Glaubst du an Karma?

Karma, Sünde und Gnade
Karma


Das ist die Idee: Was du tust, kommt zu dir zurück. Gutes Verhalten bringt gute Folgen, schlechtes Verhalten bringt schlechte Folgen. Wie ein Naturgesetz, ohne dass jemand eingreift oder vergibt. Wer heute leidet, so die Logik, hat das durch früheres Verhalten selbst verursacht.
Sünde und Gnade


Im christlichen Glauben funktioniert das anders. Sünde heißt zunächst: Der Mensch ist von Gott getrennt, im Streit mit sich, mit anderen, mit Gott. Aber die Antwort darauf ist nicht, dass man sich das durch gutes Verhalten wieder verdienen müsste. Gnade heißt: Gott wendet sich dem Menschen zu, obwohl er es nicht verdient hat. Nicht weil er es sich erarbeitet hat, sondern weil Gott so ist.


Der große Unterschied: Karma sagt „du bekommst, was du verdienst“.

Gnade sagt „du bekommst, was du nicht verdient hast“.


Und die Gerechtigkeit?
Wenn man Karma zu Ende denkt, heißt das: Wer arm oder krank ist, ist selbst schuld – hat sich das eben „verdient“. Das ist gefährlich, denn es blendet aus, dass Armut und Leid oft von den Verhältnissen kommen, nicht von persönlicher Schuld.

Die Gnade denkt anders: Sie stellt sich gerade auf die Seite derer, denen Unrecht geschieht – ohne zu fragen, ob sie es verdient haben.


Kurz gesagt
Karma erklärt die Welt so, wie sie ist, als gerecht.

Gnade sagt: Die Welt ist nicht gerecht – aber Gott wendet sich trotzdem den Menschen zu, und das öffnet die Tür, für mehr Gerechtigkeit einzutreten, statt sich mit dem Status quo abzufinden.

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