Ich bin Autodidakt

Eine Satire

Samstag, Baumarkt. Kellerausbau mit Sauna. YouTube sagt „kinderleicht“.

Vier Stunden später: Dampfsperre an mir, nicht an der Wand. Rigips kaputt. Finger blutig. Aber weiter geht’s! Irgendwann wird das die geilste Sauna ever.

Ich bin nicht nur im Keller Heimwerker.

**Heimwerken an der Inklusion**

Berlin bastelt Bundesteilhabegesetz. Ohne Anleitung. Ohne die Betroffenen zu fragen.

Drei Anträge, um aufzustehen. Fünf Gutachten, um zur Arbeit zu fahren. Wer nicht bürokratiefest ist, bleibt liegen.

Deutsche Gründlichkeit nennen wir das.

Bei meiner Sauna frag ich den Fachmann. Bei Menschen mit Behinderung? „Ach, das krieg ich auch so hin!“

**Heimwerken an der Kirche**

Strukturreform mit Beraterhonoraren. „Kirche von unten“ – von oben gemacht.

Ehrenamtliche brennen aus? Nicht so zimperlich! Früher ging’s auch.

Gottesdienste leer? Fusionieren! Drei Tote sind ein Lebendiger.

Bei 400 Volt hol ich den Elektriker. Bei der Gemeinde? „Haben wir schon immer so gemacht!“

**Heimwerken in der Verwaltung**

Formular. Kästchen. Unterschrift nur persönlich. Dienstags 9-11:30 Uhr.

„Geht das einfacher?“ – Wo kämen wir da hin! Dann könnte ja jeder!

**Das Prinzip**

Im Keller: Sofort Schimmel. Mein Problem.

In der Gesellschaft: Kollaps nach Jahren. Bin dann befördert.

Inklusion gescheitert? „War schon immer schwierig.“
Gemeinden tot? „Strukturwandel.“ 
Demokratie müde? „Wollen halt nicht.“

Die Betroffenen hätten halt bei der Umfrage mitmachen sollen. Von 2019.

Von vorne sieht man’s kaum.

Meine Sauna wird super. Irgendwann.

Wie die Inklusion.

Wie die Kirche.

Wie die Bürgernähe.

Kinderleicht.

Stand 19.01.26

Handwerk hat goldenen Boden

Siehe ich mache alles neu

„Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)

Eine Andacht zur Jahreslosung 2026

„Ich mache alles neu“ – das klingt erstmal großartig. Aber wer macht hier eigentlich was neu? Gott? Und wir? Warten wir dann einfach ab, bis er fertig ist?

Johannes schreibt diese Worte in der Verbannung, auf einer griechischen Insel, weggesperrt von den Mächtigen seiner Zeit. Um ihn herum: verfolgte Menschen, die nicht mehr weiterwissen. Und genau denen ruft er zu: Es kommt was Neues! Die alte, kaputte Ordnung hat nicht das letzte Wort.

Das ist kein Vertröstungstext fürs Jenseits. Das ist ein Weckruf fürs Hier und Jetzt.

Denn wenn Gott „alles neu macht“, dann fängt das nicht irgendwann im Himmel an – sondern da, wo Menschen aufstehen und nicht mehr mitmachen beim Alten. Da, wo die Kirche nicht mehr von oben regiert, sondern von unten wächst. Da, wo nicht Hierarchien bestimmen, was richtig ist, sondern Menschen gemeinsam nach Wegen suchen.

Eine Kirche der Menschen – das heißt: Wir warten nicht darauf, dass die Kirchenleitung, die Politik oder sonst wer die Welt neu macht. Wir fangen selbst an. In unseren Gemeinden, in unserem Alltag, auf der Straße.

