Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte
Was bedeutet Härte?
Härte bedeutet nicht nur: jemanden anschreien oder grob sein.
Härte steckt auch in Gesetzen und Regeln. Zum Beispiel:
Menschen, die aus anderen Ländern fliehen, werden in Lagern eingesperrt. Das ist Härte.
Menschen, die wenig Geld haben, müssen viele Formulare ausfüllen. Auch das ist Härte.
In der Politik wird die Sprache immer rauer. Mitgefühl gilt manchmal als Schwäche. Das stimmt nicht.
Männer und Härte
Viele Männer lernen von klein auf: Zeig keine Gefühle. Wein nicht. Sei stark.
Das macht etwas mit Menschen. Es schadet ihnen.
Diese Fastenzeit lädt Männer ein: Zeig deine Gefühle. Das ist keine Schwäche. Das ist Mut.
Was sagt die Bibel dazu?
Jesus hat Härte abgelehnt. Er hat sich um arme und kranke Menschen gekümmert. Er hat Ungerechtigkeit beim Namen genannt. Dafür wurde er verurteilt. Das war eine politische Entscheidung – keine zufällige.
Was bedeutet das für uns heute?
Sieben Wochen ohne Härte heißt nicht nur: netter sein.
Es heißt auch: Frag dich, welche Regeln und Gesetze Menschen hart und ungerecht behandeln. Tu etwas dagegen. Steh auf für andere Menschen.
Mitgefühl kann auch unbequem sein. Es kann bedeuten: klar reden, widersprechen, für Gerechtigkeit eintreten.
Sieben Wochen ohne Härte – das ist eine Übung für das Herz und für die Gesellschaft.
Autor: arminherzberger
Der Stoß
Der Stoß
Eine Klippdachsland-Geschichte über Frömmigkeit und Gewalt
Für U
Es gibt Erinnerungen, die verblassen mit den Jahren. Und es gibt solche, die bleiben. Die sich einbrennen. Die einen nicht loslassen, auch nach Jahrzehnten nicht.
Die „Alte Versammlung“ gehört zu den Erinnerungen, die geblieben sind.
Die Männer mit der verdrießlichen Miene
Es gab sie in jedem Dorf im Klippdachsland. Ältere Herren, immer im dunklen Anzug, immer mit dieser Miene. Verdrießlich. Mürrisch. Als würde ihnen das Leben schwer auf den Schultern lasten.
Sie gehörten zur „Alten Versammlung“. So nannten sich die Darbisten im Klippdachsland. Fromme Leute. Sehr fromme Leute. So fromm, dass sie sich von allen anderen absonderten.
Die lutherische Kirche im Dorf? Abgefallen. Verweltlicht. Verloren.
Die katholische Kirche sowieso? Der Papst war für sie der Antichrist höchstpersönlich.
Nur sie, die kleine Schar der „Alten Versammlung“, hatten die reine Lehre bewahrt. Nur sie würden gerettet werden, wenn Christus wiederkam. Und das konnte jeden Tag geschehen.
Deshalb die verdrießliche Miene. Wer ständig das Ende der Welt erwartet, dem vergeht das Lachen.
Man wartet. Man sondert sich ab. Man züchtigt seine Kinder.
Sonntags im Versammlungsraum
Sonntags trafen sie sich. Nicht in der Kirche – Gott bewahre! Sie trafen sich in einem schlichten Raum. Weiß getüncht, kahl, schmucklos. In der Mitte ein Tisch mit einem weißen Tuch. Darauf Brot und Wein. Mehr nicht.
Die Männer saßen vorne. Anzug, Krawatte, Scheitel. Die Frauen hinten, mit Kopftuch. Sie schwiegen. Das war ihre Rolle. Schweigen, gehorchen, dienen.
Wenn der Geist jemanden ergriff – immer einen Mann, versteht sich –, dann stand der auf und sprach. Ihre Reden waren trocken. Voller Bibelstellen. Sie warnten vor der Welt. Sie mahnten zur Zucht.
Zucht. Das war ihr Lieblingswort.
„Wer sein Kind liebt, der züchtigt es.“ Sprüche 13, Vers 24. Die Bibel sage es. Also müsse es wahr sein.
Die Kinder, die prügelten
Es gab Kinder im Klippdachsland, vor denen man sich fürchtete. Nicht weil sie größer waren. Nicht weil sie älter waren. Sondern weil sie anders waren.
Sie prügelten nicht aus Lust. Sie prügelten mit System. Mit einer Kälte, die erschreckte.
Es waren Kinder aus der „Alten Versammlung“.
Sie hatten gelernt: Wer schwach ist, verdient Zucht. Wer anders ist, verdient Strafe. Wer nicht gehorcht, verdient den Schlag.
Sie hatten es zu Hause gelernt. Jetzt gaben sie weiter, was man ihnen beigebracht hatte.
Gewalt, die empfangen wird, wird weitergegeben. Das ist so alt wie die Menschheit.
Der Zappelphilipp
Es gab einen Jungen, den nannten alle so. Er konnte nicht stillsitzen. Er konnte nicht still sein. Er zuckte und zappelte und störte.
Für die „Alte Versammlung“ war das keine Krankheit. Das war Sünde. Das war Aufruhr gegen Gott und die Ordnung.
Er wurde gezüchtigt. Immer wieder. Zu Hause. Im Versammlungsraum. Vor allen.
Es half nichts. Es konnte nicht helfen. Weil er krank war, nicht böse.
Aber das wussten sie nicht. Oder sie wollten es nicht wissen.
Das Mädchen mit den schönen Augen
Und dann war da das Mädchen mit den schönen Augen.
Uli hieß sie. Ein stilles Kind. Ein gutes Kind. Ein Kind, das niemandem etwas zuleide tat.
Sie wuchs auf in der „Alten Versammlung“. Hörte die Predigten. Lernte die Bibelstellen. Fürchtete den Zorn Gottes.
Und sie war anders. In einer Weise, die die Frommen beunruhigte.
Es gab einen Stoß. Wann genau – niemand weiß es mehr. Was genau – niemand will es mehr sagen.
Vielleicht war es ein Schlag. Vielleicht eine Demütigung. Vielleicht ein Moment, in dem etwas in ihr zerbrach.
Danach war sie nicht mehr dieselbe.
Die Stimmen kamen. Stimmen, die ihr sagten:
Ich bin schlecht.
Ich bin vom Teufel besessen.
Ich lebe in der Hölle.
Die religiöse Verdammung wurde zur Überzeugung. Die Überzeugung wurde zur Krankheit. Die Krankheit wurde zu ihrem Leben.
Seit Jahrzehnten lebt sie im Wohnheim.
Darby und Sölle
Es gab einen Mann namens John Nelson Darby. Ein englischer Prediger des 19. Jahrhunderts. Er lehrte Absonderung. Reinheit. Rückzug aus der Welt.
Darby fragte: Wie können wir uns von der bösen Welt absondern?
Dorothee Sölle fragte: Wie können wir Gottes Reich jetzt verwirklichen?
Das ist der Unterschied. Der entscheidende.
Sölle kämpfte für Unterdrückte und bejahte den Körper.
Die Darbisten schlugen ihre Kinder und verdammten den Körper.
Was als Frömmigkeit begann, wurde zur Gewalt.
Kirche von unten – aber richtig
Es gibt heute viele, die von „Kirche von unten“ reden. Kreise, die frommer und strenger und enger werden.
Ich warne davor.
Nicht jede Bewegung, die sich „von unten“ nennt, befreit. Manche schafft neue Opfer.
Die „Alte Versammlung“ war Kirche von unten. Klein. Fromm. Entschieden. Und sie hat Kinder geschlagen, Frauen zum Schweigen gebracht, Seelen zerbrochen.
Das ist nicht die Kirche Jesu Christi.
Kirche von unten – aber richtig – das bedeutet: Befreiung statt Bindung. Heilung statt Schlagen. Ja zum Körper. Begleitung der Kranken statt Verdammung.
Die besorgten Geschwister
Uli wird besucht.
Von besorgten Gemeindemitgliedern. Geschwistern, die gelernt haben. Die umgekehrt sind.
Sie kommen. Sie sitzen an ihrem Bett. Sie halten ihre Hand.
Leider ist sie nun nicht mehr zu erreichen. Die Krankheit hat sie zu tief geholt.
Aber Gott behütet sie. Nicht der Gott der Strafe. Sondern der Gott der Gnade.
Und die besorgten Geschwister?
