ihm vertraut und weckte viele Erinnerungen aus der Zeit seiner Kindheit.
An der Zigarette ziehend drehte er sich um und blickte zum Kirchturm. Da stand er samt Kirchenschiff. Schwarz und Massig mit Granitstein erbaut. „Diabas“ sagte sein Großvater immer. „Das ist der Stein aus dem dieses Gebäude erbaut ist.“

Man findet dieses Gestein hier in seiner Gegend. Seit 100 Jahren mühsam gewonnen. Damals noch Handarbeit.
Großvater hatte 30 Jahre im Steinbruch gearbeitet. Entsprechende Hände. Groß, dicke Finger, rau und faltig mit Schwielen an den Kuppen und am Ballen. Landwirtschaft im Nebenerwerb wie alle Familien hier. Das war dann vor allem Frauensache wenn die Männer sich den Sommer über als Maurergehilfen im nahe gelegenen Verliererland verdingen mussten. Harte schwere Feldarbeit fast alles per Hand und Buckel.

Ein Pflug, ein Wagen aus Holz. Große Speichenräder mit eisernen Laufflächen. Davor, zum ziehen, eine Kuh manchmal auch Zwei. Dunkelrote knochige Kühe. Eher mager und gedrungen aber muskulös, gehörnt und drahtig. Kleiner Euter aus dem so oft die Milch tropfte wenn, auf dem Weg vom Feld, Mensch und Tier die Erschöpfung überkam.

Er kannte diese Geschichten gut, die sich die alten Männer und Frauen erzählten wenn sie an Winterabenden zusammen saßen und sich unterhielten. Das klang dann so romantisierend ideal, verklärt und vom vielen nacherzählen immer weiter weg von dem was wirklich einmal so geschah.
Er saß damals als kleiner Junge mit dabei und hörte zu. Er spürte dann eine Stille eine Ruhe die ihn wohlig stimmte. Eine Stille die durch die Wände der alten Bauernhäuser drang und sich auf die Gemüter legte. Er spürte einen kalten Schauer im Gesicht der sich fortsetzte ihm in den Kragen kroch und sich über die Schultern legte.

„Geh nach Hause und geh zu Bett.“ Er schritt bergan, schnippte den glühenden Zigarettenstummel in den nassen Schnee. Der Stummel verlosch mit einem leisen Zischen, kaum hörbar aber auf eine bestimmte Weise eindringlich. So als ob da etwas endgültig und unwiederbringlich zu Ende ging. Da war es wieder dieses Gefühl von:

Etwas nicht zu beschreibendes, etwas drohendes, dunkles, leeres, einsames unsagbares Vernichtung und Endgültigkeit kündendes.

„Geh nach Hause, Du bist betrunken, müde und erledigt. Geh zu Bett mach die Augen zu und schlaf.“ Weiter bergan. Die Silhouetten der Gebäude die er erblickte, die ihm so vertraut waren, allesamt kleine Bauernhäuser mit Scheune und Hof. Weder stattlich noch wirklich bäuerlich. Eher kein und geduckt sich aneinander drängend wie eine Schar von Weiderindern die sich im nassen Schneeschauer aneinander drängen um Schutz zu finden. Damit nicht genug: Die ehemals schmucklosen Fachwerkfassaden verkleidet mit unendlich trostlosem Eternit. Die Fensteröffnungen ehemals klein und passend nun herausgebrochen und ersetzt durch große Einflügelfenster die mehr Licht in die Stuben bringen sollten. Wahrscheinlich sollte so eine Anpassung an die modernen Zeiten gezeigt werden. An eine städtisch kleinbürgerliche Wohnkultur der 60er und 70er Jahre.

Das Ergebnis war erbärmlich. Die letzten Reste des Ausdrucks einer dörflich bäuerlichen Lebensweise die eigentlich immer von Sparsamkeit, Entbehrung und trotzigem Fleiß gekennzeichnet war, sind bis zur Unkenntlichkeit verbaut, verhunzt und kaputt saniert worden.
Wenn die Häuser jemals etwas von der wirklichen Identität und der eigentlichen Lebensweise ihrer Bewohner zeigten ist dies nun verschandelt und damit für immer verloren.

Weiter bergan. Die beiden Straßenlaternen die an Draht befestigt, gespannt von einem Haus zum andern, milchig weiß ihr spärliches Licht abgaben, schon verloschen.
Er blickte auf und sah am Ende des Weges eine gleißend helle punktförmige Lichtquelle. Sie strahlte hell und durchdringend, beleuchtet die Fassade an der sie befestigt war und warf ihren hellen Schein auf den Schnee unterhalbe von Ihr auf den schneebedeckten Asphalt und, auf den schräg gegenüberliegenden Abhang der wiederum auf eine Hofeinfahrt mündete die eine weiteres Bauernhaus mit der Straße verband……. .