Das Neue wächst da, wo:
– Menschen mit Behinderung nicht mehr nur „betreut“ werden, sondern selbst mitgestalten
– Geflüchtete nicht über sich reden lassen, sondern mitreden
– Kirchenvorstände nicht nur verwalten, sondern Räume öffnen für alle
– Wir nicht predigen „die da oben sollen mal“, sondern selber anpacken

Gottes „Ich mache alles neu“ ist keine Zauberformel. Es ist eine Einladung. Eine Ermutigung. Ein Versprechen: Du bist nicht allein, wenn du anfängst.

Das Neue ist schon da – in jedem kleinen Schritt raus aus den alten Machtspielen. In jeder Begegnung auf Augenhöhe. In jeder Kirche, die sich nicht an Traditionen klammert, sondern sich öffnet für die Menschen und ihre Fragen.

„Siehe!“ – heißt: Schau hin! Es passiert schon. Vielleicht leise, vielleicht unscheinbar. Aber es passiert. Überall da, wo Menschen nicht mehr akzeptieren, dass es so bleiben muss, wie es ist.

Möge uns 2026 Mut machen, gemeinsam das Neue zu wagen. Nicht weil wir alles besser wissen, sondern weil wir darauf vertrauen: Gott ist bei denen, die aufbrechen.

Kirche der Menschen

Kein Stuhl mehr für Dich


Eine Geschichte aus Mittelhessen

Es war wieder einer dieser trüben Novemberabende, und wer da meint, der November sei nur eine Zeit des Nebels und der Schwermut, der kennt nicht die stillen Gewalten, die in solchen Tagen am Werk sind, wenn Gott den Menschen zur Besinnung ruft und sie doch, wie so oft, nicht hören wollen oder können.

Just zwei Tage nach Buß und Bettag war es geschehen, dass es plötzlich kälter geworden war. Schon an jenem Feiertag selbst, nach der üblichen erweiterten Bibelstunde – die Tersteegen-Konferenz nannte man sie, weil ein Prediger aus Herborn erwartet wurde, der das Evangelium rein und klar auszulegen verstand, wie’s leider nicht alle können oder wollen – hatte es begonnen zu schneien. Erst nur wenig, kleine Eiskristalle, dann in dicken nassen Flocken, die kaum gefallen, dahin schmolzen.

„Z äss Schnieloft i dä Loft“, pflegten die alten Bauersleute dann zu sagen.
Es riecht nach Frost und Schnee in der Luft. Und sie hatten recht, wie die Alten meistens recht haben, wenn sie von Wetter und Zeiten reden, denn sie haben’s erlebt und erfahren, was den Jungen noch bevorsteht.

Zu jener Zeit kam es durchaus vor, dass Väterchen Frost – wie sie ihn nannten, als wär’s ein guter Bekannter – zu Bußtag Einzug hielt und sich erst gegen Ende Februar wieder verabschiedete. Für die Kinder und Jugendlichen eine Freude, gewiss, denn was wissen die von den Beschwerden des Alters! Die Alten aber waren weniger begeistert, war ihre Bewegungsfreiheit doch recht eingeschränkt. Zu Fuß über die frostigen Straßen zum Nachbarn, zu Freunden, und abends zur Spinnstube zu pilgern wurde beschwerlicher. Ansonsten aber war man’s gewohnt, genoss auf seine Weise auch diese ruhige Zeit, in der die Natur ruht und der Mensch Zeit hätte zur Einkehr – hätte, sag ich, denn das Haben und das Tun sind zweierlei Ding.

Autos gab es damals nur wenige im Dorf, und der kleine Bulldog für die Landwirtschaft war eh eingemottet und wartete gemeinsam mit seinen Besitzern auf den Frühling. Das Bauernhaus, von dem ich berichten will, lag an der Chaussee, die den Ort ziemlich in der Mitte teilte. Wohnen, Arbeiten, Mensch und Vieh unter einem Dach – zu der Zeit ganz normal und auch recht so, denn wo der Bauer nicht bei seinem Vieh wohnt, da wohnt er auch nicht recht bei sich selbst.