Sie schlagen nicht. Sie trösten.
Trotz allem
Und wenn ich an das Mädchen mit den schönen Augen denke,
an die Hölle, in der sie lebt,
an die Stimmen, die ihr sagen: Du bist vom Teufel besessen,
dann bete ich:
Herr, erbarme dich.
Nicht über sie.
Sondern über die, die ihr diese Hölle eingeredet haben.
Und segne die, die jetzt bei ihr sind.
Die besorgten Geschwister.
Die gelernt haben.
Die da sind.
Trotz allem.
Armin Herzberger
Klippdachsland, Februar 2026
Diese Geschichte ist wahr. Die Namen wurden geändert. Die Narben sind echt.
Das Mädchen lebt noch. Seit Jahrzehnten im Wohnheim.
Sie wird besucht. Von besorgten Geschwistern. Die gelernt haben.
Leider ist sie nun nicht mehr zu erreichen. Die Krankheit hat sie zu tief geholt.
Aber Gott behütet sie. Nicht der Gott der Strafe. Sondern der Gott der Gnade.
Trotz allem.
Und die Mahnung bleibt: Kirche, die nicht befreit, die den Körper verdammt, die Menschen in Höllen stößt – ist nicht die Kirche Jesu Christi.
Aber Kirche kann lernen. Kann umkehren. Kann lieben.
Trotz allem.
Frau Tietz träumt…
Wenn wir neu anfangen dürften
DER MELANCHOLIKER UND DIE MUSIKERIN
Stellen Sie sich vor:
Ein Mann aus Dänemark sitzt in unserer Kirchen-Versammlung.
Sein Name: Søren Kierkegaard.
Er lebte vor 200 Jahren.
Wir reden über Nachbarschafts-Räume.
Wir reden über Strukturen.
Er schreibt in sein Notizbuch:
> „Ihr redet über Verwaltung.
> Aber Glaube ist ein Sprung.“
DER TRAUM VON DER MUSIK
Christiane Tietz träumt
Unsere Kirchen-Präsidentin hat einen Traum.
Sie vergleicht Kirche mit einem Orchester:
– Viele Instrumente
– Viele Töne
– Manchmal schön
– Manchmal schräg
– Aber zusammen: Musik
Ihr Wunsch:
> „Viele verschiedene Stimmen.
> Zusammen ein Klang.“
Was sich ändert
Früher:
– 1.000 kleine Gemeinden
– Jede ihr eigener Pfarrer
– Jede ihr eigenes Programm
Jetzt:
– Gemeinden schließen sich zusammen
– Das heißt: Nachbarschafts-Räume
– Pfarrer arbeiten im Team
Warum?
– Weniger Geld
– Weniger Menschen
– Weniger Pfarrer
Tietz sagt:
> „Wir können nicht schön-reden.
> Wir müssen etwas ändern.“
Sie hat recht.
DER MELANCHOLIKER WIDERSPRICHT
Kierkegaard steht auf.
Er fragt:
> „Wollt ihr bessere Verwaltung?
> Oder wollt ihr besseren Glauben?“
Seine Geschichte aus Dänemark:
Alle waren Kirchen-Mitglied.
Keiner musste glauben.
Es war nur Gewohnheit.
Er nannte das: Falsche Kirche
Seine Fragen an uns heute:
> Macht ihr größere Einheiten?
> Wird dadurch der Glaube stärker?
> Oder nur die Verwaltung einfacher?
> „Ihr sagt: Viele Stimmen sind gut.
> Ich frage: Wofür steht ihr dann?“
Unbequem. Aber wichtig.
DIE GESCHICHTE VOM NETPHENER TISCH
Eine wahre Geschichte:
Menschen mit Behinderung wurden betreut.
Andere kochten für sie.
Andere planten für sie.
Sie durften nichts selbst machen.
Dann kam die Idee:
Die Menschen mit Behinderung
gründeten einen Mittags-Tisch.
– Sie kochen selbst
– Sie laden ein
– Sie organisieren
– Sie sind jetzt Geber
– Nicht mehr nur Empfänger
Das ist Kirche von unten.
Was das für uns bedeutet
Zwei Wege:
Weg 1: Von oben
Hauptamtliche entscheiden
Menschen folgen
Weg 2: Von unten
Menschen vor Ort überlegen
Hauptamtliche unterstützen
Beispiel:
❌ NICHT SO:
„Wir machen jetzt moderne Gottesdienste.“
✓ SONDERN SO:
„Wie wollen WIR Gottesdienst feiern?
Wir helfen euch dabei.“
VIER GROSSE TRÄUME
Wenn wir wirklich neu anfangen könnten…
1. Klein statt groß
Nicht eine große Herde.
Sondern viele kleine Gruppen.
– 5 bis 15 Menschen
– Treffen sich zu Hause
– Glauben verbindlich zusammen
– Wie am Anfang bei Jesus
2. Befähigen statt versorgen
Der Pfarrer nicht als Koch.
Sondern als Koch-Lehrer.
Jetzt: Pfarrer macht alles
Neu: Pfarrer zeigt anderen, wie es geht
3. Selbst-Bestimmung
Bild:
Nicht Befehle von oben.
Sondern Ideen von unten.
Nachbarschafts-Räume entscheiden selbst:
– Wen brauchen wir?
– Was machen wir?
– Wie nutzen wir Geld?
4. Echt statt viel
Nicht die größte Herde.
Sondern die echteste.
Alte Frage: Wie viele Mitglieder?“
Neue Frage: Wie echt ist der Glaube?“
Kierkegaard sagt:
> „Ein Mensch, der wirklich glaubt,
> ist mehr wert als 10.000 Namen.“
DER SCHWIERIGE TEIL: DER SPRUNG
Kierkegaard sagt:
> „Träume sind leicht.
> Springen ist schwer.
> Aber nur Springen verändert wirklich.“
Was heißt springen?
Die Pfarrerin sagt:
„Ich bin nicht unverzichtbar.“
Der Kirchen-Vorstand sagt:
„Wir geben Macht ab.“
Die Kirchen-Leitung sagt:
Ihr vor Ort wisst es besser.
Die Gemeinde sagt:
Wir verkaufen unser Gebäude.
Wir werden frei.
Das tut weh.
Aber das verändert.
DREI WEGE IN DIE ZUKUNFT
Wohin führt ekhn2030?
Weg 1: Die Verwaltungs-Reform
Größere Einheiten
Bessere Organisation
Aber: Glaube bleibt blass
Kierkegaard: Bessere Verwaltung. Keine bessere Kirche.
Weg 2: Der Streit
Die einen wollen bewahren
Die anderen wollen ändern
Es gibt Streit
Alle verlieren
Kierkegaard: „Ihr streitet um Gebäude statt um Glauben.“
Weg 3: Der Möglichkeits-Raum
Versuchs-Labore entstehen
Neues wird ausprobiert
Kleine Gruppen bilden sich
Menschen werden aktiv
Kierkegaard: „Jetzt wird es spannend. Jetzt wird es christlich.“
EINE GESCHICHTE VOM PRINZ
Es war einmal ein Prinz namens Kierkegaard.
Er saß in einem hohen Turm.
Von oben sah sie alles.
Aber sie war gefangen.
Kirchenpräsidentin Tietz kam vorbei:
Komm, ich zeige dir die Nachbarschafts-Räume.
Wir haben einen Plan.
Wir haben Konzepte.
Die der Prinz schaute hinunter.
Sehr tief.
Sie fragte:
„Aber wirst du springen?
Dann geschah etwas Unerwartetes:
Der Prinz stand auf.
Er ging an den Rand.
Und sie sprang.
Und siehe da:
Er konnte fliegen.
Nicht weil er es wusste.
Sondern weil sie es wagte.
WAS DAS KONKRET BEDEUTET
Für die Kirchen-Leitung
– Nachbarschafts-Räume sind Versuchs-Räume
– Geld für neue Ideen
– Freiheit zum Experimentieren
Für Pfarrer und Gemeinde-Pädagogen
– Nicht versorgen sondern befähigen
– Nicht alles selbst machen sondern andere stark machen
– Nicht festhalten sondern loslassen
Für Gemeinden
– Klein und verbindlich statt groß und unverbindlich
– Die Stillen zu Wort kommen lassen
– Platz schaffen durch Weglassen
Für uns alle
Die wichtigste Frage ist nicht
Wie funktioniert Kirche besser?
