Das Evangelium gehört nicht uns
Andacht zu Lukas 4,16–21
Jesus kommt nach Nazareth.
Er liest einen alten Text vor.
Und er sagt: Heute. Hier. Jetzt.
Das ist kein Bekenntnis zur richtigen Lehre.
Das ist ein Programm.
Für die Armen.
Für die Gefangenen.
Für die Fremden.
Diese Andacht fragt:
Was passiert, wenn fromme Menschen
das Evangelium festhalten wollen —
wie einen Besitz?
Sie erinnert an Adolf Stoecker.
Er war fromm. Er hat geholfen.
Und er hat Hass auf Juden verbreitet.
Beides gleichzeitig.
Das ist keine Anklage.
Das ist eine Warnung.
Auch für uns heute.
Denn Jesus wird in Nazareth abgelehnt —
nicht von den Sündern.
Von den Frommen.
Weil er sagt: Gott ist auch für die Fremden da.
Die Andacht schließt mit einem Gebet
und einem letzten Gedanken:
Das Evangelium ist größer als mein Milieu.
Es ist größer als meine Gewissheit.
Es sagt: Heute. Hier. Für andere.
Das ist genug.