Nun kamen an jenem Abend zwei Männer die Straße herauf. Der eine im mittleren Alter, der andere schon älter, beide ältlich, bieder, unauffällig – so wie Leute aussehen, die ihr Leben lang ihre Pflicht getan haben und dabei vergessen haben, dass Pflicht und Liebe manchmal zweierlei sind. Die Herren waren als Gemeindeälteste in wichtiger Funktion unterwegs, und wer da meint, es sei eine leichte Sache, über anderer Leute Seelenheil zu wachen, der irrt gewaltig.

„Gi du öschd“, sagte der ältere Herr mit der Halbglatze und ließ dem Gescheitelten den Vortritt.
Geh Du zuerst. Das war Höflichkeit, gewiss, aber vielleicht auch ein wenig Feigheit, denn was sie zu tun hatten, war keine angenehme Sache.

Der Gescheitelte öffnete die Haustüre. Eine Klingel gab es zu dieser Zeit noch nicht – man trat einfach ein, wie’s unter Nachbarn üblich war.

„Z äss imed komme“, stellte der Vater fest, ein älterer Mann, schon ein wenig kränklich, wie’s im Alter kommt, wenn die Last der Jahre schwer wird.
Es ist jemand gekommen.
„Wer wöd da ez noch komme? Im döre Zeid?“
Wer würde da jetzt noch kommen? In dieser Zeit?

Seine Frau, eine Frau jenseits der Vierzig mit gütigem Gesicht und schon ein wenig ergrautem dichtem Haar, strahlte Güte aus, Zuversicht, Verständnis. So sind manche Frauen, die viel erduldet und viel vergeben haben. Sie schwieg, wie’s ihre Art war, aber ihre Augen sahen, was kommen würde.

Die Herren traten ein. Ein wenig peinlich berührt kamen sie gleich zur Sache, denn wer unangenehme Dinge zu sagen hat, der sagt sie am besten kurz.

„Mer wolle de Bicher oblange.“
Wir wollen die Bücher abholen.

*“Welche Bicher?“* fragte der Ehemann, obwohl er’s wohl ahnte.
Welche Bücher?

„Ei de Gesongbicher ausm Vereinshaus.“
Nun, die Gesangbücher aus dem Vereinshaus.

„Worüm da?“
Weshalb denn?

Der Gescheitelte räusperte sich. „Du bäsd seid öwer em halwe Johr ned i der Körche gewesd. Onn id da Biwlstonn sch bole z ganze Johr ned.“
Du bist seit über einem halben Jahr nicht mehr in der Kirche gewesen. Und in der Bibelstunde warst du fast das ganze Jahr nicht.

Der Vater versuchte sich zu rechtfertigen, wie’s Menschen tun, wenn sie im Unrecht sind – oder meinen, im Recht zu sein: „Mer ho doch e Firma, onn die Landwirtschaft mächd sich och ned vom elä.“
Wir haben doch eine Firma, und die Landwirtschaft macht sich auch nicht von alleine.

Aber einer der Ältesten entgegnete streng: „Dos spield kä Roll ned. Anner Leire ho och viel zu du, onn säi trotzdem jeden Donetschdog im Vereinshaus.“
Das spielt keine Rolle. Andere Leute haben auch viel zu tun, und sind trotzdem jeden Donnerstag im Vereinshaus.

Und dann kam der Satz, der wie ein Richtspruch im Raum stand: „Es äss sowieso kein Stuhl fer dich do.“
Es ist sowieso kein Stuhl für dich da.

Kein Stuhl mehr. Was heißt das? Es heißt: Du gehörst nicht mehr dazu. Du bist ausgeschlossen. Die Gemeinschaft, in die du hineingeboren wurdest, will dich nicht mehr. Das ist hart, sehr hart, und wer’s nicht erlebt hat, der weiß nicht, wie schwer es wiegt.

Der Vater schwieg. Was hätte er auch sagen sollen? Er ging zum Küchenschrank, wo obenauf, neben anderen Papieren, zwei Gesangbücher lagen. Er händigte sie dem korrekt Gescheitelten aus und bemerkte nur kurz: „Dä.“
Da.