Die wichtigste Frage ist:
Traue ich mich zu glauben?“
SCHLUSS
Drei Träume:
Tietz träumt: Viele Stimmen – ein Klang
Kierkegaard träumt: Echter Glaube
Kirche von unten träumt: Menschen werden aktiv
Alle drei haben recht
Aber Träume ohne Sprung bleiben Träume.
Die grüne Wiese ist keine Wiese.
Sie ist eine Entscheidung.
Jeden Tag neu.
Amen.
Geschichten aus der Bibel:
– Apostelgeschichte 2: Die ersten Christen
– Matthäus 10: Werdet wie Kinder
– Lukas 24: Zwei oder drei sind Kirche
– Markus 10: Loslassen ist schwer
Das Sandkorn….
Das Sandkorn im Auge des anderen
Wenn Kirchen-Gemeinden zusammen-gelegt werden sollen
Ein Text in Leichter Sprache
Eine Geschichte von Jesus – neu verstanden
Jesus hat eine wichtige Geschichte erzählt:
„Du siehst ein kleines Sandkorn im Auge von einem anderen Menschen.
Aber du siehst nicht den dicken Balken in deinem eigenen Auge.“
Diese Geschichte kennen viele Menschen.
Aber was bedeutet sie wirklich?
Meistens wird gesagt:
- Du sollst nicht über andere urteilen.
- Du sollst erst bei dir selbst schauen.
- Du sollst bescheiden sein.
Aber Jesus meinte etwas anderes:
- Die Mächtigen sehen ihre eigenen Fehler nicht.
- Die Mächtigen urteilen über die Schwachen.
- Die Mächtigen müssen zuerst bei sich selbst anfangen.
Das ist keine nette Moral-Geschichte.
Das ist Kritik an Macht.
Was passiert gerade in Breidenbach?
In Breidenbach gibt es einen Streit in der Kirche.
Der Grund:
Mehrere kleine Gemeinden sollen zusammen-gelegt werden.
Das nennt man: Nachbarschafts-Raum.
Das Problem:
- Die Gemeinden wollen das oft nicht.
- Die Kirchen-Leitung sagt: Es muss so sein.
- Es gibt eine Mediation – also eine Streit-Schlichtung.
- Aber viele Menschen fragen sich: Ist das eine echte Mediation?
- Oder steht die Entscheidung schon fest?
Viele Menschen sind:
- Traurig
- Wütend
- Enttäuscht
- Sie fühlen sich nicht ernst genommen
Wer hat hier eigentlich die Macht?
Das ist die wichtigste Frage!
Die Kirchen-Leitung hat viel Macht:
- Sie kann Gemeinden schließen
- Sie kann Pfarrer versetzen
- Sie verwaltet das Geld
- Sie macht die Regeln
- Sie trifft die Entscheidungen
Die Gemeinden vor Ort haben wenig Macht:
- Sie können ihre Meinung sagen
- Aber sie können nicht entscheiden
- Sie haben kein eigenes Geld
- Am Ende müssen sie gehorchen
Das ist ein großer Macht-Unterschied.
Und genau hier wird die Geschichte von Jesus wichtig.
Das Sandkorn: Was die Kirchen-Leitung bei den Gemeinden sieht
Die Kirchen-Leitung sagt:
- „Die Gemeinden sind zu klein geworden.“
- „Es gibt zu wenig Geld.“
- „Es gibt zu wenig ehrenamtliche Helfer.“
- „Die Gottesdienste sind schlecht besucht.“
- „Die Menschen wollen sich nicht ändern.“
Diese Probleme sieht die Kirchen-Leitung sehr deutlich.
Das sind die Sandkörner im Auge der Gemeinden.
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Wir müssen die Gemeinden zusammenlegen.
Das ist die einzige Lösung.“
Der Balken: Was die Kirchen-Leitung bei sich selbst nicht sieht
Aber die Kirchen-Leitung sieht nicht:
- Sie hat die Probleme selbst mit verursacht
- Die Kirchen-Leitung hat die Gemeinden klein gehalten.
- Sie hat zu viel Geld für Verwaltung ausgegeben.
- Sie hat den Menschen wenig Verantwortung gegeben.
- Sie hat immer von oben entschieden.
Frage:
Warum sind die Gemeinden klein geworden?
Vielleicht weil die Menschen sich nicht einbringen durften?
- Sie entscheidet von oben herab
- Die Menschen vor Ort werden nicht wirklich gefragt.
- Die Entscheidung steht oft schon fest.
- Die Gemeinden sollen am Ende gehorchen.
- Das nennt man dann: „Beteiligung“.
Aber ist das echte Beteiligung?
Oder ist das: Die Menschen sollen Ja sagen lernen?
- Sie denkt zuerst an sich selbst
- Die Verwaltung will überleben.
- Die Strukturen sollen erhalten bleiben.
- Die Arbeits-Plätze in der Verwaltung sollen sicher sein.
Aber wird gefragt:
Was brauchen die Gemeinden wirklich?
Wie wird der Glaube lebendig?
- Sie vergisst die wichtige Arbeit vor Ort
Gemeinden machen viel mehr als nur Gottesdienste.
Das nennt man: Gemeinwesen-Arbeit.
Zum Beispiel:
- Die Tafel verteilt Essen an arme Menschen
- Das Gemeinde-Café ist ein Treffpunkt für einsame Menschen
- Es gibt Hilfe für Nachbarn in Not
- Menschen begegnen sich im Stadtteil
- Die Gemeinde ist für alle da – nicht nur für Mitglieder
Diese Arbeit ist sehr wertvoll.
Aber die Kirchen-Leitung zählt oft nur:
- Wie viele kommen zum Gottesdienst?
- Wie viele Mitglieder gibt es?
- Wie viel Geld kommt rein?
Die Kirchen-Leitung zählt oft nicht:
- Wie vielen Menschen wird geholfen?
- Wie lebendig ist die Gemeinde im Alltag?
- Was bedeutet die Gemeinde für den Ort?
Gemeinwesen-Arbeit braucht:
- Menschen, die den Ort kennen
- Menschen, die vor Ort sind
- Menschen, die wissen, wer Hilfe braucht
- Kurze Wege
- Persönliche Beziehungen
Wenn Gemeinden zusammengelegt werden:
- Werden die Wege weiter
- Kennen die Menschen sich noch?
- Geht das persönliche Wissen verloren?
- Kann die Gemeinwesen-Arbeit weitergehen?
Die Kirchen-Leitung denkt darüber oft nicht nach.
Das alles ist der dicke Balken im Auge der Kirchen-Leitung.
Was ist eigentlich Mediation?
Mediation bedeutet: Streit-Schlichtung.
Eine Person von außen hilft beim Gespräch.
Alle sollen sich aussprechen.
Alle sollen eine Lösung finden.
Aber Achtung:
Mediation kann 2 sehr verschiedene Dinge sein.
Echte Mediation:
- Niemand weiß vorher, was rauskommt
- Alle können wirklich mitreden
- Auch die Gemeinden können Nein sagen
- Auch die Mächtigen müssen sich ändern können
- Die Macht-Verhältnisse werden offen besprochen
- Auch die Gemeinwesen-Arbeit wird ernst genommen
- Am Ende gibt es eine Lösung, die alle mittragen können
Das wäre eine echte Mediation.
Falsche Mediation:
- Die Entscheidung steht schon fest
- Es sieht nur so aus wie Mitmachen
- Die Menschen dürfen reden – aber nicht wirklich entscheiden
- Die wichtigen Fragen werden nicht gestellt
- Die Macht-Verhältnisse werden nicht angesprochen
- Am Ende wird es so gemacht wie vorher geplant
- Die Mediation dient nur dazu: Die Menschen sollen ruhig werden
Das wäre keine echte Mediation.
Das wäre ein Betrug an den Menschen.
Die wichtige Frage für Breidenbach
Welche Art von Mediation läuft in Breidenbach?
Das können nur die Menschen vor Ort beantworten.
Prüf-Fragen:
- Können wir auch Nein sagen zur Zusammenlegung?
- Oder steht die Entscheidung schon fest?
- Wird über die Macht-Verhältnisse gesprochen?
- Wird die Gemeinwesen-Arbeit ernst genommen?
- Kann sich auch die Kirchen-Leitung ändern?
Wenn die Antwort ist:
„Die Zusammenlegung kommt auf jeden Fall.“
Dann ist es keine echte Mediation.
Was würde Jesus heute sagen?
Jesus war immer auf der Seite der Schwachen.
