Wer fromm ist muss auch politisch sein

„Wer fromm ist muß auch politisch sein.
Allein weil Gott ein armer, elender, unbekannter, erfolgloser Mensch wurde, und weil Gott sich von nun an allein in dieser Armut, im Kreuz, finden lassen will, darum kommen wir von dem Menschen und von der Welt nicht los, darum lieben wir die Brüder.“

Dietrich Bonhoeffer

So wie bei Bonhoeffer lassen sich die Aufgaben der Kirche gegenüber Staat und Öffentlichkeit auch heute zusammenfassen.

  • Die erste von Bonhoeffer genannte Aufgabe verstehen wir heute als Kultur der Einmischung. Wenn die Kirchen mit Denkschriften in die demokratische Zivilgesellschaft hineinsprechen, dann geht es genau um das, was Bonhoeffer als „Verantwortlichmachung des Staates“ bezeichnete.
  • Die zweite Aufgabe, der diakonische Dienst an den Bedürftigen, bleibt ohnehin. Dass er heute geleistet wird, zeigt sich, wenn etwa Gemeinden mit großer öffentlicher Zustimmung für den Schutz von Flüchtlingen eintreten.
  • Und die dritte Aufgabe? Was heißt dem Rad in die Speichen fallen? Für Bonhoeffer rückte dies zunehmend ins Zentrum seines Denkens und Handelns. Dass der Imperativ keineswegs nur in der Diktatur gilt, sondern auch in demokratischen Gesellschaften eine Option sein kann, zeigte schon in den frühen achtziger Jahren die Diskussion um gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Stationierung von Massenvernichtungswaffen… .

Gerne würde ich das Thema mit Euch weiter diskutieren.

Ich hoffe auf einen regen Austausch auf

Facebook oder auf Twitter

Österliche Grüße

Liebe Schwestern und Brüder

Gedanken zum Thema Kriegs- und Armutsflüchtlinge.


Gott existiert. Um diesen Glauben ringe ich seit ich denken kann.

Die Diskussionen über die sog. Flüchtlingskriese scheint abzuflauen. Mir ist nicht, klar geworden wie es möglich ist, dass von Seiten der Christen m. E. immer noch keine klare Aussage zum Thema Pro Kriegs- und Armutsflüchtlinge kommt.

Oder habe ich da etwas überhört?

  • Konkrete Aktionen vor Ort würden viel mehr von Gottes Gegenwart in der Welt zeigen als bloßes Reden.
  • Wir haben einen Gott der Liebe und der Versöhnung.
  • Armut Ungerechtigkeit und Ausgrenzung Andersdenkender sind sicher nicht in seinem Sinne.
  • Wer glaubt ist verpflichtet für eine gerechtere Welt zu kämpfen.
  • Wer glaubt ist verpflichtet auf der Seite der Armen und Entrechteten zu stehen.
  • Eine Engführung des Glaubens auf bestimmte für immer festgelegte Prinzipien ist ebenfalls unangemessen und oft lieblos und nicht menschengerecht.
  • Gott wünscht sich für seine Kinder die Freiheit.

Was würde Jesus dazu sagen?

  • Bestimmt würde er uns zunächst zum konkreten Handeln auffordern.
  • Christentum hat aus meiner Sicht politisch zu sein. Und zwar klar parteiisch.
  • Parteiisch für die Armen Benachteiligten und Entrechteten Menschen in der Welt.

Der Weg Jesu weißt uns hier den Weg:

  • Ein Christ grenzt nicht aus.
  • Ein Christ ist tolerant und offen für alle Menschen und deren religiöse oder weltanschauliche Ausrichtung.
  • Ein Christ ist immer bereit dazu zu lernen.
  • Ein Christ behauptet niemals alleine im Besitz der gültigen Wahrheit zu sein.
  • Ein Christ versöhnt anstatt zu spalten.
  • Ein Christ liebt die Menschen und nimmt sich dabei ein Beispiel an Gott.
  • Ein Christ bemüht sich darum Religionen und Weltanschauungen zusammen zu führen.

Sollten wir nicht Werkleute sein?

Diener im Weingarten der Herrn?

Werkleute sind wir….
Werkleute sind wir: Knappen, Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.

Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küsste,
die strahlend und als ob sie Alles wüsste
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.

Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.

Gott, du bist groß.

Rainer Maria Rilke, 26.9.1899, Berlin-Schmargendorf


In diesem Sinne:

Schalom

Salam Aleyküm

Friede sei mit uns allen.