Die drei Ältesten nahmen die Bücher schweigend in Empfang. „Da genacht. Mei bere fer dich“, sagten sie und gingen.
Gute Nacht. Möge Wir betenfürDich – das sagten sie, aber ob Gott wirklich mit jemandem ist, wenn die Menschen ihn ausschließen, das ist eine andere Frage.

Die Mutter hatte die ganze Zeit geschwiegen, wie’s Frauen oft tun, wenn Männer ihre starren Regeln durchsetzen. Aber als die Haustür ins Schloss fiel, sagte sie betrübt: „Vadder äich ho dersch schoo immer gesod. Du gesd viel ze wing i de Stonn.“
Vater, ich habe es dir doch schon immer gesagt. Du gehst viel zu wenig zu den Stunden.

Der Vater, müde und verletzt: *“Lässt mich domed de Owed i rih.“*
Lass mich doch diesen Abend in Ruhe.


Nun könnte ich’s dabei bewenden lassen und den Leser mit seinen Gedanken allein lassen. Aber es gehört zur Wahrheit, dass man auch sagt, was aus den Menschen wurde, von denen man erzählt.

Der Winter kam, wie vorausgesagt, und legte sich schwer übers Land. Der Vater arbeitete weiter, wie er’s immer getan hatte – in der Firma, auf dem Hof, bei den Tieren. Die Arbeit wartete nicht, ob einer zur Kirche ging oder nicht. Man grüßte ihn noch auf der Straße, kaufte bei ihm, redete übers Wetter. Aber zu den Donnerstagabenden im Vereinshaus kam keine Einladung mehr.

Die Mutter ging weiterhin zur Bibelstunde, allein nun. Sie saß auf ihrem Platz, sang aus ihrem Gesangbuch. Die anderen Frauen nickten ihr zu, redeten mit ihr. Aber es war nicht mehr wie früher. Eine unsichtbare Wand war da.

Und der Stuhl im Vereinshaus? Der stand nicht mehr da. Man hatte ihn weggeräumt, Platz gemacht für andere. So war’s Brauch: Wer nicht kam, dessen Platz wurde vergeben.

Der Vater nahm’s hin. Er war nicht der erste, dem dies geschah, und würde nicht der letzte sein. Die Ordnung der Gemeinde war streng. Aber ob sie auch recht war, das steht auf einem anderen Blatt, und darüber mag jeder denken, wie er will.

„Sorget euch um nichts…“

„Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage
betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!“ (Phil 4,6)


Eine kurze Zusammenfassung:

In dieser Andacht teilt Pfarrerin Tatjana Frenzel des Nachbarschaftsraumes der evangelischen Kirchengemeinden  Breidebach ihre Gedanken über den Glauben in schwierigen Zeiten.

Sie beginnt mit einem Vers aus dem Philipperbrief, der dazu auffordert, sich keine Sorgen zu machen, sondern alles im Gebet vor Gott zu bringen . Tatjana Frenzel gibt zu, dass dies angesichts der aktuellen Weltlage nicht einfach ist .

Sie erzählt, wie sie sich an den Theologen Karl Barth erinnert, der in den 1930er Jahren die Gemeinden ermutigte, sich auf Christus und das Evangelium zu konzentrieren, unabhängig von den äußeren Umständen.

Karl Barth betonte, dass Gott treu ist und sich nichts ändert, wenn sich die Lage ändert

Trotz der Dunkelheit der Welt bleibt die Autorin optimistisch und betont die Wichtigkeit des Gebets als Verbindung zu Gott, um Trost und Unterstützung in schwierigen Zeiten zu finden.


Karl Barth Zitate


Tatjana Frenzel erinnert sich an einen Hoffnungssatz von Barth:

„Es wird regiert, von ganz oben her!“ 

Er ermutigt die Leser, ihre Sorgen im Gebet abzugeben und auf ein Zeichen Gottes zu warten .