Jesus hat kritisiert:
- Die Priester mit ihrer Macht
- Die Schrift-Gelehrten mit ihren Regeln
- Alle, die von oben herab regieren
- Alle, die die einfachen Menschen nicht ernst nehmen
Jesus wollte:
- Dass die Mächtigen dienen
- Dass die Letzten die Ersten werden
- Dass Menschen Würde haben
- Dass Menschen selbst entscheiden können
- Dass den Armen und Schwachen geholfen wird
Jesus hat selbst Gemeinwesen-Arbeit gemacht:
- Er hat Kranke geheilt
- Er hat mit Ausgestoßenen gegessen
- Er war bei den Menschen vor Ort
- Er hat nicht nur gepredigt – er hat geholfen
Jesus zu den Mächtigen heute:
„Ihr seht die kleinen Probleme der Gemeinden.
Aber ihr seht nicht euren eigenen dicken Balken:
Eure Macht.
Euer Von-oben-herab.
Euer Nicht-Zuhören.
Euer Vergessen der Menschen vor Ort.
Nehmt erst den Balken aus eurem eigenen Auge!
Dann – und erst dann – könnt ihr die Probleme der Gemeinden verstehen.
Dann – und erst dann – kann echte Zusammenarbeit entstehen.“
Was können die Gemeinden tun?
- Macht die Gemeinwesen-Arbeit sichtbar
- Zeigt, was ihr alles macht
- Zeigt, wie vielen Menschen ihr helft
- Macht Fotos, schreibt Geschichten
- Ladet Politiker und Kirchen-Vertreter ein
- Zeigt: Wir sind wichtig für unseren Ort
Sagt deutlich:
„Diese Arbeit ist wertvoll.
Was wird aus dieser Arbeit, wenn wir zusammengelegt werden?“
- Fragt nach der Macht
- Wer entscheidet hier wirklich?
- Können wir auch Nein sagen?
- Oder müssen wir am Ende gehorchen?
- Ist diese Mediation echt?
- Oder steht die Entscheidung schon fest?
Stellt diese Fragen laut und öffentlich.
- Redet mit anderen Gemeinden
- Ihr seid nicht allein
- Andere haben ähnliche Probleme
- Tauscht euch aus
- Lernt voneinander
- Gemeinsam seid ihr stärker
- Bringt andere Lösungen ein
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Es gibt nur einen Weg: Zusammenlegung.“
Aber das stimmt nicht.
Es gibt viele mögliche Wege:
- Kleine Gemeinden bleiben selbstständig
- Sie arbeiten nur bei bestimmten Sachen zusammen
- Jede Gemeinde behält ihre Gemeinwesen-Arbeit
- Verwaltung wird vereinfacht – aber Gemeinden bleiben
- Mehr Verantwortung für Ehrenamtliche
- Weniger Bürokratie, mehr lebendige Gemeinde
Lasst euch nicht sagen:
„Es geht nicht anders.“
Sagt selbst:
„Wir haben andere Ideen.“
- Sprecht klar und deutlich
- Sagt, was ihr denkt
- Sagt, was ihr wollt
- Sagt auch: Das wollen wir nicht
- Lasst euch nicht einschüchtern
Ihr habt das Recht:
- Eure Meinung zu sagen
- Nein zu sagen
- Andere Wege vorzuschlagen
- Widerstand kann richtig sein
Viele Menschen denken:
„In der Kirche muss man gehorsam sein.“
Aber das stimmt nicht.
Manchmal muss man Nein sagen.
Auch zu kirchlichen Entscheidungen.
Auch zu Bischöfen und Kirchen-Leitungen.
Das kann Gottes Wille sein.
Jesus selbst hat Widerstand geleistet.
Gegen die religiösen Führer seiner Zeit.
Was wäre eine echte Lösung?
Eine echte Lösung braucht:
- Andere Macht-Verteilung:
- Die Gemeinden entscheiden mit – wirklich
- Nicht nur reden, sondern entscheiden
- Die Kirchen-Leitung gibt Macht ab
- Dienende Kirchen-Leitung:
- Die Kirchen-Leitung fragt: Was braucht ihr?
- Sie sagt nicht: Das müsst ihr tun
- Sie dient – sie herrscht nicht
- Schutz der Gemeinwesen-Arbeit:
- Diese Arbeit muss weitergehen können
- Sie darf nicht kaputt gemacht werden
- Sie ist wertvoll – auch wenn sie schwer zu zählen ist
- Echte Veränderung:
- Nicht nur die Gemeinden müssen sich ändern
- Auch die Strukturen müssen sich ändern
- Auch die Kirchen-Leitung muss sich ändern
Wenn nur die Gemeinden sich ändern sollen:
Das ist keine echte Lösung.
Wenn alle sich ändern können:
Dann kann etwas Neues entstehen.
Zum Schluss
Die Geschichte von Jesus über das Sandkorn und den Balken
ist heute aktueller denn je.
Jesus sagt:
Die Mächtigen müssen zuerst ihren Balken sehen.
Ihre Macht.
Ihre Fehler.
Ihr Von-oben-herab.
Erst dann können sie anderen helfen.
Das gilt auch heute.
Das gilt auch für Kirchen-Leitungen.
Das gilt auch für Breidenbach.
Jesus war ein Befreier.
Er hat Macht in Frage gestellt.
Auch religiöse Macht.
Auch kirchliche Macht.
Und er hat den Menschen vor Ort geholfen.
Den Armen.
Den Ausgestoßenen.
Den Schwachen.
Das dürfen wir auch tun.
Wir dürfen Macht in Frage stellen.
Wir dürfen Widerstand leisten.
Wir dürfen für eine Kirche kämpfen, die dient.
Eine Kirche von unten.
Eine Kirche für die Menschen.
Eine Kirche, die im Alltag hilft.
Armin Herzberger ist pensionierter Sozial-Pädagoge und Lehrbeauftragter.
Er hat 35 Jahre in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Er kennt Macht-Strukturen und den Kampf für Selbst-Bestimmung.
Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben.
So können ihn mehr Menschen verstehen.
Denn diese Themen gehen alle an.
Zum Weiterdenken:
- Kennen Sie ähnliche Situationen in Ihrer Gemeinde?
- Welche Erfahrungen haben Sie mit Kirchen-Strukturen gemacht?
- Was denken Sie über Gemeinwesen-Arbeit in Gemeinden?
Ich freue mich über Kommentare und Austausch.
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Das Sandkorn im Auge des anderen
## Wenn Kirchen-Gemeinden zusammen-gelegt werden sollen
Ein Text von Armin Herzberger in Leichter Sprache
**Eine Geschichte von Jesus – neu verstanden**
Jesus hat eine wichtige Geschichte erzählt:
„Du siehst ein kleines Sandkorn im Auge von einem anderen Menschen.
Aber du siehst nicht den dicken Balken in deinem eigenen Auge.“
Diese Geschichte kennen viele Menschen.
Aber was bedeutet sie wirklich?
Meistens wird gesagt:
– Du sollst nicht über andere urteilen.
– Du sollst erst bei dir selbst schauen.
– Du sollst bescheiden sein.
Aber Jesus meinte etwas anderes:
– Die Mächtigen sehen ihre eigenen Fehler nicht.
– Die Mächtigen urteilen über die Schwachen.
– Die Mächtigen müssen zuerst bei sich selbst anfangen.
Das ist keine nette Moral-Geschichte.
Das ist Kritik an Macht.
**Was passiert gerade in Breidenbach?**
In Breidenbach gibt es einen Streit in der Kirche.
Der Grund:
Mehrere kleine Gemeinden sollen zusammen-gelegt werden.
Das nennt man: Nachbarschafts-Raum.
Das Problem:
– Die Gemeinden wollen das oft nicht.
– Die Kirchen-Leitung sagt: Es muss so sein.
– Es gibt eine Mediation – also eine Streit-Schlichtung.
– Aber viele Menschen fragen sich: Ist das eine echte Mediation?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
Viele Menschen sind:
– Traurig
– Wütend
– Enttäuscht
– Sie fühlen sich nicht ernst genommen
**Wer hat hier eigentlich die Macht?**
Das ist die wichtigste Frage!
Die Kirchen-Leitung hat viel Macht:
– Sie kann Gemeinden schließen
– Sie kann Pfarrer versetzen
– Sie verwaltet das Geld
– Sie macht die Regeln
– Sie trifft die Entscheidungen
Die Gemeinden vor Ort haben wenig Macht:
– Sie können ihre Meinung sagen
– Aber sie können nicht entscheiden
– Sie haben kein eigenes Geld
– Am Ende müssen sie gehorchen
Das ist ein großer Macht-Unterschied.