Franziskus beim Angelus Gebet heute:

Christliche Solidarität konkret!
Die Botschaft des Evangeliums sei eine Aufforderung an jeden, den geflüchteten Menschen der Nächste zu sein. Eine Familie aufzunehmen, könne diese christliche Solidarität ganz konkret zum Ausdruck bringen. Der Papst zitierte einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium. Dort sagt beim Welgericht Jesus als wiederkehrender Menschensohn zu den Gerechten: „Was ihr einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mit getan“

A. H.

Meiner Tochter

Du bist wie ich und doch ganz anders Das wundert mich

So lieb ich Dich.

Deiner Mutter Liebreiz der erscheint in Deinen Augen. Bist kecker nur und noch so jung.

So lieb ich Dich

Du bist so stark und doch oft sanft zu mir. Das dank ich Dir
So lieb ich Dich
Die Zukunft die ist Dein
Du nimmst Sie Dir ganz ohne Arg
So lieb ich Dich
Du suchst das Gute find’ st es auch
Such und find es immer
So lieb ich Dich

Mein Glück Du bist
so wie’s auch Deine Mutter ist
So jung, so frisch, so anmutsvoll natürlich echt.
So lieb ich Dich
Gott segne Dich

Liebe Schwestern und Brüder

Gedanken zum Thema Kriegs- und Armutsflüchtlinge.


Gott existiert. Um diesen Glauben ringe ich seit ich denken kann.

Die Diskussionen über die sog. Flüchtlingskriese scheint abzuflauen. Mir ist nicht, klar geworden wie es möglich ist, dass von Seiten der Christen m. E. immer noch keine klare Aussage zum Thema Pro Kriegs- und Armutsflüchtlinge kommt.

Oder habe ich da etwas überhört?

  • Konkrete Aktionen vor Ort würden viel mehr von Gottes Gegenwart in der Welt zeigen als bloßes Reden.
  • Wir haben einen Gott der Liebe und der Versöhnung.
  • Armut Ungerechtigkeit und Ausgrenzung Andersdenkender sind sicher nicht in seinem Sinne.
  • Wer glaubt ist verpflichtet für eine gerechtere Welt zu kämpfen.
  • Wer glaubt ist verpflichtet auf der Seite der Armen und Entrechteten zu stehen.
  • Eine Engführung des Glaubens auf bestimmte für immer festgelegte Prinzipien ist ebenfalls unangemessen und oft lieblos und nicht menschengerecht.
  • Gott wünscht sich für seine Kinder die Freiheit.

Was würde Jesus dazu sagen?

  • Bestimmt würde er uns zunächst zum konkreten Handeln auffordern.
  • Christentum hat aus meiner Sicht politisch zu sein. Und zwar klar parteiisch.
  • Parteiisch für die Armen Benachteiligten und Entrechteten Menschen in der Welt.

Der Weg Jesu weißt uns hier den Weg:

  • Ein Christ grenzt nicht aus.
  • Ein Christ ist tolerant und offen für alle Menschen und deren religiöse oder weltanschauliche Ausrichtung.
  • Ein Christ ist immer bereit dazu zu lernen.
  • Ein Christ behauptet niemals alleine im Besitz der gültigen Wahrheit zu sein.
  • Ein Christ versöhnt anstatt zu spalten.
  • Ein Christ liebt die Menschen und nimmt sich dabei ein Beispiel an Gott.
  • Ein Christ bemüht sich darum Religionen und Weltanschauungen zusammen zu führen.

Sollten wir nicht Werkleute sein?

Diener im Weingarten der Herrn?

Werkleute sind wir….
Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.

Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küsste,
die strahlend und als ob sie Alles wüsste
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.

Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.

Gott, du bist groß.

Rainer Maria Rilke, 26.9.1899, Berlin-Schmargendorf


In diesem Sinne:

Schalom

Salam Aleyküm

Friede sei mit uns allen.

„Die Einfalt“

Die Einfalt

Dummheit die sich als Einfalt zeigt die liebe ich:
Sie nennt den Augenblick und staunt.
Fragt nicht woher fragt nicht wohin.
Ist ohne List und Arg
Sie staunt nur.
Im ersten Staunen schon, da wird sie klug.
Und ahnt es nicht

Erika Schmidt, Frank Langenbach, Steven David James, Armin Herzberger