Am Ende wünscht die Autorin den Lesern, dass sie ihre Sorgen loslassen und optimistisch in die Zukunft blicken können.


Die Andacht im Original mit freundlicher Genehmigung von Tatjana Frenzel


Liebe Hinterländer Christen


Liebe Hinterländer Christen Teil 2


Liebe Hinterländer Christen Teil 3


Bunt wie das Leben

Warum ich blogge

Bunt wie das Leben

http://www.arminherzberger.com

Inklusion ist machbar Frau Nachbar
Lebenslauf
Sapere aude – Lerne zu denken

Liebe Hinterländer Christen Teil 2

Aus aktuellem Anlass melde ich mich erneut

Dies ist ein Blogbeitrag der allein meine eigene Meinung abbildet. Mein ehrenamtliches kirchliches Engagement ist davon ausdrücklich ausgenommen.

Wer fromm ist muss auch politisch sein:
So wie bei Bonhoeffer lassen sich die Aufgaben der Kirche gegenüber Staat und Öffentlichkeit auch heute zusammenfassen. 

Die erste von Bonhoeffer genannte Aufgabe verstehen wir heute als Kultur der Einmischung. Wenn die Kirchen mit Denkschriften in die demokratische Zivilgesellschaft hineinsprechen, dann geht es genau um das, was Bonhoeffer als „Verantwortlichmachung des Staates“ bezeichnete. 


Die zweite Aufgabe, der diakonische Dienst an den Bedürftigen, bleibt ohnehin. Dass er heute geleistet wird, zeigt sich, wenn etwa Gemeinden mit großer öffentlicher Zustimmung für den Schutz von Flüchtlingen eintreten. 
Und die dritte Aufgabe? Was heißt dem Rad in die Speichen fallen? Für Bonhoeffer rückte dies zunehmend ins Zentrum seines Denkens und Handelns. Dass der Imperativ keineswegs nur in der Diktatur gilt, sondern auch in demokratischen Gesellschaften eine Option sein kann, zeigte schon in den frühen achtziger Jahren die Diskussion um gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Stationierung von Massenvernichtungswaffen… .

Zum Schluss ein Zitat von D. Bonhoeffer

Allein weil Gott ein armer, elender, unbekannter, erfolgloser Mensch wurde, und weil Gott sich von nun an allein in dieser Armut, im Kreuz, finden lassen will, darum kommen wir von dem Menschen und von der Welt nicht los, darum lieben wir die Brüder.“

Liebe Hinterländer Christen


Gerne würde ich das Thema mit Euch weiter diskutieren.

Geschwisterliche Grüße sendet Euch
Armin Herzberger 

Psalm 8 „Mensch gedenke des Menschen“

Mensch gedenke des Menschen“
Jährliches Seminar mit Student: innen der #UniversitätSiegen“ in der Mordanstalt Hadamar
„Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch “ Brecht

Innerhalb von 7 Monaten wurden hier mehr als 10.000 behinderte Menschen vergast.

Im Bildhintergrund der rauchende Schornstein des Verbrennungsofens.

Der Verbrennungsofen war während dieser Zeit 24 Stunden in Betrieb.

Anwohner beschwerten sich über die „Geruchsbelästigung“


Aktion Marburger Stolpersteine – Gegen das Vergessen 

am 22.08.25



Wo habt Ihr uns hingebracht?

An der Seite von Israel

Niemals dürfen wir vergessen, wie dieser Krieg an einem Samstagmorgen begann. An einem Samstag, an dem so viele
Juden ermordet wurden, wie an keinem Tag seit der Schoa“

Zentralrat der Juden in Deutschland

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/zentralrat-der-juden-fordert-klare-konsequenzen-fuer-hamas/

… Hier ist nicht Mann noch Frau… Galater 3 28

„Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“

Gott schuf den Menschen als Mann und Frau.“ Zwei Geschlechter – traditionelle „Schöpfungsordnung“. Doch was ist mit intergeschlechtlichen Menschen? Männer, Frauen, In-Betweens: Alle leben in einer bunten Schöpfungs-Unordnung.