Und genau hier wird die Geschichte von Jesus wichtig.
**Das Sandkorn: Was die Kirchen-Leitung bei den Gemeinden sieht**
Die Kirchen-Leitung sagt:
– „Die Gemeinden sind zu klein geworden.“
– „Es gibt zu wenig Geld.“
– „Es gibt zu wenig ehrenamtliche Helfer.“
– „Die Gottesdienste sind schlecht besucht.“
– „Die Menschen wollen sich nicht ändern.“
Diese Probleme sieht die Kirchen-Leitung sehr deutlich.
Das sind die Sandkörner im Auge der Gemeinden.
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Wir müssen die Gemeinden zusammenlegen.
Das ist die einzige Lösung.“
**Der Balken: Was die Kirchen-Leitung bei sich selbst nicht sieht**
Aber die Kirchen-Leitung sieht nicht:
1. Sie hat die Probleme selbst mit verursacht
– Die Kirchen-Leitung hat die Gemeinden klein gehalten.
– Sie hat zu viel Geld für Verwaltung ausgegeben.
– Sie hat den Menschen wenig Verantwortung gegeben.
– Sie hat immer von oben entschieden.
Frage:
Warum sind die Gemeinden klein geworden?
Vielleicht weil die Menschen sich nicht einbringen durften?
2. Sie entscheidet von oben herab
– Die Menschen vor Ort werden nicht wirklich gefragt.
– Die Entscheidung steht oft schon fest.
– Die Gemeinden sollen am Ende gehorchen.
– Das nennt man dann: „Beteiligung“.
Aber ist das echte Beteiligung?
Oder ist das: Die Menschen sollen Ja sagen lernen?
3. Sie denkt zuerst an sich selbst
– Die Verwaltung will überleben.
– Die Strukturen sollen erhalten bleiben.
– Die Arbeits-Plätze in der Verwaltung sollen sicher sein.
Aber wird gefragt:
Was brauchen die Gemeinden wirklich?
Wie wird der Glaube lebendig?
4. Sie vergisst die wichtige Arbeit vor Ort
Gemeinden machen viel mehr als nur Gottesdienste.
Das nennt man: Gemeinwesen-Arbeit.
Zum Beispiel:
– Die Tafel verteilt Essen an arme Menschen
– Das Gemeinde-Café ist ein Treffpunkt für einsame Menschen
– Es gibt Hilfe für Nachbarn in Not
– Menschen begegnen sich im Stadtteil
– Die Gemeinde ist für alle da – nicht nur für Mitglieder
Diese Arbeit ist sehr wertvoll.
Aber die Kirchen-Leitung zählt oft nur:
– Wie viele kommen zum Gottesdienst?
– Wie viele Mitglieder gibt es?
– Wie viel Geld kommt rein?
Die Kirchen-Leitung zählt oft nicht:
– Wie vielen Menschen wird geholfen?
– Wie lebendig ist die Gemeinde im Alltag?
– Was bedeutet die Gemeinde für den Ort?
Gemeinwesen-Arbeit braucht:
– Menschen, die den Ort kennen
– Menschen, die vor Ort sind
– Menschen, die wissen, wer Hilfe braucht
– Kurze Wege
– Persönliche Beziehungen
Wenn Gemeinden zusammengelegt werden:
– Werden die Wege weiter
– Kennen die Menschen sich noch?
– Geht das persönliche Wissen verloren?
– Kann die Gemeinwesen-Arbeit weitergehen?
Die Kirchen-Leitung denkt darüber oft nicht nach.
Das alles ist der dicke Balken im Auge der Kirchen-Leitung.
**Was ist eigentlich Mediation?**
Mediation bedeutet: Streit-Schlichtung.
Eine Person von außen hilft beim Gespräch.
Alle sollen sich aussprechen.
Alle sollen eine Lösung finden.
Aber Achtung:
Mediation kann 2 sehr verschiedene Dinge sein.
Echte Mediation:
– Niemand weiß vorher, was rauskommt
– Alle können wirklich mitreden
– Auch die Gemeinden können Nein sagen
– Auch die Mächtigen müssen sich ändern können
– Die Macht-Verhältnisse werden offen besprochen
– Auch die Gemeinwesen-Arbeit wird ernst genommen
– Am Ende gibt es eine Lösung, die alle mittragen können
Das wäre eine echte Mediation.
Falsche Mediation:
– Die Entscheidung steht schon fest
– Es sieht nur so aus wie Mitmachen
– Die Menschen dürfen reden – aber nicht wirklich entscheiden
– Die wichtigen Fragen werden nicht gestellt
– Die Macht-Verhältnisse werden nicht angesprochen
– Am Ende wird es so gemacht wie vorher geplant
– Die Mediation dient nur dazu: Die Menschen sollen ruhig werden
Das wäre keine echte Mediation.
Das wäre ein Betrug an den Menschen.
**Die wichtige Frage für Breidenbach**
Welche Art von Mediation läuft in Breidenbach?
Das können nur die Menschen vor Ort beantworten.
Prüf-Fragen:
– Können wir auch Nein sagen zur Zusammenlegung?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
– Wird über die Macht-Verhältnisse gesprochen?
– Wird die Gemeinwesen-Arbeit ernst genommen?
– Kann sich auch die Kirchen-Leitung ändern?
Wenn die Antwort ist:
„Die Zusammenlegung kommt auf jeden Fall.“
Dann ist es keine echte Mediation.
**Was würde Jesus heute sagen?**
Jesus war immer auf der Seite der Schwachen.
Jesus hat kritisiert:
– Die Priester mit ihrer Macht
– Die Schrift-Gelehrten mit ihren Regeln
– Alle, die von oben herab regieren
– Alle, die die einfachen Menschen nicht ernst nehmen
Jesus wollte:
– Dass die Mächtigen dienen
– Dass die Letzten die Ersten werden
– Dass Menschen Würde haben
– Dass Menschen selbst entscheiden können
– Dass den Armen und Schwachen geholfen wird
Jesus hat selbst Gemeinwesen-Arbeit gemacht:
– Er hat Kranke geheilt
– Er hat mit Ausgestoßenen gegessen
– Er war bei den Menschen vor Ort
– Er hat nicht nur gepredigt – er hat geholfen
Jesus zu den Mächtigen heute:
„Ihr seht die kleinen Probleme der Gemeinden.
Aber ihr seht nicht euren eigenen dicken Balken:
Eure Macht.
Euer Von-oben-herab.
Euer Nicht-Zuhören.
Euer Vergessen der Menschen vor Ort.
Nehmt erst den Balken aus eurem eigenen Auge!
Dann – und erst dann – könnt ihr die Probleme der Gemeinden verstehen.
Dann – und erst dann – kann echte Zusammenarbeit entstehen.“
**Was können die Gemeinden tun?**
1. Macht die Gemeinwesen-Arbeit sichtbar
– Zeigt, was ihr alles macht
– Zeigt, wie vielen Menschen ihr helft
– Macht Fotos, schreibt Geschichten
– Ladet Politiker und Kirchen-Vertreter ein
– Zeigt: Wir sind wichtig für unseren Ort
Sagt deutlich:
„Diese Arbeit ist wertvoll.
Was wird aus dieser Arbeit, wenn wir zusammengelegt werden?“
2. Fragt nach der Macht
– Wer entscheidet hier wirklich?
– Können wir auch Nein sagen?
– Oder müssen wir am Ende gehorchen?
– Ist diese Mediation echt?
– Oder steht die Entscheidung schon fest?
Stellt diese Fragen laut und öffentlich.
3. Redet mit anderen Gemeinden
– Ihr seid nicht allein
– Andere haben ähnliche Probleme
– Tauscht euch aus
– Lernt voneinander
– Gemeinsam seid ihr stärker
4. Bringt andere Lösungen ein
Die Kirchen-Leitung sagt:
„Es gibt nur einen Weg: Zusammenlegung.“
Aber das stimmt nicht.