„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“

Die Erschaffung des Menschen im ersten biblischen Schöpfungsbericht. Genesis 1,27 nach Martin Luthers Übersetzung. Es scheint ganz klar zu sein: Gott hat zwei Arten von Menschen geschaffen – Männer und Frauen. Diese Bibelstelle und ihre traditionelle Auslegung hat unsere Kultur geprägt, uns eine zweigeschlechtliche Brille aufgesetzt. Wer Lucie Veith begegnet, nimmt eine Frau wahr – wegen des Vornamens, wegen der langen Haare, der Ohrringe und der Stimme… .

Quelle: Rundfunk evangelisch

https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/am-sonntagmorgen/hier-ist-nicht-mann-und-frau-10106

Ein Neujahrsgruß

Der gemeinsame Weg

Der gemeinsame Weg

Jemand hat mir zum neuen Jahr geschrieben: „Auch von mir ein frohes neues Jahr! Ich bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg…“

Diese Wortwahl vom „gemeinsamen Weg“ ist mehr als eine nette Floskel. Sie trägt eine tiefe Bedeutung – für den Glauben und für unser Zusammenleben.

Der Weg ist das Ziel – aber welcher Weg?

„Der Weg ist das Ziel“ heißt: Nicht nur das Ankommen zählt, sondern wie wir miteinander unterwegs sind.

Das wirkliche Handeln für Gerechtigkeit, die gelebte Verbundenheit, der tatsächliche Zusammenhalt – das ist bereits Gottes Reich, nicht erst ein fernes Ziel.

Die Redewendung wird oft Konfuzius zugeschrieben, doch die Idee gilt überall und ist zutiefst biblisch.

Biblische Weggeschichten sind Befreiungsgeschichten

Der Auszug aus Ägypten – die Urgeschichte der Befreiung:

Ein versklavtes Volk bricht auf in die Freiheit. Nicht das „gelobte Land“ allein ist das Ziel, sondern der Aufbruch aus der Unterdrückung, die Erfahrung des Zusammenhalts in der Wüste, das Aushandeln einer gerechten Ordnung unterwegs.

Die babylonische Gefangenschaft – Weggeschichte des Widerstands und der Hoffnung trotz Fremdherrschaft.

Jesu Weg nach Jerusalem – bewusster Gang in die Auseinandersetzung mit den Mächtigen in Religion und Politik.

Der Weg selbst ist bereits Widerstand.

Die Weihnachtsgeschichte – Maria und Josef, Flüchtlinge auf der Suche nach Unterkunft, finden Zusammenhalt bei den Ausgeschlossenen.

Der gemeinsame Weg heute

In der Überlieferung der Befreiungstheologie und der „Kirche von unten“ bedeutet der gemeinsame Weg:

  • Zusammenhalt mit den an den Rand Gedrängten
  • Widerstand gegen Unrecht und Ausgrenzung
  • Mitbestimmung statt Rangordnung
  • Gemeinsames Ringen um eine gerechtere Gesellschaft

Der Weg ist gemeinschaftlich oder er ist gar nicht. Niemand kann allein befreit werden – wir sind aufeinander angewiesen.

Auch in Beratung, Erziehung und Begleitung gilt:

Der Verlauf der Stärkung ist bereits das Ziel. Nicht das Ankommen bei einer fertigen Lösung, sondern das gemeinsame Suchen, das Wachsen an Schwierigkeiten, die Erfahrung: Ich kann etwas bewirken.

Für 2025 wünsche ich uns allen: Gesundheit, Frieden und die Kraft, gemeinsam Wege der Gerechtigkeit zu gehen.

Bleiben wir behütet – und behüten wir uns einander.

„Suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29,7)