Es gibt viele mögliche Wege:
– Kleine Gemeinden bleiben selbstständig
– Sie arbeiten nur bei bestimmten Sachen zusammen
– Jede Gemeinde behält ihre Gemeinwesen-Arbeit
– Verwaltung wird vereinfacht – aber Gemeinden bleiben
– Mehr Verantwortung für Ehrenamtliche
– Weniger Bürokratie, mehr lebendige Gemeinde
Lasst euch nicht sagen:
„Es geht nicht anders.“
Sagt selbst:
„Wir haben andere Ideen.“
5. Sprecht klar und deutlich
– Sagt, was ihr denkt
– Sagt, was ihr wollt
– Sagt auch: Das wollen wir nicht
– Lasst euch nicht einschüchtern
Ihr habt das Recht:
– Eure Meinung zu sagen
– Nein zu sagen
– Andere Wege vorzuschlagen
6. Widerstand kann richtig sein
Viele Menschen denken:
„In der Kirche muss man gehorsam sein.“
Aber das stimmt nicht.
Manchmal muss man Nein sagen.
Auch zu kirchlichen Entscheidungen.
Auch zu Bischöfen und Kirchen-Leitungen.
Das kann Gottes Wille sein.
Jesus selbst hat Widerstand geleistet.
Gegen die religiösen Führer seiner Zeit.
**Was wäre eine echte Lösung?**
Eine echte Lösung braucht:
1. Andere Macht-Verteilung:
– Die Gemeinden entscheiden mit – wirklich
– Nicht nur reden, sondern entscheiden
– Die Kirchen-Leitung gibt Macht ab
2. Dienende Kirchen-Leitung:
– Die Kirchen-Leitung fragt: Was braucht ihr?
– Sie sagt nicht: Das müsst ihr tun
– Sie dient – sie herrscht nicht
3. Schutz der Gemeinwesen-Arbeit:
– Diese Arbeit muss weitergehen können
– Sie darf nicht kaputt gemacht werden
– Sie ist wertvoll – auch wenn sie schwer zu zählen ist
4. Echte Veränderung:
– Nicht nur die Gemeinden müssen sich ändern
– Auch die Strukturen müssen sich ändern
– Auch die Kirchen-Leitung muss sich ändern
Wenn nur die Gemeinden sich ändern sollen:
Das ist keine echte Lösung.
Wenn alle sich ändern können:
Dann kann etwas Neues entstehen.
Zum Schluss
Die Geschichte von Jesus über das Sandkorn und den Balken
ist heute aktueller denn je.
Jesus sagt:
Die Mächtigen müssen zuerst ihren Balken sehen.
Ihre Macht.
Ihre Fehler.
Ihr Von-oben-herab.
Erst dann können sie anderen helfen.
Das gilt auch heute.
Das gilt auch für Kirchen-Leitungen.
Das gilt auch für Breidenbach.
Jesus war ein Befreier.
Er hat Macht in Frage gestellt.
Auch religiöse Macht.
Auch kirchliche Macht.
Und er hat den Menschen vor Ort geholfen.
Den Armen.
Den Ausgestoßenen.
Den Schwachen.
Das dürfen wir auch tun.
Wir dürfen Macht in Frage stellen.
Wir dürfen Widerstand leisten.
Wir dürfen für eine Kirche kämpfen, die dient.
Eine Kirche von unten.
Eine Kirche für die Menschen.
Eine Kirche, die im Alltag hilft.
Armin Herzberger hat 35 Jahre in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Er kennt Macht-Strukturen und den Kampf für Selbst-Bestimmung.
Dieser Text ist in Leichter Sprache geschrieben.
So können ihn mehr Menschen verstehen.
Denn diese Themen gehen alle an.
**Zum Weiterdenken:**
– Kennen Sie ähnliche Situationen in Ihrer Gemeinde?
– Welche Erfahrungen haben Sie mit Kirchen-Strukturen gemacht?
– Was denken Sie über Gemeinwesen-Arbeit in Gemeinden?
Ich freue mich über Kommentare und Austausch.
Alle gehören dazu
Eine christliche Stimme zur Kommunal-Wahl
In leichter Sprache
Was sagt die Bibel?
Jesus sagt:
Ich bin gekommen für die Armen.
Für die Kranken.
Für die Ausgestoßenen.
Jesus hat gelebt mit:
Menschen die nicht laufen konnten
Menschen die nicht sehen konnten
Menschen die ausgegrenzt wurden
Jesus sagt:
Was ihr für die Kleinsten tut,
das tut ihr für mich.
Die AfD macht das Gegenteil
Die AfD redet von christlichen Werten.
Aber sie handelt gegen Gottes Willen.
Die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu haben auch so gehandelt:
Sie kannten die heiligen Texte
Sie redeten von Gott
Aber sie grenzten Menschen aus
Jesus hat die Schriftgelehrten kritisiert.
Er sagte:
Ihr redet viel von Gott.
Aber ihr helft den Schwachen nicht.
Die AfD macht das Gleiche:
Sie redet von christlichen Werten
Aber sie will Menschen mit Behinderung ausgrenzen
Sie will Sonder-Einrichtungen
Sie will keine Inklusion
Was würde Jesus tun?
Jesus würde sagen:
Alle Menschen gehören zusammen
Keiner soll ausgeschlossen werden
Die Starken helfen den Schwachen
Und die Schwachen helfen auch
Jesus würde den Netphener Tisch gut finden:
Menschen mit Behinderung helfen anderen Menschen.
Das ist Gottes Wille.
Jeder Mensch kann etwas geben.
Die Kirche hat Schuld auf sich geladen
Früher hat die Kirche geschwiegen.
Als Menschen mit Behinderung ermordet wurden.
In der Nazi-Zeit.
Viele Kirchen-Menschen haben mitgemacht.
Sie haben gesagt:
Diese Menschen sind nicht wertvoll.
Das war eine schwere Sünde.
Die Kirche muss daraus lernen.
Heute muss die Kirche sagen:
Nie wieder Ausgrenzung!
Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild!
Wir stehen an der Seite der Schwachen!
Was können Sie als Christ tun?
Beten Sie.
Bitten Sie Gott um Kraft.
Um für Gerechtigkeit einzustehen.
Reden Sie mit anderen Christen.
In der Gemeinde.
Im Kirchen-Vorstand.
Bei der Diakonie.
Sagen Sie:
Die AfD handelt nicht christlich
Inklusion ist Gottes Wille
Wir müssen die Schwachen schützen
Gehen Sie wählen!
Wählen Sie keine AfD.
Wählen Sie Parteien die sagen:
Alle Menschen sind gleich viel wert
Wir bauen Barrieren ab
Wir helfen einander
Ein Gebet zur Wahl
Gott,
Du hast jeden Menschen geschaffen.
Du liebst alle gleich.
Hilf uns zu sehen:
Wo Menschen ausgegrenzt werden.
Wo Unrecht geschieht.
Gib uns Mut:
Für die Schwachen einzutreten.
Gegen Ausgrenzung zu kämpfen.
Lass uns Kirche sein:
Die an der Seite der Armen steht.
Die für Gerechtigkeit kämpft.
Amen.
Wichtige Bibel-Stellen
Matthäus 25,40:
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.
Lukas 4,18:
Jesus sagt:
Gott hat mich gesandt.
Um den Armen gute Nachricht zu bringen.
Um Gefangene frei zu machen.
Galater 3,28:
Hier ist nicht Jude noch Grieche.
Nicht Sklave noch Freier.
Nicht Mann noch Frau.
Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.
Zusammenfassung
Die AfD:
Grenzt Menschen aus
Handelt gegen Gottes Willen
Ist nicht christlich
Jesus will:
Alle Menschen zusammen
Gerechtigkeit für die Schwachen
Eine Gemeinschaft ohne Ausgrenzung
Sie können entscheiden:
Für wen stehen Sie?
Für die Ausgrenzung?
Oder für Gottes Liebe zu allen Menschen?
Die Wahl ist auch eine Glaubens-Frage.
Wählen Sie für Inklusion.
Wählen Sie gegen die AfD.
Wählen Sie im Namen Jesu.
Gott sagt: Alle gehören dazu
AfD und Menschen mit Behinderung
Gott sagt: Alle gehören dazu!
In leichter Sprache
## Jesus war bei den Ausgeschlossenen
**Jesus hat gesagt:**
Die Letzten werden die Ersten sein.
**Jesus war bei:**
– Kranken Menschen
– Armen Menschen
– Menschen die niemand wollte
**Jesus hat nicht gefragt:**
Kannst du laufen?
Kannst du sehen?
Bist du klug genug?
**Jesus hat gesagt:**
Ihr seid alle Gottes Kinder.
Alle gleich wertvoll.
## Was will die AfD?
**Die AfD sagt:**
Manche Menschen sind anders.
Die stören.
Die sollen woanders hin.
**Das ist Sünde!**
Gott hat alle Menschen gemacht.
Niemand ist ein Fehler.
Niemand stört.
**Die AfD will trennen:**
– Kinder mit Behinderung – weg von anderen Kindern
– Menschen mit Behinderung – weg aus der Gemeinde
– Arme Menschen – weg aus dem Blick
**Das ist gegen Gottes Wille!**
## Die Bibel sagt etwas anderes
**1. Korinther 12:**
Der Körper hat viele Teile.
Alle Teile sind wichtig.
Das Auge kann nicht zum Fuß sagen: Ich brauche dich nicht.
**Das heißt:**
Wir alle zusammen sind die Gemeinde.
Keiner ist überflüssig.
Jeder wird gebraucht.
**Die AfD sagt das Gegenteil:**
Manche Menschen brauchen wir nicht.
Die kosten nur Geld.
**Das ist gottlos!**
## Jesus würde die AfD rauswerfen
**Erinnern Sie sich:**
Jesus hat die Händler aus dem Tempel gejagt.
**Warum?**
Weil sie Geld wichtiger fanden als Menschen.
**Die AfD fragt:**
Was kostet Inklusion?
Zu teuer!
**Jesus fragt:**
Was ist ein Mensch wert?
Unbezahlbar!
## Befreiungs-Theologie heute
**Gott ist auf der Seite der Unterdrückten.**
Das steht in der ganzen Bibel:
– Mose befreit die Sklaven
– Die Propheten kämpfen für Arme
– Maria singt: Gott stürzt die Mächtigen vom Thron
– Jesus stellt sich gegen die Pharisäer
**Heute heißt das:**
Gott ist auf Ihrer Seite!
Nicht auf der Seite derer die ausgrenzen.
**Die AfD macht was die Pharisäer machten:**
Regeln die ausgrenzen.
Gesetze die knechten.
Menschen in gut und schlecht einteilen.
**Jesus hat gesagt:**
Der Sabbat ist für den Menschen da.
Nicht der Mensch für den Sabbat.
**Das heißt heute:**
Die Gesellschaft ist für alle da.
Nicht nur für die Starken.
## Kirche von unten
**Was ist Kirche von unten?**
Die Gemeinde sind nicht die Pfarrer.
Die Gemeinde sind nicht die Reichen.
**Die Gemeinde sind:**
Alle die zusammen kommen.
Besonders die an den Rand Gedrängten.
**Sie sind die Gemeinde!**
**Beim Netphener Tisch zeigen Sie:**
– Wir können helfen
– Wir sind nicht nur Empfänger
– Wir sind Gottes Mitarbeiter
**Das ist Kirche wie Jesus sie wollte!**
Die AfD will Sie wieder zu Bettlern machen.
Zu Menschen die nur nehmen.
**Gott sagt: Nein!**
Ihr seid meine Partner.
Meine Mitschöpfer einer gerechten Welt.
## Sünde der Ausgrenzung
**In der Nazi-Zeit haben sie gesagt:**
Manche Leben sind lebens-unwert.
Menschen mit Behinderung wurden ermordet.
**Auch Kirchen haben geschwiegen.**
Das war Sünde.
Schreckliche Sünde.
**Die AfD will wieder trennen:**
Wertvoll – nicht wertvoll.
Nützlich – unnütz.
Deutsch – nicht deutsch genug.
**Das sind die gleichen teuflischen Gedanken!**
Wenn wir schweigen – machen wir uns schuldig.
**Bonhoeffer hat gesagt:**
Schweigen ist Schuld.
**Deshalb müssen wir laut sein!**
## Was tun wir als Christen?
**1. Widersprechen!**
Wenn die AfD redet – stehen wir auf.
Wir sagen: Nein!
Im Namen Jesu: Nein!
**2. Solidarität leben!**
Gemeinsam zur Wahl gehen.
Gemeinsam demonstrieren.
Gemeinsam sichtbar sein.
**3. Prophetisch reden!**
Wie Amos sagen:
Es ströme das Recht wie Wasser!
Die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach!
## Die Wahl ist eine Gewissensfrage
**Gott fragt Sie:**
Auf welcher Seite stehst du?
**Bei den Mächtigen die ausgrenzen?**
**Oder bei den Kleinen die ich liebe?**
**Matthäus 25:**
Was ihr den Geringsten getan habt
das habt ihr mir getan.
**Die AfD tut den Geringsten nichts Gutes.**
Die AfD tut Jesus nichts Gutes.
## Auferstehung ist Inklusion!
**Ostern bedeutet:**
Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Die Ausgrenzung ist überwunden.
Ein neues Leben beginnt.
**Eine inklusive Gesellschaft ist:**
– Auferstehung für die Ausgeschlossenen
– Neues Leben für alle
– Gottes Reich auf Erden
**Die AfD ist der Tod.**
Sie will zurück:
– Zu Mauern
– Zu Trennung
– Zu Angst
**Wir wählen das Leben!**
Wir wählen die Auferstehung!
Wir wählen Gottes Weg!
## Gebet vor der Wahl
**Guter Gott,**
Du hast uns alle gemacht.
Keiner ist ein Fehler.
Gib uns Mut gegen die Ausgrenzung.
Gib uns Kraft für Gerechtigkeit.
Lass uns wählen wie Jesus wählen würde.
An der Seite der Kleinen.
An der Seite der Schwachen.
**Amen.**
## Am Wahl-Tag
**Gehen Sie wählen – im Namen Gottes!**
Wählen Sie für:
– Gottes gerechte Welt
– Eine Gemeinde für alle
– Die Würde jedes Menschen
**Wählen Sie niemals AfD!**
Das wäre Verrat an Jesus.
Das wäre Verrat an Gottes Schöpfung.
—
**Seligpreisung für heute:**
Selig die für Gerechtigkeit kämpfen.
Selig die nicht schweigen.
Selig die Inklusion leben.
**Denn ihnen gehört das Himmelreich.**
**Und die Zukunft auf Erden!**
—
*Im Namen des dreieinigen Gottes*
*Der alle Menschen liebt*
*Und niemanden ausschließt*
Lasset die Kindlein zu mir kommen…
Die Geschichte in Leichter Sprache
Aus dem Markus-Evangelium, Kapitel 10
Eines Tages kamen viele Menschen zu Jesus.
Manche Eltern brachten ihre Kinder mit.
Die Eltern wollten:
Jesus soll unsere Kinder segnen.
Aber die Jünger von Jesus sagten:
Geht weg!
Jesus hat keine Zeit für Kinder.
Jesus muss mit wichtigen Leuten reden.
Jesus wurde ärgerlich.
Jesus sagte zu seinen Jüngern:
Lasst die Kinder zu mir kommen!
Haltet die Kinder nicht auf!
Die Kinder gehören zu Gott.
Gott liebt die Kinder besonders.
Dann sagte Jesus noch etwas Wichtiges:
Wer nicht wird wie ein Kind,
der kommt nicht zu Gott.
Jesus nahm die Kinder in den Arm.
Jesus segnete die Kinder.
Jesus zeigte:
Kinder sind wichtig.
Kinder haben die gleichen Rechte wie Erwachsene.
Was bedeutet das für uns heute?
Jesus stellt die Ordnung auf den Kopf
Die Jünger wollen Jesus beschützen.
Sie sagen: Kinder stören.
Sie denken: Wichtige Leute sind wichtiger.
Aber Jesus sagt: Nein!
Jesus macht die Ordnung kaputt.
Jesus zeigt:
Die Mächtigen sind nicht wichtig.
Die Schwachen sind wichtig.
Gott ist parteiisch
Gott ist nicht neutral.
Gott steht nicht in der Mitte.
Gott steht auf einer Seite:
Auf der Seite der Schwachen.
Auf der Seite der Kinder.
Auf der Seite derer, die keine Macht haben.
Das ist eine politische Aussage.
Das heißt:
- Wer Kinder ausgrenzt, handelt gegen Gott.
- Wer die Schwachen unterdrückt, handelt gegen Gott.
- Wer die Mächtigen schützt, handelt gegen Gott.
Kirche von unten
Die Jünger wollen eine Kirche der Wichtigen.
Jesus will eine Kirche der Kinder.
Das bedeutet heute:
Die Kirche gehört nicht:
- den Bischöfen
- den Pfarrern
- den Reichen
- den Gebildeten
Die Kirche gehört:
- den Armen
- den Kindern
- den Menschen mit Behinderung
- den Ausgegrenzten
- allen, die keine Stimme haben
Herrschaft muss weg
Jesus sagt: Werdet wie die Kinder.
Das heißt nicht: Seid naiv.
Das heißt:
- Gebt die Macht ab
- Hört auf zu herrschen
- Macht keine Hierarchien
- Behandelt alle gleich
Kinder haben keine Macht.
Kinder herrschen nicht.
So sollen auch wir sein.
Widerstand ist nötig
Jesus widerspricht seinen eigenen Jüngern.
Jesus wird ärgerlich.
Jesus kämpft.
Auch wir müssen widersprechen:
- Wenn Kinder ausgegrenzt werden
- Wenn Schwache unterdrückt werden
- Wenn die Kirche sich mit den Mächtigen verbündet
- Wenn Ungerechtigkeit herrscht
Gottes Reich ist Revolution
Gottes Reich gehört den Kindern.
Das ist eine Revolution.
Das heißt:
Alles wird anders.
Die Letzten werden die Ersten.
Die Schwachen bekommen die Macht.
Die Mächtigen verlieren ihre Macht.
Das ist keine fromme Hoffnung.
Das ist ein Auftrag:
Wir müssen die Welt verändern.
Jetzt.
Hier.
Konkret.
Konsequenzen für heute
- Kinder müssen mitbestimmen – in der Kirche, in der Politik
- Menschen ohne Macht müssen Macht bekommen
- Kirche muss Partei ergreifen – für die Schwachen
- Hierarchien müssen abgeschafft werden
- Wir müssen gegen Ungerechtigkeit kämpfen
Jesus lädt nicht nur ein.
Jesus fordert auf zum Kampf.
Zum Kampf für eine gerechte Welt.
Zur Seite der Kinder.
Zur Seite der Schwachen.
Gegen die Herrschaft der Mächtigen.
Gibt es einen strafenden Gott
Gibt es einen Gott, der Menschen bestraft?
Nein, sagen viele Christen heute.
Warum glauben manche Menschen an einen strafenden Gott?
Früher haben mächtige Menschen gesagt:
– Gott bestraft die Bösen.
– Gott belohnt die Gehorsamen.
Das war praktisch für Könige und reiche Leute.
Dann hatten arme Menschen Angst.
Und arme Menschen haben gehorcht.
Aber das stimmt nicht mit Jesus überein.
Was hat Jesus über Gott gesagt?
Jesus hat erzählt:
– Gott liebt alle Menschen.
– Gott vergibt.
– Gott will Freiheit für alle.
Jesus war besonders nett zu:
– Armen Menschen
– Kranken Menschen
– Menschen, die andere nicht mochten
Jesus hat nicht gesagt: Gott bestraft euch!
Woher kommt dann das Leid?
Wenn Menschen leiden, liegt das oft an:
– Ungerechten Regeln
– Unfairen Chefs
– Mangel an Geld und Hilfe
Nicht Gott macht das Leid.
Menschen machen das Leid.
Was bedeutet das für uns?
Wir müssen keine Angst vor Gott haben.
Wir sollen für andere Menschen sorgen.
Wir sollen gegen Ungerechtigkeit kämpfen.
Gott will, dass alle Menschen gut leben können.
Kann man Gott beweisen?
Kann man Gott beweisen?
Eine Frage von einem Studenten
Ein Student hat mich gefragt:
„Herr Herzberger, Sie glauben an Gott.
Können Sie beweisen, dass es Gott gibt?“
Ich musste lachen.
Ich kann vieles.
Ich kann Seminare halten.
Ich kann singen.
Aber Gott beweisen?
Das geht nicht.
Was sind Gottesbeweise?
Früher haben kluge Leute versucht, Gott zu beweisen.
Sie haben sich schwierige Gedanken gemacht.
Sie haben Bücher geschrieben.
Aber für mich war das immer zu kompliziert.
Das hatte nichts mit meinem Leben zu tun.
Dietrich Bonhoeffer war ein mutiger Pfarrer.
Er wurde von den Nazis ermordet.
Er hat aus dem Gefängnis geschrieben:
„Einen Gott, den man beweisen kann, brauchen wir nicht.“
Das finde ich richtig.
Eine Geschichte von Michael
Ich erzähle lieber eine Geschichte.
Michael hat eine Behinderung.
Er hat lange in einem Wohnheim gelebt.
Dort hat er alles bekommen:
Essen
Betreuung
Ein Programm für den Tag
Aber Michael war nur jemand, um den man sich kümmert.
Niemand hat ihn gefragt: Was willst du?
Michael beim Netphener Tisch
Dann kam ein neues Projekt.
Der Netphener Tisch.
Das ist eine Lebensmittel-Ausgabe.
Menschen mit wenig Geld bekommen dort Essen.
Michael wollte dort helfen.
Nicht Essen bekommen.
Sondern selbst helfen!
Jetzt arbeitet Michael jeden Mittwoch dort.
Er sortiert Gemüse.
Er packt Tüten.
Er redet mit den Leuten.
Michael ist jetzt nicht mehr nur jemand, der Hilfe bekommt.
Er ist jemand, der anderen hilft.
Wo war Gott?
Kann ich beweisen, dass Gott dabei war?
Nein.
Aber ich habe etwas gespürt.
Als Michael das erste Mal gesagt hat:
„Ich helfe anderen.“
Da war etwas Großes in seinem Gesicht.
Das kann man nicht beweisen.
Das kann man nur erleben.
Gott zeigt sich beim Handeln
Menschen in Südamerika sagen:
„Gott erkennen heißt: Gutes tun.“
Das bedeutet:
Nicht lange über Gott nachdenken.
Sondern etwas Gutes tun.
Wo zeigt sich Gott?
Wenn Menschen nicht mehr klein gehalten werden
Wenn jemand seine Würde zurückbekommt
Wenn aus Ohnmacht Kraft wird
Das ist für mich Gott.
Nicht in klugen Büchern.
Sondern im Leben.
Die schwere Frage
Manchmal fragen mich Leute:
„Wenn es Gott gibt – warum gab es dann Auschwitz?
Warum gab es Hadamar?“
Hadamar ist ein Ort hier in der Nähe.
Dort haben die Nazis Kinder mit Behinderungen ermordet.
Ich habe keine Antwort darauf.
Ich kann das nicht erklären.
Aber ich weiß:
Wir müssen uns an die ermordeten Menschen erinnern.
Und wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert.
Auch heute werden manchmal Babys mit Behinderung abgetrieben.
Kurz vor der Geburt.
Das erinnert mich an Hadamar.
Gott zeigt sich dann im Widerstand.
Wenn Menschen sagen: Nein!
Jedes Leben ist wertvoll!
Meine Antwort
Nein, ich kann Gott nicht beweisen.
Aber ich kann erzählen:
Von Michael beim Netphener Tisch
Von vielen anderen Menschen
Von Momenten, wo ich gespürt habe: Da ist mehr
Das ist kein Beweis.
Das ist eine Spur.
Und für mich reicht das.
Wer hat das geschrieben?
Armin Herzberger.
Er hat 35 Jahre mit Menschen mit Behinderung gearbeitet.
Jetzt unterrichtet er an der Universität Siegen.
Gott ist kein Eigentum
Gott ist kein Eigentum
Sie haben ihn in ihre Paläste gesperrt und ihre Dogmen gegossen. Sie haben ihn auf Thronen platziert und in Goldrahmen gehängt. Sie haben seinen Namen benutzt, um Macht zu legitimieren und Ungerechtigkeit zu segnen.
Aber Gott lässt sich nicht besitzen.
Er steht bei den Hungernden, nicht in den Verwaltungsetagen. Er spricht aus dem Mund derer, die man für sprachlos hielt. Er wirkt in den Händen derer, die man für hilfsbedürftig erklärte, wenn sie selbst zu Helfenden werden.
Gott ist kein Eigentum der Frommen. Kein Privileg der Rechtgläubigen. Kein Instrument der Mächtigen.
Wo immer Menschen ihre Faust gegen Unterdrückung erheben, wo immer das Kreuz nicht vergoldet wird, sondern getragen – da ist Gott nicht Besitz, sondern Kraft. Nicht Dogma, sondern Befreiung. Nicht oben, sondern hier.
Die rote Fahne mit dem Kreuz erinnert daran: Der Gott der Bibel war immer schon parteiisch. Für die Geringsten. Gegen die Selbstgerechten.
Niemand kann ihn vereinnahmen. Alle können ihm begegnen.